Fri­sche, eis­ge­kühl­te Wurst: Con­chi­ta bei Wet­ten dass

Am 8. November kommt die vorletzte Ausgabe des ZDF-Unterhaltungsdinosauriers Wetten, dass? aus Graz. Diesmal gibt es sogar einen Grund, einzuschalten: die aktuelle Grand-Prix-Königin Conchita Wurst stellt nämlich in der Show ihre mit Spannung erwartete, neue Single 'Heroes' vor. Die werde kein bisschen wie 'Rise like a Phoenix' klingen und auch ohne großes Orchester auskommen, wie die Wurst der Nachrichtenagentur APA sagte: "Ich war selbst überrascht ob der Tatsache, dass ich so cool klingen kann". An ihrem Album bastelt sie weiterhin in aller Ruhe, dies soll erst 2015 erscheinen, um einen künstlerisch enttäuschenden Schnellschuss zu vermeiden. Wirbel gab es zwischenzeitlich um ihren…
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Com­mon Lin­nets: die Goldkehlchen

Zwar handelt es sich bei Common Linnets eigentlich um Finken, genauer gesagt um Hänflinge - die Bezeichnung Goldkehlchen steht dem Country-Duo um die niederländische Sängerin Ilse de Lange dennoch zu: wie esctoday berichtet, erhielten die Zweitplatzierten des Eurovision Song Contest 2014 für ihren Wettbewerbstitel 'Calm after the Storm' in Deutschland eine goldene Schallplatte für 200.000 verkaufte Singles. Sowie eine weitere Goldene für 100.000 Einheiten des dazugehörigen Albums 'The Common Linnets'. Das für ein Grand-Prix-Beitrag erstaunlich ruhige 'Calm after the Storm' chartete in etlichen europäischen Ländern sehr gut (# 36 in Schweden, # 9 in Großbritannien, # 5 in Spanien, # 3 in Deutschland…
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ESC-Slo­gan 2015: Über die Brü­cke gehn

Der ORF geht unter die Architekten: wie der Wiener Sender vor wenigen Minuten in einer Presseaussendung erklärte, wolle er beim Jubiläumsjahrgang in der österreichischen Hauptstadt "Brücken bauen": unter Hunderten von Vorschlägen für den offiziellen Claim des 2015er Wettbewerbs habe man sich für "Building Bridges" entschieden. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz fand dazu recht salbungsvolle Worte: "Wenn sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 70. Mal jährt, reichen die europäischen Länder einander die Hand - in Österreich, jenem Land, das seit jeher eine zentrale Rolle als Brücke zwischen Ost und West übernommen hat." Dann hoffen wir mal sehr, dass sich Europa trotz täglicher medialer…
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Con­chi­ta Wurst bekommt ihr eige­nes Buch

Nur wenige Monate nach dem fulminanten Triumph von Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen widmet sich ein eigenes Buch der schillernden Grand-Prix-Diva. Dass es sich hierbei keinesfalls um einen Schnellschuss handelt, der schnell noch den Hype mitnehmen möchte, dafür bürgen die Namen der beiden Autoren des am 16. September erscheinenden und bereits jetzt vorbestellbaren Werkes. Dr. Irving Benoît Wolther, Autor des essentiellen Sachbuchs "Kampf der Kulturen - Der Eurovision Song Contest als Mittel national-kultureller Repräsentation" (2006), Gründervater des OGAE Germany und Zulieferer hochinformativer, luftblasenfreier Beiträge auf eurovision.de, sowie der österreichische Song-Contest-Berater, Fantasyautor (Empfehlung für Genre-Fans: die spirituell und kulturell…
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Con­chi­ta Wurst: “Nur ein State­ment reicht nicht”

Der ORF nahm die Bekanntgabe der Entscheidung für Wien als Austragungsort des 60. Eurovision Song Contests gestern zum Anlass, Conchita Wurst zum Interview in die Nachrichtensendung Zeit im Bild 2, quasi den österreichischen Tagesthemen, einzuladen. Dort sprach die aktuelle Eurovisionssiegerin in gewohnt charmant-eloquenter Weise über den gesellschaftlichen Einfluss ihres Sieges, ihre Zukunftspläne und den kommenden Contest. Ihren Triumph von Kopenhagen bezeichnete sie als europäisches Statement für Toleranz, sagte aber auch: "Nur ein Statement reicht nicht, um eine ganze Gesellschaft zu ändern," vielmehr sei es wichtig, eine solche Haltung auch im Alltag zu leben. Doch auch, wenn viele im Schutze der…
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ESC 2014 hin­ter­lässt Finanz­loch in Won­der­ful Copenhagen

Wie die dpa heute berichtet, rollte im Nachgang zum Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen ein Kopf: wegen massiver Budgetüberschreitungen musste der Projektverantwortliche für den Wettbewerb bei der Tourismus-Marketinggesellschaft Wonderful Copenhagen, welche die B&W Hallerne bereitstellte, seinen Hut nehmen. Für dem Umbau der ehemaligen Werfthallen hatte man ursprünglich mit 4,6 Millionen Euro kalkuliert - viel zu wenig, wie sich im Nachhinein herausstellte. War im Mai 2014 noch von 3 Millionen Mehrkosten die Rede, so summierten sich die Ausgaben für das städtische Unternehmen am Ende auf über 15 Millionen. „Erst wenige Wochen vor der Show haben wir gemerkt, in welche Richtung das läuft“, sagte…
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ESC 2015: Vien­na first, James last

Nur in der Wiener Luft: bereits Ende Juni sprach sich die aktuelle Eurovisionskaiserin Conchita Wurst für die österreichische Metropole als Austragungsort des 60. Eurovision Song Contests aus. Nun erhielt sie weitere prominente Unterstützung von ihrem Kollegen Udo Jürgens, der in den Sechzigern drei Mal hintereinander für die Alpenrepublik antrat und bei seiner letzten Teilnahme mit 'Merci, Chéri' 1966 die erste von bis dato zwei Grand-Prix-Kronen für das Land holte. "Es ist üblich, dass die Hauptstadt so etwas ausrichtet. Graz ist eine wunderbare Stadt. Innsbruck könnte das sicher auch gut machen. Aber die Welt erwartet Wien," sagte der weitsichtige Jürgens heute dem Groschenblatt Kronenzeitung. Sollte der…
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ESC 2015: Hel­lo, Vien­na calling

Offiziell befinden sich noch immer drei österreichische Städte im Rennen um die Austragung des Eurovision Song Contest 2015, dessen Termin der ORF vor zwei Tagen gegenüber der provisorischen Planung um eine Woche auf Pfingstsamstag verschob (Finale am 23. Mai 2015, die beiden Semis am 19. und 21.): Graz, Innsbruck und die Hauptstadt Wien. Die Newsseite Vienna Online kolportiert nun unbestätigte Gerüchte, wonach die EBU die Stadthalle Wien (ein zweiter möglicher Metropolen-Standort schied zwischenzeitlich aus) präferiere, weil man in dieser Location aufgrund ihrer Größe den Green Room in den Zuschauerraum integrieren und die meisten Eintrittskarten zur Refinanzierung der Veranstaltungskosten verkaufen könne. Als…
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Schweiz eröff­net erneut die Trashbox

Einmal wie immer: auch für das kommende Jahr hält das Schweizer Fernsehen an seinem so herrlich komplizierten wie für Freunde des Trashs so herrlich ergiebigen Vorentscheidungsverfahren fest. Ab dem 29. September laden die Eidgenossen erneut Songschreiber und Künstler aus ganz Europa ein, ihren Bewerbungsbeitrag auf der Internetplattform srf.ch/Eurovision hochzuladen. Ab dem 27. Oktober besteht dann für das Publikum sowie eine Senderjury die Gelegenheit, aus dem Füllhorn des Abseitigen und Schrägen die neun langweiligsten und lahmsten Songs herauszusuchen, die sich gemeinsam mit sechs weiteren Kandidaten aus dem französischsprachigen Teil des Landes und drei Italoschweizern anschließend live vor der Senderjury beweisen müssen. Nur…
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Som­mer­loch-News: Kat­ze beißt Lys

"Hund beißt Mensch" ist keine Meldung, so eine alte Journalistenregel. Die augenscheinlich für Schweizer Boulevardblätter wie den Blick nicht gilt, insbesondere dann, wenn es sich bei dem bissigen Tier um eine Katze handelte und bei der gebissenen Person um die große Lys Assia. Die mittlerweile Neunzigjährige Grand-Prix-Gerontin nutzt seit Jahren das Sommerloch für dramatische Spitalbesuche ("Die Ärzte wollten mich nicht mehr nach Hause lassen. So schlecht war mein Zustand."), ob sie nun von von der Waschmaschine angefallen wurde oder, wie heuer, von einer streunenden Katze. Wie Blick, das schweizerische Fachblatt für Lys-Assia-Fragen, minutiös berichtet, musste sich die Eurovisionssiegerin von 1956 gegen…
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Das Ende der Wurst für Alf Poier

Als "künstlich hochgezüchtetes Monster", mit dessen "verschwulter Zumpferl-Romantik" er nichts anfangen könne und die "eher zum Psychotherapeuten" gehöre als auf die Eurovisionsbühne, wenn sie nicht wisse, ob sie "ein Manderl oder ein Weiberl" sei, hatte der österreichische Comedian und Grand-Prix-Vertreter von 2003, Alf Poier, noch vor dem Song Contest in einem Interview mit dem Blättchen Die neue Woche seine diesjährige Kollegin Conchita Wurst tituliert. Dies kostet ihn nun sein Management: wie Vienna Online heute kolportiert, will René Berto, der sowohl Poier als auch die Wurst unter Vertrag habe, sich von dem Steyrer trennen und sich "in erster Linie um die Weltkarriere" Conchitas kümmern.…
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Plat­ten­fir­men dro­hen EBU mit Eurovisionsausstieg

Wie ESC Insight unter Bezugnahme auf die norwegische Boulevardzeitung VG berichtet, tobe derzeit ein Streit um die Veröffentlichungsrechte an den Songs des Eurovision Song Contest. Hintergrund sei eine kleine, aber wirkungsvolle Änderung in den seit 2004 zwischen der EBU und dem international agierenden Musikkonzern Universal bestehenden Verträgen. Universal vertreibt den jährlichen offiziellen Eurovisionssampler, also das Doppelalbum mit allen rund 40 Teilnehmertiteln. Da der Sampler im Vergleich zu anderen Musikkompilationen verhältnismäßig wenig Umsatz macht, erhielt Universal in diesem Jahr erstmals das Recht zugestanden, die Songs in allen Vertriebsländern auch zum digitalen Einzeldownload anzubieten, so dass sich Fans gezielt ihre Wunschtitel herauspicken können,…
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Schön, dass Du krank warst”: Wurst-Wall­fahrt nach Wien

Manchmal bekommt man von Schicksal etwas geschenkt, einfach so. Seit ewigen Zeiten, diese etwas private Einführung sei mir verziehen, fahre ich mit guten Freunden über Pfingsten weg. Diesmal, so hatten wir das bereits im Januar auf meinen Vorschlag hin entschieden, nach Wien. Da war Conchita Wurst zwar bereits vom ORF nominiert, ihr Song stand aber noch nicht fest und an einen Eurovisionssieg der bärtigen Frau glaubte ich ohnehin nicht. Nein, ausschlaggebend waren vielmehr die hübschen Jugendstil-U-Bahn-Stationshäuschen, die mir, bei einer Urlaubsfahrt nach Ungarn vom merkwürdigen österreichischen Autobahnsystem unfreiwillig durch die Hauptstadt gelotst, aufgefallen waren und die ich näher betrachten wollte.…
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Con­chi­ta Wurst: Flut­brin­ge­rin oder Heilige?

Während ein offensichtlich geistesgestörter montenegrinischer Priester unlängst die aktuelle Eurovisionssiegerin Conchita Wurst als Verursacherin der sintflutartigen Regenfälle auf dem Balkan ausmachte, die mehr als fünfzig Todesopfer forderten und in Serbien, Kroatien und Bosnien eine Spur der Verwüstung hinterließen, erfreut sich ein Museum im niederösterreichischen Städtchen Horn derzeit an einer wahren Flut von Besuchern. Der Grund: die dort ausgestellte Holzstatue einer christlichen Heiligenfigur, der Kümmernis oder Wilgefortis - einer Frau mit Bart. Einer Sage aus dem vierzehnten Jahrhundert zufolge habe es sich bei ihr um die Tochter eines heidnischen portugiesischen Adeligen gehandelt, welcher diese mit dem sizilianischen König verheiraten wollte. Was der Tochter nicht behagte -…
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Com­mon Lin­nets: Birds fal­ling down the Rooftop

Drei Wochen nach dem Eurovision Song Contest von Kopenhagen hält sich das niederländische Country-Duo The Common Linnets noch am erfolgreichsten in den deutschen Single-Charts: in der Vorwoche als höchster Neuzugang auf Platz 3 eingestiegen, segelten die Hänflinge auf Rang 21 hinunter, okkupierten damit aber immer noch die Spitzenposition unter den Grand-Prix-Liedern. Und was macht man, wenn man einen solchen Erfolg hat? Richtig: man löst sich auf! Wie der Prinz-Blog berichtet, tauchte Willem Bijkerk alias Waylon kurz nach dem Song Contest ab, was zu besorgten Suchanfragen in der niederländischen Öffentlichkeit und zu Spekulationen führte, der früher mit Drogenabhängigkeit kämpfende Musiker sei möglicherweise…
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Rus­sen rasie­ren sich die Bär­te als Protest

Und damit es nicht immer nur um die Jurys geht, hier noch eine bunte Meldung aus dem lustigen Reich der Heterosexualiät: wie der britische Blog Gay Star News berichtet, rasieren sich einige verwirrte russische Männer nun in einer bizarren Form des Protestes gegen den Sieg Conchita Wursts den Bart ab: so habe der Rapper Alexander Stepanov alias ST seine Fans aufgefordert, durch ein solches Tun zu beweisen, dass sie nicht Conchita seien. Der Artikel zitiert einen Twitter-User, der dem Aufruf folgte, mit den Worten: "Samstag war der letzte Tag, an dem ein Bart Dich männlicher machen konnte." Zu den Protestlern…
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Die Jury-Dis­kus­si­on: Respekt für Hater?

Die Jury-Dis­kus­si­on: Respekt für Hater?

Ein Shitstorm tobt seit Samstagnacht über Deutschland, und er entzündet sich am Voting der deutschen Jury. Jennifer Weist (Jennifer Rostock), Musikmanager Konrad Sommermeyer, Andreas Bourani, USFD-Teilnehmerin Madeline Juno und Paul Würdig alias Sido stimmten als vom NDR beauftragte Musikexperten deutlich anders ab als die Majorität der Televoter und sorgten so am Samstag bei der Vergabe der Länderpunkte - dem Herzstück der Show - für verwundertes Augenreiben und partielle Beschämung bei den Zuschauern zuhause. Hatten doch die meisten von Ihnen, wie das restliche Europa, sich von Conchita Wurst bezaubern lassen und für sie gestimmt. Und nun verlas Schlagerkönigin Helene Fischer im strömenden…
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Steigt Russ­land aus dem Song Con­test aus?

Es stand zu erwarten: nach dem Sieg von Conchita Wurst beim 59. Eurovision Song Contest in Kopenhagen fordern erste russische Politiker den Ausstieg des Landes aus der "Brutstätte der Sodomie", wie eine weißrussische Initiative den Wettbewerb bereits im Oktober vergangenen Jahres so hübsch bezeichnete. Wie das schweizerische Boulevardblatt Blick heute schreibt, fordere der Chef der Kommunistischen Partei, Waleri Raschkin: "Wir müssen diesen Wettbewerb verlassen, wir können diesen endlosen Wahnsinn nicht tolerieren." Ein Beratungskomitee des weißrussischen Präsidenten Lukaschenko habe sich dem Blatt zufolge der Forderung angeschlossen: "Wir brauchen Europa nicht," das Ergebnis stehe für einen "vollständigen Kollaps moralischer Werte." An die…
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Sido: “Ich gra­tu­lie­re dem Herrn Wurst”

Wie Focus online berichtet, äußerte sich der Deutschrapper Sido, einer der fünf Juroren, die am Samstag mit ihrem kollektiven Downvoting für Conchita Wurst dafür sorgten, dass die Eurovisionssiegerin aus Deutschland peinlicherweise nur sieben Punkte erhielt, obwohl sie auch im deutschen Televoting eindeutig führte, heute auf Facebook zu der breiten Kritik an der Jury. Das Magazin zitiert Sido, der 2012 mit dem von ihm betreuten Rap-Projekt 3punkt5 bei der österreichischen Vorentscheidung gegen Conchita Wurst und die Trackshittaz den deutlich Kürzeren zog, wie folgt: „Weil ich ein toleranter Mensch bin, habe ich auch jedem Kandidaten dieselbe Chance gegeben, mich zu überzeugen, unabhängig von…
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ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

Schon der Einspieler hätte es erahnen lassen können, in dem die Dänen die Eurovisionstrophäe, das gläserne Mikrofon, vom 14 Kilometer entfernten Malmö nach Kopenhagen holten - mit abenteuerlichen Stunts in bester James-Bond-Manier und unterlegt von den jazzigen Klängen des 1963er Siegertitels 'Dansevise' vom dänischen Filmmusikkomponisten Jørgen Ingman. Dennoch: dass am Ende dieses grandiosen Abends eine österreichische Diva mit Bart und einer shirleybasseyesken Bond-Ballade selbige Trophäe mit einem triumphalen "We are unstoppable!" in die Luft recken würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Doch Europa zeigte sich an diesem denkwürdigen, geschichtsträchtigen Samstag toleranter und offener als erwartet. Und…
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Split­vo­ting: das kai­ser­li­che Kuchengate

Noch gestern Nacht veröffentlichte die EBU die detaillierten Einzelergebnisse aus den Wertungen der Jurys und des Televotings. Und erneut zeigte sich, dass das kollektive Bevormundungsorgan generell alles massiv herabwertete, was ein bisschen Spaß und Tempo in die Sendung brachte. Als besonders ärgerlich erweist sich die Macht der Juroren natürlich in den Semis: dort hatten sie erneut einige Titel auf dem Gewissen, die es ohne sie ins gestrige Finale geschafft hätten. So beispielsweise die lettischen Kuchenbäcker Aarzemnieki rund um den sympathischen Bochumer Jöran Steinhauer: sein charmant-philosophisches Lagerfeuerliedchen 'Cake to bake' landete im Zuschauerranking auf dem zehnten Platz und wäre damit ebenso im…
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The Wie­ner takes it all: Con­chi­ta Wurst gewinnt den ESC 2014!

Ich liebe Dich, Europa! Was ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt hätte, erfüllte sich in dieser denkwürdigen Samstagnacht: die Menschen dieses Kontinents krönten eine bärtige österreichische Dragqueen zu ihrer Königin. Entgegen allen Befürchtungen erhielt die fabelhafte Conchita Wurst, die eine würdevolle Show und eine auf den Punkt perfekte Gesangsleistung lieferte, aus so gut wie allen Ländern Punkte - auch aus denen jenseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Dabei zeigten sich sogar politisch erzkonservative Staaten wie beispielsweise Ungarn fortschrittlicher als Deutschland, aus der Conchita - einziger Wermutstropfen des Abends - lediglich sieben Punkte bekam. Was wir unserer Jury verdanken, denn im Televoting…
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Die Start­rei­hen­fol­ge fürs Fina­le 2014 steht fest

Unmittelbar nach dem Ende des zweiten Semis und der Zulosung der dort ermittelten zehn Finalisten in die erste bzw. zweite Hälfte der Show am Samstag kniffelte der dänische Rundfunk noch in der Nacht die Startreihenfolge der 26 Glücklichen aus, unter Berücksichtigung dramaturgischer Gesichtspunkte. Den Todesslot (Startplatz 2) bekam Weißrusslands singender Käsekuchen, den Startplatz ganz am Ende erhielt die britische Powerhymne 'Children of the Universe', womit ein Top-Ten-Ergebnis für Molly sicher ist. Elaiza müssen auf Position #12 genau zwischen der Contestfavoritin der Herzen, Conchita Wurst, und der der Buchmacher, Sanna Nielsen, ran, womit sich meine Vorhersage für den 26. Platz verfestigt (nicht,…
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Zwei­tes ESC-Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Zwei­tes ESC-Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Ganz ehrlich: euphorisierenderes Fernsehen als die gerade eben zu Ende gegangenen zwei Stunden Eurovision habe ich selten erlebt. Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Dank an die Grand-Prix-Fans in den B&W-Hallerne in Kopenhagen in Worte fassen soll: so viel kollektive Liebe ist wohl noch nie über einer Grand-Prix-Teilnehmerin ausgeschüttet worden wie heute über Conchita Wurst. Dass der Saal der bärtigen Frau zujubeln würde, stand zu erwarten - dass die Stimmung dermaßen brodelte, dass man am TV-Schirm dachte, jeden Moment trägt es das Hallendach weg, machte mich sehr, sehr glücklich. Ebenso wie die Art und Weise, wie das dänische Fernsehen,…
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Pol­la­pönk und das ver­lo­re­ne Mikrofon

Zu den Überraschungsqualifikanten aus dem ersten Semi 2014 zählen die isländischen Teletubbies von Pollapönk mit ihrer Anti-Diskriminierungs-Hymne 'No Prejudice'. Dabei hatten die bunten Vier während ihres Auftrittes mit einem kleinen Missgeschick zu kämpfen: Po-llapönk, der rot Gekleidete, stieß bei seinem kurzen Sprint von seinem Stammplatz zum vordersten Punkt der Bühne versehentlich mit seiner Gitarre den Mikrofonständer um und musste dann innerhalb weniger Sekunden auf dem dunklen Bühnenboden sein Mikro wiederfinden. Es gelang im letzten Augenblick, so dass er gerade noch rechtzeitig in den finalen Refrain mit einstimmen konnte. Aber auch nach dem Auftritt kam es noch zu einem kleinen Unfall,…
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