Kategorie-Archiv: 2010

Do I have to sing again? (ESC Finale 2010)

ESC Logo 2010 (Finale)

Das Jahr des Akkordeons

Die Wachablösung ist vollzogen, die Ära Siegel beendet: 28 Jahre, nach dem eine blockflötenhafte junge Saarländerin im Kommunionskleid Europa überzeugen konnte, dass Deutschland nicht mehr den totalen Krieg will, sondern nur noch “ein bißchen Frieden”, verdrehte eine charmante Hannoveranerin einem ganzen Kontinent den Kopf, in dem sie bewies, dass Deutsche auch lässig sein können. Im Gegensatz zu den Fluten von hörbar auf den vermuteten Jurygeschmack hin produzierten, saft- und kraftlosen Seichtballaden oder den mit viel Geld und Aufwand zu Tode choreografierten Bühnenspektakeln vermittelte Lena Mayer-Landrut glaubwürdig den Eindruck, einen Sieg gar nicht erzwingen zu wollen.

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Too scared to lose my Fun (ESC Semi 2 2010)

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Das Jahr des Akkordeons

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: das habt Ihr nun davon, liebe Juryfreunde! Kaum knackte das diabolische Bevormundungsgremium auch noch die Qualifikationsrunden, waren wir wieder genau dort angekommen, von wo der Wettbewerb einst in eine knapp zehnjährige Hochphase zeitgenössischer Popmusik aufbrach. Es ist wieder 1996! Und wir sind zurück beim Eurovision Schnarch Contest, wo es keine Rolle spielt, wie beschissen man singt und wie sehr man die Töne versemmelt, Hauptsache man hat eine lahme, tödlich einschläfernde Ballade am Start! Oder war es doch der Eurovision Horror Contest? Denn nach dem fachgerechten Würgen zarten Frauenhälse im ersten Semi lautete das Leitthema dieser Runde nun “Zombies”.

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Der Würger von Wolfenbüttel (ESC Semi 1 2010)

ESC Logo 2010 (Semi 1)

Das Jahr des Akkordeons

Jurys sind Wichser!™ Meine Leser mögen mir diese etwas unfeine Ausdrucksweise verzeihen, aber manchmal ist die Wahrheit grausam und profan. Nicht nur sorgte die Wiedereinführung des Bevormundungsgremiums, welches den Grand Prix bereits zu Zeiten seiner Alleinherrschaft von 1956 bis 1997 mit schier unfasslichen Entscheidungen in Mißkredit gebracht hatte, erwartbar für eine geballte Rückkehr verstaubter und längst überwunden geglaubter musikalischer Schrecknisse (jawohl, Malta, der Finger zeigt auf Dich!). Nein, die geschmacksbehinderten Geronten schafften es auch, trotz “nur” 50% Stimmanteils am Endergebnis, in beiden Qualifikationsrunden jeweils den besten Beitrag gegen den klaren Bevölkerungswillen herauszumanipulieren. Um es mit den legendären Worten Zlatkos zu sagen: danke, ihr Fotzköppe!

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Ich freu mich so, so hart (DVE 2010)

Lena Mayer-Landrut, DE 2010

Die Mittelschichtshoffnung

Ein allerletzter und ein vorvorletzter Platz, ansonsten auch nur noch Ergebnisse im tiefen zweistelligen Bereich. So konnte es nicht weitergehen, das war selbst der ARD klar. Also tat man, was man bei den Öffentlich-Rechtlichen immer tut, um die eigene Ideenlosigkeit zu bemänteln: man kaufte bei der privaten Konkurrenz ein. “Der Papa wird’s schon richten” dachte man sich wohl mit Peter Alexander – und der Grand-Prix-Papa, das konnte natürlich niemand anders sein als SSDSGPS- und BuViSoCo-Erfinder Stefan Raab. Der Mann, der Deutschland als Sänger und / oder Komponist stets eine Top-Ten-Platzierung beim ESC beschert hatte. Also gab man in Hamburg die Vorentscheidung nach Köln ab, zu Raab TV.

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Kuunkuiskajaatgate beim ESC 2010

Jurys sind Wichser!™ Heute veröffentlichte die EBU die nach Jury- und Televoting aufgesplitteten Abstimmungsergebnisse des diesjährigen Grand Prixs. Und wie nicht anders zu erwarten, sind sie ein Grund, alle Jurymitglieder und alle Befürworter dieser Institiution direkt in die geschlossene Abteilung zwangseinweisen zu lassen. Zwar gewann Lena beide Votings übereinstimmend (wenn auch das Zuschauervoting deutlich überzeugender), dafür aber kanteten die geschmacksgestörten Vollhorste aus den Korruptionsgremien in den Semis die fantastischen Finninnen, die lustigen Litauer und die schlimme Schwedin raus. Und alleine für das unverdiente Ausscheiden von ‘Työlki ellää’, das im Televoting auf den sechsten Rang (!) kam und das ich nur als Kuunkuiskaajatgate” bezeichnen kann, müsste man allen Beteiligten eigentlich stande pede die Bürgerrechte aberkennen – definitiv aber ihren angeblichen Status als “Musikexperten”.


Kuunkuiskajatgate: ich erwarte den Rücktritt von Svante Stockselius und eine offizielle Entschuldigung von der EBU!

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Suomi rokkaa: finnisches Satellite-Cover

Ich liebe die Finnen! Obwohl sie mit ihrem eigenen, grandiosen Beitrag ‘Työlki ellää’ völlig unverdient im Semi ausschieden, schmollen sie nicht, sondern beförderten ‘Satellite’ auch bei ihnen an die Chartsspitze. Und ehrten den deutschen Song jetzt sogar noch mit einer großartigen finnischen Coverversion!


Ist das nicht geil? Oh Mann, ich liebe diese unglaublich lustig klingende Sprache mit ihren hart rollenden Rs! Kiitos, Suomi!

Satellite wird zum WM-Hit

Jetzt geht es eindeutig zu trööööööööööööööööööt! mit der Heterosexualisierung des trööööööööööööööööööt! Song Contests! Es ist zum Haareraufen: da haben wir den Grand Prix Eurovision extra als trööööööööööööööööööt! zur Bollerheten-Massenveranstaltung Fußball gegründet, quasi trööööööööööööööööööt! eigene Europameisterschaft, und nun das! Nicht nur, dass Frankreich dieses Jahr mit trööööööööööööööööööt! Matadors ‘Allez! Ola! Olé!’ die offizielle WM-Hymne der Blauen zum Song Contest schickte – nun kaperten Münsteraner trööööööööööööööööööt! Lena Meyer-Landruts Siegertitel ‘Satellite’ und machten daraus den inoffiziellen deutschen trööööööööööööööööööt! zum Gekicke in Südafrika. Mit einem zugegebenermaßen ganz trööööööööööööööööööt! Videoclip, in dem der bärtige Uwu Lena eine sehr trööööööööööööööööööt! Lena-Parodie abgibt, und einem inhaltlich gar nicht mal unsympathischen Text. Das ging über die trööööööööööööööööööt! Netzwerke innerhalb kürzester Zeit rund, und nachdem Stefan trööööööööööööööööööt! Brainpool in der branchenintern üblichen Verblendung den Clip erst mal kurzzeitig vom trööööööööööööööööööt! nehmen ließ, witterte dieser die Chance, noch mehr Geld raus zu holen und produziert nun die trööööööööööööööööööt! Am Freitag steht sie als digitaler trööööööööööööööööööt! zur Verfügung. Und verdirbt jedem aufrechten Grand-Prix-Fan und Fußballhasser (wie mir) trööööööööööööööööööt! entgültig den Spaß an unserem zweiten Siegertitel nach trööööööööööööööööööt!. Ist denn nichts mehr trööööööööööööööööööt!


Und wenn ich noch einen mit so einer trööööööööööööööööööt! Vuvuzela erwische, dem trööööööööööööööööööt! ich das Ding in den trööööööööööööööööööt!

 

NDR verteidigt Titelverteidigung mit Lena

In einem Interview mit dem Branchenmagazin Musikwoche verteidigt der Unterhaltungschef des NDR, Thomas Schreiber, eher notgedrungen die mit ihm offenbar nicht abgesprochene Idee Stefan Raabs der Titelverteidigung durch Lena Meyer-Landrut 2011 und spricht über die technischen Schwierigkeiten, eine geeignete Halle für den Event zu finden. Über die Finanzierung macht man sich indes keine all zu großen Sorgen. Zu Lenas triumphalem Empfang in Hannover, bei dem er dabei war, sagt er: “Sowas erlebt man nur einmal im Leben”.

Lena Meyer-Landrut & Stefan Raab Pressekonferenz (1.Teil 31.05.10)

“Lena kann auch über Wasser gehen, wenn sie möchte”

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Frankreich: weg mit den Jurys

Wie das Eurofire-Blog berichtet, spricht sich der französische Unterhaltungschef Nicolas Pernikoff für eine Rückkehr zum reinen Televoting aus. Die Beteiligung der Jurys nannte er einen “Skandal”, den er “beim nächsten Delegationentreffen der Eurovision ansprechen” wolle. Im Zeitungsbericht sei die Rede von Absprachen auf den Hotelkorridoren in Oslo. “Zudem würde die Twitter-Gemeinde Einfluss auf die Juroren ausüben”, wird er weiter zitiert. Der französische Vertreter Jessy Matador erreichte mit seinem Fußball-WM-Song ‘Allez! Ola! Olé!’ einen enttäuschenden zwölften Platz, konnte sich aber nach dem Wettbewerb in etlichen europäischen Verkaufscharts platzieren.


Der Chorsänger (geringeltes T-Shirt, bei der Tanzeinlage nackter Oberkörper): woof!

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Plagiatsvorwürfe gegen Lena

Es wäre kein richtiger Grand Prix ohne Plagiatsvorwürfe: aus Bulgarien, das mit seinem fantastischen Eurodance-Titel ‘Angel si ti’ im Halbfinale rausflog, kommen nun Vorwürfe, die Anfangstakte von ‘Satellite’ seien von der Titelmelodie einer alten bulgarischen Zeichentrickserie namens Leka Nosht Detsa (‘Gute Nacht, Kinder’) abgepinnt, wie die BZ berichtet.


Ganz klar abgekupfert, das hört doch ein Blinder!