ULfTA: die Wie­der­auf­be­rei­tungs­an­la­ge von The Voice?

Seit ges­tern sind sie abge­schlos­sen, die fünf Euro­vi­si­ons-Work­shops im Köl­ner Maar­weg­stu­dio. Zwan­zig von den bei­den Aus­wahl­ju­rys hand­ver­le­se­ne Kandidat/innen hat­te der NDR ein­ge­la­den. So wie es aus­sieht, folg­ten nicht alle dem Ruf des Sen­ders: nach den Berich­ten des Prinz-Blogs nah­men ledig­lich 15 Acts an den Auf­takt­run­den zum deut­schen Grand-Prix-Vor­ent­scheid 2019 teil. Davon bedun­gen sich vier Dis­kre­ti­on aus, so dass wir momen­tan ledig­lich elf Kombattant/innen nament­lich ken­nen. Von die­sen wie­der­um tra­gen acht eine Cas­ting­show-Ver­gan­gen­heit mit sich her­um – in hie­si­gen Zei­ten nicht wei­ter ver­wun­der­lich, stel­len die­se For­ma­te doch (bedau­er­li­cher­wei­se) so ziem­lich die ein­zi­ge ver­blie­be­ne Prä­sen­ta­ti­ons­flä­che für Musiker/innen im Fern­se­hen dar. Zumin­dest die ein­zi­ge mit nen­nens­wer­ten Ein­schalt­quo­ten. Den­noch ver­bleibt ange­sichts der auf­fäl­li­gen Häu­fung von ehe­ma­li­gen The-Voice- und DSDS-Partizipant/innen das ungus­tiö­se Geschmäck­le vom deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid als Wie­der­auf­be­rei­tungs­an­la­ge für aus­ge­brann­te Cas­ting­show-Stern­chen nach dem Über­schrei­ten ihrer Halb­werts­zeit. Als pro­mi­nen­tes Bei­spiel dient hier­bei sicher­lich der Sie­ger von 2009 der men­schen­ver­ach­ten­den RTL-Show Deutsch­land sucht den Super­star, Dani­el Schuh­ma­cher.

Schuh­ma­cher bewarb sich bereits 2015 mit die­ser fei­nen Elek­tro-Pop-Per­le für die Wild­card-Run­de des deut­schen Vor­ent­scheids.

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Ukrai­ni­sches Fern­se­hen stellt Aus­strah­lung ein

Extre­me Besorg­nis” äußer­te der EBU-Obers­te Noël Cur­ran heu­te in einer Pres­se­mit­tei­lung hin­sicht­lich der Lage der ukrai­ni­schen öffent­lich-recht­li­chen Sen­de­an­stalt UA:PBC, nach­dem die­se auf­grund feh­len­der Geld­mit­tel die ana­lo­ge Ver­brei­tung ihrer Pro­gram­me im Lan­de stop­pen muss­te. Die­ses Jahr habe der Sen­der, der nach den Wor­ten Currans ohne­hin “mit einem der kleins­ten Bud­gets Euro­pas” aus­kom­men müs­se, ledig­lich die Hälf­te der ihm nach den natio­na­len Fest­le­gun­gen gesetz­lich zuste­hen­den Finanz­mit­tel erhal­ten. UA:PBC zeich­net auch für die ukrai­ni­sche Euro­vi­si­ons­teil­nah­me ver­ant­wort­lich (wobei der Vor­ent­scheid Vid­bir auf einen pri­va­ten Musik­ka­nal aus­ge­la­gert wur­de, um Kos­ten zu spa­ren) und hat­te erst in die­ser Woche bekräf­tigt, in Tel Aviv an den Start gehen zu wol­len. Soll­te die Anstalt ihren Betrieb jedoch voll­stän­dig ein­stel­len müs­sen, ent­gin­gen uns künf­tig die tra­di­tio­nell spek­ta­ku­lär insze­nier­ten Bei­trä­ge des kriegs­ge­schüt­tel­ten Lan­des. Doch selbst­re­dend nicht aus die­sem Grund, son­dern wegen der im nächs­ten Jahr anste­hen­den Prä­si­dent­schafts­wah­len for­der­te die EBU die Regie­rung in Kiew heu­te auf, die ana­lo­ge Aus­strah­lung “unver­züg­lich wie­der­her­zu­stel­len und die not­wen­di­gen Mit­tel bereit­zu­stel­len, damit die öffent­lich-recht­li­chen Medi­en ihre wich­ti­ge Rol­le für die Gesell­schaft und die Demo­kra­tie in der Ukrai­ne erfül­len kön­nen.”

Gigan­ti­sche Lun­gen­flü­gel, bol­lern­de Buko­vina-Beats und lus­ti­ges Seil­sprin­gen: die Ukrai­ne weiß beim ESC bes­tens zu unter­hal­ten. Hof­fen wir, dass sie uns wei­ter­hin erhal­ten bleibt!

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Die Wür­fel sind gefal­len: es geht 2019 nach Tel Aviv!

Das ICC in Tel Aviv

Hur­ra, end­lich star­tet sie ganz offi­zi­ell, die ESC-Sai­son 2019! Heu­te, am 13. Sep­tem­ber 2018, gab die EBU nach lan­gem Gezer­re doch noch die von Fans her­bei­ge­sehn­te Ent­schei­dung bekannt: der nächs­te Euro­vi­si­on Song Con­test fin­det am 14., 16. und 18. Mai 2019 (wie immer: Diens­tag und Don­ners­tag die zwei Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den, Sams­tag das gro­ße Fina­le) im Inter­na­tio­nal Con­ven­ti­on Cen­ter (ICC) auf dem Expo-Gelän­de in Isra­els Par­ty­me­tro­po­le Tel Aviv statt. Damit haben sich die libe­ra­len Kräf­te gegen­über den Tra­di­tio­na­lis­ten durch­ge­setzt, die das inter­na­tio­na­le Event in der poli­ti­schen und reli­giö­sen Haupt­stadt des Lan­des sehen woll­ten. Nicht nur den quee­ren Fans dürf­te heu­te ein Stein vom Her­zen gefal­len sein, son­dern auch den TV-Macher/in­nen. Tho­mas Schrei­ber vom NDR zählt die wich­tigs­ten Grün­de auf, die ver­mut­lich den Aus­schlag gaben: “aus­rei­chend Hotel­zim­mer mit kur­zen Wegen, kei­ne zeit­li­chen Ein­schrän­kun­gen für Pro­ben, dazu eine Stadt am Mit­tel­meer, die nie­mals schläft. Wir freu­en uns auf Tel Aviv!” Und wie!

Dann kann der Gol­den Boy ja jetzt sein Ver­spre­chen “Befo­re I lea­ve / let me show you Tel Aviv” wahr machen. Ich freu mich drauf!

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Eesti Laul 2019 mit Künst­ler-Crowd­fun­ding

Krea­ti­ve Wege zur Refi­nan­zie­rung der Euro­vi­si­ons­teil­nah­me geht das est­ni­sche Fern­se­hen: wie gut infor­mier­te Quel­len berich­ten, kas­siert der Sen­der ERT künf­tig von jedem, der einen Bei­trag zur dor­ti­gen Vor­ent­schei­dung Eesti Laul ein­rei­chen möch­te, einen Teil­nah­me­bei­trag in Höhe von 25 bzw. 50 €. Da übli­cher­wei­se so um die 300 Vor­schlä­ge zusam­men­kom­men, dürf­ten sich die Ein­nah­men hier­aus schnell auf rund 10.000 € läp­pern. Die­ses Geld bekommt im Anschluss der Sie­ger des Vor­ent­scheids aus­ge­hän­digt – aller­dings zweck­ge­bun­den: es dient als Bud­get für das Sta­ging beim Euro­vi­si­on Song Con­test, aus dem sich der Sen­der finan­zi­ell kom­plett zurück­zieht. Im Gegen­satz zu frü­he­ren Jah­ren steht die Eesti Laul künf­tig auch wie­der aus­län­di­schen Komponist/innen offen, aller­dings zah­len die­se das höhe­re Schutz­geld, wenn ihr Bei­trag nicht in Lan­des­spra­che ist. Mit die­ser Dis­kri­mi­nie­rungs­stra­te­gie wol­le man unpro­fes­sio­nel­le “Scherz-Bei­trä­ge” ver­hin­dern, wie der neue Eesti-Laul-Pro­du­zent Tomi Rahu­la sag­te. Ob da ein schnö­der Fünf­zi­ger aller­dings zur Abschre­ckung aus­reicht?

Die Kos­ten für die­se Licht­ef­fek­te führ­ten zu einer erbit­ter­ten öffent­li­chen Debat­te: Eli­na und ‘Der Furz’.

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Alles wie vor­her: ESC 2019 bleibt trotz Finanz­streit in Isra­el

Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor”: die­ses Faust-Zitat passt ganz wun­der­bar zu den aktu­el­len Rän­ke­schmie­den um die Aus­rich­tung des Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 in Isra­el. Dass der Wett­be­werb nach dem Sieg von Net­ta Bar­zi­lai in Lis­sa­bon in dem Nah­ost­land statt­fin­den soll, wis­sen wir bereits seit Mai 2018. Dass es eine Feh­de um den mög­li­che Aus­tra­gungs­ort gibt, mit dem welt­of­fe­nen Tel Aviv und der umstrit­te­nen reli­giö­sen Haupt­stadt Jeru­sa­lem als aus­sichts­reichs­te Bewer­ber, auch. Nun stand in den letz­ten Tagen die gesam­te Aus­rich­tung auf Mes­sers Schnei­de, weil sich der Sen­der Kan und die israe­li­sche Regie­rung eine Aus­ein­an­der­set­zung um die Finan­zie­rung des von der EBU gefor­der­ten Pfand­gel­des in Höhe von 12 Mil­lio­nen Euro (!) lie­fer­ten. Das ver­lan­gen die Gen­fer seit die­sem Jahr als Aus­fall­ga­ran­tie für den Fall, dass die Show aus irgend­wel­chen Grün­den (Orga­ni­sa­ti­ons­cha­os, Poli­tik, höhe­re Gewalt) kurz­fris­tig ver­legt wer­den muss. Kan woll­te die­sen Betrag nicht aus sei­ner Scha­tul­le neh­men, die bereits durch die Aus­rich­tung des Wett­be­werbs belas­tet ist, und for­der­te Hil­fe vom Finanz­mi­nis­te­ri­um. Dort war man aller­dings der Mei­nung, bei einem Jah­res­bud­get von 177 Mil­lio­nen Euro müs­se der Sen­der den Betrag selbst finan­zie­ren. Auf­grund des anhal­ten­den Ver­hand­lungs­ma­ra­thons ver­län­ger­te die EBU die Zah­lungs­frist bereits um 14 Tage – bis zum gest­ri­gen Stich­tag.

I don’t care about your Ste­fa, Baby”: Net­ta ist Geld egal. Der EBU nicht.

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Schwei­zer Fern­se­hen streicht die Ent­schei­dungs­show

Nach dem Aus­schei­den der schwei­ze­ri­schen ESC-Ver­tre­ter Zibbz im ers­ten Semi­fi­na­le 2018 schraubt der ver­ant­wort­li­che Sen­der SRF wei­ter am Vor­auswahl­ver­fah­ren für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2019. Wie das hel­ve­ti­sche Fern­se­hen heu­te bekannt gab, ori­en­tiert man sich am erfolg­rei­chen Kon­zept des NDR und bedient sich eines ein­hun­dert­köp­fi­gen Zuschau­er­pa­nels sowie einer inter­na­tio­na­len Fach­ju­ry aus 20 ehe­ma­li­gen ESC-Teil­neh­mer/in­nen oder -Juror/innen. Die­se wäh­len – wie in Deutsch­land – in einem mehr­stu­fi­gen Ver­fah­ren aus den vor­se­lek­tier­ten Bewer­bun­gen den eid­ge­nös­si­schen Reprä­sen­tan­ten für Isra­el. Der SRF behält sich inner­halb des Ver­fah­rens die Ver­ga­be zusätz­li­cher Wild­cards vor, die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung liegt aller­dings aus­schließ­lich bei den bei­den Panels, für deren Zusam­men­stel­lung der Sen­der mit dem deut­schen Unter­neh­men diga­me zusam­men­ar­bei­tet, das auch die deut­schen Jurys orga­ni­siert. Bewer­bun­gen für das Fan-Panel sind ab Ende August 2018 mög­lich, poten­ti­el­le Songs kön­nen im Sep­tem­ber 2018 ein­ge­reicht wer­den.

Schon deut­lich bes­ser als der Schwei­zer Durch­schnitt, aber nicht stark genug fürs Fina­le: für die Zibbz war in Lis­sa­bon im Semi Schluss.

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Der NDR stockt auf: mehr Start­plät­ze beim deut­schen Vor­ent­scheid 2019

Erfreu­li­che Nach­rich­ten aus Ham­burg: nach dem her­vor­ra­gen­den Erfolg des cha­ris­ma­ti­schen Micha­el Schul­te (übri­gens im Novem­ber 2018 Star­gast beim ECG-Fan­tref­fen in Köln!) und sei­nes die Her­zen rüh­ren­den Trä­nen­zie­hers ‘You let me walk alo­ne’ beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in Por­tu­gal behält der NDR nicht nur das im letz­ten Jahr grund­le­gend rund­erneu­er­te Vor­ent­schei­dungs­kon­zept bei, son­dern baut es sogar aus: wie die Prin­zen heu­te unter Bezug auf eine Ver­öf­fent­li­chung des Sen­ders berich­ten, soll es beim deut­schen Vor­ent­scheid 2019 deut­lich mehr Plät­ze geben als bei der Pre­miè­re: “etwa acht bis zehn Fina­lis­ten” sol­len erneut in zwei Run­den von einer Fan-Jury und einem mit inter­na­tio­na­len Pro­fis besetz­ten Gre­mi­um aus rund 200 vom NDR vor­aus­ge­sieb­ten Bewerber/innen aus­ge­wählt wer­den: zunächst wie­der an die 20 für das zwei­tä­gi­ge Boot-Camp, dar­aus dann etwa jede/r Zwei­te für das pro­fes­sio­nel­le Song-Camp, bei dem am Bei­trag gebas­telt wer­den kann, und für die TV-Show (für wel­che noch kein kon­kre­ter Sen­de­ter­min fest­steht). Damit erwei­sen sich die Ham­bur­ger als wei­ter­hin in löb­li­cher Wei­se zuhör- und lern­be­reit: die recht schma­le Aus­wahl an Künst­lern, die in der Show zum mas­si­ven Zeit­schin­den mit quä­lend lan­gen Intros und bis zum Erbre­chen wie­der­hol­ten Schnell­durch­läu­fen führ­te, war einer der Haupt­kri­tik­punk­te an Unser Lied für Lis­sa­bon.

So lief es 2018 und so soll es im Prin­zip auch 2019 funk­tio­nie­ren. Nur mit mehr Finalist/innen.

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