Atem­los durch die Bal­la­den­nacht: die Remi­xe sind da!

Nach­dem am gest­ri­gen Super­sams­tag die letz­ten öffent­li­chen Vor­ent­schei­de der Euro­vi­si­ons­sai­son 2017 über die Büh­ne gin­gen und wir noch immer auf die vier bzw. fünf letz­ten intern aus­ge­wähl­ten Bei­trä­ge für Kiew war­ten (als da wären: der für den heu­ti­gen Abend gegen 18 Uhr ange­kün­dig­te, angeb­lich von einem inter­na­tio­nal bekann­ten Duo inter­pre­tier­te san­ma­ri­ne­si­sche Song; der für den mor­gi­gen Mon­tag bewor­be­ne bul­ga­ri­sche Bei­trag; das erst für den kom­men­den Sams­tag annon­cier­te, von Arts­vik gesun­ge­ne arme­ni­sche Lied; die bereits ange­kün­dig­te angli­fi­zier­te Fas­sung des alba­ni­schen Songs ‘Botë’ ali­as ‘World’ sowie der rus­si­sche Bei­trag – wobei es immer unwahr­schein­li­cher wird, dass das mit dem Gast­ge­ber­land Ukrai­ne krie­ge­risch ver­fein­de­te Land über­haupt teil­nimmt), haben neben Weiß­russ­land nun noch wei­te­re Teil­neh­mer­na­tio­nen auf­ge­frisch­te Fas­sun­gen ihrer Songs für Kiew vor­ge­stellt. So zum Bei­spiel die Schwei­zer, die das hoff­nungs­los öde ‘Apol­lo’ von Time­bel­le musi­ka­lisch deut­lich auf­dra­ma­ti­sier­ten und auch die Stim­me ihrer rumä­nisch­stäm­mi­gen Lead­sän­ge­rin im Ton­stu­dio mit dem Dampf­strah­ler behan­del­ten. Hilft natür­lich auch alles nichts mehr, aber den Ver­such war’s wert.

Pro­mi­nent ver­packt: Zeus und Apol­lo, die eid­ge­nös­si­schen Wun­der­waf­fen (CH)

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Türk­vi­zyon 2016: auch Polen debü­tiert

Die Gerüch­te exis­tier­ten schon län­ger, heu­te bestä­tig­ten sie sich: neben Lett­land, Schwe­den, den Nie­der­lan­den und Mol­da­wi­en tre­ten auch unse­re pol­ni­schen Nach­barn 2016 erst­mals beim osma­ni­schen Gegen­ent­wurf zum Euro­vi­si­on Song Con­test, der Türk­vi­zyon, an. Und auch hier bewahr­hei­tet sich erneut, dass der tür­ki­sche Euro­vi­si­ons­ab­le­ger in beson­de­rer Zahl beson­ders ehr­gei­zi­ge Kombattant/innen anzieht, die sich in den ver­schie­de­nen natio­na­len Grand-Prix-Vor­ent­schei­dun­gen noch nicht durch­set­zen konn­ten: Olga Shi­m­ans­ka­ya (in deut­scher Schrei­bung: Olga Schi­m­ans­ka­ja) ver­tritt näm­lich den Weich­sel­staat in Istan­bul, ihres Zei­chens Lead­sän­ge­rin des weiß­rus­si­schen (!) Musik­pro­jek­tes Napo­li. Das ver­such­te es seit 2014 durch­ge­hend beim Vor­ent­scheid in Minsk und erziel­te 2016 – da bereits vom Trio zur Solo­sän­ge­rin zusam­men­ge­schrumpft – mit dem grau­en­haf­ten ‘My Uni­ver­se’ und zwei­ten Platz das bes­te Ergeb­nis. Anschlie­ßend trat Olga mit dem sel­ben Song auch in War­schau zur ESC-Aus­wahl an, wo sie aller­dings Letz­te wur­de. Nun also ab zur Türk­vi­zyon – die Toch­ter einer pol­ni­schen Mut­ter (und von Götz Geor­ge?) spricht zwar kein Wort Tür­kisch, freut sich aber den­noch auf ihren Titel ‘Masal gibi bu dünya’ (‘Die Welt ist wie ein Mär­chen’) und will in Istan­bul zudem mit einem “unge­wöhn­li­chen Kleid” punk­ten, wie sie Euro­voix ver­riet. Auch beim bela­rus­si­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid steht sie 2017 übri­gens erneut auf der Teil­neh­mer­lis­te! Mit ihrer Par­ti­zi­pa­ti­on ist der Län­der­re­kord der vier­ten Aus­ga­be der Türk­vi­y­zon wie­der her­ge­stellt – vor­aus­ge­setzt, der Musik­sen­der TMB schafft es noch, das in acht­zehn Tagen ange­setz­te Event auf die Bei­ne zu stel­len. Bis­lang herrscht näm­lich von offi­zi­el­ler Sei­te immer noch das Schwei­gen im Wal­de…

Tol­le Klei­der tra­gen kann sie: Schi­m­anskis Olga (Reper­toire­bei­spiel)

[UPD]: Rück­tritt bei der Türk­vi­zyon 2016

Es ist voll­bracht: mit der Anmel­dung Mol­da­wi­ens zum Gesangs­wett­be­werb der Turk­völ­ker wur­de die bis­he­ri­ge Par­ti­zi­pan­ten-Höchst­mar­ke aus dem Jahr 2014 über­bo­ten. 26 25 Län­der, Regio­nen oder Volk­grup­pen tre­ten nach der­zei­ti­gem Stand zwi­schen dem 14. und 18. Dezem­ber 2016 in Istan­bul beim vier­ten osma­ni­schen Wett­sin­gen gegen­ein­an­der an. Die­ses Zeit­fens­ter nann­te jeden­falls unlängst die let­ti­sche Türk­vi­y­zons-Teil­neh­me­rin Oks­a­na Bile­ra, wäh­rend sich die tür­ki­schen Orga­ni­sa­to­ren wei­ter­hin in Schwei­gen hül­len, was die Ter­mi­ne und den Aus­tra­gungs­ort angeht – bis dato fie­len neben der Bos­po­rus-Metro­po­le auch die Namen Anka­ra und Anta­lya.

Update: Näm­li­ches Schwei­gen scheint zum Pro­blem zu wer­den – wie Euro­voix soeben ver­mel­de­te, zog Cha­kas­si­en mut­maß­lich auf­grund der man­geln­den Kom­mu­ni­ka­ti­on der Ver­an­stal­ter heu­te sei­ne Teil­nah­me zurück. Ire­nek Khan, die Ende Okto­ber in einem Vor­ent­scheid aus­ge­wähl­te Band, darf damit nicht nach Istan­bul fah­ren. Damit ist der vor weni­gen Minu­ten gemel­de­te Teil­neh­mer­re­kord vor­erst hin­fäl­lig. Auch an der Bala Türk­vi­zyon, dem Kin­der­wett­be­werb, wol­len sich die Cha­kas­sen 2016 nicht betei­li­gen.

15 14 Grup­pen und Sänger/innen sind bis­lang nament­lich bekannt, dar­un­ter der deut­sche Reprä­sen­tant Sey­ran, der erst heu­te im Inter­view mit Irving “Dr. Euro­vi­si­on” Wol­ther erzähl­te, dass er für Istan­bul noch zwi­schen einer Bal­la­de und einem Uptem­po­song schwan­ke, auf jeden Fall aber “den Turk­vi­si­on Song Con­test gewin­nen und nach Deutsch­land holen” wol­le. Ich drü­cke die Dau­men!

Lässt die Son­ne schei­nen: Deutsch­lands Türk­vi­zyons-Ver­tre­ter Sey­ran (Reper­toire­bei­spiel)

wei­ter­le­sen[UPD]: Rück­tritt bei der Türk­vi­zyon 2016

Schwe­den unter­wan­dert nun auch die Türk­vi­zyon

Alles ver­mischt sich auf das Schöns­te: wäh­rend der Euro­vi­si­on Song Con­test sei­nen Wir­kungs­kreis seit gerau­mer Zeit immer wei­ter in den Kau­ka­sus und zuletzt sogar nach Ozea­ni­en hin­ein erwei­tert und neben der zwei­ma­li­gen Ein­la­dung Aus­tra­li­ens der­zeit über ein Mit­ma­chen Kasach­stans und mit­tel­fris­tig sogar Chi­nas dis­ku­tiert wird, geht der osma­ni­sche Gegen­ent­wurf zum euro­päi­schen Gesangs­wett­be­werb, die Türk­vi­zyon, einen ähn­li­chen Weg. Nach Deutsch­land, das seit drei Jah­ren beim musi­ka­li­schen Wett­streit der Turk­völ­ker mit­wirkt, neh­men an der vier­ten Aus­ga­be der Türk­vi­zyon im Dezem­ber 2016 erst­mals auch die Nie­der­lan­de und das Euro­vi­si­ons-Power­house Schwe­den teil, wie euro­voix berich­tet. Dem Por­tal zufol­ge exis­tier­ten zudem Gerüch­te, dass auch Lett­land und Polen bereit stün­den. Wie für Deutsch­land geht auch für die Hol­län­der bei der Türk­vi­zyon ein gebür­ti­ger Aser­bai­dscha­ner an den Start: Elcan Rzay­ev kam – eben­so wie unser Abge­sand­ter Sey­ran – in Baku zur Welt, wo er Gesang stu­dier­te. Er lebt seit 2000 in den Nie­der­lan­den und ver­öf­fent­lich­te bereits drei Stu­dio­al­ben, lässt sich aber auch für Hoch­zei­ten buchen. Sei­nen Titel ‘Ana vətən’ (‘Mein Mut­ter­land’) schrieb er selbst.

Der nie­der­län­di­sche Türk­vi­zyons-Reprä­sen­tant Elcan (Reper­toire­bei­spiel)

wei­ter­le­senSchwe­den unter­wan­dert nun auch die Türk­vi­zyon

Jama­la war nicht genug: wohl kei­ne tür­ki­sche ESC-Rück­kehr

So lang­sam füllt sich das Teil­neh­mer­feld für die vier­te Aus­ga­be des osma­ni­schen Lie­der­wett­streits Türk­vi­zyon, der im Dezem­ber 2016 statt­fin­den soll – auch wenn bis­lang noch immer kein kon­kre­ter Ter­min für die Sen­dung fest­steht und noch nicht ein­mal Istan­bul als (erneu­ter) Aus­tra­gungs­ort hun­dert­pro­zen­tig sicher ist. Des­sen­un­ge­ach­tet fan­den ges­tern in der auto­no­men mol­da­wi­schen Regi­on Gag­au­si­en und in der rus­si­schen Repu­blik Cha­kas­si­en Vor­ent­schei­dun­gen statt. In der gag­ausi­schen Haupt­stadt Com­rat setz­te sich bei der rei­nen Inter­pre­ten­aus­wahl nach einer Mel­dung von Euro­voix die Sän­ge­rin Julia Arnaut gegen elf Konkurrent/innen durch. Ihr wird nun ein spe­zi­ell für die Türk­vi­zyon kom­po­nier­ter Song auf den Leib geschnei­dert. In Abakan, der Metro­po­le Cha­kas­si­ens, gewann die Folk­rock­band Ire­nek Khan die Wahl. Ihr Song steht bereits fest: er heißt ‘Kukush­ka’ (‘Kuckuck’), kann aber lei­der nicht an die musi­ka­li­sche Güte des gleich­na­mi­gen ukrai­ni­schen Vor­ent­schei­dungs­bei­trags von 2011, gesun­gen von der fabel­haf­ten Zla­ta Ogne­vich (→ UA 2013), anschlie­ßen. Damit ken­nen wir bis­lang die Namen von acht Repräsentant/innen und von zwei Bei­trä­gen für die Ersatz-Euro­vi­si­on der Turk­völ­ker. 22 Län­der, Regio­nen oder Eth­ni­en haben bis­lang zuge­sagt, dar­un­ter Deutsch­land, das vom Köl­ner Sey­ran Ismay­ilkha­nov ver­tre­ten wird.

Len­ny Kuhr trifft Yük­sek Sada­kat: die cha­kas­si­sche Band Ire­nek “Cha­ka” Khan ver­tritt die Repu­blik bei der Türk­vi­zyon 2016

wei­ter­le­senJama­la war nicht genug: wohl kei­ne tür­ki­sche ESC-Rück­kehr

Fes­ti­va­li i Kën­gës: mehr Demo­kra­tie wagen

Wie Euro­voix heu­te berich­tet, soll das Publi­kum beim alba­ni­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid erst­ma­lig ein Mit­spra­che­recht erhal­ten. Das seit 2008 als natio­na­les Fina­le genutz­te, seit 55 Jah­ren bestehen­de und in Anleh­nung an das ita­lie­ni­sche San-Remo-Fes­ti­val gegrün­de­te Fes­ti­va­li i Kën­gës, bei dem bis­lang eine mit ver­dien­ten Künstler/innen des Vol­kes und Funk­tio­nä­ren besetz­te Jury das allei­ni­ge Sagen hat­te, öff­net sich damit erst­ma­lig der Vox popu­li. Wenn auch mit ganz behut­sa­men Baby­schrit­ten: in den bei­den Semis des FiK, in denen ins­ge­samt 24 Acts antre­ten, bestimmt ein aus hand­ver­le­se­nen Zuschauer/innen zusam­men­ge­setz­tes Panel drei Titel, die ins Fina­le ein­zie­hen dür­fen. Eine Pres­se­ju­ry wählt wei­te­re drei Fina­lis­ten, die ein­gangs erwähn­te Sen­der­ju­ry hin­ge­gen gan­ze acht. Schon klar, wer hier die Hosen anhat! Im Fina­le selbst gibt es einen 60/40-Split, und natür­lich zählt das Votum der “Pro­fes­sio­nel­len” auch hier mehr. So ganz schei­nen die RTSH-Ver­ant­wort­li­chen dem gemei­nen Plebs also noch nicht zu trau­en. Mit wem man als alba­ni­scher Grand-Prix-Fan schla­fen muss, um einen Platz in der Zuschau­er­ju­ry zu ergat­tern, dar­über schweigt sich der Sen­der indes aus. Ein offi­zi­el­ler Sen­de­ter­min steht eben­falls noch nicht fest, wobei die Show tra­di­tio­nell um Weih­nach­ten her­um über die Büh­ne geht. Wenn sich die Alba­ner jetzt noch über­win­den kön­nen, ihren Bei­trag in Lan­des­spra­che und ohne die meist kata­stro­pha­len musi­ka­li­schen Umbau­ar­bei­ten am aus­ge­wähl­ten Song gen Kiew zu schi­cken, könn­te es viel­leicht auch mal wie­der was wer­den…

Wer hat mein Lied so zer­stört, Ma? Ene­da Gebühr mit der Ori­gi­nal­fas­sung ihres ESC-Bei­trags von 2016

wei­ter­le­senFes­ti­va­li i Kën­gës: mehr Demo­kra­tie wagen

Die BBC sucht “den Klas­sen­bes­ten”

Heu­te eröff­ne­te die bri­ti­sche BBC offi­zi­ell die Suche nach dem Euro­vi­si­ons­bei­trag 2017. Dabei will man sich des­sel­ben Ver­fah­rens bedie­nen wie bereits 2016: erneut kön­nen inter­es­sier­te Song­schrei­ber ein Lied ein­rei­chen; eine Jury aus Mit­glie­dern des bri­ti­schen Grand-Prix-Fan-Clubs OGAE nimmt die Her­ku­les­auf­ga­be auf sich, die­se zu sich­ten. Gleich­zei­tig hält der Sen­der selbst mit Hil­fe der Plat­ten­fir­men aktiv Aus­schau nach pro­fes­sio­nel­len Bei­trä­gen. Die Anfor­de­run­gen sei­en nach Anga­ben von Hugh Golds­mith, dem Musik­kon­sul­tan­ten der BBC, hoch: “Gut genügt nicht… es muss groß­ar­tig sein! Der Sie­ger­song muss gefühl­vol­len Text und eine ein­präg­sa­me Melo­die mit einer bril­lan­ten Pro­duk­ti­on ver­bin­den. Wir wol­len den Klas­sen­bes­ten”! Wie schon im Vor­jahr soll das Publi­kum allei­ne die fina­le Ent­schei­dung fäl­len: in einem offe­nen Vor­ent­scheid namens Euro­vi­si­on: you deci­de will man eine schma­le Aus­wahl der kom­mis­sio­nier­ten Songs prä­sen­tie­ren. Ein Ter­min hier­für steht noch nicht fest. 2016 konn­ten sich bekannt­lich die aus The Voice bekann­ten Cas­ting­show-Buben Joe & Jake in die­sem For­mat durch­set­zen, schwer­lich die Klas­sen­bes­ten im Fach Pop, aber zumin­dest ein deut­li­cher Fort­schritt gegen­über den von der BBC haus­in­tern aus­ge­wähl­ten Musik­ge­ron­ten Engel­bert (UK 2012) und Bon­nie Tyler (UK 2013). Auch J&J konn­ten beim Haupt­wett­be­werb jedoch ledig­lich den 24. Platz bele­gen, nach­dem die Mut­ter aller öffent­lich-recht­li­chen Sen­der mal wie­der bei der Büh­nen­prä­sen­ta­ti­on spar­te und das The-Alli­sons-Update (UK 1961) im show­tech­nisch gewieft auf­ge­stell­ten Umfeld des Euro­vi­si­on Song Con­test ver­gleichs­wei­se ama­teur­haft wirk­te. Hof­fen wir mal, dass es für das Big-Five-Land dies­mal bes­ser läuft.

Klas­sen­bes­te in Sachen Milch­flaum: Joe & Jake (UK)

Doch schon: Jama­la ver­öf­fent­licht Video­clip zu ‘1944’

Wenn man der aktu­el­len Euro­vi­si­ons­kö­ni­gin Jama­la eines sicher nicht vor­wer­fen kann, dann, dass sie mit ihrem Bei­trag ‘1944’ einen beson­ders schnel­len Euro machen woll­te. Gan­ze vier Mona­te nach ihrem Sieg in Stock­holm ver­öf­fent­lich­te das viel­schich­ti­ge ukrai­ni­sche Aus­nah­me­ta­lent vor­ges­tern das offi­zi­el­le Musik­vi­deo zu ihrem Song, der sich – anders als vor­an­ge­gan­ge­ne Grand-Prix-Gewin­ner­ti­tel – bis­lang eher nicht so wirk­lich dicke in den euro­päi­schen Hit­lis­ten tum­mel­te und durch den nun­mehr ver­füg­ba­ren Clip ver­mut­lich auch kei­nen neu­en Schub mehr erhal­ten wird. Doch bei allem nahe­lie­gen­den Spott über das schrä­ge Timing Jama­las: jah­res­zeit­lich schmiegt sich die nebel­ver­han­ge­ne Visua­li­sie­rung ihres ein­dring­li­chen Kla­ge­lie­des per­fekt an den lei­der nicht mehr län­ger abstreit­ba­ren kalen­da­ri­schen Herbst­be­ginn. Sowohl die alp­traum­haf­te, klaus­tro­pho­be Sequenz in einem bun­ker­ar­ti­gen Tun­nel, als auch die spär­li­chen, fah­len Außen­auf­nah­men mit ver­stör­ten, zom­bie­haft agie­ren­den Men­schen­grup­pen vor ent­laub­ten Bäu­men und kriegs­zer­stör­ten Gebäu­den fan­gen die depri­mie­ren­de Atmo­sphä­re des bevor­ste­hen­den, schlim­men Halb­jah­res ein – und unter­strei­chen per­fekt den trau­ri­gen Grund­ton des tat­säch­lich eher in den Herbst als in das Früh­jahr pas­sen­den Songs und sei­ner Bot­schaft über die schreck­li­che (und uni­ver­sel­le) Grau­sam­keit von Krieg, Leid und Ver­trei­bung. Da wir laut unse­rer Kanz­le­rin ja aktu­ell im “post­fak­ti­schen” Zeit­al­ter leben, wo Ver­nunft kei­ne Rol­le mehr spielt, son­dern nur noch anhand von Gefüh­len ent­schie­den wird: viel­leicht soll­te man die Wähler/innen und Politiker/innen von AfD und CSU mit die­sem Video zwangs­be­spie­len, in der vagen Hoff­nung, in deren ver­stei­ner­ten Her­zen doch noch so etwas wie Empa­thie für Men­schen zu wecken, die hier­vor zu uns flie­hen?

Nein, das ist kein Tun­nel­ra­ve: Jama­la nebst Tänzer/innen im ‘1944’-Clip

Sey­ran: “Der ESC ist mein Ziel – und ich wer­de auf die­ser Büh­ne ste­hen!”

Wäh­rend beim Euro­vi­si­on Song Con­test der­zeit Som­mer­pau­se herrscht, allen­falls unter­bro­chen durch die Mel­dung, dass sich mitt­ler­wei­le sechs ukrai­ni­sche Städ­te um die Aus­tra­gung im nächs­ten Jahr bewor­ben haben, prak­tisch alle aller­dings mit nicht über­dach­ten Fuß­ball­sta­di­en (also an den Regen­schirm den­ken!), lau­fen die Vor­be­rei­tun­gen für den Song­wett­be­werb der Turk­völ­ker, die Türk­vi­zyon, die im Dezem­ber erneut in Istan­bul statt­fin­det. Und das ers­te Land, das (bereits im Mai 2016) sei­nen Teil­neh­mer mel­de­te, waren wir! aufrechtgehn.de sprach mit unse­rem Ver­tre­ter, dem äußerst sym­pa­thi­schen Köl­ner Sey­ran Ismay­ilkha­nov, der sehr ger­ne auch bei der Euro­vi­si­on für uns an den Start gin­ge. Und dafür sogar ziem­lich gute Vor­aus­set­zun­gen mit­bringt!

Seyrans neu­es­te Sin­gle­aus­kop­pe­lung ‘Ay ay ay mein Schatz’. Schö­ner Ohr­ring!

wei­ter­le­senSey­ran: “Der ESC ist mein Ziel – und ich wer­de auf die­ser Büh­ne ste­hen!”

Türk­vi­zyon 2016 wie­der in Istan­bul

Wie euro­voix heu­te berich­tet, fin­det die vier­te Aus­ga­be der Türk­vi­zyon erneut in Instan­bul statt. Zwi­schen­zeit­lich auf­ge­tauch­te Gerüch­te, wonach der osma­ni­sche Gegen­ent­wurf zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2016 in der Tou­ris­ten­hoch­burg Anta­lya (oder, wie es auch schon mal hieß, in Baku) durch­ge­führt wer­den sol­le, haben sich damit nicht bewahr­hei­tet. Aus­tra­gungs­ort wird ver­mut­lich erneut das Yahya-Kemal-Beyat­li-Kul­tur­zen­trum im asia­ti­schen Teil der Mil­lio­nen­me­tro­po­le sein. Der genaue Ter­min steht noch nicht fest, ange­peilt ist aber Dezem­ber 2016. Bis­lang haben 18 Län­der, Teil­re­pu­bli­ken oder Regio­nen mit tür­ki­schen Bevöl­ke­rungs­an­tei­len ihr Inter­es­se bekun­det (sie­he Lis­te), dar­un­ter erneut Deutsch­land, das von dem in Köln leben­den Sey­ran Ismay­ilkha­nov ver­tre­ten wird. Auf­grund der Rück­kehr der rus­si­schen Teil­re­pu­bli­ken wird ein neu­er Teil­neh­mer­re­kord erwar­tet.

Istan­bul ist weit, fin­det auch Deutsch­lands ers­ter ESC-Ver­tre­ter Fred­dy Quinn

Türk­vi­zyon 2018: die Teil­neh­mer­lis­te

Geplan­ter 4. Song Con­test des tür­ki­schen Kul­tur­rau­mes im Okto­ber 2018.
Land / Repu­blikTeil vonInterpret/inSongÜber­set­zung
Alba­ni­enALEna­da Tarifa
AltaiRU
Aser­bai­dschanAZAydan İlchas­zade
Bal­ka­ri­enRUAris Appa­jevUnut­ma meniVer­giss mich nicht
Basch­kor­to­stanRUZilia Bakhtie­va
Bel­gi­enBE
Bos­ni­enBADžen­an Jahić
Bul­ga­ri­enBGBam­ze
Cha­kas­si­enRUOlga Vasil­je­va + Saya­na Kara­ço­wa
Dage­stanRU
Deutsch­landDESey­ran Ismay­ilkha­nov
Gag­au­si­enMDJulia ArnautKemençäLau­te
Geor­gi­enGEMilan Saviç
Grie­chen­landGRAlpe­ren Hacı İbra­him, Nuri­ye Cam­baz, Gönen Mol­la + Toğanç Osman
IrakIQ
IranIR
Kasach­stanKZSerik Gam­za-zade
Kir­gi­si­enKGZaman Group
Koso­voKO (RS)Leo­no­ra Jaku­pi
Lett­landLVOks­a­na Bile­raYakışıyor bize bu sev­giDie­se Lie­be passt zu uns
Maze­do­ni­enMKSüley­man Sai­dov
Mol­da­wi­enMDPoli­na Ste­fo­gloYal­lah yal­lahLos, los!
Nie­der­lan­deNLElcan Rzay­evAna vətənMein Vater­land
Nord­zy­pernCY
Öster­reichATElvi­ra Michie­va
PolenPLOlga Shi­m­ans­ka­yaMasal gibi bu dünyaDie Welt ist eine Erzäh­lung
Rumä­ni­enRUSun­ay Ses
Russ­landRUAida
Sacha (Jaku­ti­en)RU
San­džakRS
Schwe­denSEArg­ha­vanDir­çə­lişWie­der­be­le­bung
Staw­ro­pol (Nogai­er)RUIslam Saty­rovTugan erHei­mat­land
Syri­enSY
Tadschi­ki­stanTJTahmi­na Niya­zo­va
Tatar­stanRUYam­le Group
Tschu­wa­schienRU
Tür­keiTR
Turk­me­ni­stanTM
TuwaRU
Ukrai­neUANata­lia Papa­zoğlu
UngarnHU
Usbe­ki­stanUZ
Weiß­russ­landBYSvet­la­na Agar­valMeni anlaVer­ste­he mich
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