ESC 1966: Zwingen kann man kein Glück

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Das Jahr der Showtreppe

Nach dem Sieg der Französin France Gall im Vorjahr kam der Contest 1966 logischerweise aus: Luxemburg, denn für das Paradies steuerschmarotzender Briefkastenfirmen war die Beat-Legende angetreten. RTL fuhr neben einem futuristischen, voll beweglichen Dekorations-Mobile ein großes Orchester auf, neben dem die ohnehin schmale, durch eine Trennwand eingehegte Bühne umso winziger wirkte. Zumal mehr als die Hälfte des verbliebenen Platzes auch noch für eine großzügig dimensionierte Wendeltreppe draufging, über welche die Interpret/innen nebst Dirigenten standesgemäß einschwebten. Das muss man ihnen lassen: Glamour können sie im Großherzogtum!

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DVE 1966: Vorwärts und nie zurück

Margot Eskens, DE 1966
Die Preußische

Karrierezerstörende Null-Punkte-Resultate zu ersingen, darauf ließen sich die wenigsten deutschen Schlagerstars noch ein, und so hatten die Organisatoren langsam ernsthafte Probleme, noch Sänger/innen für den Grand Prix zu finden. Aber eine wollte – eine, die man 1963 schon zugunsten von Heidi Brühl (DVE 1960) fallen gelassen hatte. Und auch diesmal, so kolportiert es Jan Feddersen in seiner Grand-Prix-Bibel ‚Ein Lied kann eine Brücke sein‘, wollten die ARD-Oberen viel lieber die Niederländerin Corry Brokken importieren, die Eurovisionsiegerin von 1957 und in Deutschland zuletzt mit der Superschnulze ‚La Mamma‘ erfolgreich. Doch die erinnerte sich wohl noch an die rüden Umgangsformen der Frankfurter (nach ihrem Sieg hatte ihr der damalige hr-Direktor zunächst eine Trophäe überreicht, nur um sie ihr kurz darauf wieder zu entreißen und an ihren Komponisten auszuhändigen, welcher der wirkliche Gewinner sei, wie man ihr auf Deutsch beschied) und sagte ab.

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