ESC-Fina­le 2017: Gift im Instrument

ESC-Fina­le 2017: Gift im Instrument

Es war ein denkwürdiger Abend der Verzauberung am gestrigen Samstag in Kiew. Ein Mann schaffte es, einem ganzen Kontinent den Kopf zu verdrehen und Millionen von Menschen tief in ihren Herzen berühren. Und das mit einer extrem zurückgenommenen Inszenierung und einem völlig aus der Zeit gefallenen Lied, das klang, als sei es für eine romantische Filmschnulze aus den Fünfzigerjahren geschrieben worden, bei dem man im eigenen Kopfkino die junge Audrey Hepburn mit tränenvernebeltem Blick durch das schwarzweiß fotografierte Lissabon spazieren sehen konnte. Salvador Sobral, so der Name des koboldhaften jungen Portugiesen, verweigerte sich als Einziger der 26 Finalacts der Nutzung…
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Lost in Vero­na: wen die Jurys 2017 im Semi killten

Lost in Vero­na: wen die Jurys 2017 im Semi killten

"Wie unterschiedlich die Meinungen von Publikum und Jury sind, Wahnsinn!" entfuhr es einem erstaunten Peter Urban Samstagnacht während der Punktevergabe im Finale des Eurovision Song Contest 2017, wo sich mal wieder zeigte, dass die angeblichen Musikprofessionellen, die im sich übrigen hemmungslos dem → Nachbarschaftsvoting hingaben (sollten sie eigentlich nicht genau das einst verhindern?), auf einem völlig anderen Planeten leben als der Rest der Menschheit. Oder auch nur, dass eine zufällige Auswahl von gerade mal fünf Personen schon aus statistischer Notwendigkeit heraus immer nur zufällige, nicht repräsentative und damit völlig wertlose Ergebnisse hervorbringt. Immerhin waren sich die Jurys diesmal ausnahmsweise mit den Zuchauer/innen…
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Um dia de ilusão: Por­tu­gal gewinnt den Song Con­test 2017

Um dia de ilusão: Por­tu­gal gewinnt den Song Con­test 2017

Es war dieser eine magische Augenblick, noch relativ früh in der Show: Salvador Sobral, der portugiesische Vertreter beim Eurovision Song Contest 2017, hatte gerade den letzten Ton von 'Amar pelos Dois' verklingen lassen, das bis dahin geradezu andächtig stille Publikum ließ den Jubel aufbranden und die Bildregie blendete in den Green Room, auf die armenische Mitbewerberin Artsvik, die sich gerade in völliger Ergriffenheit ein Tränchen aus dem Augenwinkel wischte und damit auf den Punkt brachte, was Millionen von Zuschauer/innen in diesem Moment empfanden. Sie wird vermutlich, wie fast alle Europäer/innen, Australier/innen und wer auch immer sonst noch zuschaute am gestrigen Samstagabend, des…
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Zwei­tes ESC-Semi 2017: We have lost our Verona

Zwei­tes ESC-Semi 2017: We have lost our Verona

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo…
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Ers­tes ESC-Semi 2017: no more Drama

Ers­tes ESC-Semi 2017: no more Drama

Je unsicherer die Zeiten, um so mehr suchen die Menschen fröhlich stimmende Ablenkung und Zerstreuung, so jedenfalls suggeriert es das Ergebnis der ersten Qualifikationsrunde des Eurovision Song Contests 2017, das am gestrigen Dienstagabend im Internationalen Ausstellungszentrum zu Kiew über die Bühne ging. Bestimmten im Vorfeld dieses Jahrgangs noch die schändlichen Ränkespiele um das vom Gastgeberland Ukraine verhängte Einreiseverbot gegen die russische Repräsentantin Julia Samoylova sowie die deutlich verschärften Sicherheitsmaßnahmen rund um die Veranstaltung die öffentliche Wahrnehmung des Wettbewerbs und schufen damit ein mulmiges Klima, so setzten sich im gestrigen Semi größtenteils diejenigen Beiträge durch, die sich an eher uptemporären, aktuellen Sounds orientierten…
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Offi­zi­ell: Russ­land nimmt nicht am Song Con­test 2017 teil

Offi­zi­ell: Russ­land nimmt nicht am Song Con­test 2017 teil

Das andauernde Tauziehen um die Teilnahme der russischen Vertreterin Julia Samoylova am Eurovision Song Contest 2017 in Kiew hat ein so unerfreuliches wie erwartbares Ende gefunden: wie die EBU heute Abend offiziell auf ihrer Eurovisions-Website bekannt gab, findet der Wettbewerb nun definitiv ohne die im Rollstuhl sitzende Sängerin statt. Das Gastgeberland Ukraine ist, wie sich aus den Verlautbarungen der letzten Tage bereits abzeichnete, hinsichtlich des in Folge eines Auftrittes Samoylovas auf der annektierten Krim vom Geheimdienst verfügten Einreiseverbotes hart geblieben, Vermittlungsvorschläge aus Genf hinsichtlich einer externen Zuschaltung ihres Auftritts bzw. des Austauschs gegen einen anderen, unbelasteten Interpreten lehnte das russische Fernsehen ab. Stattdessen gab…
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Die Ukrai­ne rollt Julia Samoy­l­o­va von der Bühne

Die Ukrai­ne rollt Julia Samoy­l­o­va von der Bühne

Im Kreml dürften heute die Krimsekt-Korken geknallt haben: die Ukraine tappte als Gastgeberin des 62. Eurovision Song Contests tatsächlich blindlings in die vom russischen Staatsfernsehen Perwy Kanal (lustiger Name!) geschickt aufgestellte moralische Falle und verhängte verschiedenen Medienberichten zufolge das bereits angedrohte Einreiseverbot für die 28jährige Sängerin Julia Samoylova, womit die wegen fortschreitender Muskelschwäche im Rollstuhl sitzende russische Repräsentantin beim europäischen Wettsingen in Kiew nicht antreten kann. Julia hatte im Juni 2015 an einem Festival auf der annektierten Krim teilgenommen, wie der Staatsschutz ermittelte: nach geltendem ukrainischen Recht ein Vergehen, das mit einem dreijährigen Einreiseverbot in das Land der Orangenen Revolution zu ahnden ist. 140 Künstler/innen…
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Arme­ni­en 2017: Fly­ing high in Yerevan

Arme­ni­en 2017: Fly­ing high in Yerevan

Der diesjährige Diva-Award für den unnötig dramatischsten Auftritt geht zweifelsfrei an Armenien: erst am gestrigen Samstag, sechs Tage nach der Deadline für das Einreichen der Wettbewerbsbeiträge für den Eurovision Song Contest 2017 bei der EBU, präsentierte das armenische Fernsehen den Song der bereits zu Weihnachten 2016 über eine monatelang laufende Castingshow als Repräsentantin des Landes ausgewählten Artsvik Harutyunyan endlich der bereits voller Ungeduld mit den Hufen scharrenden Weltöffentlichkeit. Hat sich das lange Warten auf 'Fly with me', so der Titel des ethnolastigen Uptemposongs, mit dem alle 43 Lieder für Kiew nun komplettiert sind, denn wenigstens gelohnt? Nunja, bedingt. Zwar weiß das artifizielle Stück mit…
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Bul­ga­ri­en 2017: Genera­ti­on Lys Assia

Bul­ga­ri­en 2017: Genera­ti­on Lys Assia

Heute gab der bulgarische Sender BNT endlich seinen Vertreter beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew bekannt, den erst siebzehnjährigen (und bedeutend jünger aussehenden) Kristian Kostov. Das Schockierende daran: der frühere Finalist der russischen Castingshow The Voice Kids (sein Mentor damals: Dima Bilan [→ RU 2006, 2008]) ist ein Kind dieses Jahrtausends, er kam am 15. März 2000 als Sohn eines bulgarischen Vaters und einer kasachischen Mutter zur Welt (und es nerve mich bitte niemand in den Kommentaren damit, dass das 21. Jahrhundert kalendarisch erst 2001 begonnen habe: das interessiert keine Sau!). Während lebensältere Grand-Prix-Fans wie der Blogger, die damit offiziell…
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Russ­land 2017: eine Wun­der­waf­fe auf Rädern

Russ­land 2017: eine Wun­der­waf­fe auf Rädern

Hut ab vor diesem Schachzug! Überschlugen sich zuletzt die durch entsprechende Forderungen vonseiten der Politik genährten Spekulationen, Mütterchen Russland würde am Eurovision Song Contest 2017 in der Ukraine aufgrund der Feindschaft der beiden sich im Krieg befindlichen Länder nicht teilnehmen, so beendete der verantwortliche Sender Kanal 1 diese heute Abend erfreulicherweise mit der Präsentation des Beitrags 'A Flame is burning', einer geradezu prototypisch generischen Sülzhymne, wie sie abgeschmackter kaum sein könnte. Wäre da nicht die Interpretin, die 28jährige, an den Rollstuhl gefesselte Julia Samoilova, die schon 2013 in der russischen Variante der Castingshow X-Factor mit einer fantastischen Rendition von 'Molitva' (→…
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San Mari­no 2017: Oops, they did it again!

San Mari­no 2017: Oops, they did it again!

Oh! Mein! Gott! Sie sind tatsächlich zurück! Vor wenigen Minuten stellte das sanmarinesische Fernsehen seinen Beitrag zum Eurovision Song Contest 2017 vor, nachdem man bis zuletzt geheimnisvoll tat und lediglich das Gerücht streute, ein "international bekanntes" Duo, bestehend aus einem EU- und einem Nicht-EU-Partizipanten, werde die Miniaturrepublik vertreten. Und das stimmt auch, ein bisschen: der mittlerweile in Deutschland lebende, gebürtige US-Amerikaner Jimmie Wilson (noch nie von ihm gehört!) und die Eurovisionslegende Valentina Monetta (→ SM 2012, 2013, 2014) treten mit einem schmissigen, hoffnungslos campen Eurodance-Schlager namens 'Spirit of the Night' an. Das im Münchener Schickeria-Schuppen P1 gedrehte Video bebildert eine zarte Disco-Romanze…
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Maze­do­ni­en 2017: ein­deu­tig unterdosiert

Maze­do­ni­en 2017: ein­deu­tig unterdosiert

Überall das Gleiche: große Teile des Songschreiber- und Produzententeams, die für den serbischen Eurovisionsbeitrag 2017 verantwortlich zeichnen, beteiligten sich auch an dem bereits am Freitagabend vorgestellten mazedonischen Wettbewerbssong 'Dance alone'. Und die musikalische Verwandtschaft hört man ziemlich deutlich. Allerdings scheint das kleinere Land hier die hübschere Tochter abbekommen zu haben, denn wo 'In too deep' arg seicht und ziellos vor sich hinplätschert, da vermag 'Dance alone' durch einen verhältnismäßig süffigen Refrain und einen relativ ordentlichen Schub zu punkten. Und auch die kräftig verzerrte Stimme der entfernt an solche Elektro-Heldinnen wie Anne Clark oder Beth Ditto erinnerden, schon im vergangenen, gefühlt…
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Aser­bai­dschan 2017: Them Bones

Aser­bai­dschan 2017: Them Bones

Auch die Erdöldiktatur vom Kaspischen Meer stellte gestern ihren Wettbewerbsbeitrag für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew vor. Der nennt sich 'Skeletons', präsentiert sich als vielschichtiger, spannend gemachter, mittelschneller, düster-sphärischer Popsong aus bewährt aserischwedischer Gemeinschaftsproduktion, gesungen von der bereits im vergangenen Jahr intern ausgewählten Diana Hajiyeva alias DiHaj. Die präsentiert sich im dazugehörigen Videoclip als ziemlich unnahbar, was aber ganz gut zu dem Song passt, der mit einer verhalten-dunklen Strophe anfängt und im Refrain zu einem atmosphärisch dichten Chorgesang auffräst, wobei Diana und ihre Hintergrunddamen völlig verschiedene Lyrik-Linien übereinander singen, was mir sehr gut gefällt. Ein wenig irritiert indes die…
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Ser­bi­en 2017: Birds are fal­ling from the Skies

Ser­bi­en 2017: Birds are fal­ling from the Skies

Nachzureichen gibt es noch ein paar gestern bzw. sogar schon am Freitag vorgestellte Beiträge vom Balkan, wo man sich durch die Bank für intern ausgewählte Repräsentant/innen entschieden hatte. So wie in Serbien, wo Tijana Bogićević, ihres Zeichens ehemalige Chorsängerin bei Nina (→ RS 2011), den Beitrag des recht erfolgreichen Eurovisionslandes singt. Der heißt, wie wir nun wissen, 'In too Deep', ist eine schwediserbische Koproduktion, dessen Team auch schon für Poli Genovas 'If Love was a Crime' (→ BG 2016) verantwortlich zeichnete und erweist sich im Gegensatz zu diesem Titel leider als recht belanglos vor sich hin plätschernder Uptempo-Albumtrack ohne jeglichen musikalischen…
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Euro­vi­zi­jos 2017: Every Song is a Cry

Euro­vi­zi­jos 2017: Every Song is a Cry

Unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit ging am gestrigen Samstagabend ebenfalls die schier unendliche Geschichte des litauischen Eurovisionsvorentscheids 2017 zu Ende. Nach insgesamt zehn Runden setzte sich in der finalen Sendung der Eurovizija das dreiköpfige, seit 2004 in wechselnden Zusammensetzungen bestehende Musik-Kollektiv Fusedmarc mit den Stimmen der Jury und der Zuschauer/innen gegen die langwöchige Favoritin Aistė Pilvelytė mit ihrem von Aminata (→ LV 2015) geschriebenen Wolfslied durch und ließ auch den einzigen einigermaßen erfolgversprechenden Trash-Titel 'Get frighten' der ursprünglich bereits abgewählten, in letzter Sekunde jedoch per Wildcard wieder hinzugefügten Turbo-Dragqueen Lolita Zero weit abgeschlagen hinter sich. Warum, bleibt allen Nicht-Litauer/innen ein völliges Rätsel:…
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Söng­va­kepp­nin 2017: Becau­se of the Shoes

Söng­va­kepp­nin 2017: Becau­se of the Shoes

Ach, Island! Sieben Songs befanden sich im gestrigen Finale des nationalen Vorentscheids Söngvakeppnin 2017, und mit fünf von ihnen hätte ich als Beitrag des Landes zum Eurovision Song Contest in Kiew bestens leben können. Doch was wählt das sture Inselvölkchen aus? Natürlich meinen persönlichen Hasstitel 'Paper'! Wobei sich mein geballtes Missfallen gar nicht so sehr auf den komplett uninteressanten, lendenlahmen Elektrosong bezieht, den man zur Not noch problemlos weghören könnte, ohne all zu schlechte Laune zu bekommen. Wäre da bloß nicht die schreckliche Interpretin Svala Björgvinsdóttir, ihres Zeichens die Dóttir von Bo (Björgvin) Halldórsson (→ IS 1995), beziehungsweise ihr abgrundschlechter Modegeschmack. In schlimmen, nein: in schlichtweg inakzeptablen Hufschuhen, einem…
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Melo­di Grand Prix 2017: Stim­men im Wind

Melo­di Grand Prix 2017: Stim­men im Wind

Ein offensichtlich sehr bescheidenes und introvertiertes Völkchen, diese Norweger/innen. So versteckten sie ihren diesjährigen Eurovisionsvorentscheid, den traditionellen Melodi Grand Prix 2017, am letzten Supersamstag der laufenden Grand-Prix-Saison hinter dem größtenteils zeitgleich laufenden, bei Fans jedoch deutlich beliebteren schwedischen Melodifestivalen, um möglichst unter sich zu bleiben. Und schlossen die wenigen dennoch zuschauen wollende Europäer/innen per Geo-Blocking vom Livestream ihrer Show aus, um ihnen das im Vergleich zu den skandinavischen Nachbarn um Längen bessere und vielfältigere musikalische Angebot vorzuenthalten nicht zumuten zu müssen. Die Hälfte der insgesamt zehn teilnehmenden Titel wäre des Sieges würdig gewesen, und mit dem nun ausgewählten Dance-Projekt Jowst und…
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Melo­di­fes­ti­va­len 2017: Hier kommt der Trostpreis

Melo­di­fes­ti­va­len 2017: Hier kommt der Trostpreis

Auch Schweden, spirituelles Mutterland des Eurovision Song Contest, schließt sich 2017 dem europaweiten Vorentscheidungstrend an, bei dem die Jury sich in den meisten Auswahlverfahren, an denen sie beteiligt war, über den Willen der Zuschauer/innen hinwegsetzte. Und, so ungern ich das als bekennender Juryhasser zugebe, zumindest im vorliegenden Fall dabei die bessere Entscheidung traf. Sofern man beim Melodifestivalen 2017 von "besser" sprechen konnte, in dessen Finale sich in diesem Jahr ein ziemlich enttäuschendes Aufgebot versammelte. Als gewissermaßen Einäugiger unter den Blinden gewann mit einem massiven Stimmenvorsprung bei den internationalen Juroren das (beim Publikum drittplatzierte) Botoxgesicht Robin Bengtsson, im letzten Jahr noch Fünfter mit dem Titel 'Constellation…
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Mon­te­ne­gro 2017: Let’s get hap­py and let’s be gay

Mon­te­ne­gro 2017: Let’s get hap­py and let’s be gay

Oh! Mein! Gott! Der bereits seit Ende letzten Jahres als Repräsentant Montenegros beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew benannte  Slavko Kalezić veröffentlichte heute Abend seinen Wettbewerbsbeitrag 'Space', ein rundheraus futtiger, fabelhaft billiger Gay-Club-CSD-Disco-Schlager, der sowohl musikalisch als auch optisch sowie lyrisch an die niedrigsten Instinkte der tragisch veranlagten Teile der Fanschaft (also solche wie mich) appelliert. Zwar versteht man selbst in der Studiofassung dank Slavkos miserabler Aussprache nur die Hälfte, aber wenn von "wet Dreams" und "drunken Love" die Rede ist und der ausschließlich mit nacktem, durchtrainiertem Oberkörper in einer Traumschiff-Surprise-würdigen Felsenlandschaft herumvoguende und lasziv seinen Kunsthaar-Zopf schwingende Protagonist von offensichtlicher…
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Irland 2017: Uschi, mach kein Quatsch!

Irland 2017: Uschi, mach kein Quatsch!

Müssen wir uns ernsthafte Sorgen machen? 'Trying to die' heißt der offensichtlich suizidale irische Beitrag für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew, mit dem der Sender RTÉ heute Nachmittag einen musikalischen Hilfeschrei... Wie bitte? Falsch herum? Oha, entschuldigen Sie bitte! Ich höre gerade, ich muss mich korrigieren: 'Dying to try' ist der korrekte Titel, so wie ihn der bereits vor Monaten ausgesuchte Castingshowbube Brendan Murray mit knabenhaft heller Stimme im eigens an der irischen Küste abgedrehten Strandvideo (das in einem hübschen ironischen Twist mit deutlich besserem Wetter aufwarten kann als der vor ähnlicher Kulisse spielende Clip zum spanischen Beitrag 2017) intoniert. Wie…
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Isra­el 2017: Not­hing touched me that was second best

Isra­el 2017: Not­hing touched me that was second best

Vor wenigen Minuten veröffentlichte das israelische Fernsehen das Video mit dem Beitrag des Landes zum Eurovision Song Contest 2017 in Kiew. Wie fast immer sickerte der Titel bereits im Laufe des Tages durch, und so langsam nerven diese ganzen vorzeitigen Liedergüsse wirklich gewaltig. Jedenfalls heißt der Song 'I feel alive', bekanntlich gesungen von Imri Ziv, seines Zeichens Sieger der Vorauswahl-Castingshow The next Star sowie Hintergrundtänzer bei den Grand-Prix-Auftritten von Nadav Guedj (→ IL 2015) (der übrigens laut Facebook-Posting gerade frisch verliebt ist - in eine Frau [schluchz!]) - und Hovi Star (→ IL 2016), worauf er uns im Clip auch durch…
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Bel­gi­en 2017: Serious for the Win­ter Time

Bel­gi­en 2017: Serious for the Win­ter Time

Bereits gestern Abend sickerte der für heute Mittag zur offiziellen Veröffentlichung angekündigte belgische Beitrag zum Eurovision Song Contest 2017 durch, und seitdem sind die internationalen Fans völlig aus dem Häuschen. Und das zu Recht: 'City Lights', so der Titel des Songs der vom wallonischen Senders RTBF bereits vor ewigen Zeiten intern bestimmten Vertreterin Ellie Delvaux alias Blanche, befördert nicht von ungefähr Assoziation zu Loïc Nottets ebenfalls hoch gehandeltem Meisterwerk 'Rhythm inside' (→ BE 2015) und überzeugt auf ganzer Linie. Das balladesk beginnende, dann aber durch einen so unaufdringlichen wie treibenden Rhythmus unterlegte, atmosphärisch dichte Stück verfügt über eine geradezu hypnotische Qualität,…
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Tsche­chi­en 2017: der Wil­le zum Minus-Rekord

Tsche­chi­en 2017: der Wil­le zum Minus-Rekord

Nach unterschiedlichen Ankündigungen zum Veröffentlichungstermin und mehreren irreführenden Countdowns auf der Website der diesjährigen, erneut intern ausgewählten Eurovisionsvertreterin Martina Bárta stellten die Tschechen heute Abend dann doch noch den Audiotrack ihres Wettbewerbsbeitrags 'My Turn' ins Netz. Und obgleich die hauptsächlich in Deutschland lebende Sängerin bislang als Jazzmusikerin in Erscheinung trat, handelt es sich bei dem für sie geschriebenen Stück um... *Trommelwirbel, Tusch*: eine sanfte Klavierballade! Hurra! Genau das, was dem Grand Prix 2017 so dringend gefehlt hat! Das mit verhältnismäßig tiefer Stimme sehr sauber gesungene Lied zum Thema Beziehungsarbeit erweist sich als atmosphärisch angenehm und dreht im instrumental schwelgerischen Refrain auch ganz gut…
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Aus­tra­li­en 2017: Jun­ge, brich Dei­ner Mut­ter nicht das Herz

Aus­tra­li­en 2017: Jun­ge, brich Dei­ner Mut­ter nicht das Herz

Heute früh gab der australische Sender SBS den Vertreter des ozeanischen Kontinents, der als eindeutig nichteuropäisches Land erneut eine gesonderte Einladung der EBU erhielt, beim Eurovision Song Contest 2017 bekannt: den 17jährigen aktuellen X-Factor-Australia-Gewinner Isaiah Firebrace. Die Wahl überrascht wenig, findige Fans sagten sie bereits vor Tagen voraus. Basiert doch die Teilnahme der eurovisionsbegeisterten Insel vor allem auf der Finanzierung durch Sony Music, die sich hiervon bessere globale Vermarktungsmöglichkeiten für die Künstler/innen aus ihrem australischen Rennstall verspricht. Und der blutjunge und bildhübsche Isaiah, dessen erster Hit 'It's gotta be you' bereits in mehreren europäischen Ländern läuft, stellt die neueste Perle in ihrem Portfolio…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Doch kei­ne Null – Loli­ta Zero ist zurück!

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Doch kei­ne Null – Loli­ta Zero ist zurück!

Sehr erfreuliche Nachrichten aus Litauen: nachdem die hier bereits gründlich abgefeierte, fabelhafte Dragqueen Lolita Zero mit ihrem discotastischen Elektrobrett 'Get frighten' vor einigen Wochen in einer der gefühlt 700 Vorrunden (genauer gesagt: dem ersten Viertelfinale) des Nacionalinė Atranka herausflog - und das denkbar knapp bei Punktegleichstand, aber weniger Jurystimmen - und ich den Baltenstaat somit bereits abgeschrieben hatte, sinnierte man beim Sender LTR wohl einige Zeit über einen geeigneten Weg, den schrecklichen Fehler ungeschehen zu machen und die einzige ernsthafte Eurovisionshoffnung des Vorentscheids wieder ins Boot zu holen. Vergangenes Wochenende fand man die Lösung: in einer so überraschend wie kurzfristig angesetzten Internetabstimmung durften Fans…
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