Vier­ter Super­sams­tag 2019: raus mit den Sitz­ho­mos

Bevor sie ganz unter den Tisch fal­len: neben den fünf natio­na­len Vor­ent­schei­dun­gen des ver­gan­ge­nen Wochen­en­des mit ihren fünf furcht­ba­ren Bei­trä­gen für Tel Aviv fan­den am ver­gan­ge­nen Sams­tag in zahl­rei­chen Län­dern diver­se Semi­fi­na­le statt, die nun hier in Win­des­ei­le abge­ar­bei­tet sein wol­len. Begin­nen wir bei den Gast­ge­bern des letz­ten Jah­res: in der ers­ten von zwei Vor­run­den des por­tu­gie­si­schen Fes­ti­val da Canção kam der Favo­rit Con­an Osí­ris erwar­tungs­ge­mäß eine Run­de wei­ter, lan­de­te mit dem rund­weg expe­ri­men­tell-bizar­ren ‘Tele­mó­veis’ (‘Mobil­te­le­fon’) jedoch bei der augen­schein­lich aus­schließ­lich mit Kul­tur­ba­nau­sen besetz­ten Jury ledig­lich auf dem vier­ten Rang. Das wesent­lich sach­ver­stän­di­ge­re Publi­kum bedach­te ihn hin­ge­gen mit der Höchst­wer­tung. Der mit einem gro­tes­ken Gesichts­ge­schirr ange­tan­te Con­an und sein gold­glit­tern­der Tän­zer muss­ten sich in der Gesamt­wer­tung einem volu­mi­nö­sen Schwar­zen mit dem Namen Matay geschla­gen geben, der im Video­ein­spie­ler noch den Hip-Hop­per mim­te, auf der Büh­ne jedoch im ele­gan­ten Frack erschien und eine ein­schlä­fernd sanf­te Bal­la­de zum Bes­ten gab. Über die vier Aus­ge­schie­de­nen hin­ge­gen gibt es lei­der nichts Inter­es­san­tes zu berich­ten, sie lang­weil­ten schlicht­weg.

Vom Gol­fer zum Gold­schatz­räu­ber: Con­an Osí­ris.

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Pla­gi­at­skan­dal: Petrus­ka bei der A Dal dis­qua­li­fi­ziert

Sie wird jedes Jahr aufs Neue geführt, die manch­mal ermü­den­de Dis­kus­si­on um angeb­lich irgend­wo abge­kup­fer­te Euro­vi­si­ons­bei­trä­ge. Heu­te erwisch­te es in Ungarn mit Petrus­ka aller­dings einen Künst­ler, der sei­nen iro­ni­scher­wei­se auch noch ‘Help me out of here’ beti­tel­ten Vor­ent­schei­dungs­song nun wirk­lich völ­lig zwei­fels­frei ein­fach Ton für Ton von dem 2010 ver­öf­fent­li­chen Lied ‘White Sky’ der US-ame­ri­ka­ni­schen Indie-Rock-Band Vam­pi­re Wee­kend kopier­te. Ein­schließ­lich des cha­rak­te­ris­ti­schen, gejo­del­ten Refrains. Was er sich bei die­sem dreis­ten Klau nur gedacht haben mag? Hier zieht ja noch nicht mal das belieb­te Argu­ment, das Unter­be­wusst­sein habe beim Krea­tiv­pro­zess des Schrei­bens eine mal irgend­wo gehör­te Melo­die wie­der her­vor­ge­kramt, denn Petrus­ka cover­te den Song schlicht­weg inklu­si­ve Ori­gi­nal-Instru­men­tie­rung und setz­te ledig­lich einen neu­en Text dar­über. Nach ent­spre­chen­den Hin­wei­sen und einer ohra­len Über­prü­fung kam der unga­ri­sche Sen­der MTV der dem Song­ti­tel inne­woh­nen­den Bit­te ‘Hilf mir hier raus’ ohne zu zögern nach und schloss ihn kor­rek­ter­wei­se von der Teil­nah­me am Fina­le des Vor­ent­scheids A Dal aus, das an die­sem Wochen­en­de ansteht. Für ihn rückt der eigent­lich bereits aus­ge­schie­de­ne Ger­gő Oláh mit ‘Hoz­zád búj­nék’ nach.

Fin­de die Unter­schie­de: hier das Ori­gi­nal…

…und hier die Fäl­schung. Dreist, lie­ber Petrus­ka, wirk­lich dreist.

Sel­ecția Națio­nală 2019: Immer wie­der sonn­tags

Das Wich­tigs­te zuerst: herz­li­chen Dank an die­ser Stel­le an die bei­den Blog­ger­kol­le­gen Wil­liam Lee Adams und Deban Ader­e­mi von Wiwi­bloggs, die Euro­pa prak­tisch im Allein­gang vor der hass­erfüll­ten homo­pho­ben Het­ze­rin bewahr­ten. Und eben­so herz­li­chen Dank an die, wie Euro­fire von deren Face­book­sei­te zitiert, “stin­ken­den Kom­mu­nis­ten von TVR,” dem rumä­ni­schen Staats­sen­der, der dies durch sein völ­lig absur­des Voting­ver­fah­ren erst mög­lich mach­te. Denn beim dies­jäh­ri­gen rumä­ni­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid, der Sel­ecția Națio­nală, tob­te bekannt­lich so eine Art Glau­bens­krieg, ein epi­scher Kampf zwi­schen Gut und Böse. Letz­te­res in die­sem Fall reprä­sen­tiert durch die vor­he­ri­ge Favo­ri­tin und haus­ho­he Sie­ge­rin im Tele­vo­ting, die sech­zehn­jäh­ri­ge Lau­ra Bre­tan. Die in Chi­ca­go gebo­re­ne und von ihren streng evan­ge­li­ka­len Eltern zu Hau­se unter­rich­te­te Lau­ra posi­tio­nier­te sich ver­gan­ge­nen Okto­ber öffent­lich als Geg­ne­rin der Homo-Ehe und unter­stütz­te das – glück­li­cher­wei­se geschei­ter­te – rumä­ni­sche Refe­ren­dum, mit dem die Ehe per Ver­fas­sung als aus­schließ­li­che Ver­bin­dung von Mann und Frau zemen­tiert wer­den soll­te. “So, wie Gott die Fami­lie gewollt hat” in den Wor­ten der Sän­ge­rin. Sie zu ver­hin­dern war daher alles, was heu­te zähl­te. Und es ist gelun­gen!

Die knall­hart kon­ser­va­ti­ve Unschuld in weiß: Lau­ra Bre­tan mit dem Sound­track zur Trump-Ära.

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Super­no­va 2019: auf dem Karus­sell kot­zen alle gleich schnell

Ein wei­te­res natio­na­les Vor­ent­schei­dungs­fi­na­le ging ges­tern Abend noch über die Büh­ne, das ich vor lau­ter Super­sams­tags­stress bei­na­he über­se­hen hät­te. Die let­ti­sche Super­no­va macht das einem aber auch leicht: die mit sofor­ti­ger See­krank­heit indu­zie­ren­den, stüm­per­haf­ten Kame­ra­schwenks gefilm­ten Shows (ein­schließ­lich der bei­den vor­ge­schal­te­ten Semis) lau­fen schließ­lich stets par­al­lel zu ande­ren, wesent­lich inter­es­san­te­ren For­ma­ten. Ein­schließ­lich der bei­na­he unend­li­chen Euro­vi­zi­jos im bal­ti­schen Nach­bar­land Litau­en, das zwar stets zu ähn­lich aus­sichts­lo­sen Ergeb­nis­sen gelangt, auf dem lan­gen Weg dort­hin aber zumin­dest den deut­lich gru­se­li­ge­ren musi­ka­li­schen Irr­sinn auf­tischt. Das let­ti­sche Fern­se­hen LTV scheint hin­ge­gen aus einem sehr begrenz­ten Pool von sehr mäßig begab­ten Talen­ten zu fischen, und so han­del­te es sich bei gleich drei der ins­ge­samt acht dies­jäh­ri­gen Super­no­va-Finalist/innen um bereits hin­läng­lich bekann­te Namen. Neben der ent­setz­lich zurech­ton­du­lier­ten Saman­ta Tīna, die in ‘Cut­ting the Wire’ in ermü­den­der Wei­se die erwart­ba­ren Rei­me “Fire, Desi­re” auf­tisch­te und allen­falls mit den ein­lei­ten­den Wor­ten “What the Fuck” für einen kur­zen “Das hat sie gera­de nicht gesagt!”-Moment sorg­te, durf­ten auch Edgars Krei­lis und der ewi­ge Mar­kus Riva nicht feh­len.

Es kos­tet sicher ver­dammt viel, so bil­lig aus­zu­se­hen: Mar­kus Riva.

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Dora 2019: Ottom Bot­tom

Wie das mit der Rück­be­sin­nung auf eige­ne Stär­ken funk­tio­niert, mach­te uns ges­tern Abend der kroa­ti­sche Sen­der HRT vor, der nach meh­re­ren Jah­ren schmäh­li­cher, der Finanz­knapp­heit geschul­de­ter Pau­se wie­der zum tra­di­tio­nel­len Vor­ent­schei­dungs­for­mat zurück­kehr­te, näm­lich der im mon­dä­nen Küs­ten­städt­chen Opa­ti­ja ver­an­stal­te­ten Dora. Zwar zog man vom frü­he­ren Hotel Kvar­ner wei­ter in die grö­ße­re Mari­no-Cvet­ko­vić-Sport­hal­le. Doch auch dort schaff­te es der Sen­der, eine nost­al­gie­ge­sät­tig­te, fest­li­che Sen­dung hin­zu­le­gen, die alles beinhal­te­te, was des Grand-Prix-Fans Herz höher schla­gen lässt. Dem Dora-Fina­le mit 16 (!) Acts gin­gen zwei Auf­takt­ta­ge vor­an, an denen die Teilnehmer/innen zur Ein­stim­mung klas­si­sche Melo­di­en und soge­nann­te “Opa­ti­ja-Sere­na­den” dar­bo­ten, bevor sie ges­tern Abend ihre Wett­be­werbs­ti­tel prä­sen­tie­ren durf­ten. Und wie es sich für Kroa­ti­en gehört, gewann am Ende ein Kom­po­nist, der es ver­stand, die Euro­vi­si­ons­kli­schees am scham­lo­ses­ten zu bedie­nen: Jac­ques Hou­dek, der per­sön­lich­keits­ge­spal­te­ne Tenor von 2017, hat­te für sei­nen per­sön­li­chen Schütz­ling, den gera­de erst voll­jäh­ri­gen Roko Blaže­vić, sei­nes Zei­chens Sie­ger einer hei­mi­schen Kin­der-Cas­ting­show, eine kitsch­trie­fen­de, klas­sisch auf­ge­bau­te Grand-Prix-Hym­ne namens ‘The Dream’ ver­fasst.

Der Traum jedes Pädo­phi­len: der engels­glei­che Roko schmach­tet in die Kame­ra und ins Mikro­fon.

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EMA 2019: Kaos-Tage in Slo­we­ni­en

Es ist eine ewi­ge Hass­lie­be, die das slo­we­ni­sche Publi­kum und sei­nen Fern­seh­sen­der RTVS­LO mit­ein­an­der ver­bin­det und die sich seit Deka­den beim Vor­ent­scheid des Lan­des, der EMA, in unge­zähl­ten Mani­pu­la­ti­ons­ver­su­chen mit Hil­fe des Voting­ver­fah­rens oder der Jury mani­fes­tiert. So auch in die­sem Jahr, wo der Sen­der sehr offen­sicht­lich die 22jährige Har­fen­spie­le­rin und Sän­ge­rin Sara Briški Cir­man, bes­ser bekannt unter ihrem Büh­nen­na­men Rai­ven, nach Tel Aviv ent­sen­den woll­te. Näm­li­che Rai­ven also, die bereits bei der EMA 2016 einen zwei­ten Platz beleg­te, im Jahr dar­auf einen drit­ten, die 2018 die Show mode­rie­ren durf­te und die dies­mal den Pimp Slot zuge­schanzt bekam. Um ganz sicher zu gehen, dass das Publi­kum kei­ne Wahl hät­te, bestimm­te die in der ers­ten Wer­tungs­run­de allei­ne ent­schei­dungs­be­rech­tig­te Jury sogar extra einen beson­ders aus­sicht­lo­sen Act zu den Pro-For­ma-Geg­nern Rai­vens. Näm­lich Zala Kralj und Gašper Šantl, ein weiß geklei­de­tes, teil­nahms­los-ver­stört agie­ren­des Pär­chen, bestehend aus einer offen­sicht­lich akut sui­zid­ge­fähr­de­ten, lei­se vor sich hin wim­mern­den Frau und einem hos­pi­ta­li­siert schau­keln­den Typen mit ver­stei­ner­tem Gesicht und toten Augen, der sich krampf­haft hin­ter sei­nem Key­board ver­steck­te und panisch jeg­li­chen Sicht­kon­takt mit dem Publi­kum und sei­nem Gespons ver­mied.

Fle­hent­lich flüs­tert Zala ihrem Kas­per ihr Leid ins Ohr, doch der wirkt völ­lig abwe­send: der slo­we­ni­sche Euro­vi­si­ons­bei­trag 2019 raubt dem Zuschau­er in Sekun­den jeg­li­chen Lebens­wil­len.

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Eesti Laul 2019: selbst­ver­lieb­te Schmacht­lap­pen

Was für ein Kata­stro­phen-Sams­tag! In drei vier Län­dern gin­gen ges­tern Abend Vor­ent­schei­dungs­fi­na­le über die Büh­ne, und in allen drei­en vie­ren fie­len der­ar­tig haar­sträu­ben­de Fehl­ent­schei­dun­gen, dass es mal wie­der an der Zeit ist, den abge­grif­fe­nen Spruch vom “schlimms­ten Jahr­gang aller Zei­ten” aus der Mot­ten­kis­te zu holen, zu dem ein­ge­fleisch­te Grand-Prix-Fans in die­ser Pha­se der Sai­son meist reflex­ar­tig grei­fen, den zurück­zu­wei­sen jedoch am heu­ti­gen Tage beson­ders schwie­rig erscheint. In Est­land jeden­falls gewann im Super­fi­na­le der Eesti Laul ein schmier­lap­pi­ger Sän­ger schwe­di­scher Her­kunft namens Vic­tor Cro­ne, ein­ge­fleisch­ten Melo­di­fes­ti­va­len-Guckern noch ver­traut aus dem Jahr­gang 2015, wo er die Lead Vocals für den Rap­per Behrang Miri bei­steu­er­te. Cro­nes aktu­el­les Lied ‘Storm’ stammt unter ande­rem aus der Feder von Stig Räs­ta, was man kaum glau­ben möch­te, weil es so töd­lich durch­schnitt­lich und wie bereits fünf Mil­lio­nen Mal gehört klingt; nach einem per­fek­ten Fül­ler für die Play­list des Rewe-Ein­kaufs­ra­di­os oder für das Line-up des däni­schen Melo­di Grand Prix. Doch augen­schein­lich bevor­zu­gen auch die Est/innen Seich­tes: obwohl die Jury ihr Men­schen­mög­lichs­tes tat, den Schwe­den­im­port mit einem kon­zer­tier­ten Down­vo­ting zu ver­hin­dern und statt­des­sen den nicht min­der schlei­mi­gen Ste­fan Aira­pet­jan mit einer ster­bens­lang­wei­li­gen Kla­vier­bal­la­de noch oben zu mani­pu­lie­ren, wähl­ten die Zuschauer/innen den faden Schwe­den­hap­pen rigo­ros an die Spit­ze.

A Song like this / can break my Ears like this: Vic­tor hol­te in Est­land die Kro­ne.

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Inter­pre­ten­kür 2019: Polen lie­fert den Sound­track des Roll­backs

Nach eini­ger Ver­zö­ge­rung gegen­über dem ursprüng­lich avi­sier­ten Ver­öf­fent­li­chungs­ter­min gab das pol­ni­sche Fern­se­hen TVP am gest­ri­gen Don­ners­tag sei­ne Ver­tre­te­rin­nen für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 bekannt: das Damen­quar­tett Tulia, bestehend aus den Sän­ge­rin­nen Patryc­ja Nowi­cka, Domi­ni­ka Siep­ka, Joan­na Sin­kie­wicz und der Namens­pa­tro­nin Tulia Bic­zak. Das erst 2018 gegrün­de­te, im Lan­de aus­ge­spro­chen erfolg­rei­che Quar­tett, das sich der tra­di­tio­nel­len sla­wi­schen Stimm­tech­nik des Wei­ßen Gesangs bedient, inter­pre­tiert ger­ne Pop- und Rock­klas­si­ker im folk­lo­ris­ti­schen Stil, hat aber auch eige­ne Folk­rock­songs im Reper­toire und lie­fert damit, ver­mut­lich unbe­ab­sich­tigt, so etwas wie den Sound­track zum aktu­el­len ultra­kon­ser­va­ti­ven gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Roll­back (nicht nur) in ihrem Hei­mat­land. Dazu passt auch ihre Optik: die vier Frau­en erin­nern in ihren far­ben­fro­hen Trach­ten, mit Kopf­tuch, dicken Zöp­fen und eben­so dick auf­ge­tra­ge­ner Schmin­ke unwill­kür­lich an die legen­dä­ren But­ter­mäg­de von Cleo & Dona­tan, aller­dings ohne die gerings­ten erkenn­ba­ren Spu­ren von Sex oder Iro­nie, die die­sem bahn­bre­chen­den Act anhaf­te­ten. Tulia mei­nen das, was sie machen, offen­sicht­lich sehr ernst.

Kein Sex, kei­ne Dro­gen, kein Rock’n’Roll: die züch­ti­gen Tulia mit der gesäu­ber­ten Vari­an­te des Metal­li­ca-Klas­si­kers.

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Inter­pre­ten­kür 2019: Bar­ce­lo­na, what a beau­ti­ful iced Cof­fee

Zwei wei­te­re Künstler/innen für Tel Aviv ste­hen fest, was streng­ge­nom­men gar kei­ne Nach­richt ist, denn in bei­den Fäl­len fehlt das wirk­lich Ent­schei­den­de: der Song! Der Aktua­li­tät wegen sei es den­noch rap­por­tiert: vor eini­gen Minu­ten ver­kün­de­te das grie­chi­sche Fern­se­hen ERT, dass Kate­ri­na Dus­ka die hel­le­ni­sche Flag­ge beim Euro­vi­si­on Song Con­test ver­tre­ten wer­de. Die gebür­ti­ge Kana­die­rin ver­öf­fent­lich­te 2015 ihr ers­tes und bis­lang ein­zi­ges Album mit Indie-Pop-Songs, teils in Zusam­men­ar­beit mit einem schwe­di­schen Song­schrei­ber; ein Track fand in einem Wer­be­spot von Nes­ca­fé Ver­wen­dung. Und zwar inter­es­san­ter­wei­se in Kana­da und nicht in Grie­chen­land, wo man dem Instant-Getränk deut­lich inten­si­ver zuspricht. Eine rasche You­tube-Sich­tung för­der­te nichts extrem Ein­gän­gi­ges zuta­ge, aber auch nichts wirk­lich Furcht­ba­res. Was vor allem an Kate­ri­nas Stim­me liegt, die irgend­wo zwi­schen Anna Ber­gen­dahl und Amy Wine­house pen­delt. Die intern aus­ge­wähl­te und gegen­über dem ERT-Euro­vi­si­ons­fahr­plan mit deut­li­cher Ver­spä­tung annon­cier­te Dus­ka bestä­tigt jeden­falls die vom Sen­der annon­cier­te Abkehr von den eher eth­no-las­ti­gen Bei­trä­gen der letz­ten Jah­re. Gerüch­te zufol­ge neh­me sie ihr Lied für Tel Aviv gera­de in Lon­don auf, am 7. März soll es der vol­ler Unge­duld beben­den Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wer­den.

Der Wer­be­song für den bösen, bösen Lebens­mit­tel­mul­ti, hier als Remix und damit zumin­dest musi­ka­lisch etwas fluffi­ger (Reper­toire­bei­spiel).

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[UPD] Ist er’s oder ist er’s nicht? Auf­re­gung um Mah­mood

Wird der 26jährige Ales­san­dro Mahmoud, bes­ser bekannt unter sei­nem Künst­ler­na­men Mah­mood, Ita­li­en beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 in Tel Aviv ver­tre­ten? Nach sei­nem Über­ra­schungs­sieg beim San-Remo-Fes­ti­val am ver­gan­ge­nen Sams­tag sag­te er noch in der Nacht zu, und eurovision.tv lis­tet ihn dem­entspre­chend als Reprä­sen­tan­ten der Halb­in­sel in Isra­el. Zwi­schen­zeit­lich ruder­te der Mila­ne­se auf Druck sei­ner Plat­ten­fir­ma jedoch wie­der zurück, die Mah­mood offen­bar auf eine aus­ge­dehn­te Pro­mo­ti­on­tour im Land schi­cken möch­te, was sich mit den zeit­li­chen Ver­pflich­tun­gen der Euro­vi­si­ons­teil­nah­me nicht so gut ver­trägt. Der­zeit wer­de, wie zu hören war, hin­ter ver­schlos­se­nen Türen zwi­schen der Rai und Mah­moods Manage­ment über die Details ver­han­delt. Kommt kein Deal zustan­de, kann der ita­lie­ni­sche Sen­der nach dem bestehen­den Regle­ment frei aus den übri­gen 23 San-Remo-Teil­neh­mer/in­nen wäh­len. Aus dem Ren­nen sein dürf­te dabei der Zweit­plat­zier­te Ulti­mo, der im Super­fi­na­le zwar das Tele­vo­ting gewann, jedoch von der Jury über­stimmt wur­de, wor­auf­hin er in einem Video sei­ner Ent­täu­schung und Ver­är­ge­rung in einem emo­tio­na­len Rant Luft mach­te.

Schlech­ter Ver­lie­rer: Ulti­mo unter­stellt den Juro­ren, dass sie ihn nicht aus­ste­hen konn­ten und des­halb sei­nen Sieg sabo­tier­ten.

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