Nicht nur ein wei­te­res Fan­club-Tref­fen”: Dr. Euro­vi­si­on zur UNESCON

Logo UnESCon © Dr. Euro­vi­si­on

Vom 28. bis 30. Juni 2019 ver­an­stal­tet der als “Dr. Euro­vi­si­on” bekann­te Irving Benoît Wol­ther, Ver­fas­ser meh­re­rer Fach­bü­cher über den euro­päi­schen Musi­ke­vent sowie frei­er Autor auf eurovision.de, die ers­te inter­na­tio­na­le Euro­vi­si­on Song Con­test Con­ven­ti­on in Han­no­ver. Heu­te star­tet der Vor­ver­kauf. Im Gespräch mit aufrechtgehn.de erzählt der Sprach- und Kul­tur­wis­sen­schaft­ler, der 2006 mit der ers­ten deut­schen Dok­tor­ar­beit über den Wett­be­werb pro­mo­vier­te, was er mit der UNESCON vor­hat und was das Event beson­ders macht.

aufrechtgehn.de: Hal­lo Irving! Neben dem Schrei­ben von hoch­in­for­ma­ti­ven Büchern und Arti­kel­se­ri­en zum ESC und der wärms­tens zu emp­feh­len­den ESC-Phi­lo­so­phe­rei, planst du nun die UNESCON, eine ESC-Con­ven­ti­on in Han­no­ver – nur ein Jahr, nach­dem der groß ange­leg­te Ver­such einer sol­chen in Frank­furt spek­ta­ku­lär geschei­tert ist. Ist das noch Lei­den­schaft oder schon Grö­ßen­wahn?

Dr. Euro­vi­si­on: “Man muss nicht grö­ßen­wahn­sin­nig sein, um gro­ße Din­ge auf die Bei­ne zu stel­len! Eine drei­tä­gi­ge Euro­vi­si­on-Song-Con­test-Con­ven­ti­on, wo man nicht nur einem Kon­zert bei­wohnt, son­dern auch drum­her­um Vie­les erle­ben kann, ist schließ­lich schon längst über­fäl­lig.”

Was unter­schei­det die UNESCON von vor­her­ge­hen­den Ver­su­chen?

Das Live-Orches­ter und die enge Ver­net­zung der Ver­an­stal­tung mit der UNESCO City of Music Han­no­ver. Die Stadt ist seit 2014 Mit­glied im UNESCO Crea­ti­ve Cities Net­work. Das ist nicht nur eine Aus­zeich­nung, son­dern auch eine Ver­pflich­tung zur Pfle­ge des musi­ka­li­schen Lebens. Daher möch­ten wir mit der UNESCON eben nicht nur ein wei­te­res Fan­club-Tref­fen machen, auf dem Eurovisionskünstler/innen auf­tre­ten und zu Halb­play­back ihre Hits sin­gen, son­dern auch Musi­ke­rin­nen und Musi­ker aus Han­no­ver in den Vor­der­grund stel­len, ins­be­son­de­re das Orches­ter im Trep­pen­haus und den Clazz-Chor, wel­che die auf­tre­ten­den Euro­vi­si­ons­stars live auf der Büh­ne beglei­ten wer­den.

Damit wol­len wir die­sen Ehren­ti­tel mit Leben fül­len und jede Men­ge Ver­net­zung her­stel­len, sowohl zwi­schen den Eurovisionskünstler/innen und den Live-Musi­ker/in­nen als natür­lich auch zwi­schen den Fans und den Han­no­ve­ra­nern.”

Wer ist eigent­lich Dr. Euro­vi­si­on? Hier gibt uns Irving einen klei­nen Ein­blick in sein Schaf­fen.

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ECG-Fan­tref­fen 2018: ein Abend der Über­ra­schun­gen

Am gest­ri­gen Sams­tag lud der Euro­vi­si­on Club Ger­ma­ny mal wie­der ins bis auf den letz­ten Platz aus­ver­kauf­te Glo­ria in Köln. Und auch, wenn es das bereits xund­zwan­zigs­te Event sei­ner Art war, ent­pupp­te sich der hoch­ver­gnüg­li­che Abend als einer vol­ler Über­ra­schun­gen. Doch bevor wir uns die­sen zuwen­den, gilt es zunächst, die brand­hei­ßen Neu­ig­kei­ten von der NDR-Road­show abzu­ar­bei­ten, die dort ges­tern Nach­mit­tag eben­falls gas­tier­te (und von der ich dank der all­seits bekann­ten Unzu­ver­läs­sig­keit der Deut­schen Bahn lei­der nur einen Teil mit­be­kam). So ließ sich Tho­mas Schrei­ber zwar immer noch kei­nen amt­li­chen Ter­min für den deut­schen Vor­ent­scheid 2019 ent­lo­cken, gab aber den Hin­weis, dass Unser Lied für Isra­el “in der ach­ten Kalen­der­wo­che”, rich­ti­ger­wei­se erneut in der Haupt­stadt, über die Büh­ne gehen wird. Da die Show in letz­ten Jah­ren tra­di­tio­nell don­ners­tags statt­fand, kön­nen wir uns wohl auf den 21. Febru­ar 2019 ein­stel­len. Die offi­zi­el­le Bestä­ti­gung erfolgt aller­dings erst Mit­te Janu­ar.

Ein Ein­blick in das bereits abge­schlos­se­ne Song­wri­ting-Camp für ULfI.

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Madame Mon­sieur sam­meln für die klei­ne Mer­cy

Die klei­ne Mer­cy

Mit ihrem wun­der­schö­nen, herz­er­wär­men­den Lied über das an Bord eines See­not­ret­tungs­schif­fes auf dem Mit­tel­meer gebo­re­ne Flücht­lings­mäd­chen ‘Mer­cy’ gewann das fran­zö­si­sche Sin­ger-Song­wri­ter-Pär­chen Émi­lie Satt und Jean-Karl Lucas ali­as Madame Mon­sieur im Janu­ar die­sen Jah­res den fran­zö­si­schen Vor­ent­scheid Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on und fuhr zum Wett­sin­gen nach Lis­sa­bon. Das Mäd­chen gibt es wirk­lich, es kam im März 2017 an Bord der SOS Medi­ter­ra­né zur Welt und muss­te mit sei­ner Mut­ter Tai­wo Yus­sif bis vor weni­gen Wochen im größ­ten, hoff­nungs­los über­füll­ten Flücht­lings­la­ger Euro­pas in Sizi­li­en aus­har­ren. “Mein Baby lei­det in die­sem Camp,” zitiert Wiwi­bloggs die Mut­ter aus einem zurück­lie­gen­den Inter­view, “wir sind hier schon viel zu lan­ge”. Dank der ehren­amt­li­cher Hel­fer konn­ten bei­de nun in einer kirch­li­chen Ein­rich­tung unter­kom­men, wo Tai­wo ita­lie­nisch lernt, Mer­cy eine ört­lich Kin­der­krip­pe besucht und es nun so etwas wie einen Fun­ken Hoff­nung für die Zukunft der Bei­den gibt. “Tai­wo hat einen simp­len Traum: ihrer Toch­ter zu einem guten Leben zu ver­hel­fen, sie zur Schu­le gehen las­sen zu kön­nen, und selbst einen Job zu fin­den,” erzäh­len Satt und Lucas, die im Kon­takt mit der Hel­din ihres Songs ste­hen und nun Spen­den für Mer­cy und das Casa del­le Cul­tu­re sam­meln. Mehr als 2.500 € sind in den letz­ten 14 Tagen schon zusam­men­ge­kom­men.

Mon­sieur und Madame sin­gen der klei­nen Mer­cy ihr Lied ins Ohr. Wem hier nicht vor Rüh­rung das Herz zer­fließt, der hat keins.

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Jij bent mijn Leven: Anne­ke Grön­loh ist tot

Wie Euro­fire unter Bezug­nah­me auf die nie­der­län­di­sche Tages­zei­tung De Stan­daard ver­mel­det, ist die hol­län­di­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­te­rin von 1964, Anne­ke Grön­loh, heu­te im Alter von 76 Jah­ren in ihrer Wahl­hei­mat Frank­reich ver­stor­ben. Zu ihren Leb­zei­ten war sie die kom­mer­zi­ell erfolg­reichs­te Künst­le­rin des Lan­des und ver­kauf­te welt­weit rund 30 Mil­lio­nen Schall­plat­ten. Die Trä­ge­rin des Ora­ni­en-Nas­sau-Ordens wur­de 1942 im damals noch unter hol­län­di­scher Besat­zung ste­hen­den Indo­ne­si­en als Toch­ter eines nie­der­län­di­schen Sol­da­ten und einer ein­hei­mi­schen Mut­ter als Johan­na Loui­se Grön­loh gebo­ren. Sie durch­leb­te dort stür­mi­sche ers­te Jah­re: im Zuge der feind­li­chen Über­nah­me der Insel­ket­te durch die Japa­ner im Zwei­ten Welt­krieg geriet Anne­kes Vater in Kriegs­ge­fan­gen­schaft, die Fami­lie leb­te in einem Lager. Nach ihrer Frei­las­sung flo­hen die Grön­lohs vor den indo­ne­si­schen Unab­hän­gig­keits­kämp­fen zurück in die Nie­der­lan­de, wo die jun­ge Anne­ke (deutsch: Änn­chen, das Dimi­nu­tiv ihres ers­ten Vor­na­mens) die Musik für sich ent­deck­te. 1959 gewann sie einen Talent­wett­be­werb und schon 1960 erziel­te sie mit ihrer aller­ers­ten Sin­gle ‘Asma­ra’ ihre ers­te gol­de­ne Schall­plat­te und einen Num­mer-Eins-Hit. Aller­dings nicht zu Hau­se, son­dern auf Malay­sia.

Anne­kes größ­ter Hit im Hei­mat­land: eine Cover­ver­si­on von ‘Hei­ßer Sand’.

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Alles wie vor­her: ESC 2019 bleibt trotz Finanz­streit in Isra­el

Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor”: die­ses Faust-Zitat passt ganz wun­der­bar zu den aktu­el­len Rän­ke­schmie­den um die Aus­rich­tung des Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 in Isra­el. Dass der Wett­be­werb nach dem Sieg von Net­ta Bar­zi­lai in Lis­sa­bon in dem Nah­ost­land statt­fin­den soll, wis­sen wir bereits seit Mai 2018. Dass es eine Feh­de um den mög­li­che Aus­tra­gungs­ort gibt, mit dem welt­of­fe­nen Tel Aviv und der umstrit­te­nen reli­giö­sen Haupt­stadt Jeru­sa­lem als aus­sichts­reichs­te Bewer­ber, auch. Nun stand in den letz­ten Tagen die gesam­te Aus­rich­tung auf Mes­sers Schnei­de, weil sich der Sen­der Kan und die israe­li­sche Regie­rung eine Aus­ein­an­der­set­zung um die Finan­zie­rung des von der EBU gefor­der­ten Pfand­gel­des in Höhe von 12 Mil­lio­nen Euro (!) lie­fer­ten. Das ver­lan­gen die Gen­fer seit die­sem Jahr als Aus­fall­ga­ran­tie für den Fall, dass die Show aus irgend­wel­chen Grün­den (Orga­ni­sa­ti­ons­cha­os, Poli­tik, höhe­re Gewalt) kurz­fris­tig ver­legt wer­den muss. Kan woll­te die­sen Betrag nicht aus sei­ner Scha­tul­le neh­men, die bereits durch die Aus­rich­tung des Wett­be­werbs belas­tet ist, und for­der­te Hil­fe vom Finanz­mi­nis­te­ri­um. Dort war man aller­dings der Mei­nung, bei einem Jah­res­bud­get von 177 Mil­lio­nen Euro müs­se der Sen­der den Betrag selbst finan­zie­ren. Auf­grund des anhal­ten­den Ver­hand­lungs­ma­ra­thons ver­län­ger­te die EBU die Zah­lungs­frist bereits um 14 Tage – bis zum gest­ri­gen Stich­tag.

I don’t care about your Ste­fa, Baby”: Net­ta ist Geld egal. Der EBU nicht.

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Tschüss FYROM, hal­lo Nord­ma­ze­do­ni­en!

Wie unter ande­rem die Süd­deut­sche Zei­tung ges­tern berich­te­te, zeich­net sich end­lich eine Lösung in dem seit mehr als einem Vier­tel­jahr­hun­dert andau­ern­den, so alber­nen wie ermü­den­den Namens­streit zwi­schen Grie­chen­land und Maze­do­ni­en ab. Seit sei­ner Unab­hän­gig­keit im Jah­re 1991 befin­det sich der rund 2 Mil­lio­nen Einwohner/innen star­ke Bal­kan­staat im Dis­put mit den hel­le­ni­schen Nach­barn, deren nörd­lichs­te, unmit­tel­bar an Maze­do­ni­en angren­zen­de Regi­on Make­do­ni­en heißt. Wes­we­gen man in Athen stets ter­ri­to­ria­le Ansprü­che aus Skop­je auf eben jenes Gebiet fürch­te­te, zumal bei­de Natio­nen jeweils für sich das kul­tu­rel­le Erbe des his­to­ri­schen Königs Alex­an­ders des Gro­ßen rekla­mie­ren. Die Grie­chen blo­ckier­ten seit­her stur jeg­li­che Annä­he­rung Maze­do­ni­ens an die EU und die NATO und bestan­den auf dem offi­zi­el­len Wort­un­ge­tüm “Frü­he­re jugo­sla­wi­sche Repu­blik Maze­do­ni­en” oder auf eng­lisch “For­mer Yugo­s­lav Repu­blic of Mace­do­nia”: das all­seits bekann­te und gehass­te, auf die­sem Blog selbst­ver­ständ­lich nie­mals ver­wen­de­te FYROM. Nach per­sön­li­chen Gesprä­chen zwi­schen den Pre­miers Alexis Tsi­pras und Zor­an Zaev einig­ten sich die Bei­den nun auf “Nord-Maze­do­ni­en”. Oder, in Lan­des­spra­che: Sever­na Make­do­ni­ja. Moment mal: Seve­r­i­na? Sang die nicht schon mal beim ESC?

Die­se Seve­r­i­na stammt zwar aus Kroa­ti­en, rammt ihre Stö­ckel aber den­noch jedem in den Leib, der künf­tig noch “FYROM” in den Mund nimmt.

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Der Ting­ler sang für uns alle: Jür­gen Mar­cus ist tot

Eine Schla­ger­le­gen­de hat uns ver­las­sen: wie ver­schie­de­ne Medi­en ges­tern berich­te­ten, ver­starb der Sän­ger Jür­gen Mar­cus bereits Mit­te Mai 2018 im Alter von 69 Jah­ren an den Fol­gen sei­ner lang­jäh­ri­gen chro­ni­schen Lun­gen­er­kran­kung (COPD). Der als Jür­gen Beu­mer in Her­ne gebo­re­ne, gelern­te Maschi­nen­schlos­ser zähl­te zu sei­nen Glanz­zei­ten in den Sieb­zi­gern zu den umsatz­stärks­ten deut­schen Schla­ger­sän­gern mit nicht weni­ger als 36 Auf­trit­ten in der ZDF-Hit­pa­ra­de. Ers­te grö­ße­re Bekannt­heit errang der Blond­ge­lock­te im Jah­re 1969 mit einer Haupt­rol­le im Musi­cal Hair, wor­auf­hin ihn der Erfolgs­pro­du­zent Jack White unter Ver­trag nahm und Mar­cus in den nächs­ten sie­ben Jah­ren einen Top-Hit nach dem ande­ren lan­de­te. Sei­ne Teil­nah­me am Euro­vi­si­on Song Con­test, für den (erst spä­ter) beken­nen­den Schwu­len eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit, soll­te aller­dings unter kei­nem all zu glück­li­chen Stern ste­hen: 1974 zog er in der haus­in­ter­nen Aus­wahl­run­de des Hes­si­schen Rund­funks den Kür­ze­ren gegen das Schla­ger­duo Cin­dy & Bert, und das, obwohl er mit ‘Der Grand Prix d’Amour’ sogar einen the­ma­tisch pas­sen­den Bei­trag vor­be­rei­tet hat­te. Mit dem ihm, im Gegen­satz zur drö­gen ‘Som­mer­me­lo­die’ der Saar­län­der, anschlie­ßend ein Top-20-Hit gelang.

Wenn das Deo ver­sagt, hel­fen viel­leicht fri­sche Blu­men: Jür­gen Mar­cus mit sei­nem Vor­ent­schei­dungs­bei­trag beim Auf­tritt in der ZDF-Hit­pa­ra­de.

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SuRie: “Die Ener­gie des Publi­kums bleibt in mei­ner Erin­ne­rung”

Im Früh­stücks­fern­se­hen äußer­te sich heu­te mor­gen die bri­ti­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­te­rin 2018, SuRie (bür­ger­lich: Susan­na Marie Cork), zu den Vor­fäl­len rund um ihren Auf­tritt im Fina­le des Wett­be­werbs am ver­gan­ge­nen Sams­tag in Lis­sa­bon, der von einem Stö­rer unter­bro­chen wur­de. Wie die Sän­ge­rin auf Nach­fra­ge berich­te­te, habe sie den Ein­dring­ling erst wahr­ge­nom­men, als er direkt vor ihr stand und ihr das Mikro­fon aus der Hand wand, wovon sie ein paar klei­ne­re Krat­zer davon­trug. Sie habe jedoch kei­ne Zeit gehabt, über die poten­ti­el­le Gefähr­lich­keit des Man­nes nach­zu­den­ken, der umge­hend von der Secu­ri­ty über­wäl­tigt wur­de. Wäh­rend SuRie für eini­ge Sekun­den ohne Mikro­fon dastand, lief der Song wei­ter, der Back­ground­chor sang den Refrain und die Fans in der Hal­le fie­len mit ein. “Als ich mich wie­der umdreh­te, sah ich das Mikro auf dem Boden,” so SuRie, die es ohne zu Zögern auf­hob und fest ent­schlos­sen den Rest ihres Bei­trags ablie­fer­te. Mit, wie sie es im Inter­view selbst nann­te, “Feu­er im mei­nen Augen”. Cork wei­ter: “Der Song­text bekam eine ganz neue Bedeu­tung”. Schließ­lich geht es in ihrem Bei­trag ‘Storm’ um das Durch­hal­ten in schwe­ren Zei­ten, und dafür lie­fer­te die Bri­tin am Sams­tag ein unver­gess­li­ches, bra­vou­rö­ses Bei­spiel.

Schöpf­te aus dem Adre­na­lin­schub des Vor­falls neue Ener­gie für ihre Per­for­mance: die ado­rable SuRie beim ESC-Fina­le.

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Hys­te­rie in der Bub­ble: Ele­ni ist neue Wett­quo­ten­kö­ni­gin

Seit Mona­ten führ­te die Israe­lin Net­ta Bar­zi­lai mit ihrem Bei­trag ‘Toy’ unan­ge­foch­ten die Lis­ten der inter­na­tio­na­len Wett­bü­ros für einen Sieg beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 an. Bis heu­te früh. Gewis­ser­ma­ßen auf dem letz­ten Meter über­hol­te sie da die für Zypern antre­ten­de Ele­ni Fou­rei­ra mi ihrer Num­mer ‘Fue­go’. Und ein schö­ne­res Para­de­bei­spiel für über­schnap­pen­de Fan-Hys­te­rie in der her­me­tisch in ihrem eige­nen Saft schmo­ren­den Bub­ble könn­te es mei­nes Erach­tens nicht geben. Sowie für die Art und Wei­se, wie das Beloh­nungs­zen­trum in unse­rem Gehirn, der Nucleus accum­bens, arbei­tet. Der schüt­tet bekannt­lich Dopa­min aus, den Boten­stoff, der uns mit Glücks­ge­füh­len belohnt, wenn etwas (eine Situa­ti­on, eine Leis­tung) deut­lich bes­ser ist als unse­re Erwar­tun­gen hier­an. So, wie gera­de bei ‘Fue­go’. Als die­ser Song im März die­sen Jah­res in Form eines mit gespon­ser­ten Ana­nas und Bana­nen ver­zier­ten Video­clips das Licht der Welt erblick­te, nahm die inter­es­sier­te Öffent­lich­keit ihn als ein hoch­glanz­po­lier­tes Stück “Fast Food Music”Sal­va­dor Sobral) mit faden­schei­ni­gen Lyrics und hohem Poten­ti­al für einen Car Crash wahr. Lie­gen die Fähig­kei­ten ihrer Inter­pre­tin doch bekannt­lich eher im Tän­ze­ri­schen als beim Sin­gen.

Merk­wür­dig: wenn der schwar­ze Block bei Demos unschul­di­ge Autos abfa­ckelt, sind alle empört…

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Tot­ge­sag­te leben län­ger: kehrt die Türk­vi­zyon zurück?

Auf­grund eines bizar­ren Namens­rechts­streits liegt der 2013 von der Tür­kei als eine Art osma­ni­scher Gegen­ent­wurf zum ver­derbt-homo­phi­len Euro­vi­si­on Song Con­test aus der Tau­fe geho­be­ne Wett­be­werb Türk­vi­zyon, an dem Türk­völ­ker in ganz Eura­si­en teil­neh­men durf­ten und der es bis­lang auf ledig­lich drei Aus­ga­ben brach­te, nun schon seit gut drei Jah­ren auf Eis. Doch jetzt kommt wie­der Bewe­gung in die fest­ge­fah­re­ne Situa­ti­on: wie Euro­voix World berich­tet, hat es den Anschein, dass die Show 2018 erst­mals wie­der statt­fin­den soll. Zumin­dest wur­de das Logo auf der offi­zi­el­len Web­prä­senz upge­da­tet, und eini­ge der Künstler/innen, die bereits für den vier­ten, immer wie­der ver­scho­be­nen und bis dato nicht aus­ge­tra­ge­nen Con­test zuge­sagt hat­ten, sol­len bereits ihre Bereit­schaft signa­li­siert haben, bei der Wie­der­auf­er­ste­hung dabei zu sein. Dar­un­ter die pol­nisch-weiß­rus­si­sche Sän­ge­rin Olga Schi­m­ans­ka­ja, die auch schon an den Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­den bei­der Län­der teil­nahm, zuletzt die­ses Jahr. Ein genau­es Datum und den Aus­tra­gungs­ort für die Türk­vi­zyon 2018 ken­nen wir aller­dings noch nicht, und so glau­be ich es ehr­lich gesagt erst, wenn ich es sehe. Schön wäre es aber schon: die Show eröff­ne­te Ein­bli­cke in mir bis­lang unbe­kann­te Kul­tur­tech­ni­ken wie den tuwa­ri­schen Keh­len­ge­sang und brach­te herr­lich pit­to­res­ke Auf­trit­te mit sich, neben all dem unglaub­li­chen orga­ni­sa­to­ri­schen Cha­os.

Einer der unver­gess­lichs­ten Türk­vi­zyons-Momen­te: der Auf­tritt von Çıl­dız Tanna­keşe­va (Keme­ro­wo).