2010

Split­vo­ting 2010: das Kuunkuiskajaatgate

Split­vo­ting 2010: das Kuunkuiskajaatgate

Jurys sind Wichser!™ Heute veröffentlichte die EBU die nach Jury- und Televoting aufgesplitteten Abstimmungsergebnisse des diesjährigen Grand Prixs. Und wie nicht anders zu erwarten, sind sie ein Grund, alle Jurymitglieder und alle Befürworter:innen dieser Institution direkt in die geschlossene Abteilung zwangseinweisen zu lassen. Zwar gewann Lena Mayer-Landrut beide Votings übereinstimmend (wenn auch die Zuschauer:innenabstimmung deutlich überzeugender), dafür aber kanteten die geschmacksgestörten Vollhorste aus den Korruptionsgremien in den Semis die fantastischen Finninnen, die lustigen Litauer und die schlimme Schwedin raus. Und alleine für das unverdiente Ausscheiden von 'Työlki ellää', das im Televoting auf den sechsten Rang (!) kam und das ich nur…
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ESC-Fina­le 2010: Do I have to sing again?

ESC-Fina­le 2010: Do I have to sing again?

Ein Meilensteincontest und das Ende eines heimischen Traumas: 28 Jahre, nachdem eine blockflötenhafte junge Saarländerin im Kommunionskleid Europa überzeugen konnte, dass Deutschland nicht mehr den totalen Krieg will, sondern nur noch "ein bißchen Frieden" (DE 1982), und zwölf Jahre, nachdem ein zottelhaariger Derwisch dem ungläubig staunenden Ausland demonstrierte, dass Deutsche doch Humor haben ('Guildo hat Euch lieb', DE 1998), verdrehte eine charmante Hannoveranerin einem ganzen Kontinent den Kopf, in dem sie bewies, dass wir auch lässig sein können. Im Gegensatz zu den diesjährigen Fluten von hörbar auf den vermuteten Jurygeschmack hin produzierten, saft- und kraftlosen Seichtballaden oder den mit viel…
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Zwei­tes ESC-Semi 2010: Sca­red to lose my Fun

Zwei­tes ESC-Semi 2010: Sca­red to lose my Fun

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: das habt Ihr nun davon, liebe Juryfreunde! Kaum knackte das diabolische Bevormundungsgremium auch die Qualifikationsrunden, waren wir wieder genau dort angekommen, von wo der Wettbewerb einst in eine knapp zehnjährige Hochphase zeitgenössischer Popmusik aufbrach: es ist wieder 1996! Und wir sind zurück beim Eurovision Schnarch Contest, wo es keine Rolle spielt, wie beschissen man singt und wie stark man die Töne versemmelt, Hauptsache man präsentiert eine lahme, tödlich einschläfernde Ballade! Doch nicht nur musikalisch wurden wir heuer Zeuge des Eurovision Horror Contest: nach dem fachgerechten Würgen zarter Frauenhälse im ersten Semi lautete das Leitthema dieser…
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Ers­tes ESC-Semi 2010: Der Wür­ger von Wolfenbüttel

Ers­tes ESC-Semi 2010: Der Wür­ger von Wolfenbüttel

Jurys sind Wichser!™ Meine Leser mögen mir diese etwas unfeine Ausdrucksweise verzeihen, aber manchmal ist die Wahrheit grausam und profan. Nicht nur sorgte die Wiedereinführung des Bevormundungsgremiums, welches den Grand Prix bereits zu Zeiten seiner Alleinherrschaft von 1956 bis 1997 mit schier unfasslichen Entscheidungen in Misskredit gebracht hatte, wie nicht anders zu erwarten, für eine geballte Rückkehr verstaubter und längst überwunden geglaubter musikalischer Schrecknisse (jawohl, Malta, der Finger zeigt auf Dich!). Nein, die geschmacksbehinderten Geronten schafften es auch, in beiden Qualifikationsrunden jeweils den besten Beitrag gegen den Willen der klaren Zuschauermehrheit herauszumanipulieren. Und das, obwohl ihr Urteil "nur" zu 50%…
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Ukrai­ni­scher Vor­ent­scheid 2010: The Ant is near!

Ukrai­ni­scher Vor­ent­scheid 2010: The Ant is near!

Wie man eine Eurovisionskatastrophe durch hektische Rettungsversuche immer nur noch schlimmer macht, beweist die Ukraine. Endgültiger Stand ist, dass Alyosha das Land mit dem Titel 'Sweet People' vertritt. Bis dahin war es ein sehr langer Weg. Oder vielmehr: eine sich anfangs langsam, dann immer schneller und überstürzter drehende Abwärtsspirale. Nachfolgend der Versuch einer Chronologie der Ereignisse. Ich hoffe, Sie bringen ein bisschen Zeit und Geduld mit! Denn es spielten sich unglaubliche Vorgänge ab im flächenmäßig größten europäischen Staat: kaum übernahm in dem innenpolitisch zerrissenen Land, in dem seit seiner Loslösung von der GUS eine Regierungskrise die nächste jagt, mal wieder…
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Zwei­te Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de 2010: die Übersicht

Zwei­te Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de 2010: die Übersicht

Auch wenn der Ukraine nur wenige Stunden vor Annahmeschluss ihr Beitrag abhanden kam - mittlerweile stehen nun alle Songs für Oslo und die Startreihenfolge fest. Anlass genug für einen Kurzüberblick mit Kommentar, aufrechtgehn.de-Wertung und meiner Einschätzung hinsichtlich der Chancen aufs Finale. Wie immer stehen sich im zweiten Semi am Donnerstag die Eurovisionsschwergewichte gegenüber, aber auch die krasseren Fehlgriffe. Wobei der Trend insgesamt zu eher auf das eigene Land denn auf die europäischen Zuschauer gemünzten Ethnofolkbeiträgen geht. Ob man dabei in die Niederungen der Neunziger zurückreist wie Irland oder gleich in die tiefsten Siebziger wie die Niederlande, hängt jeweils davon ab,…
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Ers­te Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de 2010: die Übersicht

Ers­te Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de 2010: die Übersicht

So, nun stehen alle Beiträge für Oslo und die Startreihenfolge fest. Anlass genug für einen Überblick mit allen Videos, Kurzkommentaren, aufrechtgehn.de-Wertung und meiner Einschätzung hinsichtlich der Finalchancen. Wie jedesmal seit der Aufteilung auf zwei Qualifikationsrunden versammeln sich im ersten Semi die schwächeren Titel (das scheint eine neue, dennoch eherne Eurovisionsregel). Es fällt tatsächlich schwer, aus der Ansammlung fast ausschließlich schnarchnasiger Depressionslieder, bei denen man sich schon glühende Zigaretten ins Fleisch drücken muss, um wach zu bleiben, ganze zehn herauszufiltern, die ins Finale einziehen sollen (eher: müssen). (mehr …)
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Fina­le 2010: die Übersicht

Fina­le 2010: die Übersicht

Seit Einführung der Qualifikationsrunden existiert das Phänomen, dass die so genannten Big Four, die vier aufgrund ihrer Finanz- und potentiellen Zuschauerstärke stets fest fürs Finale gesetzten Länder Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland in der Punkteauszählung fast immer geschlossen die letzten Plätze belegen. Nach ersten Ausbrüchen Frankreichs und Englands aus dem Grand-Prix-Keller letztes Jahr (unter Zuhilfenahme großer Namen) könnte sich das Blatt dieses Jahr wenden. Denn Teile der Großen Vier bieten - so ziemlich als Einzige - zeitgenössischen Pop in einem Umfeld lahmer, auf die Juryvote zielender Schnarchballaden und obskurem, eher auf nationale Geschmäcker setzendem Folk. Selbst einen deutschen Sieg halte…
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Frank­reich 2010: Genera­ti­on d’Amour

Frank­reich 2010: Genera­ti­on d’Amour

Es ist ein Tabubruch, den Frankreich da betreibt. Wohl immer noch (zu Recht) brüskiert über das indiskutabel miserable Abschneiden ihres singenden Nationalheiligtums Patricia Kaas in Moskau, beschloss die einstmals so stolze Grand-Prix-Nation, den Wettbewerb in diesem Jahr erst gar nicht mehr ernst zu nehmen, sondern als Cross-Promotion-Bühne zu missbrauchen. "France Télévision will den Contest nicht gewinnen, sondern einen Sommerhit erzielen", mit diesen Worten kommentierte ein französischer Journalist die im Februar bekannt gewordene Entscheidung des Senders, die Erkennungsmelodie der in Südafrika stattfindenden Fußball-WM (!) zum Song Contest einzureichen. Und damit eine der stillschweigenden Übereinkünfte des Grand Prix Eurovision de la Chanson…
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Bela­rus 2010: Dein Flüs­tern ver­spricht Licht

Bela­rus 2010: Dein Flüs­tern ver­spricht Licht

Eine lustige Diktatur, dieses Weißrussland! Seit ihrer Erstteilnahme 2004 verlaufen ihre Vorentscheidungen jedesmal anders, aber immer gleich chaotisch. Seien es Publikumsvoten, die lediglich als unverbindliche Empfehlung für Entscheidung der Fachjury gelten, sei es Wirrwarr um die Zuständigkeiten: sicher ist zumeist nur, dass der belarussische Vertreter am Ende mit einem völlig anderen Lied zum Grand Prix fährt, als das, mit dem er ursprünglich antrat. So auch diesmal. Chaos von Anfang an: das eigens für die Castingshow Musical Court, die als Vorentscheidung des Landes herhalten sollte, gegründete Männertrio Three (hoch origineller Name!) langweilte in dieser Sendung zwar sehr offensichtlich die Juroren mit…
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Aser­bai­dschan 2010: Rain­drops keep fal­lin’ on my Head

Aser­bai­dschan 2010: Rain­drops keep fal­lin’ on my Head

Nach einigem Hin und Her steht es nun fest: 'Drip Drop' ist der Song, den Safura Əlizadə in Oslo zu Gehör bringen wird. Vorausgegangen war ein für das korrupte Erdölland Aserbaidschan typisches, zähes Auswahlverfahren mit einer Jury voller hochrangiger (oder finanzstarker) Apparatschiks, in der Anfang März die Entscheidung auf das verunsicherte, überagierende Mädel fiel, das in keiner DSDS-Auswahlrunde fehl am Platze wäre und - natürlich! - auch im eigenen Lande durch eine Castingshow Berühmtheit erlangte. Sie (bzw. ihr Bakschischbündel) setzte sich gegen zwei Mitbewerber durch und durfte drei Songs präsentieren, ohne dass zunächst eine Entscheidung gefallen wäre, welcher es denn nun sein soll. Zur…
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Israe­li­scher Vor­ent­scheid 2010: Kon­tra, re und dann zur Kasse

Israe­li­scher Vor­ent­scheid 2010: Kon­tra, re und dann zur Kasse

Der Auf-die-Folter-Spann-Preis für den längsten Zeitraum zwischen der Nominierung des Vertreters für Oslo und der Bekanntgabe des Songs geht (mit Bronze- und Silbermedaillen für die Türkei und Bosnien) in diesem Jahr an Israel. Bereits im Dezember stand der ganz zufälliger Weise hundertprozentig ins Alexander-Schnuckeliges-Bübchen-Rybak-Schema passende Sängerknabe Harel Ska'at als Interpret fest, nachdem sein anzüglich-lustiger Name schon Tage vor seiner Akklamation durch die IBA im Internet die Runde machte. Eurovisionsgerüchte stimmen eben immer. Dann passierte erst mal lange Zeit nichts. Vor wenigen Tagen stellte der Sender dann die vier möglichen Songs für Oslo ins Netz - und, oh Wunder, sie klangen alle…
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Bos­ni­en 2010: Ein biss­chen Son­ne, ein biss­chen Regen

Bos­ni­en 2010: Ein biss­chen Son­ne, ein biss­chen Regen

Spannend hatte das bosnische Fernsehen es gemacht. Seit Januar stand fest, dass der schnuckelige Vukašin Brajić, Zweiter sowohl in der auf dem gesamten Balkan ausgestrahlten Castingshow Operaciji Trijumf als auch in der serbischen Vorentscheidung Beovizija von 2009, mit dem Song 'Munja i Grom' ('Blitz und Donner') in Oslo antritt. Die Vorstellung des nämlichen Titels hob man sich indes geheimniskrämerisch bis heute auf. Auch in der knapp zweistündigen Präsentationsshow kam die Nummer natürlich ganz am Schluss, nachdem zuvor der komplette Balkan (und aus irgendeinem Grund auch Irland) dort seine Beiträge vorstellen sowie Vukašin ein paar Coverversionen bekannter Hits singen durfte. Und…
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Ser­bi­scher Vor­ent­scheid 2010: Beam me up, Scottie

Ser­bi­scher Vor­ent­scheid 2010: Beam me up, Scottie

Er bezeichnete sich selbst einmal als "Jugo-Nostalgiker": der in Sarajewo als Sohn eines kroatischen Vaters und einer serbischen Mutter geborene Komponist und Musiker Goran Bregović, der im Laufe seiner Jahrzehnte umspannenden Karriere nicht nur zahlreiche Film-Soundtracks schrieb, sondern auch Lieder für Größen wie Sezen Aksu oder Iggy Pop erschaffte. Im sozialistischen Jugoslawien einst Mitglied der kommunistischen Partei, setzte er sich zu Beginn der Neunzigerjahre angesichts der Separationsbestrebungen der einzelnen Bundesstaaten politisch für ein weiterhin vereintes Mutterland aus. Vergeblich, wie wir heute wissen. 2008 durfte er beim Eurovision Song Contest in Belgrad als Pausenact die Bühne bespielen, und nachdem Serbien 2009…
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Melo­di­fes­ti­va­len 2010: All the Pain it brings

Melo­di­fes­ti­va­len 2010: All the Pain it brings

Es ist ja nicht so, dass die Schweden keine Auswahl gehabt hätten. Lässt man mal einen offensichtlich besonders tragisch veranlagten Udo-Jürgens-Imitator mit Migrationshintergrund beiseite, den es vor lauter Adrenalin nach der Hälfte seiner schrecklichen, aber zutreffend betitelten Nummer ('Keep on walking') nicht mehr an den Tasten hielt und der den Rest des Songs damit verbrachte, peinlich vor dem Mikrofonständer herumzuhoppeln wie ein Duracell-Häschen (und mit dieser Darbietung zum Juryfavoriten avancierte), und verdrängt man auch ganz schnell die Erinnerung an Peter Jöback, der hier wohl versuchte, in die Fußstapfen Liberaces zu treten, so blieben den Köttbullar-Essern noch ein hübscher Schwedenschlager zur…
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Elli­ni­kós Teli­kós 2010: Hossa!

Elli­ni­kós Teli­kós 2010: Hossa!

Pleiten, Pech und Pannen begleiteten die hellenische Vorauswahl im Jahre 2010. Nach der internen Nominierung von Sakis Rouvas im Vorjahr wollte man heuer wieder einen öffentlichen Vorentscheid abhalten, für die ERT Ende Dezember 2009 nach etlichen wilden Gerüchten zehn Namen offiziell bestätigte. Mitte Januar kam dem Sender dann mit Despina Ricci die erste Teilnehmerin abhanden: mit Blick auf ihren vollen Terminkalender, der es ihr unmöglich mache, sich für Ellinikós Telikós und den Eurovision Song Contest zeitlich zu verpflichten, sagte die Interpretin ab. Katerine Avgoustakis und die fabelhafte Eleftheria Eleftheriou scheiterten an geschwätzigen Fans: aus unerfindlichem Grunde hatte ERT im Vorfeld…
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Eesti Laul 2010: My Life has been lame

Eesti Laul 2010: My Life has been lame

Existenziell ging es zu beim estnischen Vorentscheid 2010. Nach einer siebenprozentigen Budgetkürzung beim staatlichen Sender ERR stand zunächst die Eurovisionsteilnahme des baltischen Landes generell in Frage. Erst eine Spende der Wirtschaftsförderungsorganisation Enterprise Estonia, die sich sonst schwerpunktmäßig um die Bereitstellung von digitaler Infrastruktur und die Ansiedlung von Firmen im Land kümmert, in Höhe von knapp einhunderttausend Euro, versetzte ERR in die Lage, beim europäischen Wettsingen mitzumachen. Aus dem eigenen Budget stemmte der Sender die Kosten von knapp 20.000 € für die nationale Vorauswahl, die Eesti Laul. Unter den zehn von einer Jury ausgewählten Beiträgen befand sich ursprünglich auch die plätschernde…
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Bri­ti­scher Vor­ent­scheid 2010: Step back in Time

Bri­ti­scher Vor­ent­scheid 2010: Step back in Time

Für das Vereinigte Königreich tritt ein Neunzehnjähriger mit der Ausstrahlung von Rick Astley und den stimmlichen Qualitäten von Mandy Smith an. Mit einem Song, der so klingt, als habe ihn Jason Donovan seinerzeit schon als Füllmaterial für sein Album abgelehnt. Denn neben der teuren Heimat wählten gestern Abend noch ein paar andere unbedeutende europäische Nationen ihren Song für Oslo. Darunter das Mutterland des Pop, das nach dem letztjährigen Erfolg mit der Musicallegende Andrew Lloyd Webber ein weiteres Songschreiberfossil aus den Achtzigern ausgegraben hatte: die Bubblegum-Pop-Legende Pete Waterman nämlich! Der ließ sechs hoffnungsvolle junge Acts um die Ehre antreten, den von…
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Unser Star für Oslo 2010: Ich freu mich so, so hart

Unser Star für Oslo 2010: Ich freu mich so, so hart

Ein allerletzter und ein vorvorletzter Platz beim Eurovision Song Contest, ansonsten nur Ergebnisse im tiefen zweistelligen Bereich: so konnte es mit Deutschland beim Grand Prix nicht weitergehen, das war selbst der ARD klar. Also tat man, was man bei den Öffentlich-Rechtlichen immer tut, um die eigene Ideenlosigkeit zu bemänteln: man kaufte bei der privaten Konkurrenz ein. "Der Papa wird's schon richten" dachte man sich wohl in Anlehnung an einen alten Titel von Peter Alexander - und der Grand-Prix-Papa, das war in diesem Fall natürlich nicht Ralph Siegel, auch wenn er bis heute nicht wahrhaben möchte, dass seine große Zeit als…
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Halb­fi­na­le <span class="caps">USFO</span>: Just the Two of Us

Halb­fi­na­le USFO: Just the Two of Us

Überraschung im Halbfinale der deutschen Vorentscheidungssendereihe Unser Star für Oslo: nicht der im Vorfeld (auch von mir) favorisierte Christian Durstewitz darf am Freitag im Finale von USFO gegen Überfliegerin Lena Meyer-Landrut kämpfen, sondern die sympathische Rockröhre Jennifer Braun. Mit einer kontinuierlichen Leistungssteigerung und mitreißenden Performances konnte sie sich gestern Abend gegen Dursti und die unsägliche Nervensäge Kerstin Freking durchsetzen, die zu meiner großen Freude bereits im ersten Durchgang endlich rausflog. Mit dieser unvorhersehbaren Wendung gelang es der zuletzt doch etwas langweilig und vorhersehbar gewordenen Wir-haben-uns-alle-lieb-Waldorfkindergarten-Show, wieder an Spannung zu gewinnen. Nervte der gestrige Showauftakt bis zur ersten Werbeunterbrechung noch mit…
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Russ­land 2010: Der will doch nur spielen

Kollektive Depression? Russland schickt den Bettelstudentenchor mit einem Klagegesang, der geradezu nach der Roten Laterne fleht. Klamotten aus der Altkleidersammlung, mindestens zwei Nummern zu groß, der letzte Frisörbesuch mindestens vier Jahre her: falls Peter Nalitch und sein Musikkollektiv ein Statement zur weltweiten Finanzkrise geben wollte, ist es gelungen. Musikalisch fügt sich der zwischen Depression, Suizid und Katzengesang changierende Beitrag wunderbar ein, und mit 'Lost and forgotten' scheint er mir prophetisch betitelt, denn genau dieses Schicksal steht ihm in Oslo bevor. And I hope now that you kill me! (mehr …)
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Bel­gi­en 2010: Alea jac­ta est

Als sei das Eurovisions-Line-up noch nicht deprimierend genug, schickt Belgien einen schlechten James-Blunt-Imitator. Tom Dice erlangte in Flandern (dem holländisch sprechenden Teil Belgiens) 2008 Bekanntheit durch seine Teilnahme an der Castingshow X-Factor, wo er den zweiten Platz belegte. Seine aktuelle Hitsingle ist eine - kaum vorstellbar - noch schnarchnasigere Coverversion des im Original schon hirnstarreöden Leona-Lewis-Songs 'Bleeding Love'. Bleeding Ears: Tom Dice (mehr …)
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Kroa­ti­en 2010: Das Wan­dern ist der Frau­en Lust

Die kommen ganz schön rum: nach dem sie 2005 Bosnien mit dem entsetzlich öden 'Call me' vertraten, segeln die singenden Damenbinden Feminnem diesmal unter kroatischer Flagge. Und das sogar mit einem guten Song! 2015 dann für - Mazedonien? Vorangegangen war ein dreistündiges DORA-Finale mit 16 Wettbewerbstiteln, davon aber lediglich vieren, bei denen man nicht sofort Suizid verüben mochte. Da die anschließende Jurywertung (wohl aufgrund stockender Schmiergeldverhandlungen) sich in die Länge zog, musste der kroatische Ex-Vertreter Tony Cetinski (1994) als Pausenact gefühlte sechs Stunden überbrücken: eine harte Prüfung für alle Beteiligten! Drei Gabis warten im Park (mehr …)
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