Pro Sieben: Kooperation am Geld gescheitert?

Recht erfolgreich, zumindest von den Ergebnissen beim Eurovision Song Contest und dem Interesse der Medien, verlief bekanntlich (nach leichten Anlaufschwierigkeiten) die Zusammenarbeit des NDR und des Privatsenders Pro Sieben beim deutschen Vorentscheid in den Jahren 2010 bis 2012. Dass man dieses Experiment nicht mehr weiterführte, hatte – neben der bei Unser Star für Baku deutlich erkennbaren Unlust des Showmachers Stefan Raab – wohl vor allem pekuniäre Gründe, wie Brainpool-Chef Jürgen Grabosch dieser Tage durchblicken ließ. So äußerte er sich nach DWDL-Angaben im Rahmen eines Werkstattgesprächs zum renommierten Grimme-Preis auf eine entsprechende Nachfrage dahingehend, dass seiner Ansicht die Kooperation noch heute bestünde, „aber nur, wenn ProSieben weiterhin sechs von acht Shows bezahlt und gesendet und der ARD den quotenträchtigsten Teil des Wettbewerbs, das Finale, überlassen hätte.“ Speziell 2012 bei Unser Star für Baku erreichten die auf Pro Sieben gesendeten, teilweise quälend langatmigen Vorrunden äußerst enttäuschende Quoten. Wer weniger der vielbeschworenen „nationalen Aufgabe“ verpflichtet sei als dem Shareholder Value, wie die P7S1-Gruppe, springe dann halt schnell wieder ab, so Grabosch.


Da war es noch eine „nationale Aufgabe“: Trailer für USFO

Kuunkuiskajaatgate beim ESC 2010

Jurys sind Wichser!™ Heute veröffentlichte die EBU die nach Jury- und Televoting aufgesplitteten Abstimmungsergebnisse des diesjährigen Grand Prixs. Und wie nicht anders zu erwarten, sind sie ein Grund, alle Jurymitglieder und alle Befürworter dieser Institiution direkt in die geschlossene Abteilung zwangseinweisen zu lassen. Zwar gewann Lena beide Votings übereinstimmend (wenn auch das Zuschauervoting deutlich überzeugender), dafür aber kanteten die geschmacksgestörten Vollhorste aus den Korruptionsgremien in den Semis die fantastischen Finninnen, die lustigen Litauer und die schlimme Schwedin raus. Und alleine für das unverdiente Ausscheiden von ‚Työlki ellää‘, das im Televoting auf den sechsten Rang (!) kam und das ich nur als Kuunkuiskaajatgate“ bezeichnen kann, müsste man allen Beteiligten eigentlich stande pede die Bürgerrechte aberkennen – definitiv aber ihren angeblichen Status als „Musikexperten“.


Kuunkuiskajatgate: ich erwarte den Rücktritt von Svante Stockselius und eine offizielle Entschuldigung von der EBU!

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Suomi rokkaa: finnisches Satellite-Cover

Ich liebe die Finnen! Obwohl sie mit ihrem eigenen, grandiosen Beitrag ‚Työlki ellää‘ völlig unverdient im Semi ausschieden, schmollen sie nicht, sondern beförderten ‚Satellite‘ auch bei ihnen an die Chartsspitze. Und ehrten den deutschen Song jetzt sogar noch mit einer großartigen finnischen Coverversion!


Ist das nicht geil? Oh Mann, ich liebe diese unglaublich lustig klingende Sprache mit ihren hart rollenden Rs! Kiitos, Suomi!

Satellite wird zum WM-Hit

Jetzt geht es eindeutig zu trööööööööööööööööööt! mit der Heterosexualisierung des trööööööööööööööööööt! Song Contests! Es ist zum Haareraufen: da haben wir den Grand Prix Eurovision extra als trööööööööööööööööööt! zur Bollerheten-Massenveranstaltung Fußball gegründet, quasi trööööööööööööööööööt! eigene Europameisterschaft, und nun das! Nicht nur, dass Frankreich dieses Jahr mit trööööööööööööööööööt! Matadors ‚Allez! Ola! Olé!‘ die offizielle WM-Hymne der Blauen zum Song Contest schickte – nun kaperten Münsteraner trööööööööööööööööööt! Lena Meyer-Landruts Siegertitel ‚Satellite‘ und machten daraus den inoffiziellen deutschen trööööööööööööööööööt! zum Gekicke in Südafrika. Mit einem zugegebenermaßen ganz trööööööööööööööööööt! Videoclip, in dem der bärtige Uwu Lena eine sehr trööööööööööööööööööt! Lena-Parodie abgibt, und einem inhaltlich gar nicht mal unsympathischen Text. Das ging über die trööööööööööööööööööt! Netzwerke innerhalb kürzester Zeit rund, und nachdem Stefan trööööööööööööööööööt! Brainpool in der branchenintern üblichen Verblendung den Clip erst mal kurzzeitig vom trööööööööööööööööööt! nehmen ließ, witterte dieser die Chance, noch mehr Geld raus zu holen und produziert nun die trööööööööööööööööööt! Am Freitag steht sie als digitaler trööööööööööööööööööt! zur Verfügung. Und verdirbt jedem aufrechten Grand-Prix-Fan und Fußballhasser (wie mir) trööööööööööööööööööt! entgültig den Spaß an unserem zweiten Siegertitel nach trööööööööööööööööööt!. Ist denn nichts mehr trööööööööööööööööööt!


Und wenn ich noch einen mit so einer trööööööööööööööööööt! Vuvuzela erwische, dem trööööööööööööööööööt! ich das Ding in den trööööööööööööööööööt!

 

NDR verteidigt Titelverteidigung mit Lena

In einem Interview mit dem Branchenmagazin Musikwoche verteidigt der Unterhaltungschef des NDR, Thomas Schreiber, eher notgedrungen die mit ihm offenbar nicht abgesprochene Idee Stefan Raabs der Titelverteidigung durch Lena Meyer-Landrut 2011 und spricht über die technischen Schwierigkeiten, eine geeignete Halle für den Event zu finden. Über die Finanzierung macht man sich indes keine all zu großen Sorgen. Zu Lenas triumphalem Empfang in Hannover, bei dem er dabei war, sagt er: „Sowas erlebt man nur einmal im Leben“.


„Lena kann auch über Wasser gehen, wenn sie möchte“

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Frankreich: weg mit den Jurys

Wie das Eurofire-Blog berichtet, spricht sich der französische Unterhaltungschef Nicolas Pernikoff für eine Rückkehr zum reinen Televoting aus. Die Beteiligung der Jurys nannte er einen „Skandal“, den er „beim nächsten Delegationentreffen der Eurovision ansprechen“ wolle. Im Zeitungsbericht sei die Rede von Absprachen auf den Hotelkorridoren in Oslo. „Zudem würde die Twitter-Gemeinde Einfluss auf die Juroren ausüben“, wird er weiter zitiert. Der französische Vertreter Jessy Matador erreichte mit seinem Fußball-WM-Song ‚Allez! Ola! Olé!‘ einen enttäuschenden zwölften Platz, konnte sich aber nach dem Wettbewerb in etlichen europäischen Verkaufscharts platzieren.


Der Chorsänger (geringeltes T-Shirt, bei der Tanzeinlage nackter Oberkörper): woof!

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Plagiatsvorwürfe gegen Lena

Es wäre kein richtiger Grand Prix ohne Plagiatsvorwürfe: aus Bulgarien, das mit seinem fantastischen Eurodance-Titel ‚Angel si ti‘ im Halbfinale rausflog, kommen nun Vorwürfe, die Anfangstakte von ‚Satellite‘ seien von der Titelmelodie einer alten bulgarischen Zeichentrickserie namens Leka Nosht Detsa (‚Gute Nacht, Kinder‘) abgepinnt, wie die BZ berichtet.


Ganz klar abgekupfert, das hört doch ein Blinder!

 

Lena chartet europaweit, doch Siegel will den Thron nicht räumen

Nach ihrem Überraschungssieg beim Eurovision Song Contest führt Lena in zahlreichen Ländern Europas die Downloadcharts an, wie eurovision.tv berichtet. So konnte sie sich am gestrigen Mittwoch an die Spitze der iTunes-Charts in Österreich, Dänemark, Finnland, Griechenland, Irland, Luxemburg, Schweden und der Schweiz setzen. Auch in anderen Ländern gelang ein Einstieg in den Top Ten. Jessy Matador aus Frankreich (‚Allez ola olé‘), Tom Dice aus Belgien (‚Me and my Guitar‘) und der Pausen-Act Madcon (‚Glow‘, die Musik zum fabelhaften Eurovision Flashmob Dance) platzierten sich ebenfalls in zahlreichen Ländern. Auch in Deutschland generierte Lena nochmal zahlreiche Downloads. Und zog sich den erwartbaren Neid des verbitterten alten Mannes Ralph Siegel zu.


Fantastische Idee: der Flashmob Dance. Ganz groß, liebe Norweger!

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ESC 2011: Geschacher um den Austragungsort und die „Titelverteidigung“

Unsere strahlende Grand-Prix-Heldin Lena Meyer-Landrut war heute Nachmittag kaum in Hannover gelandet, da ging auch schon das Hauen und Stechen um den Austragungsort des Eurovision Song Contest 2011 los. Nicht weniger als fünf deutsche Städte stehen mittlerweile auf der Bewerberliste, darunter so bizarre Kandidaten wie Essen oder Hannover. Stefan Raab brachte unterdessen nochmals seine wohl dem Schlafentzug geschuldete Schnapsidee zur Sprache, Lena auch im kommenden Jahr „zur Titelverteidigung“ antreten zu lassen. Das Erste schob nicht weniger als drei Sondersendungen über die Rückkehr der Triumphatorin ein, und auch Pro Sieben unterbrach laufende Spielfilme, um Lena angemessen zu feiern.


Bei 0:30 Min.: Lena läst Wulff einfach stehen, um Sabine Heinrichs zu umarmen. Geil!

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Milde Geldstrafe für spanischen Störer Jimmy Jump

Eine der wohl bizarrsten Pannen in der Geschichte des Eurovision Song Contest verursachte gestern Abend ein Flitzer während des spanischen Beitrags ‚Algo pequeñito‘. Es war kein Zufall, dass es ausgerechnet Daniel Diges traf: bei dem Störer handelt es sich um den bereits einschlägig bekannten Jimmy Jump alias Jaume Marquet, einen Landsmann von Diges, der solche Attacken meistens nutzt, um politische Anliegen vorzutragen, wie die Autonomie des Baskenlandes. Bislang trat aber immer nur bei Sportveranstaltungen in Erscheinung. Mit seinem Auftritt gestern wollte er aber wohl nur seine Bekanntheit vergrößern, was ihm auch gelang. Dem spanischen Beitrag indes schadete er: obwohl Diges am Ende noch mal singen durfte, erreichten die Spanier einen unbefriedigenden Mittelfeldplatz.


Bei 1:57 Min springt er auf einmal mitten in die Choreografie: Jimmy Jump

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