Beo­vi­zi­ja 2019: Das schlägt dem Fass die Kro­ne ins Gesicht

Neben Nord­ma­ze­do­ni­en, Russ­land, San Mari­no und Ungarn schickt nun auch Ser­bi­en eine Rück­keh­re­rin zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 nach Tel Aviv: bereits vor sechs Jah­ren stand Neve­na Božo­vić in Mal­mö auf den Bret­tern, die die Welt bedeu­ten; sei­ner­zeit als Teil des unmit­tel­bar nach dem Wett­be­werb wie­der auf­ge­lös­ten Trash-Tri­os Moje 3 mit ihrer Alle-mei­ne-Ent­chen-Melo­die ‘Lju­bav je svu­da’, das ver­mut­lich auch dank der grau­sam ent­stel­len­den Kla­mot­ten­wahl der drei ser­bi­schen Lieb­chen im Semi­fi­na­le aus­schied. Modisch hat sich die erschre­ckend dün­ne Neve­na, die zur Sicher­heit stets eine gan­ze Bat­te­rie von Vomi­tier­spa­teln am Arm und um den Hals mit sich führt, um bei buli­mi­schen Fress­an­fäl­len sofort gegen­steu­ern zu kön­nen, zwi­schen­zeit­lich wei­ter­ent­wi­ckelt. Auch musi­ka­lisch kommt sie 2019 anders daher: ihre selbst geschrie­be­ne, für mei­ne Ohren aller­dings selt­sam blut­lee­re und sakri­leg­haft mit eng­li­schen Text­ein­spreng­seln ver­se­he­ne Bal­kan­bal­la­de ‘Kru­na’ (‘Kro­ne’) ver­moch­te im gest­ri­gen Fina­le der Beo­vi­zi­ja die Juror/innen über­zeu­gen, die sie mit deut­li­chem Punk­te­vor­sprung an die Spit­ze wähl­ten. Beim hei­mi­schen Publi­kum lan­de­te Frau Božo­vić hin­ge­gen nur auf dem drit­ten Rang.

Von der Jury zur Köni­gin gekrönt: Neve­na.

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Geor­gi­en 2019: Fly­ing the Flag

Ein “streng patrio­ti­sches” Lied über die “Stär­ke Geor­gi­ens” und dem Wunsch nach einem “Ende des Krie­ges und der Kon­flik­te”, so die Beschrei­bung des Kau­ka­sus-Kor­re­spon­den­ten von Wiwi­bloggs, gewann ges­tern Abend im Fina­le von Sakart­ve­los varsk­v­la­vi (Geor­gi­en sucht den Super­star) das Ticket nach Tel Aviv. Die seit Mona­ten lau­fen­de Cas­ting­show fand mit vier ver­blie­be­nen Kandidat/innen ihren Abschluss, wel­che sich ledig­lich drei Lie­der tei­len muss­ten: sowohl der aus­ge­spro­chen nied­li­che Gior­gi Naka­shid­ze als auch der in sei­nen zir­ka vier Num­mern zu gro­ßen Kla­mot­ten und mit Man­bun eher nach einem Obdach­lo­sen als nach einem Hips­ter aus­se­hen­de Jazz­sän­ger Oto Nemsad­ze brach­ten die sieg­rei­che, von einem mas­si­ven Flag­gen­ein­satz beglei­te­te Rock­bal­la­de ‘Sul tsin iare’ (‘Immer wei­ter’) zum Vor­trag. Und zwar im glei­chen Arran­ge­ment, wobei sich zeig­te, dass die Num­mer den ver­gleichs­wei­se zart besai­te­ten Gior­gi schnell an sei­ne Gren­zen brach­te, wäh­rend Oto mit sei­ner rau­en, kraft­vol­len Stim­me voll auf die Zwölf ging. Auch der fünf­köp­fi­ge männ­li­che Begleit­chor, der den leicht zu mer­ken­den “Var­aa­da vara­da, vara­da vara hee”-Part über­nahm, schaff­te sich in sei­ner Vari­an­te rich­tig rein. So sehr, dass es die mit ihrer blon­den Kurz­haar­fri­sur kaum wie­der zu erken­nen­de deut­sche Vor­ent­schei­dungs­letz­te von 2018, Natia Todua, vor lau­ter Begeis­te­rung von ihrem Juro­rin­nen­stuhl riss.

Gold­ma­rie­chen Todua und ‘I don’t wan­na put in’-Ste­phan las­sen sich von Oto begeis­tern.

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UMK 2019: Das Sand­stürm­chen

Die wohl vor­her­seh­bars­te und irgend­wie auch über­flüs­sigs­te Vor­ent­schei­dung fand am gest­ri­gen Sams­tag im fin­ni­schen Ort Tur­ku statt. Wie schon im Vor­jahr gab es bei der UMK nur einen bereits seit eini­ger Zeit bekann­ten Inter­pre­ten, näm­lich den EDM-DJ und -Pro­du­zen­ten Vil­le Vir­ta­nen ali­as Daru­de, des­sen bekann­tes­ter Hit ‘Sand­sturm’ nun knapp zwan­zig Jah­re zurück liegt. Auch die drei zur Aus­wahl ste­hen­den Songs kann­te man bereits, hat­te das fin­ni­sche Fern­se­hen die­se doch in den zurück­lie­gen­den Wochen im Sie­ben­ta­ge­ab­stand ver­öf­fent­licht. So stand im Grun­de das Ergeb­nis bereits im Vor­feld fest, denn dass unter den drei alle­samt sehr schwa­chen Bei­trä­gen der zuletzt releas­te Track ‘Look away’ noch am wenigs­ten Fad­heit ver­strömt, dar­über herrsch­te all­ge­mei­nes Ein­ver­ständ­nis. Der von Daru­de als Sän­ger ange­heu­er­te Sebas­ti­an Rej­mann tat das Sei­ne hin­zu, in dem er die bei­den ande­ren Titel stimm­lich kom­plett in den Sand setz­te und nur bei ‘Look away’ eini­ger­ma­ßen annehm­bar klang. Oder aber die Ton­tech­ni­ker des Sen­ders YLE steu­er­ten das mit Absicht so aus. Jeden­falls wähl­ten sowohl die inter­na­tio­na­le Jury – erneut unter Betei­li­gung des Wiwi­blog­gers Wil­liam Lee Adams – als auch das hei­mi­sche Publi­kum den Song wunsch­ge­mäß nach vor­ne.

Living in a Box: Daru­de.

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Fes­ti­val da Canção 2019: Neu­es aus dem Funk­loch

Acht Acts tra­ten an im gest­ri­gen Fina­le des por­tu­gie­si­schen Fes­ti­val da Canção, übrig­ge­blie­ben aus dop­pelt so vie­len Semifinalist/innen. Und den­noch dreh­te sich der gan­ze Abend nur um einen ein­zi­gen Künst­ler und die Fra­ge, ob er es schaf­fen wird, die Stim­men des Publi­kums und der Jurys zu gewin­nen. Er schaff­te es: Tia­go Miran­da oder, wie wir ihn ken­nen, Con­an Osí­ris führ­te am Ende mit zwei­mal Dou­ze Points das Feld klar an. Alles ande­re hät­te sicher­lich auch zu tumult­ar­ti­gen Sze­nen geführt, schließ­lich erhiel­ten der gebür­ti­ge Lis­sa­bon­ner und sein abso­lut anmu­ti­ger Tän­zer João Reis Morei­ra als ein­zi­ge der Teilnehmer/innen ste­hen­de Ova­tio­nen im Saal. ‘Tele­mó­veis’ (‘Mobil­te­le­fo­ne’), sein Bei­trag, han­delt von der Abhän­gig­keit der Men­schen von ihren trag­ba­ren Tele­por­ta­ti­ons­ma­schi­nen in die vir­tu­el­le Welt, und ent­spricht musi­ka­lisch so über­haupt kein biss­chen irgend­wel­chen gän­gi­gen Euro­vi­si­ons- oder Pop-Kon­ven­tio­nen. Als “atem­be­rau­ben­de Fusi­on aus Fado, Tech­no und ara­bi­schen Ein­flüs­sen” beschreibt es der fach­kun­di­ge Dr. Euro­vi­si­on, als schrä­ge Col­la­ge aus trei­ben­den Elek­tro­beats, Chi­na-Restau­rant-Beschal­lung auf Pil­zen und osma­ni­schen Kla­ge­ge­sän­gen will es mir erschei­nen. Die wil­de Kos­tü­mie­rung mit Pha­ra­no­nen­mas­ke und die eksta­ti­schen Tän­ze machen die Sache nur noch trip­pi­ger und las­sen die Zuschauer/innen garan­tiert rat­los zurück. Mit ande­ren Wor­ten: es ist groß­ar­tig!

Edward mit den Sche­ren­hän­den: in die­sem Auf­zug kommt Con­an am Ben-Gur­i­on-Flug­ha­fen nicht durch die Kon­trol­le.

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Melo­di Grand Prix 2019: The Spi­rits are cal­ling your Name

Zehn Songs, drei Abstim­mungs­run­den und das von Anfang an erwar­te­te Ergeb­nis: das nor­we­gi­sche Fern­se­hen NRK zeig­te am gest­ri­gen Abend mal wie­der, wie man einen natio­na­len Vor­ent­scheid mit einem kla­ren Aus­gang den­noch unnö­tig in die Län­ge zie­hen kann. Trotz aller Mani­pu­la­ti­ons­ver­su­che durch die inter­na­tio­na­le Jury gewann am Ende des unter­halt­sa­men Abends, wie all­ge­mein vor­her­ge­sagt und völ­lig zu Recht das Trio Kei­i­no mit dem ein­gän­gi­gen Grand-Prix-Dis­co-Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Spi­rit in the Sky’, der uptem­po­rä­re Drums, einen super­süf­fi­gen Refrain und auf samisch gejoik­te Eth­no-Ver­zie­run­gen zu einem Gesamt­kunst­werk aus dem Lehr­buch für Euro­vi­si­ons­schla­ger ver­bin­det. Das eigens für den Melo­di Grand Prix gebil­de­te Pro­jekt Kei­i­no besteht aus den frü­he­ren MGP-Solo-Teil­neh­mer/in­nen Tom Hugo und Alex­an­dra Rotan, ergänzt um den glatz­köp­fi­gen Rap­per Fred Bul­jo, die den Song gemein­sam mit Toms Ehe­mann Alex Ols­son schrie­ben (oder viel­mehr in wei­ten Tei­len bei Saa­ra Aal­tos ‘Mons­ters’ abkup­fer­ten). Inter­es­san­ter­wei­se besteht zwi­schen den Drei­en ein ganz kla­res stimm­li­ches Gefäl­le: wäh­rend Hugo sei­ne Stro­phen sehr sau­ber und klar ver­ständ­lich into­nier­te, ver­nu­schel­te Rotan ihren Part schon arg ver­nehm­lich. Bul­jo klang unter­des­sen, als habe er vor dem Auf­tritt einen Och­sen­frosch ver­schluckt, der ihm nun im Hals sit­ze. Das konn­te, eben­so wie die stark über­ar­bei­tungs­be­dürf­ti­ge Büh­nen­show, jedoch den mit­rei­ßen­den Gesamt­ein­druck nicht trü­ben.

Wel­che Geis­ter da wohl von Fred Bul­jos Stimm­bän­dern Besitz ergrif­fen hat­ten?

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Söng­vakepp­nin 2019: Til haming­ju Ísland

End­lich! Das wur­de aber auch Zeit! Nach­dem in der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019 bis auf sel­te­ne, ein­zel­ne Aus­nah­men bis­lang eine tra­gi­sche Fehl­ent­schei­dung die nächs­te jag­te und sich das Feld fast aus­schließ­lich mit drö­gem Mist füll­te, gelang es am gest­ri­gen, letz­ten Super­sams­tag gleich drei Natio­nen, den aktu­el­len Jahr­gang gemein­schaft­lich doch noch zu ret­ten. Zuvor­derst zu loben sind natür­lich die Isländer/innen, seit ges­tern Abend offi­zi­ell das cools­te, klügs­te und schöns­te Völk­chen der Erde, in deren Hän­den gewis­ser­ma­ßen die Zukunft des Euro­vi­si­on Song Con­test lag. Und sie wähl­ten aus­nahms­wei­se ein­mal wei­se: das aus den Mit­glie­dern Einar Hrafn Ste­fáns­son, Kle­mens Niku­lás­son Han­nig­an und Mat­thías Trygg­vi Haralds­son bestehen­de Trio Hata­ri gewann im Super­fi­na­le des Söng­vakepp­nin gegen den sehr ansehn­lich gereif­ten Frið­rik Ómar, der 2009 als Teil des Duos Euro­band mit dem phi­lo­so­phi­schen Euro­dance-Hit ‘This is my Life’ mei­nen bis­he­ri­gen Lieb­lings-Euro­vi­si­ons-Bei­trag ablie­fer­te, und über­nahm damit gewis­ser­ma­ßen das Staf­fel­holz. Hata­ris Indus­tri­al-Brett ‘Hat­rið mun sig­ra’ (‘Der Hass wird sie­gen’), eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit den gesell­schafts­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen der letz­ten Jah­re, musi­ka­lisch geschickt ver­packt in eine Mischung aus Lai­bach und Bron­ski Beat und visu­ell beglei­tet durch eine anspre­chen­de SM-Show, dürf­te nun einer der hei­ßes­ten Anwär­ter auf einen Sieg in Tel Aviv sein.

Eine cle­ve­re sati­ri­sche Abrech­nung mit dem durch die Rechts­po­pu­lis­ten ver­brei­te­ten Hass. Und eine Rückung! Was will man mehr?

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Per­len der Vor­ent­schei­dung: die ser­bi­sche Strick­lie­sel

Bevor der heu­ti­ge letz­te Super­sams­tag der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2019 unse­re letz­ten Kraft­re­ser­ven for­dert, gilt es noch, die bei­den Semi­fi­na­le der ser­bi­schen Beo­vi­zi­ja Revue pas­sie­ren zu las­sen, die am Mitt­woch und Don­ners­tag die­ser Woche über die Büh­ne gin­gen und die sich über wei­tes­te Stre­cken in einer schier unglaub­li­chen Nost­al­gie ergin­gen. Wäh­rend man näm­lich die jeweils 12 Kombattant/innen je Run­de, von denen die Hälf­te ins Fina­le pas­sie­ren durf­te, in einer knap­pen Drei­vier­tel­stun­de Schlag auf Schlag durch das Pro­gramm prü­gel­te, unter­bro­chen nur von kaum ein­mi­nü­ti­gen Ein­spie­lern (sieh und ler­ne, NDR!) füll­te der Sen­der RTS die ver­blie­be­nen mehr als zwei Stun­den Sen­de­zeit bis zum Bers­ten mit nam­haf­ten Star­gäs­ten aus dem gesam­ten Bal­kan. So wie bei­spiels­wei­se der anbe­tungs­wür­di­gen Kalio­pi, dem etwas abge­härmt aus­se­hen­den Laka, der frisch gestraff­ten San­ja Vučić, dem sicht­lich geal­ter­ten Knez oder der zucker­sü­ßen Boja­na Sta­men­ov, die nicht nur jeweils ihre eige­nen Euro­vi­si­ons­bei­trä­ge noch­mals zum Bes­ten gaben, son­dern auch, zusam­men­ge­stellt zu Super­star-Duet­ten bis Quar­tet­ten, wei­te­re Bal­kan- und Euro­vi­si­ons­klas­si­ker prä­sen­tier­ten. Und damit das zuvor gezeig­te aktu­el­le Beo­vi­zi­ja-Teil­neh­mer­feld der­ma­ßen grell über­strahl­ten, dass nur die gele­gent­lich ein­ge­streu­ten Schnell­durch­läu­fe es vor dem völ­li­gen Ver­ges­sen bewahr­te.

Ob die Lipi­de für San­ja Vučićs Lip­pen­auf­sprit­zung direkt aus dem Gesäß von Jac­ques Hou­dek abge­saugt wur­den?

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Bel­gi­en 2019: Song zum Wach­wer­den gesucht

Heu­te prä­sen­tier­te der wal­lo­ni­sche Sen­der RTBF den Bei­trag Bel­gi­ens zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 in Tel Aviv. Der Inter­pret steht schon län­ger fest: der 18jährige Eli­ot Vas­sa­mil­let, der außer sei­ner wenig erfolg­rei­chen Teil­nah­me an The Voice Bel­gi­que bis­lang noch nicht wei­ter in Erschei­nung trat, singt die von Pierre Dumoulin (‘City Lights’) kom­po­nier­te Num­mer ‘Wake up’. Die beginnt recht viel­ver­spre­chend mit einer sphä­ri­schen, leicht düs­te­ren Elek­tro-Flä­che und zer­brech­lich-rau­em Gesang in der Stro­phe. Im Pre-Cho­rus zieht das Tem­po dann sogar noch ein biss­chen an und erweckt – pas­send zum Song­ti­tel – die in die­sem Jahr­gang bei­na­he schon beer­digt geglaub­te Hoff­nung auf einen rich­tig guten Pop­song wie­der zum Leben. Natür­lich nur, um sie im fol­gen­den Refrain auf das Bit­ters­te zu ent­täu­schen! Hier steigt der Kom­po­nist im Hin­blick auf Melo­die, musi­ka­li­sche Raf­fi­nes­se und Geschwin­dig­keit der­ma­ßen hart in die Eisen, dass man fast glaubt, das Quiet­schen der Rei­fen zu hören und den Ruck im Magen zu spü­ren. Das Spiel wie­der­holt sich dann noch ein paar Mal: auf rich­tig gei­le Pas­sa­gen folgt stets eine Voll­brem­sung und eine Gabe kom­po­si­to­ri­schen Vali­ums, die den ver­spro­che­nen Hal­lo-wach-Effekt kom­plett zunich­te macht. Erschwe­rend kommt hin­zu, dass unser Eli­ot dem ers­ten Ein­druck nach nicht unbe­dingt vor Cha­ris­ma sprüht. Ob sich in der Live-Insze­nie­rung also noch etwas ret­ten lässt, muss dahin­ge­stellt blei­ben.

Lei­det, wie fast alle zeit­ge­nös­si­schen Kom­po­si­tio­nen, unter einer ekla­tan­ten Refrain­schwä­che: der bel­gi­sche Bei­trag 2019.

Kaz­ka­es­ke Zustän­de in der Ukrai­ne: auch die Ersatz­kan­di­da­ten sagen ab

Nach dem Eklat um die Sus­pen­die­rung der Vid­bir-Sie­ge­rin Maruv durch den staat­li­chen ukrai­ni­schen Sen­der UA:PBC tut die­ser sich schwer, jeman­den zu fin­den, der ein­sprin­gen möch­te. Nach den Zweit­plat­zier­ten des Vor­ent­scheids vom Sams­tag, dem Neo-Swing-Trio Free­dom Jazz, wink­te heu­te auch die dritt­plat­zier­te Band Kaz­ka ab, wie ESCk­az berich­te­te. “Unse­re Mis­si­on ist es, die Men­schen mit unse­rer Musik zu ver­ei­nen und nicht, Zwie­tracht zu säen,” kom­men­tier­ten die Musi­ker in einem State­ment. Damit wird es immer wahr­schein­li­cher, dass die Ukrai­ne 2019 nicht am Euro­vi­si­on Song Con­test teil­nimmt. [Nach­trag: Zwi­schen­zeit­lich hat die Ukrai­ne offi­zi­ell für Tel Aviv abge­sagt]. UA:PBC hat­te bereits ange­kün­digt, die­se Opti­on in Zusam­men­ar­beit mit der EBU prü­fen zu wol­len, soll­te sich nie­mand fin­den, der den Job über­neh­men möch­te. Maruv (bür­ger­li­cher Name: Han­na Kor­sun) hat­te nach zuvor in der Live-Aus­strah­lung des Vid­bir-Fina­les durch die Juro­rin Jama­la geäu­ßer­ter har­scher Kri­tik wegen statt­ge­fun­de­ner und geplan­ter Kon­zer­te im “Aggres­sor-Staat” Russ­land einen Ver­trag unter­schrei­ben sol­len, der Kor­sun eben sol­che Gigs, aber auch jedes nicht vor­her abge­spro­che­ne Inter­view unter­sagt. Sie ver­wei­ger­te das. Nun scheint sich auch kei­ner der Mitbewerber/innen die Fin­ger ver­bren­nen zu wol­len. Auch der Pri­vat­sen­der STB, der die Vid­bir für den chro­nisch unter­fi­nan­zier­ten Staats­sen­der durch­führ­te, distan­zier­te sich zwi­schen­zeit­lich von UA:PBC und kün­dig­te an, die wei­te­re Zusam­men­ar­beit kri­tisch prü­fen zu wol­len.

Für einen “Bang!” sorg­te Maruv in der Tat – sowohl musi­ka­lisch als auch poli­tisch. Scha­de um den gei­len Song!

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DMGP / A Dal 2019: Was kann der Sigis­mund dazu, dass er so schwul ist?

Nach all der Auf­re­gung um die Ukrai­ne keh­ren wir in ruhi­ge­re Fahr­was­ser zurück und han­deln rasch die bei­den noch lie­gen­ge­blie­be­nen, eher zweit­ran­gi­gen natio­na­len Vor­ent­schei­de vom ver­gan­ge­nen Sams­tag ab, näm­lich das Dansk Melo­di Grand Prix und das unga­ri­sche A Dal. In ers­te­rem setz­te sich die 20jährige Eis­kunst­läu­fe­rin und Sän­ge­rin Leo­no­ra Jep­sen im Super­fi­na­le des däni­schen Vor­ent­scheids mit 42% der Anru­fe gegen die Kon­kur­renz durch. Ihr völ­lig harm­lo­ses und grun­de­ga­les La-La-Lied­chen ‘Love is fore­ver’, des­sen Auf­takt lei­der frap­pant an die Bes­tie in Schla­ger­ge­stalt erin­nert, das uner­träg­li­che ‘Lemon Tree’ der Pforz­hei­mer Kapel­le Fools Gar­den, ver­brei­tet sei­ne lyri­schen Plat­ti­tü­den gleich in vier Spra­chen: im Wesent­li­chen natür­lich in eng­lisch, ergänzt um ein paar Ein­spreng­sel in dänisch, deutsch (“Lie­be ist für alle da”) und fran­zö­sisch. Macht das Gan­ze auch nicht bes­ser. Jep­sen schlug damit in der Goldrun­de sowohl das noch ega­le­re grön­län­di­sche Duo Julie & Nina als auch den herr­lich tra­gisch ver­an­lag­ten Sig­mund Trond­heim, im Lan­de bekannt von sei­ner Teil­nah­me an der TV-Show Dan­mark har Talent und vom Copen­ha­gen Pri­de, der mit dem voll­kom­men hoff­nungs­lo­sen, aber gran­di­os fut­ti­gen ‘Say my Name’ den ein­zi­gen auch nur im ent­fern­tes­ten unter­halt­sa­men Bei­trag des Abends im Gepäck hat­te.

Eine 12 auf der Hal­dor-Lægreid-Ska­la: die­se Dar­bie­tung ent­hält nicht ein ein­zi­ges hete­ro­se­xu­el­les Atom!

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