We can’t move a Moun­tain: drit­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Auch am Tag der Arbeit gehen die Pro­ben für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in der Alti­ce-Are­na zu Lis­sa­bon wei­ter, heu­te mit der ers­ten Hälf­te des zwei­ten Semi­fi­na­les. Das eröff­net bekannt­lich, in Per­son Alex­an­der Rybaks, ein ehe­ma­li­ger Euro­vi­si­ons­ge­win­ner. Und wie­wohl sein Bei­trag ‘That’s how you wri­te a Song’ die euro­päi­schen Schwur­na­lis­ten in Fans und beken­nen­de Has­ser spal­tet, herrscht unter den Blogger/innen ziem­li­che Einig­keit, dass auch die­ser Titel erneut um den Sieg mit­spie­len könn­te. Rybak, der Dori­an Gray der Euro­vi­si­on, der seit sei­ner letz­ten Grand-Prix-Teil­nah­me offen­sicht­lich kei­nen Tag alter­te und noch immer über sei­nen Laus­bu­ben­charme ver­fügt, bringt – wie schon 2009 – das bereits aus­ge­reif­te audio­vi­su­el­le Gesamt­kon­zept des nor­we­gi­schen Melo­di Grand Prix mit zum Con­test und setzt es dort Punkt für Punkt um, mit­samt den per Zei­chen­trick hin­zu­ge­füg­ten und um eini­ge Herz­chen erwei­ter­ten Bild­schirm­gra­fi­ken, die sei­ne Cho­reo­gra­fie ergän­zen. Und war­um auch nicht, der Mann weiß schließ­lich, was er tut. Im Pres­se­zen­trum machen sich die Ers­ten nun schon Sor­gen, dass sie nächs­tes Jahr für ein Bier im Euro­club zu Oslo eine wei­te­re Hypo­thek aufs Haus auf­neh­men müs­sen. Und dass, wo doch das Super Bock in Lis­sa­bon so herr­lich güns­tig ist!

Nur echt mit der Vio­li­ne: der Rybak.

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Griff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eigent­lich gehört es zur Eröff­nungs­tra­di­ti­on des Pres­se­zen­trums, dass die dort ver­sam­mel­ten Schwur­na­lis­ten von der aller­ers­ten Pro­be aus tech­ni­schen Grün­den nichts mit­be­kom­men, weil die Lei­tung von der Hal­le noch nicht steht. Das war am Sonn­tag zwar nicht der Fall, dafür aber am heu­ti­gen Mon­tag: pünkt­lich zum Pro­ben­be­ginn um zehn Uhr lie­fen noch Tou­ris­mus­wer­be­clips in Dau­er­schlei­fe, wäh­rend in der Alti­ce-Are­na bereits das maze­do­ni­sche Duo Eye Cue auf der Büh­ne stand. Erst zum drit­ten Durch­lauf drück­te jemand den Knopf: auf den Moni­to­ren erschien, wie OnU berich­te­te, bild­fül­lend der Hin­tern der Lead­sän­ge­rin Mari­ja. Und falls sich jemand noch mit Schau­dern an das pink­far­be­ne Camel­toe-Out­fit aus dem Video zu ‘Lost and found’ erin­nert: etwas Ähn­li­ches trägt sie auch in Lis­sa­bon, nur ohne Unter­teil. Dort stol­ziert Mari­ja in einem eben­falls knall­pin­ken, rücken­frei­en Läpp­chen über die Bret­ter, wel­ches die Bli­cke auf ihr sil­ber­nes Hös­chen eher frei­gibt als bedeckt. Passt aber: dafür kommt ihr Beglei­ter Bojan halt oben­rum ohne. Der Auf­tritt wirkt genau so unstruk­tu­riert und chao­tisch wie der aus meh­re­ren Ein­zel­tei­len not­dürf­tig zusam­men­ge­tacker­te Song. Das sehen wir am Sams­tag im Fina­le garan­tiert nicht wie­der.

Lead­sän­ge­rin Mari­ja und ihr Scham­lip­pen­lap­pen.

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Die Rück­kehr des Flat­ter­lap­pens: ers­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

So, höchs­te Zeit, dass die­ser Blog aus sei­nem Dorn­rös­chen­schlaf erwacht: am gest­ri­gen Sonn­tag eröff­ne­te das – ange­reis­ten Schwur­na­lis­ten zufol­ge viel zu klei­ne – Pres­se­zen­trum in der Lis­sa­bon­ner Alti­ce-Are­na zur Über­tra­gung der ers­ten Kame­ra­pro­ben für das in acht Tagen ange­setz­te ers­te Semi des Euro­vi­si­on Song Con­test 2018. 19 Songs buh­len in die­sem bekannt­lich um einen der knap­pen zehn Plät­ze für das Fina­le. Und auch wenn die­se haupt­säch­lich für die Kame­ra­ein­stel­lun­gen und den Sound­check gedach­ten Pro­ben noch kei­nen umfas­sen­den Auf­schluss über die end­gül­ti­ge Per­for­mance in den bei­den Shows geben, in denen es zählt – näm­lich dem Jury­fi­na­le am kom­men­den Mon­tag und der TV-Show am 8. Mai, – so lässt sich doch zumin­dest ein Blick auf die Cho­reo­gra­fie- und Out­fit-Ide­en der Dele­ga­tio­nen erha­schen. Und da scheint sich in die­sem Jahr ein klei­ner Trend zurück zum Flat­ter­lap­pen zu ent­wi­ckeln, also zur Büh­nen­kla­mot­te mit lan­gen, kei­nem unmit­tel­ba­ren Beklei­dungs­zweck dien­li­chen Exten­si­ons, die man wun­der­bar effek­tiv im Sturm der Wind­ma­schi­ne wehen las­sen kann, um auch ohne LED-Wän­de etwas Dyna­mik in den Auf­tritt zu bekom­men.

Jeden Moment hebt sie ab: Aser­bai­dschans Aisel trotz der stür­mi­schen Hoch­see.

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Trick­kleid­dra­ma um Eli­na Netša­je­va

Exakt einen Monat vor dem ers­ten Semi­fi­na­le des Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 ent­spannt sich ein Finan­zie­rungs­pro­blem rund um die Teil­nah­me der est­ni­schen Pope­ra-Diva Eli­na Netša­je­va. Die trat beim hei­mi­schen Vor­ent­scheid Eesti Laul bekannt­lich in einem Pro­jek­ti­on­s­kleid auf, also einem Dress mit einem tex­til­rei­chen grau­en Unter­teil, das als Lein­wand für sehr ein­drück­li­che, auf­ge­spiel­te Visu­als fun­giert und das einen nicht uner­heb­li­chen Teil zum beein­dru­cken­den audio­vi­su­el­len Gesamt­kon­zept bei­trug. Das woll­te Eli­na in Lis­sa­bon eigent­lich so bei­be­hal­ten, was aber am Geld schei­tern könn­te: wie der est­ni­sche Dele­ga­ti­ons­lei­ter Mart Nor­met nach einem Bericht von Wiwi­bloggs vor­rech­net, sum­mie­ren sich die geschätz­ten Kos­ten für die Mie­te leis­tungs­star­ker Pro­jek­to­ren wäh­rend der Euro­vi­si­ons­wo­chen in Por­tu­gal auf min­des­tens 65.000 €, auch weil man für den vol­len Effekt gleich drei der Gerä­te benö­tigt. Der Sen­der ERR sieht sich jedoch nicht in der Lage, solch einen Betrag auf­zu­brin­gen.

Wird aus ‘La For­za’ ohne das Trick­kleid nun ‘La Furza’?

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GE 2018: Neu­es aus Pora­da Nin­fu

Lie­bes geor­gi­sches Fern­se­hen, nur so als Tipp: wenn man schon mit vol­ler Absicht als Letz­ter auf der Par­ty ein­läuft, so für das stan­des­ge­mäß gro­ße Entrée, dann soll­te der Auf­tritt auch über­zeu­gen. Gespannt waren die Erwar­tun­gen, nach­dem Ihr, mit schon sei­ner­zeit wirk­lich unnach­ahm­li­chem Gefühl fürs Timing, am ver­gan­ge­nen Sil­ves­ter­abend, nur weni­ge Stun­den vor Mit­ter­nacht, Eure intern aus­ge­wähl­te Ver­tre­ter ver­kün­de­tet: Iriao, eine sie­ben­köp­fi­ge Eth­no-Jazz-Band rund um den um den auch in Deutsch­land täti­gen Kom­po­nis­ten David Mala­zo­nia, wel­che laut Eigen­be­schrei­bung die von der UNESCO zum imma­te­ri­el­len Welt­kul­tur­er­be gezähl­te, nur im Kau­ka­sus prak­ti­zier­te poly­pho­ne Gesangs­tech­nik des Cha­kru­lo, eines „drei­tei­li­gen Trink­lie­des zur Vor­be­rei­tung auf die Schlacht, mit zwei reich ver­zier­ten indi­vi­du­el­len Parts gegen einen sich lang­sam bewe­gen­den Dro­hen-Chor“ (Wiki­pe­dia) pflegt und sie mit tra­di­tio­nel­ler Folk­lo­re, per­si­schen Ein­flüs­sen und west­li­chem Jazz ver­schmilzt. Von all dem fehlt aller­dings in dem heu­te end­lich ver­öf­fent­lich­ten Lied für Lis­sa­bon jeg­li­che Spur.

Als habe Herr Mala­zo­nia ein Prak­ti­kum bei Jupi­ter Records absol­viert: der geor­gi­sche Bei­trag 2018.

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BG 2018: Es lebe der Zen­tral­fried­hof

Als “düs­ter”, “mys­tisch” und “spi­ri­tu­ell” kün­dig­te das bul­ga­ri­sche Fern­se­hen den als stren­ge Ver­schluss­sa­che gehand­hab­ten und mas­siv gehyp­ten Bei­trag des Lan­des für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 an, den es heu­te Mor­gen ent­hüll­te. Um 7:30 Uhr in der Frü­he, an einem Mon­tag­mor­gen, dem denk­bar unspi­ri­tu­ells­ten und nüch­terns­ten Punkt der Woche. Gutes Timing, BNT! Dem­entspre­chend ernüch­tert fie­len die meis­ten Reak­tio­nen auf den Titel ‘Bones’ aus. Eine etwas glibb­ri­ge Vari­an­te von Dihajs ‘Ske­le­tons’ (→ AZ 2017), so könn­te man es viel­leicht zusam­men­fas­sen, dar­ge­bo­ten von einem Quin­tett mit dem Namen Equinox (Son­nen­wen­de), deren Mit­glie­der – eine bul­ga­ri­sche X‑Factor-Sie­ge­rin, ein rumä­ni­scher X‑Factor-Teil­neh­mer, einer der Chor­sän­ger des Vor­jah­res­ver­tre­ters Kris­ti­an Kostov und zwei Ame­ri­ka­ner – man im mit­ge­lie­fer­ten Lyric-Video nur sche­men­haft zu sehen bekommt. Soll wohl Inter­na­tio­na­li­tät demons­trie­ren, erin­nert als Kon­zept aber ein wenig an Ralph Sie­gels Retor­ten­kap­pel­le Six4One (→ CH 2006). Mit dem Unter­schied, dass zumin­dest einer der Fünf, Trey Camp­bell näm­lich, dem Kom­po­nis­ten­kol­lek­tiv Sym­pho­nix ange­hört, das auch für Kostovs Sil­ber­me­dail­len­song ver­ant­wort­lich zeich­ne­te. Sowie für den aktu­el­len öster­rei­chi­schen Bei­trag.

Könn­ten auch im namens­ge­ben­den US-Kri­mi Bones mit­spie­len, ob als Medi­zin­stu­den­ten, Kri­mi­nel­le oder Opfer: Equinox.

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LT 2018: Der Berg kraist… und gebiert eine Zasim­aus­kaitė

Über zehn Wochen erstreck­te sich das noto­risch über­lan­ge litaui­sche Vor­ent­schei­dungs­ver­fah­ren, die Euro­vi­zi­ja, auch 2018 wie­der. 50 Songs (!) nah­men ursprüng­lich dar­an teil, die man für das gest­ri­ge Fina­le, übri­gens das letz­te die­ser Sai­son (fühlt Ihr bereits den Ent­zugs­schmerz?), in einem epi­schen, hoch­kom­pli­zier­ten Ver­fah­ren auf sechs redu­zier­te, mit denen der Sen­der LRT dann, anders als die in die­ser Bezie­hung die Ner­ven ihrer Zuschauer/innen nicht über Gebühr stra­pa­zie­ren­de ARD, noch­mals gute drei Stun­den in der Prime­time füll­te. Es sieg­te, nach­dem die Litauer/innen in den Vor­run­den bereits sämt­li­che guten Bei­trä­ge bis auf einen her­ausge­wählt hat­ten, lei­der nicht die­ser, son­dern wie erwar­tet die kla­re Favo­ri­tin Ieva Zasim­aus­kaitė mit der stimm­lich aus­ge­spro­chen zart dahin­ge­hauch­ten Lie­bes­bal­la­de ‘When we’­re old’, mit wel­cher der Euro­vi­zi­ja-Dau­er­gast es im fünf­ten Anlauf schaff­te. Und zwar mit dem Segen und der Unter­stüt­zung ihres eige­nen Ehe­man­nes, der beim Final­auf­tritt mit auf die Büh­ne hin­zu­trat, um sie ver­liebt anzu­schmach­ten, was die Authen­ti­zi­tät des Crowd-Plea­sers unge­mein erhöh­te. Denn mer­ke: das Hete­ro­pär­chen siegt immer!

Kon­kur­renz für das spa­ni­sche Pär­chen in Sachen Gefühls­kitsch: die Ieva.

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MK 2018: So many Songs, so litt­le Time

Nicht einen, son­dern gleich vier Songs prä­sen­tier­te uns das maze­do­ni­sche Fern­se­hen am heu­ti­gen Abend der Bei­trags-Ent­hül­lun­gen. ‘Lost and found’, so heißt das Stück des bereits vor gerau­mer Zeit intern bestimm­ten Duos Eye Cue. Und es klingt auch ein biss­chen so, als habe man sich die Zuta­ten für das maze­do­ni­sche Lied im städ­ti­schen Fund­bü­ro zusam­men­ge­sam­melt. Es beginnt als nicht wei­ter auf­fäl­li­ge Mid­tem­po-Bal­la­de – für die ers­ten 20 Sekun­den. Dann klopft es auf ein­mal an der Tür. Wer da drau­ßen wohl steht? Oh, es ist ein ver­spiel­ter Reg­gae-Track! Wol­len wir ihn her­ein­las­sen? Eigent­lich nicht, denn nur wenig ist (mit weni­gen Aus­nah­men) nach dem Emp­fin­den des Blog­be­trei­bers nerv­tö­ten­der als ein aus zwei unter­schied­li­chen musi­ka­li­schen Sti­len zusam­men­ge­lö­te­ter Song. Doch zu spät: für die nächs­te hal­be Minu­te wabern die vir­tu­el­len Haschischwol­ken durch die Gegend, dann legt Lead­sän­ge­rin Mari­ja Iva­novs­ka einen schar­fen U‑Turn hin und kehrt zur Bal­la­de zurück, die nun zusätz­lich noch den Refrain beinhal­tet.

Un peu du Poiv­re / un peu du Sel / un peu d’A­mour / un peu du Miel: Eye Cue neh­men von allem ein biss­chen.

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RU 2018: Sticks and Stones won’t break your Bones

Und auch im Fal­le der rus­si­schen Reprä­sen­tan­tin für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018, Julia Samo­yl­o­va, und ihrem Grand-Prix-Bei­trag hiel­ten die Däm­me nicht: bereits vor der offi­zi­el­len Vor­stel­lung in den heu­ti­gen Haupt­abend­nach­rich­ten des Sen­ders leak­te der Song. Der heißt ‘I won’t break’, stammt vom sel­ben Kom­po­nis­ten­trio, das bereits Dina Gari­po­vas (→ RU 2013) gru­se­li­ge Gehirn­wä­sche-Hym­ne ‘What if we’ ver­brach und ent­puppt sich musi­ka­lisch als belang­lo­ses­ter Radio­pop ohne den gerings­ten Fun­ken von Authen­ti­zi­tät. Zumin­dest in der Stu­dio­fas­sung stellt er den­noch eine leich­te Ver­bes­se­rung zu Juli­as letzt­jäh­ri­gem Lied ‘Fla­me is bur­ning’ dar, was vor allem dar­an liegt, dass ein mehr­stim­mi­ger Frau­en­chor ihr den Refrain wei­test­ge­hend abnimmt, wäh­rend­des­sen sie ledig­lich das titel­ge­ben­de Ver­spre­chen ihres immer­wäh­ren­den Wider­stands dahin­mur­melt. Und selbst­ver­ständ­lich nutz­ten die Tex­ter die nahe­lie­gen­de Gele­gen­heit, die Inter­pre­tin in ihren leicht düs­te­ren Lyrics zu einer Art wie Phö­nix aus der Asche stei­gen­den Mär­ty­re­rin zu sti­li­sie­ren.

Die Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne rollt wie­der: die hel­den­haf­te Frei­heits­kämp­fe­rin Julia Samo­yl­o­va.

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IL 2018: Kuku­ri­ku

Schon des Näch­tens sup­pte er durch, der eigent­lich bis zur offi­zi­el­len Prä­sen­ta­ti­on heu­te Abend unter Ver­schluss zu hal­ten­de israe­li­sche Euro­vi­si­ons­bei­trag 2018. Wor­auf­hin das Land in den Wett­bü­ros sofort auf den Spit­zen­platz schoss. Kein Wun­der: Net­ta Bar­zi­lais femi­nis­ti­sche Hym­ne ‘Toy’ ver­eint einen außer­ge­wöhn­li­chen, authen­ti­schen Gesangs­stil mit einem aktu­el­len gesell­schafts­po­li­ti­schen Anlie­gen – der in Hol­ly­wood gestar­te­ten, aber mitt­ler­wei­le glo­ba­len #metoo-Bewe­gung – und, am Wich­tigs­ten, einem star­ken, Spaß machen­den Pop-Track. Zusam­men­ge­hal­ten wird das von Doron Meda­lie (‘Gol­den Boy’, IL 2015) kom­po­nier­te und aus 140 Ein­sen­dun­gen aus­ge­wähl­te ‘Toy’ von der natur­ge­wal­ti­gen Per­sön­lich­keit der Wucht­brum­me Net­ta, einer Art israe­li­scher Beth Dit­to: dick, laut, talen­tiert und abso­lut fabel­haft! Die berech­tig­te Sie­ge­rin der vom Sen­der rein zur Ermitt­lung der Reprä­sen­tan­tin genutz­ten Euro­vi­si­ons-Cas­ting­show HaKok­hav Haba scheut weder vor dem Ein­satz eines Loo­pers noch vor iro­nisch ein­ge­setz­tem Gackern zurück. Und unter­streicht damit nur die läs­si­ge Ernst­haf­tig­keit ihrer Mes­sa­ge, dass Frau­en kei­ne Spiel­zeu­ge für Jungs sind.

Eine Hen Night der ande­ren Art: Net­ta gackert für mehr Frei­heit.

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