2013

2013, Die Zwanzigzehner, ESC Finale

Über die Brü­cke gehn: Däne­mark gewinnt beim ESC 2013

Sehr praktisch für alle nach Malmö angereisten Fans, die ihr aktuelles Hotelzimmer einfach für nächstes Jahr wieder buchen können: die als Favoritin gesetzte Emmelie de Forest gewann heute Nacht in Malmö, Schweden, den Eurovision Song Contest 2013. Es geht 2014 also nur einmal über den Øresund ins direkt gegenüberliegende Kopenhagen. Die dänische Waldfee konnte mit einem der erträglichsten Beiträge in der an qualbringender Songgrütze nicht armen Eurovisionsgeschichte unseres nördlichen Nachbarlandes und einer deutlich von den letzten zwei Siegertiteln inspirierten Präsentation reihum Punkte einsammeln und die nur zeitweilig nahe kommende Konkurrenz aus Aserbaidschan deutlich abhängen. Nun bleibt zu hoffen, dass die Dänen den vom schwedischen Fernsehen eingeschlagenen Kurs des Downsizing be...
2013, Die Zwanzigzehner, ESC Finale

Chris­ter füt­tert die skan­di­na­vi­sche Lie­be: die Start­rei­hen­fol­ge fürs Fina­le 2013

"Beschwert Euch nicht, Norwegen ist noch teurer" - dieser im ersten Semi noch scherzhaft als Motto-Entwurf anstelle von We are One vorgestellte Slogan könnte 2014 erneut bittere Wahrheit werden. Die EBU gab heute Nacht die handgepflückte Startreihenfolge für das samstägliche Finale bekannt. Und es sieht bestens aus für Margaret Berger: mit Position 24 erwischte sie einen deutlich besseren Startplatz als Hauptkonkurrentin Emmelie de Forest (#18). Cascada müssen von Position 11 aus ran - zwar sehr schön zwischen zwei staubigen Superlangweilern (Russland und Armenien) geparkt, was 'Glorious' nur um so heutiger und frischer aussehen lässt, dennoch kein all zu erfolgversprechender Startplatz. Auf einen hinteren Rang dürfen sich leider die Niederländer schon mal einstellen: das sperrig-düstere '...
2013, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

ESC 2. Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht aus­ge­schlos­sen

"Wie der Philosoph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden großen Mannes": schöner hätte Gastgeberin Petra Mede (ich bleibe dabei: ein Glücksgriff für den Grand Prix) den letzten Auftritt des heutigen Abends, Rumäniens Transsylvestie-Star Cezar, nicht abmoderien können. Ein wunderschön runder Eurovisionsabend liegt hinter uns, mit einem wunderschön runden Ergebnis: 90% verdiente Finalisten, das findet sich selten in einer Qualifikationsrunde. Ärgern dürften sich nur die Verschwörungstheoretiker: mit Mazedonien und Albanien schieden heute auch noch die letzten Balkanstaaten aus, der Balkanblock ist damit Geschichte und hat als Ausrede für schlechte Westergebnisse ausgedient. (mehr …)
2013, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Ding dong, the Witch’s not dead: Ergeb­nis zwei­tes Semi

Im Gegensatz zur ersten Qualifikationsrunde am Dienstag ging das zweite Semi soeben eher überraschungsarm zu Ende. Persönlich erstaunt mich lediglich das Weiterkommen des armenischen Beitrags 'Lonely Planet', für meine Ohren das musikalische Äquivalent zu einem weißen Blatt Papier: da ist schlichtweg nichts, was mich in irgendeiner Form auch nur für eine Millisekunde anzusprechen vermag. Und erfreulich zu sehen, dass dem Grand-Prix-Dauergaststar Lys Assia immer noch ein neues Anekdötchen aus 1956 einfällt. Möge sie uns noch lange erhalten bleiben! Schade ist es, da stimme ich mit dem deutschen Kommentator Peter Urban überein, um die israelische Boobzilla und den ersten halbwegs unpeinlichen Siegel-Beitrag seit dreißig Jahren, 'Crisalide'. Mehr oder minder berechtigt ins Finale am Samstag z...
2013, Die Zwanzigzehner, Unsere Lieblinge

Lys Assia: “Taka­sa war mei­ne Idee”

Nun hat sie es trotz einer erst Anfang Mai erlittenen schweren Lungenentzündung ("Ich glaubte, ich müsste sterben", so die Sängerin gegenüber dem SonntagsBlick) doch noch nach Malmö geschafft: unsere Gott sei Dank unverwüstliche Lys Assia, ohne die es ja doch kein richtiger Grand Prix wäre. Erstaunliches erzählte sie gestern Wiwibloggs: die Idee, die Heilsarmee (oder, wie die ewige Erstsiegerin viel treffender sagte: "Hell's Army") für die Schweiz zum Eurovision Song Contest zu schicken, stamme von ihr! Sie habe selbst als Kind gerne gemeinsam mit den Freikirchlern in der Fußgängerzone gesungen (und selbstverständlich immer die vollste Spendendose erzielt!), weil die "so hübsche Hütchen aufhatten". Davon habe sie bei einer Plauderei einem Produzenten von Sony Music erzählt - und der habe d...
2013, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

ESC 1. Semi 2013: Gonor­rhoe im Dis­ney­land

Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu "nur" noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der Fall war. Und eine das Gastgeberland selbst auf die Schippe nehmende Petra Mede ist als Host ein eben solcher...
2013, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Cha Cha! Über­ra­schungs­er­geb­nis im ers­ten Semi 2013

'Solayoh' ist im Finale. Doch, ganz im Ernst. Der weißrussische Eiswerbesong hat es geschafft. Mit einem mehr als überraschenden Abstimmungsergebnis ging das erste Semifinale des Eurovision Song Contest vor wenigen Minuten zu Ende. Im Finale sind neben den von vorne herein auf der sicheren Bank sitzenden Beiträgen aus Dänemark, Russland und der Ukraine und den wenig überraschenden Finalisten Moldawien (selten ein so effektives Trickkleid gesehen!) und Irland auch völlige Schockentscheidungen wie der litauische Kiffer, die estnische Schlaftablette, das belgische Bübchen und die bereits erwähnte weißrussische Eiscremeprinzessin. Dramaturgisch geschickt wurde die mit dem größten Nägelkauen erwartete Entscheidung ganz am Schluss verkündet: jawohl, auch die niederländischen Vögel fliegen ins Fi...
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Lena ver­liest die deut­schen Punk­te

Die Seite escfans.de verbreitete es vor Stunden bereits als Gerücht, nun steht es nach Meldung von escxtra fest: lovely Lena Meyer-Landrut verliest am Samstag in ihrer ganz eigenen, charmanten Weise die deutschen acht, zehn und zwölf Punkte. Weitere prominente Sprecher: die ehemaligen Teilnehmer André Hovnanyan (2006) für Armenien, Johanna Dragneva (Deep Zone, 2008) für Bulgarien, Alsou (2000) für Russland, der stets erfolglose Eesti-Laul-Finalist Rolf Roosalu für Estland, die Vorjahresteilnehmer Anmary (Lettland) und Tooji (Norwegen), sowie zu guter Letzt Mello-Televoting-Sieger Yohio für das Gastgeberland. Könnte Cezar Konkurrenz machen: Rolf Roosalu punktet für Estland
2013, Die Zwanzigzehner, Proben

Sechs­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: zwei­tes Semi, die Chan­cen

Ein langer Tag liegt vor uns: in Malmö proben heute die 17 Semifinalisten der zweiten Qualifikationsrunde vom Donnerstag zum zweiten Mal. Wie die Blogger berichten und meine Facebook-Meldungen mir bestätigen, trudeln immer mehr Fans in Malmö ein, das EuroFanCafé und der EuroClub füllen sich und die ersten bizarren Musikwünsche werden gespielt. Auch die deutsche Delegation landete heute in Schweden. Wenden wir uns aber nun den Teilnehmern des zweiten Semis und ihren Finalchancen zu, basierend auf dem heutigen Probentag. EuroClub-Track des Tages: 'Hullu yö' (FI 1991) (mehr …)
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Anouk: “ESC ist wie ein Urlaub”

Während die deutsche Vertreterin Natalia Horler von Cascada im DAS!-Interview letzten Dienstag bekannte, einen gewissen Erwartungsdruck zu empfinden, weil sie "nicht enttäuschen" wolle, geht die niederländische Contesthoffnung Anouk Teuuwe die ganze Sache sehr entspannt an. Der Eurovision Song Contest sei für sie "eine Art zweiwöchiger Urlaub", wie sie dem Nachrichtenportal NU.nl sagte: "ich genieße meine Zeit hier, gehe aus, bowle, schaue Fernsehen". Dinge, für welche die 38jährige Mutter zweier Kinder zu Hause oder auf Tour sonst selten Zeit findet. Wie sie in den Umfragen steht, sei ihr egal: "Ich versuche, nicht drüber nachzudenken, das ruiniert nur alles. Dann setzt man sich unter Druck". Sie habe auch schon einen geeigneten Weg gefunden, sich abzulenken: "Es gibt ein paar Hübsche unt...
2013, Die Zwanzigzehner, Proben

Fünf­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: ers­tes Semi, die Chan­cen

Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des ersten Semis am Dienstag. Und ab heute stellt uns eurovision.tv auch einen kompletten, dreiminütige...
2013, Die Zwanzigzehner, Proben

Vier­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: von Blut und Alko­hol

'Alcohol is free' ist nicht nur der Titel des griechischen Beitrags, es war auch das gelebte Motto der irischen Party am gestrigen Abend, was bei etlichen Malmö-Bloggern heute früh für personelle Ausfälle und dicke Schädel sorgte, wie zu lesen war. Glücklicherweise waren es auch die Griechen, die als erste heute früh probten und mit ihrem Energie- und Testosteronlevel die Sinne belebten. Leider verzichteten Koza Mostra an ihrem ersten Probentag - noch, wie ich hoffe! - auf die sexy Kilts, dafür brachten sie beleuchtbare Instrumente mit, die bei abgedunkelter Bühne während des Breaks für einen schönen visuellen Effekt sorgen. Natürlich dürfen auch ein paar Sirtakischritte nicht fehlen und am Ende streicht sich Rebetiko-Opa Aghatonos in Anleihe an den Videoclip noch mal über seinen Walroßbar...
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Caro­la gibt den Pau­sen­clown im Fina­le

Als vor einigen Tagen bekannt wurde, dass das schwedische Fernsehen SVT die Vorjahressiegerin Loreen als Pausenact bereits der ersten Qualifikationsrunde verheizt, schossen die Spekulationen ins Kraut: mit welchem Sensationsact kann SVT da für das Finale aufwarten, dass man dafür sogar die aktuelle Throninhaberin in die Vorrunde abschiebt? Sollten sich die Gerüchte um eine Abba-Reunion doch bewahrheiten? Nein, wie wir seit heute wissen: wie escxtra unter Bezugnahme auf eine SVT-Mitteilung berichtet, heißt der Pausenclown für das samstägliche Finale Carola Häggkvist. Die dreimalige schwedische Teilnehmerin und in gewissen Fankreisen als Eurovisionsheilige verehrte (in anderen Fankreisen als Schlagerhexe gehandelte) Sängerin sei in den Worten von Christer Björkman Star eines Einspielers, in ...
2013, Die Zwanzigzehner, Proben

Drit­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: Miss Kiss Ding Dong

Zehn Jahre ist es her, dass das russische Fake-Lesben-Duo t.A.t.U. beim Eurovision Song Contest mit einem gleichgeschlechtlichen Kuss auf offener Bühne für Aufmerksamkeit sorgen wollte - was ihnen die EBU seinerzeit verbot. Übrigens drei Jahre, nachdem sich zwei männliche Bandmitglieder der israelischen Band Ping Pong vor laufenden Kameras abschmatzten (beim ESC 2000, in Stockholm, Schweden). Gespannt dürfen wir also verfolgen, ob es der Kuss zwischen Krista Siegfrids und einer ihrer Chorsängerinnen, den sie bei der heutigen Probe zelebrierte ("aber ohne Zunge!", wie ein Produktionsscherge sie anwies), auch in die Livesendung schaffen wird. Damit will die blonde Sängerin für die Einführung der Homo-Ehe in Finnland werben (sagt sie) bzw. billige Aufmerksamkeit für ihr kateperryeskes Liedc...
2013, Die Zwanzigzehner, Proben

Zwei­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: It’s a small World

Gleich die ersten Interpreten des zweiten Probentages sorgten heute früh für die größte Überraschung: im weißen 2001-Weltraumanzug als Montenauten verkleidet, lieferten die beiden Jungs von Who see? eine astreine Performance ab, getoppt von ihrer ebenfalls kompetenten Sängerin Nina Žižić, die pünktlich zum Beginn ihres Vokalparts per transparentem Lift aus den Bühnenboden geschossen kommt. Der antizipierte Car-Crash bleibt also aus; ganz im Gegenteil räumen die Blogger in Malmö den ursprünglich als sichere Sitzenbleiber gehandelten Schwarzberglern mittlerweile große Chancen auf einen Finaleinzug ein. Den umgekehrten Weg gingen die drei Serbinnen, die ihren fabelhaften Faschingsschlampenlook aus der Vorentscheidung gegen augenwehbunte Zuckerbäckerkostüme austauschten. In denen sehen sie aus...
2013, Die Zwanzigzehner, Proben

Ers­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: Goli­ath im Lam­pen­la­den

Es ist, folgt man den Liveblogs aus Malmö, der meistdiskutierte Auftritt am heutigen ersten Probentag und wird ohne jede Frage auch am Semi-Dienstag beim Fernsehzuschauer visuell am stärksten hängen bleiben: der Shrek-Moment, wenn der ukrainischstämmige Igor Vovkovinksy, mit 2 Meter 34 einer der größten Menschen der Welt, die vergleichsweise zerbrechliche Zlata Ognevich auf seinen gigantischen Händen auf die Bühne trägt und mittig auf einem stilisierten Felsen abstellt, wo sie dann armrudernd für den Rest ihrer drei Minuten versucht, den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen und nicht herunter zu fallen. Das Land bleibt also seinem Hang zu spektakulären Inszenierungen treu, wofür ich es ja liebe und womit es bislang immer gut gefahren ist. Selbst, wenn man sich fragt, was der Prinzessinnenab...
2013, Die Zwanzigzehner, ESC Finale, ESC Semifinale

It’s all in your Head: Zla­ta und das Ecsta­sy-Ein­horn

Dass in ihrem Oberstübchen die Neuronen anders verknüpft sein könnten als beim Rest der Menschheit, diesen Eindruck erweckte die fabelhafte Zlata Ognevich ja bereits in der skandalumwitterten ukrainischen Vorentscheidung 2011, wo sie sich von synthetisierten Kuckucksrufen zu ihrem völlig skurrilen, nur als Gesamtkunstwerk zu würdigenden Lied 'Kukushka' begleiten ließ. Und auch ihr diesjähriger Song 'Gravity' gehört nicht gerade zu den klassischen Junge-liebt-Mädchen-Machwerken der Popgeschichte. Mit dem soeben veröffentlichten (hervorragenden!) Club-Remix des Beitrags dreht Zlata die Schraube noch ein Stückchen lockerer: hier mischt sie den absurden englischen Text ("Put your Heart where it belongs" - ähm, in den Brustkorb?) mit wohlklingenden Wörtern in einem komplett erfundenen Idiom. Wi...
2013, ESC Finale, ESC Semifinale

2013: das ESC-Jahr der mode­mu­ti­gen fül­li­gen Frau?

Seit jeher beschert uns der Eurovision Song Contest gerne mal ein übergeordnetes Thema, das sich als Klammer durch den kompletten Jahrgang zieht. Seien dies instrumentale Trends wie das plötzliche massierte Auftauchen des Akkordeons oder der Geige, Musiktrends wie Dubstep (heuer gleich bei mehreren Beiträgen als Schlagerverzierung oder Hauptmotiv) oder modische Trends. In diesem Jahr fällt eine relative Häufung figürlich zur Üppigkeit neigender Sängerinnen auf: gleich sieben der Teilnehmerinnen von Malmö widersetzen sich tapfer dem noch immer von sadistischen Modemachern und ihren willfährigen medialen Helfershelferinnen wie der diabolischen Heidi Klum (Germany's next Topmodel) propagierten Zwang zur vorsätzlichen Unterernährung. Nun sind Frauen vom Format einer Chiara oder Marija Šerifovi...
2013, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Unsere Lieblinge

Never ten­der, always rough: Cezar gibt den Har­ten

Er liefert fraglos einen der unterhaltsamsten Beiträge dieses von eurovisionärer Konfektionsware beherrschten Jahrgangs ab: der Rumäne Cezar Ouatu, der mit seinem mit hoher, krächzender Fistelstimme intoniertem Discoschlager 'It's my Life' für einen der leider raren "Was zur Hölle haben die sich nur dabei gedacht?"-Momente sorgt. Vor allem, da er die trashtastische Krassimir-Avramov-Gedächtnisnummer mit völligem Ernst und mit vor Anstrengung verkniffenem Gesicht performt. Noch einen drauf setzt der Countertenor im dieser Tage nachgereichten offiziellen Musikvideo, wo er sich als testosteronstrotzender Actionheld inszeniert, der zwischen seinen Freizeitaktivitäten (Fallschirmspringen, Speedbootfahren, Nötigungsdelikte im Straßenverkehr) nie vergisst, die Kleidung zu wechseln, um uns seinen ...
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Abba-Reuni­on beim ESC in Mal­mö?

Es ist der feuchte Traum vieler Fans der wichtigsten Band der Popgeschichte und der bis heute beliebtesten Eurovisionssieger: ein Auftritt von Abba in der Originalbesetzung. Bislang scheiterte das vor allem an Ihrer Hoheit Agnetha, der Marlene Dietrich des Pop, die sich lange Zeit ins Privatleben zurückgezogen hatte. Nun bringt die 63jährige ein neues Soloalbum ("A") heraus, das gerade mal zehn Tage vor dem Finale des diesjährigen Eurovision Song Contests in Malmö erscheint. Und wen beauftragte das schwedische Fernsehen mit der Eröffnungsmusik für nämliches Malmöer Eurovisionsfinale? Exakt: ihre alten Wegbegleiter Björn & Benny! Ein Zufall? Nun befeuert das Zeit-Magazin die Fan-Hysterie mit einem Zitat aus dem Munde Agnethas, die auf die wohl unvermeidliche Interviewfrage nach einer Ab...
2013, Die Zwanzigzehner, Unsere Lieblinge

Ding dong: Kris­ta Sieg­fri­ds und die Homo-Ehe

Während, wie die Zeit in einem interessanten Essay konstatiert, gerade der "globale Kulturkampf" um das Recht von Schwulen und Lesben tobt, die selben Fehler begehen zu dürfen wie die Heteros, und es selbst im vermeintlich liberal-aufgeklärten Frankreich zu gewalttätigen Ausschreitungen durch Gegner der Homo-Ehe kommt, zeigen die Skandinavier mal wieder, wie es auch geht. Gestern veröffentlichten die Parody Boys, ein israelisches Eurovisionsfanprojekt, das uns schon in der Vergangenheit mit lustigen Parodien von Grand-Prix-Knüllern wie 'Popular' oder 'Työlki ellää' unterhielt, seine neueste Eurovisionshommage. 'Marry me', der finnische Beitrag von Krista Siegfrids, gibt hier die Titelmelodie für eine schwule Eheschließung ab. Und zwar mit ausdrücklicher Unterstützung der suomischen Sängeri...
2013, Deutsche Vorentscheidung, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, ESC Semifinale, Unsere Lieblinge

Eins­Fes­ti­val der Lie­be: ARD packt Semis in die Spar­te

Schon ein lustiger Haufen, diese ARD: noch am Mittwoch dieser Woche überraschten die Intendanten des föderalen Senderverbundes die Öffentlichkeit mit dem - vermutlich nicht ganz ernst gemeinten - Vorschlag, ihre seit Jahren wegen inhaltlicher Profillosigkeit in der Kritik stehenden digitalen Spartenkanäle mit denen des ZDF zu fusionieren. Was die Mainzer - wie vermutlich einkalkuliert - natürlich postwendend zurückwiesen. Nun hat die ARD einen Weg gefunden, den Zuschauerschnitt von 0,3 Prozent Marktanteil für EinsFestival zumindest im Wonnemonat mal kurz ein wenig anzuheben: sie überträgt dort am Dienstag, dem 14. Mai, das erste Semifinale des Eurovision Song Contest. Live, ab 21:00 Uhr. Das zweite Semi am Donnerstag hingegen, das, in dem die deutschen Fernsehzuschauer mit abstimmen dürfen...
2013, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Chris­ter liebt Chris­ten und schlach­tet Sie­gel

Vor wenigen Minuten präsentierte die EBU die heiß erwartete, von den schwedischen Showproduzenten handgefertigte Startreihenfolge für die beiden Semis am 14. und 16. Mai. Und sie wartet mit einigen Überraschungen auf. Stand eigentlich zu erwarten, dass die Sendungen im Hinblick auf die Verbesserung der Songdramaturgie (was ja als Begründung für den Wegfall des bisherigen Losverfahrens herhalten musste) jeweils mit einem Knallertitel eröffnen und beschließen, so hielt sich Christer Björkman lediglich beim letzten Beitrag im ersten Semi an diese goldene Regel. Und geht dabei sogar noch ein Risiko ein, denn wenn die 3 serbischen Engel ihr 'Ljubav je svuda' genau so grottig performen wie in der Vorentscheidung, bleibt ein Carcrash als letzter Eindruck. Der ist im zweiten Semi mit dem rumänisch...
2013, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Essen­zi­el­les aus Ita­li­en!

So, und damit steht nun auch der letzte Beitrag für den Eurovision Song Contest 2013 fest. Es ist ein Lied, welches wir bereits kennen: 'L'Essenziale', den Siegertitel des San-Remo-Festivals 2013, wird Marco Mengoni in Malmö zu Gehör bringen. Und auch, wenn ein Teil von mir sich laut schreiend auf dem Boden wälzen und sich die Haare ausreißen möchte, weil auch der allerletzte verfügbare Platz nun mit noch einer Ballade belegt wurde, so freut sich klammheimlich der andere Teil, der sich bei der Siegerreprise dann im Zweifel doch viel lieber von einem rehäugigen Ragazzo mit Mafiabärtchen ansülzen lassen möchte als von einem unerträglichen Nell&Icki-Abklatsch aus dem Kaukasus oder einer missionarischen russischen Whitney-Hohloch-Imitatorin. Don't call it Koteletten! (mehr &helli...
2013, ESC Finale, ESC Semifinale

Pro­gno­se 2013: Welch ein Jahr! Was für Lie­der!

Nach dem mit der gestrigen Entscheidung in Moldawien nun alle Titel der beiden Qualifikationsrunden feststehen (derzeit fehlt nur noch der italienische Beitrag für Malmö), ist es nunmehr höchste Zeit für die erste Prognose. Natürlich kennen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle finalen Songabmischungen, von den Choreografien und Kostümen für Malmö ganz zu schweigen. Und auch die exakte Auftrittsreihenfolge soll laut Tweets aus EBU-Kreisen frühestens Anfang April feststehen, wenn die genauen Anforderungen der Teilnehmerländer hinsichtlich zusätzlicher Bühnenausstattung bekannt sind. Beziehungsweise wenn Christer Björkman alle Bestechungsgeschenke der nationalen Delegationen einsammeln konnte. Das soll uns aber nicht abhalten, schon mal die ersten Mutmaßungen abzugeben, wer es ins Final...