Spa­ni­scher Vor­ent­scheid 1962: Und das Tele­fon sagt Du

16 Lie­der hat­te der spa­ni­sche Sen­der TVE zuge­las­sen für sei­ne zwei­te natio­na­le Pre­sel­ección im Jah­re 1962. Sechs davon schie­den aller­dings einen Tag vor dem TV-Fina­le in einer Radio-Vor­run­de wie­der aus. Erstaun­li­cher­wei­se gehör­te der Can­to de un Fra­ca­so, also der ‘Song vom Fias­ko’ des Kom­po­nis­ten, Schau­spie­lers und Sän­gers Ton­io Are­ta (†2012) nicht dazu, obwohl er doch das Schei­tern bereits im Titel trug. Wie eini­ge der Finalist/innen hat­te er gleich zwei Eisen im Feu­er: sein ande­rer Wett­be­werbs­bei­trag Un vie­jo Para­gu­as (‘Ein alter Regen­schirm’) mach­te immer­hin die Sil­ber­me­dail­le klar. Ich dach­te, den braucht man über­haupt nie in dem Land, wo “die Son­ne scheint bei Tag und Nacht”? Zu den Dop­pel­star­tern zähl­te auch der kata­la­ni­sche Sän­ger Josep (José) Guar­dio­la Díaz de Rada (eben­falls †2012), der auf dem Pfad der Erin­ne­run­gen wan­del­te, jedoch sowohl mit dem ‘Recuer­do’ (‘Sou­ve­nir’) als auch der Nost­al­gia an den zehn regio­na­len Jurys schei­ter­te, die offen­sicht­lich eher Gegen­warts­be­zo­ge­nes gou­tier­ten. Mög­li­cher­wei­se hing ihm noch der Skan­dal des Fes­ti­val de la Can­ción Medi­ter­rá­nea nach, eines ande­ren der in Spa­ni­en sehr zahl­rei­chen Lie­der­wett­strei­te, den er zwar gewann, jedoch dis­qua­li­fi­ziert wur­de, weil bei der Aus­zäh­lung mehr Stimm­zet­tel zusam­men­ka­men als man vor­her aus­ge­ge­ben hat­te. Des­sen­un­ge­ach­tet bestimm­te TVE im Jahr dar­auf Guar­dio­la intern zum Reprä­sen­tan­ten der Ibe­rer.

Der rach­süch­ti­ge Rapha­el spielt den Jago.

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Jugo­vi­zi­ja 1962: Beds are bur­ning

Nur Bruch­stück­haf­tes ist bekannt über den zwei­ten jugo­sla­wi­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid, die Jugo­vi­zi­ja 1962. In Zagreb fand sie statt, so viel weiß man. Mit TV Sara­je­wo reich­te erst­ma­lig auch der bos­ni­sche Lan­des­sen­der Bei­trä­ge zur der Vor­auswahl ein, an wel­cher außer­dem, wie schon im Vor­jahr, die Sen­de­an­stal­ten aus Slo­we­ni­en, Ser­bi­en und Kroa­ti­en teil­nah­men. TV Zagreb hat­te im Dezem­ber 1961 bereits ein eige­nes Semi abge­hal­ten, wo es sechs Lie­der für das ins­ge­samt 18 Titel umfas­sen­de Jugo­vi­zi­ja-Fina­le aus­wähl­te. Eine pari­tä­tisch besetz­te Jury bestimm­te dort den Sie­ger­song ‘Ne pali Svet­la u Sum­rak’ (‘Lass das Licht aus in der Däm­me­rung’) von Lola Nova­ko­vić: eine ver­träum­te klei­ne Bal­la­de, in wel­cher die 2016 ver­stor­be­ne, in den Sech­zi­gern auf dem Bal­kan sehr erfolg­rei­che ser­bi­sche Sän­ge­rin und Schau­spie­le­rin über die nach­koi­ta­len Ziga­ret­ten sin­niert, die sie und ihr Gespons zum Abschluss eines gemäch­li­chen Tages gemein­sam im Däm­mer­licht des aus­klin­gen­den Abends genie­ßen, bevor der süße Schlaf sie bei­de über­mannt. Eine nicht ganz unge­fähr­li­che Pra­xis im Übri­gen, nicht nur wegen des Lun­gen­krebs­ri­si­kos, son­dern – wie ich mich als Sohn eines Feu­er­wehr­man­nes ver­pflich­tet füh­le, anzu­mer­ken – auf­grund der Gefahr einer Feu­ers­brunst: der tra­gi­sche Tod der schwe­di­schen Grand-Prix-Kol­le­gin Moni­ca Zet­ter­lund, die 2005 in Fol­ge eines durch einen Gute-Nacht-Glimms­ten­gel aus­ge­lös­ten Zim­mer­bran­des in ihrem eige­nen Bett ver­kohl­te, soll­te War­nung genug sein!

Wirkt schon ein wenig bene­belt: die Schlaf­zi­ga­ret­ten-Rau­che­rin Lola.

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