ESC Semifinale

Ein­ge­führt erst­mals 2004, die­nen die Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den zum Aus­sor­tie­ren der bes­se­ren, ori­gi­nel­le­ren, schrä­ge­ren Bei­trä­ge und sor­gen für ein Fina­le des stump­fen Mittelmaßes.

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

Ein tödlicher Verkehrsunfall mit zahllosen Beteiligten, dessen schaurig-morbider Faszination man sich über geschlagene vier Stunden nicht zu entziehen vermochte, so lässt sich das gestrige deutsche Eurovisions-Halbfinale 2020 beschreiben. Mit welchem die ARD versuchte, trotz der seuchenbedingten Absage des offiziellen europaweiten Wettbewerbs wenigstens auf nationaler Ebene ein adäquates Ersatz-Event auf die Beine zu stellen, wofür der Senderverbund gar nicht oft genug gelobt werden kann. Grundsätzlich nicht verkehrt auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Funk, der hauseigenen Youtube-Spielwiese, mit welcher die Öffentlich-Rechtlichen darauf reagieren, dass Zuschauer:innen unter 30 mittlerweile durch klassisches lineares Fernsehen praktisch nicht mehr zu erreichen sind. Zu Funk gehören…
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Das Semi-Split­vo­ting 2019: die Dop­pel­null im Sahnemantel

Das Semi-Split­vo­ting 2019: die Dop­pel­null im Sahnemantel

Ein weiterer Eurovisionsjahrgang liegt hinter uns. Einer, bei dem, so der kluge Kommentar der ORF-Beobachter Sophia Felbermair und Christian Körber, die "nachdenklichen Männer, die doch Gefühle zeigen" die Medaillenplätze belegten und so den gesellschaftlichen Gegenentwurf bildeten zum Modell der toxischen Männlichkeit, wie es sich derzeit leider vor allem in der Politik manifestiert. Zeit, die Geschehnisse abzuschließen mit der traditionellen Betrachtung des Split-Voting-Ergebnisses in den beiden Qualifikationsrunden. Und die führt uns zunächst einmal zurück nach Wien anno 2015, fand doch heuer eine unfreiwillige Neuauflage der deutsch-österreichischen Doppelnull im Jahre 1 n.C. (nach Conchita) statt. Denn nicht nur die germanischen Casting-Sisters kassierten…
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Zwei­tes ESC-Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Zwei­tes ESC-Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madonna wird am Samstag im Finale des Eurovision Song Contest 2019 auftreten. Die seit Monaten als Gerücht gestreute, in den letzten Tagen mit einem entweder unnötigen oder gefakten Drama um nicht unterschriebene Verträge gehypte und gestern bestätigte Nachricht, dass die EBU der amerikanischen Großmutter des Pop, die hierfür sogar noch eine von einem israelischen Industriellen finanzierte Millionengage einstreicht, in der zuschauerstärksten TV-Show der Welt kostenlos die Möglichkeit zur Bewerbung ihres neuesten Albums einräumt, nahm am gestrigen Donnerstagabend gefühlt ein Viertel der Sendezeit, mindestens jedoch der Moderation ein und degradierte die achtzehn im Kampf um den Finaleinzug angetretenen Acts zur bloßen…
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Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Gleich zweifach erfuhr die fabelhafte Dana International, die 1998 beim Eurovision Song Contest in Birmingham den mit weitem Abstand bedeutsamsten Sieg in der über sechzigjährigen Geschichte des Grand Prix errang, die ihr gebührende Ehrung im gestrigen ersten Semifinale 2019 zu Tel Aviv, wo sie als Interval Act auftrat. Der für seine 40 Lenze erstaunlich jung aussehende Assi Azar, einer der überflüssigerweise erneut vier (!) Gastgeber/innen des Abends, benannte die offensichtlich in den selben Jungbrunnen gefallene LGBTQI*-Ikone in seiner Anmoderation als sein persönliches Idol. War es doch ihr seinerzeitiger Sieg, der dem damals Zwanzigjährigen aus dem Versteck half und ihm die…
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Zwei­tes ESC-Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Zwei­tes ESC-Semi 2018: vom Tod und ande­ren Tabus

Sie haben es tatsächlich geschafft. Der mutmaßliche, sinistere Plan der Russen, erstmalig seit der Einführung der Qualifikationsrunden im Jahre 2004 in einer solchen auszuscheiden, ging auf. Zum zweiten Mal hintereinander wies das kaltherzige Europa die im Rollstuhl sitzende Interpretin Julia Samoylova ab: 2017 aus politischen Gründen, 2018 aus purer Bösartigkeit und in Negierung des von der EBU verbreiteten Märchens der Inklusion, die beim Eurovision Song Contest eben nur für bärtige Frauen gilt. So vermutlich die Melodie des Liedes, welches Putins Staatsmedien ab sofort verbreiten dürften. Dabei tat das russische Team selbst alles, um den Finaleinzug zu verhindern: es versorgte seine…
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Ers­tes ESC-Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ers­tes ESC-Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ganze 53 Jahre musste das kleine, geografisch etwas randständige und kulturell auf europäischer Ebene nicht unbedingt massenkompatible Portugal von seiner Erstteilnahme im Jahre 1964 bis zu seinem Eurovisionssieg 2017 warten. Ein verschrobener Barde namens Salvador Sobral holte bekanntlich den Pott und die Gastgeberschaft nach Lissabon, mit einer intimen, aus der Zeit gefallenen Trennungsschmerzballade in seiner Muttersprache. Mit "Musik, die wirklich etwas ausdrückt", wie es der lebensbedrohlich erkrankte Adelsspross, dem es nach einer Herztransplantation mittlerweile wieder besser geht, im Überschwang seiner Siegesansprache formulierte. Und nun das: ein Jahr später, im ersten Semifinale des in der portugiesischen Hauptstadt abgehaltenen 2018er Grand Prix, fliegen gleich…
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Lost in Vero­na: wen die Jurys 2017 im Semi killten

Lost in Vero­na: wen die Jurys 2017 im Semi killten

"Wie unterschiedlich die Meinungen von Publikum und Jury sind, Wahnsinn!" entfuhr es einem erstaunten Peter Urban Samstagnacht während der Punktevergabe im Finale des Eurovision Song Contest 2017, wo sich mal wieder zeigte, dass die angeblichen Musikprofessionellen, die im sich übrigen hemmungslos dem → Nachbarschaftsvoting hingaben (sollten sie eigentlich nicht genau das einst verhindern?), auf einem völlig anderen Planeten leben als der Rest der Menschheit. Oder auch nur, dass eine zufällige Auswahl von gerade mal fünf Personen schon aus statistischer Notwendigkeit heraus immer nur zufällige, nicht repräsentative und damit völlig wertlose Ergebnisse hervorbringt. Immerhin waren sich die Jurys diesmal ausnahmsweise mit den Zuchauer/innen…
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Zwei­tes ESC-Semi 2017: We have lost our Verona

Zwei­tes ESC-Semi 2017: We have lost our Verona

Warum macht ihr so etwas, liebe Bühnenbildverantwortliche? Warum versteckt ihr in diesem Jahr praktisch alle die Chorsänger/innen hinter der Bühne? Schon im ersten Semifinale 2017 am vergangenen Dienstag irritierte es maßlos, wenn man mit den Augen lediglich eine einzelne, völlig verloren im Farbenwirbel des Backdrops verschwindende Person auf der Bühne sah, gleichzeitig jedoch mit den Ohren wahre Choräle erschallen hörte und das völlig überforderte, bedauernswerte Gehirn diese beiden sich gegenseitig widersprechenden Sinneswahrnehmungen irgendwie zusammen bekommen sollte, ohne dabei zu implodieren. Bei der gestrigen zweiten Qualifikationsrunde dann, erneut ausgetragen in der nur mäßig besetzten Internationalen Ausstellungshalle zu Kiew, erneut bestückt mit der irgendwo…
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Ers­tes ESC-Semi 2017: no more Drama

Ers­tes ESC-Semi 2017: no more Drama

Je unsicherer die Zeiten, um so mehr suchen die Menschen fröhlich stimmende Ablenkung und Zerstreuung, so jedenfalls suggeriert es das Ergebnis der ersten Qualifikationsrunde des Eurovision Song Contests 2017, das am gestrigen Dienstagabend im Internationalen Ausstellungszentrum zu Kiew über die Bühne ging. Bestimmten im Vorfeld dieses Jahrgangs noch die schändlichen Ränkespiele um das vom Gastgeberland Ukraine verhängte Einreiseverbot gegen die russische Repräsentantin Julia Samoylova sowie die deutlich verschärften Sicherheitsmaßnahmen rund um die Veranstaltung die öffentliche Wahrnehmung des Wettbewerbs und schufen damit ein mulmiges Klima, so setzten sich im gestrigen Semi größtenteils diejenigen Beiträge durch, die sich an eher uptemporären, aktuellen Sounds orientierten…
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Das Lju­bav-Gate: wen die Jurys 2016 verhinderten

Das Lju­bav-Gate: wen die Jurys 2016 verhinderten

Nicht nur den rechtmäßigen Sieg des Russen Sergey Lazarev im Finale des Eurovision Song Contest 2016 hat ein kleines Häuflein von 210 willkürlich ausgesuchten Menschen auf dem Gewissen, die mit ihren Entscheidungen den Willen von Millionen (!) von Anrufer/innen aus ganz Europa überstimmen konnten. Wie immer verhinderten die Manipulatoren aus den Jurys auch den Finaleinzug bestimmter Teilnehmer/innen, die ihnen nicht in den Kram passten. Darunter natürlich wieder zwei meiner Lieblingsbeiträge. So unterbanden, wie ich es mir bereits dachte, die Juroren im ersten Semifinale am Dienstag die berechtigte Qualifikation des bosnischen Quartetts mit dem ehemaligen 'In the Disco'-Häschen Deen (BA 2004) und…
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Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

"Måns ist sehr enttäuscht": das war er, der Satz des Abends, gesprochen vom deutschen Kommentator Peter Urban, nachdem Gastgeberin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auftritt des Weißrussen Ivan informierte, dass dieser ursprünglich nackt und in Begleitung von Wölfen zu performen gedachte, was die EBU im Hinblick auf die Regeln leider verbieten musste. Zum Missfallen des komoderierenden Vorjahressiegers, der gerade hinter Petra die Bühne enterte - im Adamskostüm, leider mit einem strategisch platzierten Plüschwolf vor dem Gemächt. Wie dankbar bin ich dem Schweden dafür, dass er ein dergestalt schamlos selbstverliebter, zeigefreudiger Exhibitionist ist, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, seinen durchtrainierten Körper…
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Ers­tes ESC-Semi 2016: Auf in den Kampf!

Ers­tes ESC-Semi 2016: Auf in den Kampf!

Das wird jetzt vielleicht nicht auf ungeteilte Zustimmung bei all meinen Leser/innen stoßen und beschreibt auch das Gegenteil meiner eigenen Empfindungen von vor einem Jahr, aber nach der ersten Qualifikationsrunde 2016 aus dem Stockholmer Globen (der immer noch aussieht wie ein Schneller Brüter) am Dienstagabend muss ich sagen: von mir aus können die Schweden gerne jedes Jahr gewinnen. Solange sie Petra Mede weiter moderieren lassen: locker, flockig, eigenironisch, herrlich! Am schönsten der Gag, als auf die Worte "Welcome, Europe!" die ersten Takte von 'The Final Countdown' der gleichnamigen schwedischen Achtzigerjahre-Rockband ertönten, live von besagter Kapelle intoniert, die Petra und Måns aber schnell…
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Wegen Schul­den: Rumä­ni­en wird vom Con­test ausgeschlossen

Wegen Schul­den: Rumä­ni­en wird vom Con­test ausgeschlossen

Wie die EBU soeben in einer Pressemitteilung verkündete, wird das rumänische Fernsehen TVR mit sofortiger Wirkung von allen Dienstleistungen des Europäischen Senderbundes ausgeschlossen und darf damit auch nicht am Eurovision Song Contest 2016 teilnehmen. Grund hierfür sind offene Forderungen der EBU gegenüber dem rumänischen Sender in Höhe von rund 10 Millionen Euro, die sich seit 2007 ansammelten. Mehrere Versuche, einen "zufriedenstellenden Rückzahlungsplan" aufzustellen, scheiterten. Zuletzt hatte die EBU eine Frist bis zum 21. April gesetzt, um einen Teil der Forderung zu begleichen und eine Bankbürgschaft für den Rest aufzubringen. Die EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre sagte: "Wir bedauern es sehr, dass wir…
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Tonight again: Aus­tra­li­en auch 2016 dabei

Das kam ja nun wirklich nicht überraschend: wie heute früh offiziell verkündet wurde, nimmt der australische Sender SBS auch beim 61. Eurovision Song Contest in Stockholm teil. Damit findet das von Anfang an durchschaubare und unwürdige Rumgeeiere um das angeblich "einmalige" Event zum Anlass des 60. Jubiläumscontests endlich ein Ende. Obwohl, so ganz auch nicht: laut NDR lege die EBU Wert auf die Feststellung, dass damit keine Entscheidung über die dauerhafte Partizipation des südpazifischen Kontinents getroffen sei. Oh bitte...! Diesmal immerhin müssen die Aussies durch die Qualifikationsrunde: aus den Big Five werden also wohl keine Big Six werden. Wenn das…
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Jan Ola Sand: “41 Län­der beim ESC 2016”

Auf einer Pressekonferenz der EBU sagte der ausführende Produzent des Eurovision Song 2016, Jan Ola Sand, heute, dass in Stockholm "41 TV-Stationen" (sprich: Länder) teilnehmen werden. Nun gehen überall die Spekulationen los, denn offiziell zugesagt haben - jedenfalls nach meiner Zählung - derzeit erst 37 Nationen. Zusammen mit all jenen Ländern, die sich bereits vorläufig auf die Liste haben setzen lassen oder Interesse bekundeten, kommt man aber in der Tat auf 41. Was bedeuten würde, dass Australien (wir erinnern uns: der von Europa aus auf der anderen Seite des Globus liegende Kontinent durfte die Wien anlässlich des Jubiläumsjahrgangs angeblich "einmalig" gastieren)…
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Mehr von den Big Five in den Semis

In Berlin ist es entscheiden worden, beim Delegationentreffen letzte Woche, so verrät es eurovision.tv: ab dem aktuellen Jahrgang werden die die Big-Five-Länder (und der Gastgeber) prominenter in den Semis vertreten sein. Zwar müssen sich die fünf großen Geldgebernationen Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Deutschland weiterhin nicht - wie alle anderen - qualifizieren, sondern sind, ebenso wie das austragende Land (also aktuell Schweden) fix für das Finale gesetzt. Dennoch proben sie ab sofort in derjenigen Qualifikationsrunde mit, in der sie auch abstimmen dürfen - im Falle Deutschlands diesmal das zweite Semi am Donnerstag, das legte das EBU-Lenkungsgremium auf Wunsch des NDR bereits fest.…
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ESC 2015: Mönz­chen moderiert

Wie Eurovision Austria heute Morgen unter Bezugnahme auf schwedische Presseberichte mitteilt, wird der offizielle Eurovisionssieger von Wien, Måns Zelmerlöw, den 61. Song Contest in Stockholm moderieren. Der Sänger bekundete sein Interesse an diesem Job bereits vor Wochen, nun soll es sich bewahrheiten. Erfahrungen in der Moderationstätigkeit sammelte das Mönzchen bereits beim Melodifestivalen. Ob er noch eine Kollegin zur Seite gestellt bekommt, sei noch offen - wenn, dann aber wohl eher für die Green-Room-Moderation oder andere ergänzende Aufgaben. Die so überflüssige wie zähe Dreifachmoderation, wie sie der ORF zuletzt praktizierte, wolle sich das schwedische Fernsehen wohl ersparen. Eurovision Austria zufolge habe…
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Das Jury-Gate: Il Volo sind die wah­ren Sie­ger 2015!

Das Jury-Gate: Il Volo sind die wah­ren Sie­ger 2015!

Seit der Wiedereinführung der Jurys, im besonderen Maße aber seit ihrer stärkeren Gewichtung gegenüber dem Televoting seit 2013, stand es zu befürchten, und nun trat es ein: erstmalig seit 1997 gewannen beim Eurovision Song Contest 2015 nicht die Lieblinge des Publikums - nämlich die italienischen jungen Tenöre Il Volo mit ihrem Popera-Schlager 'Grande Amore' - sondern der Juryfavorit, in diesem Falle der Schwede Måns Zelmerlöw mit 'Heroes'. Was erstaunt, weil ich gerade nach dem überraschenden Ergebnis von 2011, als das nach ewiger ESC-Pause von der EBU mit Engelszungen zur Rückkehr überredete Italien, mit einem furchtbaren Bar-Jazz-Geklimper beim Publikum auf Rang 11 landend, von…
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The King of Fun: zwei­tes ESC-Semi 2015

The King of Fun: zwei­tes ESC-Semi 2015

Na, das war aber auch an der Zeit! Da musste erst ein kerniger siebzehnjähriger 'Golden Boy' aus Tel Aviv kommen, um den Fluch von 'Ding-Dong'-Dana (IL 1998, 2011) abzuschütteln und die Israelis nach einer fünfjährigen Durststrecke endlich wieder ins Gelobte Land zu führen. Dramaturgisch geschickt hatte sich der ORF die Verkündung des Finaleinzugs von Nadav Guedj bis ganz am Schluss aufgehoben, und der kollektive Erleichterungsschrei aus über zehntausend Fankehlen ließ die Wiener Stadthalle beinahe in ihren Grundfesten erbeben. Wäre Israel diesmal wieder kleben geblieben, hätte ich auch endgültig den Glauben an die Menschheit verloren. Doch dazu erwies sich die Mischung aus…
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Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Punk is dead: ers­tes Semi 2015

Gleich vorneweg ein Wort der Vorwarnung: vermutlich sehe ich dieses Jahr einen komplett anderen Contest als ein Großteil meiner Leser/innen. Denn ich bin seit langem erstmals wieder vor Ort, und bekanntlich sind die Eindrücke in der Halle stets völlig andere als die zu Hause an den Flachbildschirmen. So hörte ich, zumindest schon mal heute im ersten Semifinale, beispielsweise nur satten, vollen Sound und weitestgehend fehlerfreien Gesang - dies also zur Erklärung, falls das an den Rundfunkempfängern anders herüberkam. Dann ein weiteres Wort der Vorwarnung: ich bin stocksauer! Auf Europa! Und zwar, weil die fantastischen Finnen nicht weiterkamen. Nein, 'Aina Mun Pitää' wird…
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Dani­el Kaj­ma­koskis pro­mi­nen­ter Backing-Chor

Nein, keine Angst, aufrechtgehn.de verwandelt sich nicht in eine offizielle Daniel-Kajmakoski-Fanclub-Seite. Aber es gibt tatsächlich schon wieder Neues zu berichten vom diesjährigen mazedonischen Vertreter: wie Eurovision Ireland rapportiert, bringt der Wiener beim Song Contest prominente Unterstützung mit auf die Bühne: Mark Middleton, Eric Williams und Jeremy Hanna alias MERJ singen in knapp zwei Wochen in Daniels Begleitchor. Die US-Amerikaner bildeten in den Neunzigern drei Viertel der R&B-Gruppe Blackstreet (Vierter im Bunde war damals die New-Jack-Swing-Legende Teddy Riley), die mit 'No Diggity' 1996 einen weltweiten Smashhit landen konnten. Kajmakoski arbeitete mit MERJ bereits vor Kurzem für die Charity-Single 'Carry the Flame'…
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Auch 2015: Semis in die Sparte

Wie der Prinz-Blog gestern rapportierte, überträgt die ARD die beiden Qualifikationsrunden des Eurovision Song Contest 2015 live im Fernsehen, allerdings nicht im Ersten. Dafür kann man unter gleich drei der gefühlt 700 ARD-Spartensender wählen: für aufmerksamkeitsdefizitäre Internetaffine blendet EinsFestival zusätzlich zur Liveübertragung im Splitscreen-Verfahren wieder pseudojugendliche, uninteressante Facebook-Kommentare und Tweets ein. EinsPlus bietet mit einem Gebärdendolmetscher hingegen echten Mehrwert, auch wenn vermutlich nicht mit einer Darbietung im Stile von Tommy Krångh zu rechnen ist. Und für die Puristen überträgt der Ereigniskanal Phoenix die beiden Semis ohne jeglichen Begleitschnickschnack, aber in HD - sofern man nicht, wie der Blogger, Kunde des schlechtesten Kabelanbieters der Welt…
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Dani­el Kaj­ma­koski: “Mir gefällt es, sich das Unmög­li­che vorzustellen”

Er hat von allen 40 Teilnehmer/innen des diesjährigen Song Contest die kürzeste Anreise und kann praktisch zu Fuß zur Wiener Stadthalle gehen: der 31jährige Daniel Kajmakoski vertritt zwar sein Geburtsland Mazedonien, lebt aber in Wien, seit er sieben ist. Für das im Juni erscheinende Kompendium #60jahresongcontest, einem gemeinsam mit dem österreichischen Autoren ('Conchita Wurst- backstage') und Songcontest-Consulant Mario Lackner erstellten Jubelbuch zu 60 Jahren unserer liebsten TV-Show, stellte ich ihm einige Fragen, und trotz aktuellen Terminstresses fand Daniel die Zeit für sehr spannende und lesenswerte, daher im Folgenden ungekürzt präsentierte Antworten. #60jahresongcontest wird neben einer umfassenden Zeitreise durch alle bisherigen Jahrgänge und Teilnehmerländer des Wettbewerbs übrigens…
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Gol­den Boy: die Start­rei­hen­fol­ge für 2015

Das ging ja fix: knapp eine Woche nach dem offiziellen Einsendeschluss für die Beiträge für Wien legte der ORF heute bereits die handgeklöppelte Startreihenfolge in den beiden Qualifikationsrunden vor. Dabei fällt auf, dass der gastgebende Sender am Dienstag und Donnerstag unterschiedliche Strategien fährt: verteilte man im ersten Semi die etwas schnelleren Titel relativ gleichmäßig zwischen den Langweilerballaden, so dass dem Publikum keine Gelegenheit zum dauerhaften Wegdämmern gegeben wird, so gab man im zweiten Semi aus schierer Materialnot auf. Ab Position zwei ballen sich dort sieben Balladen am Stück - die Einnahme von Aufputschmitteln ist hier dringend anzuraten! Immerhin bildete man kleine…
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Arme­ni­en spielt mit dem Schatten

Welche Hintergrundgespräche wohl dieser Meldung vorausgingen? "Um das Konzept einer Hymne des Friedens, der Liebe und der Einigkeit zu stärken," so das fast schon ironische Zitat in der offiziellen Mitteilung der EBU, ändere das armenische Fernsehen "auf eigenen Wunsch" den Titel seines Beitrags von 'Don't deny' zu 'Face the Shadow'. Damit solle jeglichem Verdacht eines politischen Inhalts begegnet werden, weswegen die EBU-Lenkungsgruppe das Ansinnen freudig begrüße. Der Song beschäftigt sich bekanntermaßen mit dem Völkermord von 1915, der eine Massenauswanderung von Armeniern in alle Welt zufolge hatte, weswegen sich die Genealogy (Ahnenforschung) benannte Gruppe auch aus sechs Exilhajastanern zusammensetzt. Der englische, im…
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