Diese Welt

News rund um den Grand Prix

<span class="dquo">“</span>Social­ly distant <span class="caps">ESC</span>”: <span class="caps">EBU</span> ent­wi­ckelt vier Sze­na­ri­en für Rot­ter­dam 2021
2021, Die Zwanzigzwanziger, Diese Welt, ESC Finale

Social­ly distant ESC”: EBU ent­wi­ckelt vier Sze­na­ri­en für Rot­ter­dam 2021

Nach der coronabedingten Absage des Eurovision Song Contest 2020 zeigt sich die EBU entschlossen, unser aller Lieblingsevent im Mai 2021 auf jeden Fall über die Bühne der Rotterdamer Ahoy-Arena gehen zu lassen. Und sei es zur Not ohne Künstler*innen oder Zuschauer*innen. Um möglichst flexibel auf die sich ständig verändernde Bedrohungslage durch das Virus und die damit einhergehenden Einschränkungen reagieren zu können, arbeiteten die Genfer gemeinsam mit den veranstaltenden niederländischen TV-Stationen jetzt vier mögliche Szenarien aus, die man heute der Öffentlichkeit vorstellte. Die hoffnungsfroheste wäre ein "normaler" Contest, wie wir ihn aus der Vergangenheit kennen. Das setzte aber die zeitnahe Verfügbarkeit eines stabilen, verlässlichen Impfstoffes voraus: leider unwahrscheinlic...
Ein Licht­blick: die ESC-Sai­son 2021 star­tet
2021, Die Zwanzigzwanziger, Diese Welt, Internationale Vorentscheidungen

Ein Licht­blick: die ESC-Sai­son 2021 star­tet

Auf nur wenig ist in diesen Zeiten Verlass. Um so tröstlicher, dass nach der offiziellen EBU-Zeitrechnung - so wie immer - auch am 1. September 2020 für Eurovisionsfans wieder das neue Jahr beginnt. Jeder ab heute neu veröffentlichte Song könnte ein potenzieller ESC-Titel sein, und so haben wir wenigstens wieder einen Grund, um morgens aufzustehen. Denn nach dem coronabedingt abgesagten Eurovision Song Contest 2020 soll die Europameisterschaft im Singen im neuen Jahr auf jeden Fall durchgeführt werden, auch wenn noch abzuwarten bleibt, wie das ganze über die Bühne gehen soll. Davon, dass in Rotterdam im kommenden Mai eine riesige Sause mit zehntausend dichtgepackten Fans in der Halle steigt, kann man angesichts der aktuellen Lage wohl nicht ausgehen. Ob es eine abgespeckte Variante mit wen...
Lipsync for your Life: <span class="caps">EBU</span> erlaubt auf­ge­zeich­ne­te Chor­stim­men
2021, Die Zwanzigzwanziger, Diese Welt

Lipsync for your Life: EBU erlaubt auf­ge­zeich­ne­te Chor­stim­men

Die Melodifestivalisierung des Eurovision Song Contest schreitet voran: der neue ausführende ESC-Produzent Martin Österdahl erlaubt beim großen europäischen Liederwettbewerb unter dem Deckmantel der Corona-Krise ab kommendem Jahr den Einsatz von voraufgezeichneten Gesangsstimmen, wie er beim schwedischen Vorentscheid schon seit geraumer Zeit üblich ist. Zur Begründung nennt der Nachfolger von Jan Ola Sand die damit verbundene Kostenersparnis, die in Zeiten der noch auf uns zukommenden europaweiten Wirtschaftskrise vielen Ländern, die sonst aussetzen müssten, die weitere Teilnahme ermögliche, weil sie dann mit einer kleineren Delegation anreisen könnten. Zudem erlaube es den Songschreiber:innen, "ihre Arbeit so originalgetreu wie möglich zu präsentieren. Und, noch wichtiger, es stellt siche...
Tanz den Horn: der <span class="caps">NDR</span> ret­tet erneut den Grand Prix
2020, Die Zwanzigzwanziger, Diese Welt

Tanz den Horn: der NDR ret­tet erneut den Grand Prix

Knappe sieben Wochen ist es nun her, dass die EBU den Eurovision Song Contest 2020 im Zuge der Corona-Pandemie absagen musste. Genau so lange herrschte hier auf dem Blog nun Funkstille. Das hatte hauptsächlich zu tun mit zwei maßgeblichen Entscheidungen der Genfer in diesem Zusammenhang, die dem Hausherren jegliche Lust auf die weitere Beschäftigung mit dem Jahrgang nachhaltig vertrieben. Denn - ausgerechnet der NDR macht dies nun vor - natürlich hätte man, entsprechenden Willen vorausgesetzt, einen virtuellen Wettbewerb mit allen 41 Beiträgen unter Einsatz von Liveaufzeichnungen oder Videoclips und mit Publikumsabstimmung organisieren können. Das von der EBU stattdessen konzipierte Ersatzevent Europe shine a Light, das nun am 16. Mai europaweit über die Bildschirme flimmern soll (in der A...
2020, Die Zwanzigzwanziger, Diese Welt, Internationale Vorentscheidungen

Beo­vi­zi­ja: Kon­tro­ver­se über gewalt­ver­herr­li­chen­den Song­text

"Ich habe die Bombe mitgebracht (...). Wenn Du nein sagst, sprenge ich alles in die Luft:" mit diesen Zeilen wartete der für die serbische Eurovisions-Vorentscheidung Beovizija 2020 gelistete Beitrag 'Svadba velika' ('Große Hochzeit') auf. Bora Dugić, der beim ESC 2008 mit Jelena Tomašević ('Oro') auf der Bühne stand und die Flöte spielte, sowie die Romakapelle Balkubano interpretieren das traditionalistische Volkslied mit seinen fröhlichen Tönen und Rhythmen, deren Text es in sich hat: in ihm bedeutet der Sänger einer Frau, in die er sich verliebt haben will, dass er plane, in Gegenwart ihres Vater um ihre Hand anzuhalten. Verbunden mit der offenen Drohung zum Einsatz von Sprengstoff, falls sie es wage, abzulehnen. Denn: "niemand anderem ist es erlaubt, dich zu haben," so der Songtext wei...
2020, Die Zwanzigzwanziger, Diese Welt, Jurys sind Wichser

Dis­kus­si­on: Ent­zieht den Völ­kern das Stimm­recht!

Noch keine zwei Tage ist die Eurovisionssaison 2020 alt und wird bereits vom ersten Voting-Skandal überschattet. Bekanntlich zog im gestrigen Finale des albanischen Festivali i Këngës das von vielen Fans favorisierte Pop-Sternchen Elvana Gjata mit ihrem hervorragend inszenierten Uptempo-Knaller 'Me tana' knapp den Kürzeren im hochspannenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit ihrer einzigen ernst zu nehmenden Herausforderin, der Kosovarin Arilena Ara und ihrer erkennbar auf eine möglichst hohe Jury-Punktzahl hin optimierten Ballade 'Shaj'. Der Clou dabei: die alleine abstimmungsberechtigte, fünfköpfige FiK-Jury bestand diesmal aus drei internationalen Juroren (ja, alles Männer) und zwei skipetarischen Jurorinnen (ja, beides Frauen). Und die drei Herren - der Schwede Christer Björkman, der Grieche Dimi...
2020, Die Zwanzigzwanziger, Diese Welt

Offi­zi­ell: 41 Natio­nen star­ten beim ESC 2020

Zwei raus - zwei rein: mit 41 bleibt die Anzahl der von der EBU heute bestätigten Teilnehmernationen beim Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam gegenüber Tel Aviv unverändert hoch. Oder, je nach Sichtweise, niedrig: den bisherigen Rekord von 43 Ländern, zuletzt eingestellt in Lissabon, holt die EBU nicht wieder ein. Von dem im Vorjahr beteiligten Nationen sagten zwei ab: das kleine Montenegro aus finanziellen Gründen, das unter dem Populisten Viktor Orbán zusehends ins Faschistische driftende Ungarn wohl eher aus kulturellen. Dort folgt man dem traurigen Vorbild der seit 2013 beim ESC absenten Türkei und igelt sich kulturell ein: zwar ist für 2020 eine weitere A Dal geplant, allerdings nicht wie bisher in der Funktion eines Vorentscheids. "Anstelle einer Teilnahme am Eurovision Song Co...
Der eine ESC-Song, den nie­mand mag
Diese Welt, Unsere Lieblinge

Der eine ESC-Song, den nie­mand mag

Bei Diskussionen mit anderen Grand-Prix-Fans oder dem Lesen von Kommentaren stellt man immer wieder erstaunt fest: selbst die scheußlichsten Eurovisionsbeiträge haben ihre Anhänger*innen. Aber es muss doch in der langen ESC-Geschichte mit ihren vielen musikalischen Missgriffen wenigstens einen einzigen Song geben, bei dem sich im Hinblick auf seine fehlende Attraktivität mal ausnahmslos alle einig sind? Dies herauszufinden, machte sich der selbst für einige Rohrkrepierer wie zum Beispiel 'Et cetera' von Sinéad Mulvey verantwortliche schwedische Komponist Jonas Gladnikoff mithilfe des internationalen Fan-Bords auf ESC Nation zur Aufgabe und veranstaltete dort ein Voting mit rund 70 Teilnehmer/innen über den am wenigsten gemochten Eurovisionstitel von 1956 bis heute. Und siehe da: es gibt ta...
2020, Die Zwanzigzwanziger, Diese Welt, Jurys sind Wichser

Kei­ne Jurys mehr? EBU holt Stim­mungs­bild ein

Ist endlich das Ende der unsäglichen Jury beim Eurovision Song Contest in Sicht? Anlass zu leiser Hoffnung gibt eine Meldung von Wiwibloggs von gestern, die aus einem Interview der Unterhaltungschefin des spanischen Senders RTVE, Toñi Prieto, mit dem heimischen Nachrichtenportal vertele! zitiert. Nach ihrer Aussage habe die EBU verschiedene Eurovisionsdelegationen kontaktiert, um deren Meinung zum derzeitigen Votingverfahren bzw. möglichen Änderungen daran einzuholen. Genf wolle "wissen, wie wir das sehen. Ob man eine Jury haben muss, ob ausschließlich per Jury oder nur durch das Publikum" abgestimmt werden solle, so Prieto. Das aktuelle 50/50-Verfahren geriet zuletzt wieder beim diesjährigen Wettbewerb in Kritik. Nicht nur, dass - nicht zum ersten Mal seit der Wiedereinführung der Jury im...
Shut up: der schö­ne Chin­giz kommt nach Han­no­ver
Diese Welt, Unsere Lieblinge

Shut up: der schö­ne Chin­giz kommt nach Han­no­ver

Der unbestreitbar schönste Teilnehmer (nicht nur) des diesjährigen Eurovision Song Contests in Tel Aviv schmückt in knapp zwei Wochen bei der Unescon, der ESC-Convention in Deutschlands heimlicher Grand-Prix-Hauptstadt Hannover, mit seiner Präsenz die Bühne. Mit dieser bei dem ein oder anderen Fan jeglichen Geschlechts sicherlich für hormonelle Aufwallung sorgenden Ankündigung komplettierte der Unescon-Ausrichter Irving Wolther heute das Line-up des Live-Konzertes am Samstag, dem 29. Juni 2019, bei dem als besonderer Clou ein bunter Strauß ehemaliger und aktueller ESC-Stars zur musikalischen Begleitung durch ein echtes Orchester (!) auftritt. Hut ab: um den modernen und in Tel Aviv achtplatzierten Pop-Song 'Truth' ohne Roboterbegleitung und Halbplayback zu singen und sich auf handgespielte...
Das quee­re Anti-PED-Paket: Bil­al Hassa­ni und Hata­ri legen nach
2019, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, Schwules, Unsere Lieblinge

Das quee­re Anti-PED-Paket: Bil­al Hassa­ni und Hata­ri legen nach

Obschon sich angesichts der Berichterstattung um das weißrussische Jury-Gate und die Unfähigkeit der EBU, einfachste Kontrollmechanismen gegen die menschliche Fehleranfälligkeit in ihren Punkteermittlungsprozess einzubauen, bislang noch gar keine richtige Post Eurovision Depression einstellen wollte, veröffentlichten gestern gleich zwei der in Tel Aviv teilnehmenden diesjährigen Acts neue Songs, wohl auch um musikalisch erst gar keine Entzugserscheinungen auftreten zu lassen. Interessanterweise verbindet beide Lieder eine Art wohltuender trotziger queerer Stolz. Der offen schwule französische Vertreter Bilal Hassani zeigt in 'Jaloux' ('Eifersüchtig') seinen Hatern den metaphorischen Mittelfinger: er zitiert in den Strophen aus den zahlreichen hasserfüllten Kommentaren, die seine bisherige ...
Diese Welt

ESC-Phi­lo­so­phe­rei: Tabu

Was darf - und was geht gar nicht beim Eurovision Song Contest? Unser aller Lieblingsevent ist bekannt für gewagte Auftritte, knappe Kostüme, Doppeldeutigkeiten und Anzüglichkeiten. Und manchmal auch für harte lyrische Kost in seinen Liedern. Die EBU selbst versucht, Politisches herauszuhalten, was natürlich zum Scheitern verurteilt ist. Doch wie sieht es mit anderen gesellschaftlichen Tabus aus? Gibt es die heute überhaupt noch? Welche Folgen hat es, wenn ein Grand-Prix-Act diese - eventuell sogar kalkuliert - überschreitet? Ist der ESC vielleicht sogar der Ort, an dem regelmäßig europaweit über gesellschaftliche Grenzen verhandelt wird? Wer Lust hat, in geselliger Runde unter der so liebevoll aufmerksamen Gastgeberschaft wie fachkundigen Moderation von Anna Brandes und "Dr. Eurovision" I...
2019, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, Unsere Lieblinge

Kazka­es­ke Zustän­de in der Ukrai­ne: auch die Ersatz­kan­di­da­ten sagen ab

Nach dem Eklat um die Suspendierung der Vidbir-Siegerin Maruv durch den staatlichen ukrainischen Sender UA:PBC tut dieser sich schwer, jemanden zu finden, der einspringen möchte. Nach den Zweitplatzierten des Vorentscheids vom Samstag, dem Neo-Swing-Trio Freedom Jazz, winkte heute auch die drittplatzierte Band Kazka ab, wie ESCkaz berichtete. "Unsere Mission ist es, die Menschen mit unserer Musik zu vereinen und nicht, Zwietracht zu säen," kommentierten die Musiker in einem Statement. Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass die Ukraine 2019 nicht am Eurovision Song Contest teilnimmt. [Nachtrag: Zwischenzeitlich hat die Ukraine offiziell für Tel Aviv abgesagt]. UA:PBC hatte bereits angekündigt, diese Option in Zusammenarbeit mit der EBU prüfen zu wollen, sollte sich niemand finden, der d...
2019, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, Internationale Vorentscheidungen, Jurys sind Wichser

Am I a Cri­mi­nal?”: Moni­ka Mari­ja kauft sich für 2.000 Euro frei

Man kann die Strategie für befremdlich halten: mit gleich zwei musikalisch sehr ähnlichen Titeln trat die litauische Sängerin Monika Marija Paulauskaitė in diesem Jahr beim Vorentscheid ihres Landes an, der Nacionalinė Eurovizijos Atranka. Nämlich mit der Midtempo-Powerballade 'Lights on' und der... Midtempo-Powerballade 'Criminal'. Beide überstanden unbeschadet die gefühlt siebzig Vorrunden und Semifinale der litauischen Marathon-Show. Und das, obwohl Frau Paulauskaitė im Vorfeld des Semis am vergangenen Samstag die Jury und die Zuschauer/innen beschworen hatte, bitte bloß nicht für 'Criminal' zu stimmen bzw. anzurufen. Den Gefallen taten ihre Landsleute ihr aber nicht und auch diesen Song ins Finale am Samstag durch. 'Lights on' hatte sich bereits in der Woche davor qualifiziert. Wohl, u...
2019, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, Schwules, Unsere Lieblinge

Bil­al Hassa­ni geht gegen homo­pho­be Het­zer vor

"Wir werden diesen Hurensohn töten," so ist es in einem von zahllosen hasserfüllten Online-Kommentaren zu lesen, die sich derzeit über den vergangenen Samstag vom französischen Publikum zum Eurovisionsrepräsentanten der Grande Nation in Tel Aviv gewählten 19jährigen Bilal Hassani ergießen. Der androgyne Sänger ist schon länger ein Ziel von Angriffen und Todesdrohungen, insbesondere, seit er sich 2017 öffentlich als schwul outete. Seine Teilnahme an der Destination Eurovision fachte die Welle der Schmähungen und Beleidigungen nun noch einmal an: alleine bis letzten Donnerstag, also noch vor dem Vorentscheidungs-Finale, zählten die beiden Organisationen SOS Homophobie und Urgence Homophobie, mit denen Bilal zusammenarbeitet, mehr als 1.500 solcher Einträge, von denen 213 zur Anzeige gebracht...
Diese Welt

Nicht nur ein wei­te­res Fan­club-Tref­fen”: Dr. Euro­vi­si­on zur UNESCON

Vom 28. bis 30. Juni 2019 veranstaltet der als "Dr. Eurovision" bekannte Irving Benoît Wolther, Verfasser mehrerer Fachbücher über den europäischen Musikevent sowie freier Autor auf eurovision.de, die erste internationale Eurovision Song Contest Convention in Hannover. Heute startet der Vorverkauf. Im Gespräch mit aufrechtgehn.de erzählt der Sprach- und Kulturwissenschaftler, der 2006 mit der ersten deutschen Doktorarbeit über den Wettbewerb promovierte, was er mit der UNESCON vorhat und was das Event besonders macht. aufrechtgehn.de: Hallo Irving! Neben dem Schreiben von hochinformativen Büchern und Artikelserien zum ESC und der wärmstens zu empfehlenden ESC-Philosopherei, planst du nun die UNESCON, eine ESC-Convention in Hannover – nur ein Jahr, nachdem der groß angelegte Versuch eine...
ECG-Fan­tref­fen 2018: ein Abend der Über­ra­schun­gen
Deutsche Vorentscheidung, Diese Welt, Schwules, Unsere Lieblinge

ECG-Fan­tref­fen 2018: ein Abend der Über­ra­schun­gen

Am gestrigen Samstag lud der Eurovision Club Germany mal wieder ins bis auf den letzten Platz ausverkaufte Gloria in Köln. Und auch, wenn es das bereits xundzwanzigste Event seiner Art war, entpuppte sich der hochvergnügliche Abend als einer voller Überraschungen. Doch bevor wir uns diesen zuwenden, gilt es zunächst, die brandheißen Neuigkeiten von der NDR-Roadshow abzuarbeiten, die dort gestern Nachmittag ebenfalls gastierte (und von der ich dank der allseits bekannten Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn leider nur einen Teil mitbekam). So ließ sich Thomas Schreiber zwar immer noch keinen amtlichen Termin für den deutschen Vorentscheid 2019 entlocken, gab aber den Hinweis, dass Unser Lied für Israel "in der achten Kalenderwoche", richtigerweise erneut in der Hauptstadt, über die Bühne ge...
2018, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, Unsere Lieblinge

Madame Mon­sieur sam­meln für die klei­ne Mer­cy

Mit ihrem wunderschönen, herzerwärmenden Lied über das an Bord eines Seenotrettungsschiffes auf dem Mittelmeer geborene Flüchtlingsmädchen 'Mercy' gewann das französische Singer-Songwriter-Pärchen Émilie Satt und Jean-Karl Lucas alias Madame Monsieur im Januar diesen Jahres den französischen Vorentscheid Destination Eurovision und fuhr zum Wettsingen nach Lissabon. Das Mädchen gibt es wirklich, es kam im März 2017 an Bord der SOS Mediterrané zur Welt und musste mit seiner Mutter Taiwo Yussif bis vor wenigen Wochen im größten, hoffnungslos überfüllten Flüchtlingslager Europas in Sizilien ausharren. "Mein Baby leidet in diesem Camp," zitiert Wiwibloggs die Mutter aus einem zurückliegenden Interview, "wir sind hier schon viel zu lange". Dank der ehrenamtlicher Helfer konnten beide nun in ei...
Diese Welt, Unsere Lieblinge

Jij bent mijn Leven: Anne­ke Grön­loh ist tot

Wie Eurofire unter Bezugnahme auf die niederländische Tageszeitung De Standaard vermeldet, ist die holländische Eurovisionsvertreterin von 1964, Anneke Grönloh, heute im Alter von 76 Jahren in ihrer Wahlheimat Frankreich verstorben. Zu ihren Lebzeiten war sie die kommerziell erfolgreichste Künstlerin des Landes und verkaufte weltweit rund 30 Millionen Schallplatten. Die Trägerin des Oranien-Nassau-Ordens wurde 1942 im damals noch unter holländischer Besatzung stehenden Indonesien als Tochter eines niederländischen Soldaten und einer einheimischen Mutter als Johanna Louise Grönloh geboren. Sie durchlebte dort stürmische erste Jahre: im Zuge der feindlichen Übernahme der Inselkette durch die Japaner im Zweiten Weltkrieg geriet Annekes Vater in Kriegsgefangenschaft, die Familie lebte in einem...
2019, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

Alles wie vor­her: ESC 2019 bleibt trotz Finanz­streit in Isra­el

"Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor": dieses Faust-Zitat passt ganz wunderbar zu den aktuellen Ränkeschmieden um die Ausrichtung des Eurovision Song Contest 2019 in Israel. Dass der Wettbewerb nach dem Sieg von Netta Barzilai in Lissabon in dem Nahostland stattfinden soll, wissen wir bereits seit Mai 2018. Dass es eine Fehde um den mögliche Austragungsort gibt, mit dem weltoffenen Tel Aviv und der umstrittenen religiösen Hauptstadt Jerusalem als aussichtsreichste Bewerber, auch. Nun stand in den letzten Tagen die gesamte Ausrichtung auf Messers Schneide, weil sich der Sender Kan und die israelische Regierung eine Auseinandersetzung um die Finanzierung des von der EBU geforderten Pfandgeldes in Höhe von 12 Millionen Euro (!) lieferten. Das verlangen die Genfer sei...
Diese Welt

Tschüss FYROM, hal­lo Nord­ma­ze­do­ni­en!

Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung gestern berichtete, zeichnet sich endlich eine Lösung in dem seit mehr als einem Vierteljahrhundert andauernden, so albernen wie ermüdenden Namensstreit zwischen Griechenland und Mazedonien ab. Seit seiner Unabhängigkeit im Jahre 1991 befindet sich der rund 2 Millionen Einwohner/innen starke Balkanstaat im Disput mit den hellenischen Nachbarn, deren nördlichste, unmittelbar an Mazedonien angrenzende Region Makedonien heißt. Weswegen man in Athen stets territoriale Ansprüche aus Skopje auf eben jenes Gebiet fürchtete, zumal beide Nationen jeweils für sich das kulturelle Erbe des historischen Königs Alexanders des Großen reklamieren. Die Griechen blockierten seither stur jegliche Annäherung Mazedoniens an die EU und die NATO und bestanden auf dem off...
Diese Welt, Schwules, Unsere Lieblinge

Der Ting­ler sang für uns alle: Jür­gen Mar­cus ist tot

Eine Schlagerlegende hat uns verlassen: wie verschiedene Medien gestern berichteten, verstarb der Sänger Jürgen Marcus bereits Mitte Mai 2018 im Alter von 69 Jahren an den Folgen seiner langjährigen chronischen Lungenerkrankung (COPD). Der als Jürgen Beumer in Herne geborene, gelernte Maschinenschlosser zählte zu seinen Glanzzeiten in den Siebzigern zu den umsatzstärksten deutschen Schlagersängern mit nicht weniger als 36 Auftritten in der ZDF-Hitparade. Erste größere Bekanntheit errang der Blondgelockte im Jahre 1969 mit einer Hauptrolle im Musical Hair, woraufhin ihn der Erfolgsproduzent Jack White unter Vertrag nahm und Marcus in den nächsten sieben Jahren einen Top-Hit nach dem anderen landete. Seine Teilnahme am Eurovision Song Contest, für den (erst später) bekennenden Schwulen eine ...
2018, Die Zwanzigzehner, Diese Welt

SuRie: “Die Ener­gie des Publi­kums bleibt in mei­ner Erin­ne­rung”

Im Frühstücksfernsehen äußerte sich heute morgen die britische Eurovisionsvertreterin 2018, SuRie (bürgerlich: Susanna Marie Cork), zu den Vorfällen rund um ihren Auftritt im Finale des Wettbewerbs am vergangenen Samstag in Lissabon, der von einem Störer unterbrochen wurde. Wie die Sängerin auf Nachfrage berichtete, habe sie den Eindringling erst wahrgenommen, als er direkt vor ihr stand und ihr das Mikrofon aus der Hand wand, wovon sie ein paar kleinere Kratzer davontrug. Sie habe jedoch keine Zeit gehabt, über die potentielle Gefährlichkeit des Mannes nachzudenken, der umgehend von der Security überwältigt wurde. Während SuRie für einige Sekunden ohne Mikrofon dastand, lief der Song weiter, der Backgroundchor sang den Refrain und die Fans in der Halle fielen mit ein. "Als ich mich wieder...
2018, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, ESC Semifinale

Hys­te­rie in der Bub­ble: Ele­ni ist neue Wett­quo­ten­kö­ni­gin

Seit Monaten führte die Israelin Netta Barzilai mit ihrem Beitrag 'Toy' unangefochten die Listen der internationalen Wettbüros für einen Sieg beim Eurovision Song Contest 2018 an. Bis heute früh. Gewissermaßen auf dem letzten Meter überholte sie da die für Zypern antretende Eleni Foureira mi ihrer Nummer 'Fuego'. Und ein schöneres Paradebeispiel für überschnappende Fan-Hysterie in der hermetisch in ihrem eigenen Saft schmorenden Bubble könnte es meines Erachtens nicht geben. Sowie für die Art und Weise, wie das Belohnungszentrum in unserem Gehirn, der Nucleus accumbens, arbeitet. Der schüttet bekanntlich Dopamin aus, den Botenstoff, der uns mit Glücksgefühlen belohnt, wenn etwas (eine Situation, eine Leistung) deutlich besser ist als unsere Erwartungen hieran. So, wie gerade bei 'Fuego'. A...
2018, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, Türkvizyon

Tot­ge­sag­te leben län­ger: kehrt die Türk­vi­zyon zurück?

Aufgrund eines bizarren Namensrechtsstreits liegt der 2013 von der Türkei als eine Art osmanischer Gegenentwurf zum verderbt-homophilen Eurovision Song Contest aus der Taufe gehobene Wettbewerb Türkvizyon, an dem Türkvölker in ganz Eurasien teilnehmen durften und der es bislang auf lediglich drei Ausgaben brachte, nun schon seit gut drei Jahren auf Eis. Doch jetzt kommt wieder Bewegung in die festgefahrene Situation: wie Eurovoix World berichtet, hat es den Anschein, dass die Show 2018 erstmals wieder stattfinden soll. Zumindest wurde das Logo auf der offiziellen Webpräsenz upgedatet, und einige der Künstler/innen, die bereits für den vierten, immer wieder verschobenen und bis dato nicht ausgetragenen Contest zugesagt hatten, sollen bereits ihre Bereitschaft signalisiert haben, bei der Wie...