Auch 2011 “Unser Star für”

USFO Logo (Deutsche Vorentscheidung 2010)
© ARD / Pro­Sie­ben

Da haben sich Zwei gesucht und gefun­den! Wie der NDR heu­te Mor­gen mit­teil­te, soll die Koope­ra­ti­on mit Ste­fan Raab bei der deut­schen Vor­ent­schei­dung auch im kom­men­den Jahr fort­ge­setzt wer­den. “Anders als der DFB machen wir schon vor der Meis­ter­schaft klar, wie es wei­ter­geht”, so NDR-Inden­dant Lutz Mar­mor. Unab­hän­gig vom Ergeb­nis in Oslo sei die Zusam­men­ar­beit bereits jetzt ein so gro­ßer Erfolg, dass sich die Fort­set­zung loh­ne. Ab dem Herbst sol­len dann die Vor­run­den für “Unser Star für” (Ber­lin? Baku? Bar­ce­lo­na?) star­ten, genaue Ter­mi­ne stün­den aber noch nicht fest. Erneut will man die ARD-Radio­wel­len mit ein­bin­den (was sich hof­fent­lich nicht wie­der in Form einer über­for­der­ten Komo­de­ra­to­rin nie­der­schlägt). Auch Raab freue sich bereits auf die (finan­zi­ell für ihn ja auch augen­schein­lich sehr ein­träg­li­che) wei­te­re Zusam­men­ar­beit: “End­lich mal eine Koali­ti­on, die hält, was sie ver­spricht. Ein klei­ner Schritt für die bei­den Sen­der, aber ein gro­ßer für Deutsch­land”. Und da gibt es kaum etwas hin­zu­zu­fü­gen!

Die bes­ten Ver­ris­se mei­ner Leser

Vor weni­gen Tagen for­der­te ich mei­ne Leser zu einem klei­nen Wett­be­werb um den bes­ten Ver­riss eines aktu­el­len Euro­vi­si­ons­bei­trags auf. Und weil ich die bes­ten Leser der Welt habe, kamen auch sehr schö­ne, gepflegt bös­ar­ti­ge Tex­te her­ein, über die ich mich beim Lesen könig­lich amü­siert habe. Und da geteil­te Freu­de bekannt­li­cher­ma­ßen dop­pel­te Freu­de ist, möch­te ich die­se Pre­zio­sen der Welt natür­lich nicht vor­ent­hal­ten. Getrof­fen hat es, sehr zu mei­ner Befrie­di­gung und völ­lig zu Recht, die Songs unse­rer skan­di­na­vi­schen Nach­barn Däne­mark und Schwe­den. Furcht­ba­re Lie­der für­wahr – freu­en Sie sich mit mir auf zwei von Her­zen kom­men­de Abrech­nun­gen mit die­sen gesun­ge­nen Zumu­tun­gen!

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ESC 2010: ARD zeigt alle drei Shows live

Gute Nach­rich­ten sei­tens der ARD: erst­mals seit Ein­füh­rung der zwei Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den über­trägt das öffent­lich-recht­li­che Fern­se­hen bei­de Aus­wahl­sen­dun­gen live. Der Wer­muts­trop­fen: dies­mal wan­dert das zwei­te Semi, in dem Deutsch­land nicht mit­stim­men darf, auf einen noch obsku­re­ren Spar­ten­sen­der als das letzt­jäh­ri­ge Phoe­nix, näm­lich auf den von unge­fähr zwei­hun­dert Men­schen deutsch­land­weit auch tat­säch­lich emp­fang­ba­ren Digi­tal­ka­nal Eins­fes­ti­val. Na, herz­li­chen Dank! So bleibt den meis­ten Fans, wie auch mir, wie­der nur der Onlin­estream (beglei­tet von Stoß­ge­be­ten, dass der nicht wie­der an den inter­es­san­tes­ten Stel­len abreißt) und die spät­nächt­li­che Wie­der­ho­lung auf N3. Von einem akzep­ta­blen Umgang mit die­sem auch von mei­nen Fern­seh­ge­büh­ren finan­zier­tem Ereig­nis ist die ARD damit immer noch Gala­xi­en ent­fernt, nähert sich aber immer­hin mit win­zi­gen Trip­pel­schritt­chen an. Hape Ker­ke­ling mode­riert den Count­down am Sams­tag und ver­liest auch die deut­schen Punk­te.


Die ARD scheint die “Auf­ga­be von natio­na­ler Trag­wei­te” ernst zu neh­men

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Peter Urban: The Voice is back in Town

Hur­ra, hur­ra, der Peter, der ist wie­der da! Wie euro­fire heu­te unter Beru­fung auf den NDR ver­mel­det, kom­men­tiert Peter Urban nach sei­nem krank­heits­be­ding­ten Aus­set­zen in Mos­kau in die­sem Jahr wie­der den Euro­vi­si­on Song Con­test für die ARD. Und auch, wenn Tim Früh­ling eine mehr als wür­di­ge Krank­heits­ver­tre­tung abgab, so freue ich mich doch wie­der auf die so kennt­nis­rei­chen wie galant bösen und stets in Schwar­ze tref­fen­den Kom­men­ta­re “unse­rer” Stim­me, die den Grand Prix, jeden­falls vor dem Bild­schirm, erst zu einem rich­tig run­den Erleb­nis macht!


Mit roten Haa­ren könn­te er Niamh Kava­nagh dou­beln: Peter Urban

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Wett­quo­ten: Lena auf Platz zwei bei den Buch­ma­chern

Nach dem sich die deut­schen Medi­en gera­de in eine regel­rech­te Lena-Hys­te­rie hin­ein­schrei­ben und schon wie­der von einem mög­li­chen Sieg spe­ku­lie­ren, las­sen sich schein­bar auch die Buch­ma­cher anste­cken. In den bri­ti­schen Wett­bü­ros liegt der deut­sche Bei­trag der­zeit auf Platz 2, hin­ter Aser­bai­dschan. Ein gutes Omen für Oslo oder machen wir uns wie­der, wie so oft, fal­sche Hoff­nun­gen? Ich mei­ne: ein biss­chen von bei­dem. Denn ange­sichts des schwa­chen Wett­be­werbs­um­felds in die­sem Jahr haben wir erst­mals seit 17 Jah­ren über­haupt wie­der so etwas wie den rea­lis­ti­schen Hauch einer Chan­ce auf einen Medail­len­platz. Ande­rer­seits dür­fen wir nicht schon wie­der den Texas-Light­ning-Feh­ler bege­hen, näm­lich auf­grund kol­lek­ti­ver Begeis­te­rung im Hei­mat­land einen ähn­li­chen Emp­fang auf euro­päi­schem Par­kett vor­aus­zu­set­zen.


Kei­ne Fan­ta ohne Deckel! Lena auf allen Kanä­len

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Ukrai­ne 2010: The Ant is near!

Wie man eine Euro­vi­si­ons­ka­ta­stro­phe durch hek­ti­sche Ret­tungs­ver­su­che immer nur noch schlim­mer macht, beweist die Ukrai­ne. End­gül­ti­ger Stand ist, dass Alyo­sha das Land mit dem Titel ‘Sweet Peop­le’ ver­tritt. Bis dahin war es ein sehr lan­ger Weg. Oder viel­mehr: eine sich anfangs lang­sam, dann immer schnel­ler und über­stürz­ter dre­hen­de Abwärts­spi­ra­le. Nach­fol­gend der Ver­such einer Chro­no­lo­gie der Ereig­nis­se. Ich hof­fe, Sie brin­gen ein biss­chen Zeit und Geduld mit.


Blond, Wind & Fire: die Aljoscha mit ‘Sweet Peop­le’

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Zwei­te Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de 2010: die Über­sicht

Logo des Eurovision Song Contest 2010 (Semi 2)
© EBU, NRK

Auch wenn der Ukrai­ne nur weni­ge Stun­den vor Annah­me­schluss ihr Bei­trag abhan­den kam – mitt­ler­wei­le ste­hen nun alle Songs für Oslo und die Start­rei­hen­fol­ge fest. Anlass genug für einen Kurz­über­blick mit Kom­men­tar, aufrechtgehn.de-Wertung und mei­ner Ein­schät­zung hin­sicht­lich der Chan­cen aufs Fina­le. Wie immer ste­hen sich im zwei­ten Semi am Don­ners­tag die Euro­vi­si­ons­schwer­ge­wich­te gegen­über, aber auch die kras­se­ren Fehl­grif­fe. Wobei der Trend ins­ge­samt zu eher auf das eige­ne Land denn auf die euro­päi­schen Zuschau­er gemünz­ten Eth­no­folk­bei­trä­gen geht. Ob man dabei in die Nie­de­run­gen der Neun­zi­ger zurück­reist wie Irland oder gleich in die tiefs­ten Sieb­zi­ger wie die Nie­der­lan­de, hängt jeweils davon ab, wann das betref­fen­de Land sei­ne Euro­vi­si­ons­blü­te­zeit hat­te. Sicher ist nur: Zeit­ge­mä­ßes sucht man in den dies­jäh­ri­gen Vor­run­den ver­ge­bens, dafür sind 2010 die Big Four zustän­dig.

wei­ter­le­senZwei­te Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de 2010: die Über­sicht

Ers­te Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de 2010: die Über­sicht

Logo des Eurovision Song Contest 2010 (Semi 1)
© EBU, NRK

So, nun ste­hen alle Bei­trä­ge für Oslo und die Start­rei­hen­fol­ge fest. Anlass genug für einen Über­blick mit allen Vide­os, Kurz­kom­men­ta­ren, aufrechtgehn.de-Wertung und mei­ner Ein­schät­zung hin­sicht­lich der Final­chan­cen. Wie jedes­mal seit der Auf­tei­lung auf zwei Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den ver­sam­meln sich im ers­ten Semi die schwä­che­ren Titel (das scheint eine neue, den­noch eher­ne Euro­vi­si­ons­re­gel). Es fällt tat­säch­lich schwer, aus der Ansamm­lung fast aus­schließ­lich schnarch­na­si­ger Depres­si­ons­lie­der, bei denen man sich schon glü­hen­de Ziga­ret­ten ins Fleisch drü­cken muss, um wach zu blei­ben, gan­ze zehn her­aus­zu­fil­tern, die ins Fina­le ein­zie­hen sol­len (eher: müs­sen).

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Fina­le 2010: die Über­sicht

Logo des Eurovision Song Contest 2010 (Finale)
© EBU / NRK

Seit Ein­füh­rung der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den exis­tiert das Phä­no­men, dass die so genann­ten Big Four, die vier auf­grund ihrer Finanz- und poten­ti­el­len Zuschau­er­stär­ke stets fest fürs Fina­le gesetz­ten Län­der Frank­reich, Groß­bri­tan­ni­en, Spa­ni­en und Deutsch­land in der Punk­teaus­zäh­lung fast immer geschlos­sen die letz­ten Plät­ze bele­gen. Nach ers­ten Aus­brü­chen Frank­reichs und Eng­lands aus dem Grand-Prix-Kel­ler letz­tes Jahr (unter Zuhil­fe­nah­me gro­ßer Namen) könn­te sich das Blatt die­ses Jahr wen­den. Denn Tei­le der Gro­ßen Vier bie­ten – so ziem­lich als Ein­zi­ge – zeit­ge­nös­si­schen Pop in einem Umfeld lah­mer, auf die Jury­vo­te zie­len­der Schnarch­bal­la­den und obsku­rem, eher auf natio­na­le Geschmä­cker set­zen­dem Folk. Selbst einen deut­schen Sieg hal­te ich, wenn­gleich äußerst unwahr­schein­lich, dies­mal nicht für von Vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen.

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Frank­reich 2010: Genera­ti­on d’Amour

Es ist ein Tabu­bruch, den Frank­reich da betreibt. Wohl immer noch (zu Recht) brüs­kiert über das indis­ku­ta­bel mise­ra­ble Abschnei­den ihres sin­gen­den Natio­nal­hei­lig­tums Patri­cia Kaas in Mos­kau, beschloss die einst­mals so stol­ze Grand-Prix-Nati­on, den Wett­be­werb in die­sem Jahr erst gar nicht mehr ernst zu neh­men, son­dern als Cross-Pro­mo­ti­on-Büh­ne zu miss­brau­chen. “Fran­ce Télé­vi­si­on will den Con­test nicht gewin­nen, son­dern einen Som­mer­hit erzie­len”, mit die­sen Wor­ten kom­men­tier­te ein fran­zö­si­scher Jour­na­list die im Febru­ar bekannt gewor­de­ne Ent­schei­dung des Sen­ders, die Erken­nungs­me­lo­die der in Süd­afri­ka statt­fin­den­den Fuß­ball-WM (!) zum Song Con­test ein­zu­rei­chen. Und damit eine der still­schwei­gen­den Über­ein­künf­te des Grand Prix Euro­vi­si­on de la Chan­son auf­zu­kün­di­gen, der ja einst­mals extra aus der Tau­fe geho­ben wur­de, damit Men­schen mit Fein­ge­fühl und Sinn für Ästhe­tik ihre eige­ne, jähr­li­che Euro­pa­meis­ter­schaft bekom­men, die nichts mit sinn­lo­sem Gebol­ze, Blut­grät­schen und Bier sau­fen­den, grö­len­den Mas­sen zu tun hat.


Auf der Bacar­di-Insel: der Jes­sy

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