ESC Semifinale

Ein­ge­führt erst­mals 2004, die­nen die Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den zum Aus­sor­tie­ren der bes­se­ren, ori­gi­nel­le­ren, schrä­ge­ren Bei­trä­ge und sor­gen für ein Fina­le des stump­fen Mit­tel­ma­ßes.

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020
2020, Die Zwanzigzwanziger, ESC Semifinale

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

Ein tödlicher Verkehrsunfall mit zahllosen Beteiligten, dessen schaurig-morbider Faszination man sich über geschlagene vier Stunden nicht zu entziehen vermochte, so lässt sich das gestrige deutsche Eurovisions-Halbfinale 2020 beschreiben. Mit welchem die ARD versuchte, trotz der seuchenbedingten Absage des offiziellen europaweiten Wettbewerbs wenigstens auf nationaler Ebene ein adäquates Ersatz-Event auf die Beine zu stellen, wofür der Senderverbund gar nicht oft genug gelobt werden kann. Grundsätzlich nicht verkehrt auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Funk, der hauseigenen Youtube-Spielwiese, mit welcher die Öffentlich-Rechtlichen darauf reagieren, dass Zuschauer:innen unter 30 mittlerweile durch klassisches lineares Fernsehen praktisch nicht mehr zu erreichen sind. Zu Funk gehören inhal...
Das Semi-Split­vo­ting 2019: die Dop­pel­null im Sah­ne­man­tel
2019, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Jurys sind Wichser

Das Semi-Split­vo­ting 2019: die Dop­pel­null im Sah­ne­man­tel

Ein weiterer Eurovisionsjahrgang liegt hinter uns. Einer, bei dem, so der kluge Kommentar der ORF-Beobachter Sophia Felbermair und Christian Körber, die "nachdenklichen Männer, die doch Gefühle zeigen" die Medaillenplätze belegten und so den gesellschaftlichen Gegenentwurf bildeten zum Modell der toxischen Männlichkeit, wie es sich derzeit leider vor allem in der Politik manifestiert. Zeit, die Geschehnisse abzuschließen mit der traditionellen Betrachtung des Split-Voting-Ergebnisses in den beiden Qualifikationsrunden. Und die führt uns zunächst einmal zurück nach Wien anno 2015, fand doch heuer eine unfreiwillige Neuauflage der deutsch-österreichischen Doppelnull im Jahre 1 n.C. (nach Conchita) statt. Denn nicht nur die germanischen Casting-Sisters kassierten im Publikumsvoting die gefürc...
2019, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Schwules

2. Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madonna wird am Samstag im Finale des Eurovision Song Contest 2019 auftreten. Die seit Monaten als Gerücht gestreute, in den letzten Tagen mit einem entweder unnötigen oder gefakten Drama um nicht unterschriebene Verträge gehypte und gestern bestätigte Nachricht, dass die EBU der amerikanischen Großmutter des Pop, die hierfür sogar noch eine von einem israelischen Industriellen finanzierte Millionengage einstreicht, in der zuschauerstärksten TV-Show der Welt kostenlos die Möglichkeit zur Bewerbung ihres neuesten Albums einräumt, nahm am gestrigen Donnerstagabend gefühlt ein Viertel der Sendezeit, mindestens jedoch der Moderation ein und degradierte die achtzehn im Kampf um den Finaleinzug angetretenen Acts zur bloßen Staffage. Vertraut die EBU der Strahlkraft ihrer eigenen Vorzeigesendung ...
2019, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Heu­te Abend: das zwei­te Semi 2019

Unschöne Nachrichten aus Tel Aviv: bei den Aufbauarbeiten für den Eurovision Song Contest im Expo Congress Center kam es am vergangenen Montag nach einer Meldung der Times of Israel zu einem tödlichen Unfall, bei dem der 66jährige Lieferfahrer Fuldi Schwarz beim Ausladen von Material von einem ungesicherten Beleuchtungsturm getroffen wurde, der auf ihn stürzte. Schwarz erlag in der Nacht zum Dienstag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Dafür kam heute das nervtötende Drama um den Pausenprogramm-Auftritt von Madonna zum Ende: wie Eurovoix berichtet, wurden die notwendigen Verträge endlich unterschrieben, die Queen of Pop kann am Samstagabend ihre zwei Songs präsentieren. Heute Abend aber erwarten uns im zweiten Semi ein heimischer Zauberkünstler und die aus Menschen mit Handicaps b...
2019, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Schwules

1. Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Gleich zweifach erfuhr die fabelhafte Dana International, die 1998 beim Eurovision Song Contest in Birmingham den mit weitem Abstand bedeutsamsten Sieg in der über sechzigjährigen Geschichte des Grand Prix errang, die ihr gebührende Ehrung im gestrigen ersten Semifinale 2019 zu Tel Aviv, wo sie als Interval Act auftrat. Der für seine 40 Lenze erstaunlich jung aussehende Assi Azar, einer der überflüssigerweise erneut vier (!) Gastgeber/innen des Abends, benannte die offensichtlich in den selben Jungbrunnen gefallene LGBTQI*-Ikone in seiner Anmoderation als sein persönliches Idol. War es doch ihr seinerzeitiger Sieg, der dem damals Zwanzigjährigen aus dem Versteck half und ihm die Kraft zum Coming Out gab. Zehn Jahre später listete das US-amerikanische Magazin OUT den Showmaster, Filmemacher...
2019, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Heu­te abend: das ers­te Semi 2019

Stehen die Getränke und Knabbereien schon bereit? In knapp zwei Stunden geht in Tel Aviv das erste Semifinale des Eurovision Song Contest 2019 über die Bühne. Mit 17 teilnehmenden Ländern ist es gegenüber der zweiten Runde am Donnerstag das etwas leichter zu überstehende - und mit bizarren Klangcollagen, dystopischem Industrial-Getöse, freischwebenden Popera-Diven, türkischstämmigen Disco-Rasplern und kreischenden Stoikerinnen fraglos das mit dem höheren Unterhaltungswert. Das Rahmenprogramm bestreiten die beiden israelischen Vorbildfrauen Netta Barzilai und Dana International, deren Auftritte im Gegensatz zu dem meiner dritten großen Pop-Heldin sicher sind: wie Jan Ola Sand bei einer Pressekonferenz am heutigen Nachmittag bekräftigte, hat Madonna, die seit Monaten in den Medien als Interv...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Zwei­tes Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tatsächlich geschafft. Der mutmaßliche, sinistere Plan der Russen, erstmalig seit der Einführung der Qualifikationsrunden im Jahre 2004 in einer solchen auszuscheiden, ging auf. Zum zweiten Mal hintereinander wies das kaltherzige Europa die im Rollstuhl sitzende Interpretin Julia Samoylova ab: 2017 aus politischen Gründen, 2018 aus purer Bösartigkeit und in Negierung des von der EBU verbreiteten Märchens der Inklusion, die beim Eurovision Song Contest eben nur für bärtige Frauen gilt. So vermutlich die Melodie des Liedes, welches Putins Staatsmedien ab sofort verbreiten dürften. Dabei tat das russische Team selbst alles, um den Finaleinzug zu verhindern: es versorgte seine (aufgrund ihrer mutmaßlich unfreiwilligen Rolle in dieser PR-Schlacht wirklich zu bemitleidende) Repräsen...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Ers­tes Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ganze 53 Jahre musste das kleine, geografisch etwas randständige und kulturell auf europäischer Ebene nicht unbedingt massenkompatible Portugal von seiner Erstteilnahme im Jahre 1964 bis zu seinem Eurovisionssieg 2017 warten. Ein verschrobener Barde namens Salvador Sobral holte bekanntlich den Pott und die Gastgeberschaft nach Lissabon, mit einer intimen, aus der Zeit gefallenen Trennungsschmerzballade in seiner Muttersprache. Mit "Musik, die wirklich etwas ausdrückt", wie es der lebensbedrohlich erkrankte Adelsspross, dem es nach einer Herztransplantation mittlerweile wieder besser geht, im Überschwang seiner Siegesansprache formulierte. Und nun das: ein Jahr später, im ersten Semifinale des in der portugiesischen Hauptstadt abgehaltenen 2018er Grand Prix, fliegen gleich zwei von insgesam...
2018, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, ESC Semifinale

Hys­te­rie in der Bub­ble: Ele­ni ist neue Wett­quo­ten­kö­ni­gin

Seit Monaten führte die Israelin Netta Barzilai mit ihrem Beitrag 'Toy' unangefochten die Listen der internationalen Wettbüros für einen Sieg beim Eurovision Song Contest 2018 an. Bis heute früh. Gewissermaßen auf dem letzten Meter überholte sie da die für Zypern antretende Eleni Foureira mi ihrer Nummer 'Fuego'. Und ein schöneres Paradebeispiel für überschnappende Fan-Hysterie in der hermetisch in ihrem eigenen Saft schmorenden Bubble könnte es meines Erachtens nicht geben. Sowie für die Art und Weise, wie das Belohnungszentrum in unserem Gehirn, der Nucleus accumbens, arbeitet. Der schüttet bekanntlich Dopamin aus, den Botenstoff, der uns mit Glücksgefühlen belohnt, wenn etwas (eine Situation, eine Leistung) deutlich besser ist als unsere Erwartungen hieran. So, wie gerade bei 'Fuego'. A...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Finale, ESC Semifinale, Proben

Micha­el Schul­te auf LSD: der sechs­te Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eine Wundertüte an Proben brachte der heutige Tag in Lissabon, mit Startern aus allen drei Shows auf der Bühne der Altice-Arena. Über diejenigen des Vormittag können wir schnell hinwegspringen, für die Qualifikationsrundenteilnehmer/innen von Armenien (sympathischerweise unausgeschlafen, aber immer noch der schönste Bart 2018) bis Dänemark war das schließlich bereits der zweite Durchlauf, und all zu viel Nennenswertes änderte sich nicht. Die Serben (zweitschönster Bart) haben ihre Lakritzschnüre wohl aufgefuttert, die beiden für San Marino startenden Ladys warfen sich heute immerhin in - dem Modethema des Jahres folgend - teils extrem durchsichtige Bühnenklamotten. Und bewiesen Humor, in dem sie den eigentlichen Star ihres Auftrittes, dem größten der vier putzigen Spielzeugroboter, diesmal...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben

Ich dach­te immer, Du seist bil­lig: fünf­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Am heutigen Donnerstag drehte sich alles um Unfälle in der zweiten Probenrunde der ersten Semifinalisten zum Eurovision Song Contest 2018 in Portugal. Aufgrund eines Verkehrsunfalles, der einen Stau in der Lissabonner Innenstadt verursachte, kam die dort feststeckende isländische Delegation heute Morgen zu spät, so dass Ari Olafssons Probe verschoben werden musste. Die größere Rolle spielten jedoch die Rückenverletzungen, die sich der tschechische Teilnehmer (und Siegeraspirant) Mikolas Josef vergangenen Sonntag bei einem Salto zugezogen hatte und die einen Krankenhausaufenthalt notwendig machten. Josef erschien, wie bereits angekündigt, dennoch heute zum zweiten Durchlauf und absolvierte - mit zusammengebissenen Zähnen, wie die Blogger vor Ort beobachteten - bravourös auch etliche kleiner...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben

Auf­er­stan­den aus Rui­nen: vier­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Sanft gestaltete sich der Start in Tag heute Morgen für die nach Lissabon gereisten Blogger/innen. Denn der vierte Probentag begann mit dem georgischen Beitrag. Die Kaukasusrepublik schickt in diesem Jahr bekanntlich die offiziell so benannte Ethno-Jazz Band Iriao - und betreibt mit dieser Auslobung klaren Etikettenschwindel. Schließlich hat das, was die für den ESC-Auftritt vom Septett zum Quintett geschrumpfte Formation in Portugal singt, weder etwas mit Ethno zu tun, noch mit Jazz. Stattdessen nehmen die Fünf, wie mir diesbezüglich bewanderte Quellen glaubhaft versicherten, die Melodie irgendeines uralten christlichen Kirchenliedes und tarnen diese mit Harmoniegesang in Landessprache. Das Ganze tun sie in tadellos sitzenden Maßanzügen und ohne jeglichen Ablenkungsschnickschnack, bis auf...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben

We can’t move a Moun­tain: drit­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Auch am Tag der Arbeit gehen die Proben für den Eurovision Song Contest 2018 in der Altice-Arena zu Lissabon weiter, heute mit der ersten Hälfte des zweiten Semifinales. Das eröffnet bekanntlich, in Person Alexander Rybaks, ein ehemaliger Eurovisionsgewinner. Und wiewohl sein Beitrag 'That's how you write a Song' die europäischen Schwurnalisten in Fans und bekennende Hasser spaltet, herrscht unter den Blogger/innen ziemliche Einigkeit, dass auch dieser Titel erneut um den Sieg mitspielen könnte. Rybak, der Dorian Gray der Eurovision, der seit seiner letzten Grand-Prix-Teilnahme offensichtlich keinen Tag alterte und noch immer über seinen Lausbubencharme verfügt, bringt - wie schon 2009 - das bereits ausgereifte audiovisuelle Gesamtkonzept des norwegischen Melodi Grand Prix mit zum Contest ...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben

Griff ins Klo: zwei­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

Eigentlich gehört es zur Eröffnungstradition des Pressezentrums, dass die dort versammelten Schwurnalisten von der allerersten Probe aus technischen Gründen nichts mitbekommen, weil die Leitung von der Halle noch nicht steht. Das war am Sonntag zwar nicht der Fall, dafür aber am heutigen Montag: pünktlich zum Probenbeginn um zehn Uhr liefen noch Tourismuswerbeclips in Dauerschleife, während in der Altice-Arena bereits das mazedonische Duo Eye Cue auf der Bühne stand. Erst zum dritten Durchlauf drückte jemand den Knopf: auf den Monitoren erschien, wie OnU berichtete, bildfüllend der Hintern der Leadsängerin Marija. Und falls sich jemand noch mit Schaudern an das pinkfarbene Cameltoe-Outfit aus dem Video zu 'Lost and found' erinnert: etwas Ähnliches trägt sie auch in Lissabon, nur ohne Unter...
2018, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Proben

Die Rück­kehr des Flat­ter­lap­pens: ers­ter Pro­ben­tag in Lis­sa­bon

So, höchste Zeit, dass dieser Blog aus seinem Dornröschenschlaf erwacht: am gestrigen Sonntag eröffnete das - angereisten Schwurnalisten zufolge viel zu kleine - Pressezentrum in der Lissabonner Altice-Arena zur Übertragung der ersten Kameraproben für das in acht Tagen angesetzte erste Semi des Eurovision Song Contest 2018. 19 Songs buhlen in diesem bekanntlich um einen der knappen zehn Plätze für das Finale. Und auch wenn diese hauptsächlich für die Kameraeinstellungen und den Soundcheck gedachten Proben noch keinen umfassenden Aufschluss über die endgültige Performance in den beiden Shows geben, in denen es zählt - nämlich dem Juryfinale am kommenden Montag und der TV-Show am 8. Mai, - so lässt sich doch zumindest ein Blick auf die Choreografie- und Outfit-Ideen der Delegationen erhasche...
2017, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Lost in Vero­na: wen die Jurys 2017 im Semi kill­ten

"Wie unterschiedlich die Meinungen von Publikum und Jury sind, Wahnsinn!" entfuhr es einem erstaunten Peter Urban Samstagnacht während der Punktevergabe im Finale des Eurovision Song Contest 2017, wo sich mal wieder zeigte, dass die angeblichen Musikprofessionellen, die im sich übrigen hemmungslos dem → Nachbarschaftsvoting hingaben (sollten sie eigentlich nicht genau das einst verhindern?), auf einem völlig anderen Planeten leben als der Rest der Menschheit. Oder auch nur, dass eine zufällige Auswahl von gerade mal fünf Personen schon aus statistischer Notwendigkeit heraus immer nur zufällige, nicht repräsentative und damit völlig wertlose Ergebnisse hervorbringt. Immerhin waren sich die Jurys diesmal ausnahmsweise mit den Zuchauer/innen einig, was den verdienter Sieger des Jahrgangs angi...
2017, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Unsere Lieblinge

Zwei­tes Semi­fi­na­le 2017: We have lost our Vero­na

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo zwischen Raumschi...
2017, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, ESC Semifinale

Kin­der­bo­nus: Kris­ti­an Kos­tovs Krim-Kon­zert bleibt ohne Kon­se­quenz

Ein Krim-Auftritt des diesjährigen bulgarischen Eurovisionsrepräsentanten Kristian Kostov bleibt für den knapp siebzehnjährigen Sänger sanktionslos, wie Eurovoix heute unter Bezugnahme auf ukrainische Online-Portale rapportiert. Am gestrigen Abend - nur einen Tag vor dem geplanten Auftritt in der heutigen zweiten Qualifikationsrunde des Eurovision Song Contest 2017 - machten Gerüchte die Runde, dass der in Moskau als Kind bulgarisch-kasachischer Eltern geborene Kostov, ebenso wie die hierfür von Seiten der ukrainischen Sicherheitsbehörden mit einem dreijährigen Einreiseverbot belegte ursprüngliche russische Partizipantin Julia Samoylova, nach der Annexion der Krim durch Russland im Februar 2014 auf der Halbinsel aufgetreten sein soll. Dies bestätigte sich heute: die russische Ausgabe der C...
2017, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Unsere Lieblinge

Ers­tes Semi­fi­na­le 2017: no more Dra­ma

Je unsicherer die Zeiten, um so mehr suchen die Menschen fröhlich stimmende Ablenkung und Zerstreuung, so jedenfalls suggeriert es das Ergebnis der ersten Qualifikationsrunde des Eurovision Song Contests 2017, das am gestrigen Dienstagabend im Internationalen Ausstellungszentrum zu Kiew über die Bühne ging. Bestimmten im Vorfeld dieses Jahrgangs noch die schändlichen Ränkespiele um das vom Gastgeberland Ukraine verhängte Einreiseverbot gegen die russische Repräsentantin Julia Samoylova sowie die deutlich verschärften Sicherheitsmaßnahmen rund um die Veranstaltung die öffentliche Wahrnehmung des Wettbewerbs und schufen damit ein mulmiges Klima, so setzten sich im gestrigen Semi größtenteils diejenigen Beiträge durch, die sich an eher uptemporären, aktuellen Sounds orientierten und showtechn...
2017, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Pro­ben ers­tes Semi 2017: Schüt­tel Dein Haar, wil­des Mäd­chen

Seit Sonntag haben die Pforten des Internationalen Ausstellungszentrums in Kiew ihre Pforten geöffnet für die 42 Delegationen des diesjährigen Eurovisionsjahrganges und für alle besonders unerschrockenen Schwurnalisten, die trotz der widrigen Umstände um die Vorbereitungen und den Ticketverkauf die Reise in die ukrainische Metropole antraten. Das erste Semifinale ist bereits einmal komplett durchgeprobt, für die Zurückgebliebenen offeriert der offizielle Youtube-Kanal der EBU allerdings, wie schon aus den Vorjahren gewohnt, lediglich kurze, frontal gefilmte Ausschnitte von den Auftritten. Was durchaus Sinn macht, denn eigentlich verfügt der erste Probendurchgang nur über eine sehr eingeschränkte Aussagekraft, geht es doch zunächst hauptsächlich um die richtigen Kameraeinstellungen. Ein Tei...
2016, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, ESC Finale, ESC Semifinale, Jurys sind Wichser

Rus­si­sches Fern­se­hen sieht Ser­gey als Sie­ger

Es war eine erwartbare Reaktion, und sie kam prompt: in einer Pressemeldung erklärte der musikalische Direktor des Fernsehsenders Russia 1, Yuri Aksyuta, seinen eigenen Kandidaten zum moralischen Sieger des Eurovision Song Contest 2016. "Für mich sind die Ergebnisse des Publikums entscheidend, denn für dieses wird die Musik gemacht. So gesehen war es ein Sieg von Sergey Lazarev," so Aksyuta. Er warf den Jurys einen gezielten Boykott des russischen Beitrags vor, denn während Sergey aus jedem (!) einzelnen Land Punkte im Televoting erhielt (einschließlich der Höchstwertung aus Deutschland sowie aus der Ukraine), ging er bei der Hälfte der Juryabstimmungen leer aus. Unter den 21 organisierten Lazarev-Verachtern fanden sich mit Estland, Litauen, Georgien und - wenig überraschend - der Ukraine ...
2016, Die Zwanzigzehner, ESC Finale, ESC Semifinale, Jurys sind Wichser

Das Lju­bav-Gate: wen die Jurys 2016 ver­hin­der­ten

Nicht nur den rechtmäßigen Sieg des Russen Sergey Lazarev im Finale des Eurovision Song Contest 2016 hat ein kleines Häuflein von 210 willkürlich ausgesuchten Menschen auf dem Gewissen, die mit ihren Entscheidungen den Willen von Millionen (!) von Anrufer/innen aus ganz Europa überstimmen konnten. Wie immer verhinderten die Manipulatoren aus den Jurys auch den Finaleinzug bestimmter Teilnehmer/innen, die ihnen nicht in den Kram passten. Darunter natürlich wieder zwei meiner Lieblingsbeiträge. So unterbanden, wie ich es mir bereits dachte, die Juroren im ersten Semifinale am Dienstag die berechtigte Qualifikation des bosnischen Quartetts mit dem ehemaligen 'In the Disco'-Häschen Deen (BA 2004) und dem wunderbar dramatischen 'Ljubav je'. Lag es an der das Flüchtlingselend thematisierenden Bü...
2016, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

Zwei­tes Semi­fi­na­le 2016: der sich den Wolf tanzt

"Måns ist sehr enttäuscht": das war er, der Satz des Abends, gesprochen vom deutschen Kommentator Peter Urban, nachdem Gastgeberin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auftritt des Weißrussen Ivan informierte, dass dieser ursprünglich nackt und in Begleitung von Wölfen zu performen gedachte, was die EBU im Hinblick auf die Regeln leider verbieten musste. Zum Missfallen des komoderierenden Vorjahressiegers, der gerade hinter Petra die Bühne enterte - im Adamskostüm, leider mit einem strategisch platzierten Plüschwolf vor dem Gemächt. Wie dankbar bin ich dem Schweden dafür, dass er ein dergestalt schamlos selbstverliebter, zeigefreudiger Exhibitionist ist, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, seinen durchtrainierten Körper möglichst textilfrei der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und wie...
2016, Die Zwanzigzehner, Diese Welt, ESC Semifinale

EBU ver­warnt Arme­ni­en

Es gehört seit Jahren zum festen Ritual beim Eurovision Song Contest: die Kabbeleien zwischen den beiden Teilnehmerländern Armenien und Aserbaidschan. Mal hält die Punktesprecherin ein Klemmbrett mit einem unliebsamen Foto in die Kamera, mal fällt während der Live-Übertragung des konkurrierenden Beitrags wie zufällig das Bild aus, mal singt man vom Genozid, mal zitiert das Innenministerium Bürger des eigenen Landes zum Verhör, die für das Lied des Gegners gestimmt haben - um nur eine zufällige Auswahl zu treffen. Anlass der von beiden Seiten mit der gleichen Beharrlichkeit und Lust geführten, unschönen Rangeleien sind die seit den Neunzigern schwelenden Auseinandersetzungen beider Nationen um die offiziell zu Aserbaidschan zählende, nach langjährigem Bürgerkrieg mit Vertreibungen und zahll...
2016, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale, Jurys sind Wichser, Trickkleid

Ers­tes Semi­fi­na­le 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte "Welcome, Europe!" die ersten Takte von 'The Final Countdown' der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell wieder abwürgten und sich flugs für die "Peinlichkeit" entschuldigten! Auch, was da...