Schwules

Seit jeher ist der ESC die jähr­li­che schwu­le Olympiade.

Aser­bai­dschan 2020: Strai­ght or gay

Aser­bai­dschan 2020: Strai­ght or gay

Das Land des Feuers scheint beim Eurovision Song Contest 2020 eine Art Resteverwertung zu betreiben. Zunächst verkündete der zuständige Sender Ictimai Ende Februar 2020, dass die 28jährige ehemalige The Voice-Teilnehmerin Samira Efendi, die sich zuvor schon viermal erfolglos um die Grand-Prix-Repräsentanz beworben hatte, heuer Aserbaidschan vertreten dürfe, nachdem sie sich in einer internen Jurywahl gegen vier Konkurrenten durchsetzen konnte. Heute veröffentlichte der Sender ihren Beitrag 'Cleopatra', ein ziemlich campes, orientalisch aromatisiertes Uptempo-Machwerk, zu dem ich vor meinem geistigen Auge bereits Horden von Fans allerlei Geschlechts im Euroclub den Tanz der sieben Schleier aufführen sehe und das fast so viel diebisches…
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O Melo­di pen­tru Euro­pa 2020: Ins Gefäng­nis mit ihm!

O Melo­di pen­tru Euro­pa 2020: Ins Gefäng­nis mit ihm!

Sie sind die Eiterpickel am Gesäß des Eurovision Song Contests: Grand-Prix-Komponisten, die sich einen Startplatz für ihre Lieder beim Wettbewerb kaufen. Über Ralph Siegel gibt es das (natürlich unbewiesene) Gerücht, dass er immer wieder Valentina Monetta für San Marino ins Rennen schicken durfte, weil er die gesamten Auftritte aus eigener Tasche finanziert haben soll. Und auch seinem russischen Pendant Phillip Kirkorov unterstellt man gelegentlich ein solches Vorgehen. Er bediene sich dabei gerne des bitterarmen Moldawiens, denn nirgends ist das Televoting mit so wenig Aufwand zu manipulieren. Und den dortigen Juror:innen sagen böse Zungen ebenfalls eine gewisse Offenheit für finanzielle Argumente…
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Evro­vi­zijs­ka Melo­di­ja 2020: Teu­fels Werk und Got­tes Beitrag

Evro­vi­zijs­ka Melo­di­ja 2020: Teu­fels Werk und Got­tes Beitrag

Gäbe es einen Wettbewerb um das absurdeste Vorentscheidungsformat zum Eurovision Song Contest, dann spielte die Evrovizijska Melodija (EMA) wohl um den Sieg mit. 12 Acts versammelte das slowenische Fernsehen RTV SLO gestern Abend in Ljubljana, von denen sich zehn die Mühen strenggenommen von vorne herein hätten sparen können. Denn nachdem alle 12 gesungen hatten, tagte eine reizvoll um eine riesige Schüssel Mini-Dickmanns drapierte Jury, bestehend aus drei Generationen slowenischer Eurovisionsdiven, namentlich Darja Švajger, Nuša Derenda und Maja Keuc. Und die schickten zehn von ihnen gleich wieder nach Hause, darunter alles auch nur annähernd Aussichtsreiche sowie die zwei in einem wochenlang…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: I should be straight

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: I should be straight

Bevor heute in wenigen Minuten der nächste Supersamstag beginnt, gilt es noch etliche Perlen vom letzten Wochenende nachzuliefern, an welchem ich im Zuge des längsten Vorentscheidungstages der bisherigen Eurovisionshistorie aus arbeitskapazitären Gründen leider gezwungen war, etliche Vorrunden und Semis zu vernachlässigen. Den herbsten Verlust gab es dabei in der Ukraine zu beklagen. Dort hatten wir das seltene Vergnügen, einem knapp vierminütigen schamanistischen Ritual beiwohnen zu dürfen, zu dem uns Katya Chilly und ihr Geistheilerzirkel einluden. Der bestand aus einem pittoresk gekleideten Druiden, der völlig in sich versunken heilige Verse murmelte; drei Damen, die den, wenn man so will, entfernt an…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Boys do cry

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Boys do cry

Spüren Sie ihn auch, liebe Leser:innen, den steigenden Adrenalinspiegel? Kein Wunder: pünktlich zum 1. Februar erhöhte die laufende Vorentscheidungssaison 2020 am gestrigen Supersamstag europaweit die Drehzahl und bombardierte uns mit gleich vier Semifinalen, darunter der ersten Runde des schwedischen Melodifestivalen. Überall, so scheint es, kommt man mittlerweile in die Gänge. Außer in Deutschland. In Hamburg schreckte man gestern nur kurz aus dem eurovisionären Dornröschenschlaf auf und postete folgende Nicht-Info zum heimischen Vorentscheid: https://twitter.com/eurovisionde/status/1223639746259439620?s=20 Und ehrlich gesagt: egaler könnte es mir mittlerweile nicht mehr sein, erwarte ich vom NDR schon längst nichts mehr außer gelegentlichen versehentlichen Zufallstreffern. Daher flugs wieder zurück…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Never mind the Verse

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Never mind the Verse

Gefühlt deutlich später und zähflüssiger als in vorangegangenen Jahren nimmt die Vorentscheidungssaison 2020 nun doch langsam Fahrt auf: die ersten beiden Samstage mit parallel laufenden Auswahlrunden liegen hinter uns, wenngleich es sich lediglich um Semis beziehungsweise Nachwuchswettbewerbe handelte. Nichtsdestotrotz können wir bereits zum jetzigen Zeitpunkt den Banjo-Laura-Preis für die dümmste und kriminellste Fehlentscheidung des gesamten Jahrgangs verleihen, und zwar an die litauischen Juror/innen. Der Sender des Baltenstaates, LRT, verpasste der dortigen Vorentscheidung zwar heuer den hoffnungsvoll-trotzigen Untertitel Pabandom iš naujo! (Lass es uns nochmal versuchen!). Viel Neues ließ sich aber bislang nicht finden: wie gewohnt liegt die Dichte an offensichtlich…
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Das quee­re Anti-PED-Paket: Bil­al Hassa­ni und Hata­ri legen nach

Das quee­re Anti-PED-Paket: Bil­al Hassa­ni und Hata­ri legen nach

Obschon sich angesichts der Berichterstattung um das weißrussische Jury-Gate und die Unfähigkeit der EBU, einfachste Kontrollmechanismen gegen die menschliche Fehleranfälligkeit in ihren Punkteermittlungsprozess einzubauen, bislang noch gar keine richtige Post Eurovision Depression einstellen wollte, veröffentlichten gestern gleich zwei der in Tel Aviv teilnehmenden diesjährigen Acts neue Songs, wohl auch um musikalisch erst gar keine Entzugserscheinungen auftreten zu lassen. Interessanterweise verbindet beide Lieder eine Art wohltuender trotziger queerer Stolz. Der offen schwule französische Vertreter Bilal Hassani zeigt in 'Jaloux' ('Eifersüchtig') seinen Hatern den metaphorischen Mittelfinger: er zitiert in den Strophen aus den zahlreichen hasserfüllten Kommentaren, die seine bisherige Karriere inklusive der…
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Zwei­tes ESC-Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Zwei­tes ESC-Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madonna wird am Samstag im Finale des Eurovision Song Contest 2019 auftreten. Die seit Monaten als Gerücht gestreute, in den letzten Tagen mit einem entweder unnötigen oder gefakten Drama um nicht unterschriebene Verträge gehypte und gestern bestätigte Nachricht, dass die EBU der amerikanischen Großmutter des Pop, die hierfür sogar noch eine von einem israelischen Industriellen finanzierte Millionengage einstreicht, in der zuschauerstärksten TV-Show der Welt kostenlos die Möglichkeit zur Bewerbung ihres neuesten Albums einräumt, nahm am gestrigen Donnerstagabend gefühlt ein Viertel der Sendezeit, mindestens jedoch der Moderation ein und degradierte die achtzehn im Kampf um den Finaleinzug angetretenen Acts zur bloßen…
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Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Ers­tes ESC-Semi 2019: Strah­lend weiß muss sie sein!

Gleich zweifach erfuhr die fabelhafte Dana International, die 1998 beim Eurovision Song Contest in Birmingham den mit weitem Abstand bedeutsamsten Sieg in der über sechzigjährigen Geschichte des Grand Prix errang, die ihr gebührende Ehrung im gestrigen ersten Semifinale 2019 zu Tel Aviv, wo sie als Interval Act auftrat. Der für seine 40 Lenze erstaunlich jung aussehende Assi Azar, einer der überflüssigerweise erneut vier (!) Gastgeber/innen des Abends, benannte die offensichtlich in den selben Jungbrunnen gefallene LGBTQI*-Ikone in seiner Anmoderation als sein persönliches Idol. War es doch ihr seinerzeitiger Sieg, der dem damals Zwanzigjährigen aus dem Versteck half und ihm die…
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Melo­di Grand Prix 2019: The Spi­rits are cal­ling your Name

Melo­di Grand Prix 2019: The Spi­rits are cal­ling your Name

Zehn Songs, drei Abstimmungsrunden und das von Anfang an erwartete Ergebnis: das norwegische Fernsehen NRK zeigte am gestrigen Abend mal wieder, wie man einen nationalen Vorentscheid mit einem klaren Ausgang dennoch unnötig in die Länge ziehen kann. Trotz aller Manipulationsversuche durch die internationale Jury gewann am Ende des unterhaltsamen Abends, wie allgemein vorhergesagt und völlig zu Recht das Trio Keiino mit dem eingängigen Grand-Prix-Disco-Tanzflächenfüller 'Spirit in the Sky', der uptemporäre Drums, einen supersüffigen Refrain und auf samisch gejoikte Ethno-Verzierungen zu einem Gesamtkunstwerk aus dem Lehrbuch für Eurovisionsschlager verbindet. Das eigens für den Melodi Grand Prix gebildete Projekt Keiino besteht aus…
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Söng­va­kepp­nin 2019: Til haming­ju Ísland

Söng­va­kepp­nin 2019: Til haming­ju Ísland

Endlich! Das wurde aber auch Zeit! Nachdem in der Vorentscheidungssaison 2019 bis auf seltene, einzelne Ausnahmen bislang eine tragische Fehlentscheidung die nächste jagte und sich das Feld fast ausschließlich mit drögem Mist füllte, gelang es am gestrigen, letzten Supersamstag gleich drei Nationen, den aktuellen Jahrgang gemeinschaftlich doch noch zu retten. Zuvorderst zu loben sind natürlich die Isländer/innen, seit gestern Abend offiziell das coolste, klügste und schönste Völkchen der Erde, in deren Händen gewissermaßen die Zukunft des Eurovision Song Contest lag. Und sie wählten ausnahmsweise einmal weise: das aus den Mitgliedern Einar Hrafn Stefánsson, Klemens Nikulásson Hannigan und Matthías Tryggvi Haraldsson…
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Dansk Melo­di Grand Prix / A Dal 2019: Was kann der Sigis­mund dazu, dass er so schwul ist?

Dansk Melo­di Grand Prix / A Dal 2019: Was kann der Sigis­mund dazu, dass er so schwul ist?

Nach all der Aufregung um die Ukraine kehren wir in ruhigere Fahrwasser zurück und handeln rasch die beiden noch liegengebliebenen, eher zweitrangigen nationalen Vorentscheide vom vergangenen Samstag ab, nämlich das Dansk Melodi Grand Prix und das ungarische A Dal. In ersterem setzte sich die 20jährige Eiskunstläuferin und Sängerin Leonora Jepsen im Superfinale des dänischen Vorentscheids mit 42% der Anrufe gegen die Konkurrenz durch. Ihr völlig harmloses und grundegales La-La-Liedchen 'Love is forever', dessen Auftakt leider frappant an die Bestie in Schlagergestalt erinnert, das unerträgliche 'Lemon Tree' der Pforzheimer Kapelle Fools Garden, verbreitet seine lyrischen Plattitüden gleich in vier Sprachen: im…
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Euro­vi­zi­jos 2019: The Lions sleeps tonight

Euro­vi­zi­jos 2019: The Lions sleeps tonight

Zahlreiche Ergebnisse sind noch nachzureichen vom vergangenen Wochenende, wo am Samstag in gleich vier Ländern nationale Finale stattfanden. In den meisten von ihnen, in denen bereits diverse Vorrunden und Semis vorausgingen, passierte dabei allerdings nichts bahnbrechend Neues mehr. So beispielsweise in Litauen, wo sich die heuer verhältnismäßig kurz gehaltene Nacionalinė Eurovizijos Atranka in die Endrunde schleppte. Die gute Nachricht: die perfide Strategie der Sängerin Monika Marija Paulauskaitė, welche die Vorrunden mit zwei sehr ähnlichen Powerballaden verstopfte, um ihre Chancen zu erhöhen, und kurz vor dem vorgestrigen Finale eine davon unter Inkaufnahme einer Geldstrafe wegwarf, ging nicht auf. Die Litauer/innen bescherten…
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Vier­ter Super­sams­tag 2019: raus mit den Sitzhomos

Vier­ter Super­sams­tag 2019: raus mit den Sitzhomos

Bevor sie ganz unter den Tisch fallen: neben den fünf nationalen Vorentscheidungen des vergangenen Wochenendes mit ihren fünf furchtbaren Beiträgen für Tel Aviv fanden am vergangenen Samstag in zahlreichen Ländern diverse Semifinale statt, die nun hier in Windeseile abgearbeitet sein wollen. Beginnen wir bei den Gastgebern des letzten Jahres: in der ersten von zwei Vorrunden des portugiesischen Festival da Canção kam der Favorit Conan Osíris erwartungsgemäß eine Runde weiter, landete mit dem rundweg experimentell-bizarren 'Telemóveis' ('Mobiltelefon') jedoch bei der augenscheinlich ausschließlich mit Kulturbanausen besetzten Jury lediglich auf dem vierten Rang. Das wesentlich sachverständigere Publikum bedachte ihn hingegen mit der Höchstwertung. Der…
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Evro­vi­zijs­ka Melo­di­ja 2019: Kaos-Tage in Slowenien

Evro­vi­zijs­ka Melo­di­ja 2019: Kaos-Tage in Slowenien

Es ist eine ewige Hassliebe, die das slowenische Publikum und seinen Fernsehsender RTVSLO miteinander verbindet und die sich seit Dekaden beim Vorentscheid des Landes, der Evrovizijska Melodija (EMA), in ungezählten Manipulationsversuchen mit Hilfe des Votingverfahrens oder der Jury manifestiert. So auch in diesem Jahr, wo der Sender sehr offensichtlich die 22jährige Harfenspielerin und Sängerin Sara Briški Cirman, besser bekannt unter ihrem Bühnennamen Raiven, nach Tel Aviv entsenden wollte. Nämliche Raiven also, die bereits bei der EMA 2016 einen zweiten Platz belegte, im Jahr darauf einen dritten, die 2018 die Show moderieren durfte und die diesmal den Pimp Slot zugeschanzt bekam. Um…
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Ist er’s oder ist er’s nicht? Auf­re­gung um Mahmood

Ist er’s oder ist er’s nicht? Auf­re­gung um Mahmood

Wird der 26jährige Alessandro Mahmoud, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Mahmood, Italien beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv vertreten? Nach seinem Überraschungssieg beim San-Remo-Festival am vergangenen Samstag sagte er noch in der Nacht zu, und eurovision.tv listet ihn dementsprechend als Repräsentanten der Halbinsel in Israel. Zwischenzeitlich ruderte der Milanese auf Druck seiner Plattenfirma jedoch wieder zurück, die Mahmood offenbar auf eine ausgedehnte Promotiontour im Land schicken möchte, was sich mit den zeitlichen Verpflichtungen der Eurovisionsteilnahme nicht so gut verträgt. Derzeit werde, wie zu hören war, hinter verschlossenen Türen zwischen der Rai und Mahmoods Management über die Details verhandelt. Kommt…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: der sen­si­ble Balkan

Per­len der Vor­ent­schei­dung: der sen­si­ble Balkan

Ein ausdrückliches Lob muss ich an dieser Stelle einmal an den rumänischen Sender TVR richten. Nach dem hektischen Irrsinn des mit Vorentscheidungen komplett überfrachteten vergangenen Supersamstags (an den kommenden darf ich erst gar nicht denken!) gestaltete sich der Sonntagabend mit dem Genuss des zweiten Semis der Selecția Națională geradezu kuschlig-kommod. Vielen Dank für diese Entzerrung! Freundlicherweise stellte TVR einen ruckelfreien Youtube-Livestream in HD-Qualität zur Verfügung, und die aus der Kleinstadt Arad übertragene Show glänzte mit einem deutlich besseren Line-up als noch das erste SN-Semi vor 14 Tagen. Selbst die Fehlurteilsquote der Jury, die fünf der sechs Finalisten alleine bestimmen durfte, hielt…
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Bil­al Hassa­ni geht gegen homo­pho­be Het­zer vor

Bil­al Hassa­ni geht gegen homo­pho­be Het­zer vor

"Wir werden diesen Hurensohn töten," so ist es in einem von zahllosen hasserfüllten Online-Kommentaren zu lesen, die sich derzeit über den vergangenen Samstag vom französischen Publikum zum Eurovisionsrepräsentanten der Grande Nation in Tel Aviv gewählten 19jährigen Bilal Hassani ergießen. Der androgyne Sänger ist schon länger ein Ziel von Angriffen und Todesdrohungen, insbesondere, seit er sich 2017 öffentlich als schwul outete. Seine Teilnahme an der Destination Eurovision fachte die Welle der Schmähungen und Beleidigungen nun noch einmal an: alleine bis letzten Donnerstag, also noch vor dem Vorentscheidungs-Finale, zählten die beiden Organisationen SOS Homophobie und Urgence Homophobie, mit denen Bilal zusammenarbeitet, mehr…
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Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: Frank­reich krönt Bil­al Hassa­ni zu sei­nem König

Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: Frank­reich krönt Bil­al Hassa­ni zu sei­nem König

"Der feuchte Traum eines jeden Gutmenschen", so stand es in diesem Blog vor vierzehn Tagen über Bilal Hassani zu lesen, als dieser das erste Semifinale des französischen Vorentscheids Destination Eurovision 2019 gewann: "die LGBTI*-Ikone ist jung, multikulturell, genderfluid und kämpft mit selbstbewusstem Trotz und künstlerischem Können gegen alle Anfeindungen". Vor allem aber verfügt der 19jährige Youtube-Star mit den franko-marokkanischen Wurzeln augenscheinlich über eine sehr große, anruffreudige Fan-Gemeinde: mehr als ein Drittel aller SMS- und Telefonstimmen entfielen im gestrigen Finale der Destination an seinen von ihm und den letztjährigen französischen Vertretern Madame Monsieur gemeinsam verfassten Titel 'Roi'. Damit gelang es Bilal spielend, die Schmach…
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Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: il pleut d’Anemones

Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: il pleut d’Anemones

Sie fiel qualitativ ein kleines bisschen ab gegenüber dem hervorragenden ersten Semifinale vergangene Woche: die gestern Abend live ausgestrahlte zweite Vorrunde der Destination Eurovision 2019, des französischen Vorentscheidungsverfahrens. Davon mal abgesehen glichen sich die beiden Abende wie ein Ei dem anderen: erneut traten neun ziemlich gute Songs gegeneinander an, erneut gab es einen überragenden Juryfavoriten, erneut stimmten die fünf internationalen Juror/innen (diesmal aus Armenien, Georgien, Schweden, Tschechien und Österreich) nur sehr bedingt mit den im Studio anwesenden französischen "Fachleuten" und mit dem gallischen Publikum überein und erneut ließen die stimmlichen Leistungen bei einigen der Acts zu wünschen übrig. Einen Eklat…
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Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: der König ist tot, es lebe der König!

Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on 2019: der König ist tot, es lebe der König!

Mit hohen Erwartungen ging es in den gestrigen Abend, ins erste Semifinale der Destination Eurovision, denn der verantwortliche Sender France 2 hatte im vergangenen Jahr gut vorgelegt und die unbestreitbar beste nationale Vorentscheidung der Saison abgeliefert. Und wir wurden nicht enttäuscht! Neun Acts präsentierten jeweils zunächst eine Coverversion zur Einstimmung und dann ihren Wettbewerbsbeitrag, und selbst die fünf nach der Abstimmung von diversen Länderjurys aus Israel, Armenien, Großbritannien, Portugal und Serbien sowie dem Ergebnis des Televotings ausgeschiedenen Songs konnten durch die Bank musikalisch überzeugen. So wie beispielsweise die mit viel Leidenschaft und starker Stimme vorgetragene Klavierballade 'Le Brasier', die ein…
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Stö­run­gen im Betriebs­ab­lauf: die FiK-Semis 2018

Stö­run­gen im Betriebs­ab­lauf: die FiK-Semis 2018

Die Deutsche Bahn hat offenbar heimlich, still und leise das Management des albanischen Staatssenders Radio Televizione Shqiptar (RTSH) übernommen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass das gestrige zweite Semifinale des traditionsreichen Festivali i Këngës (FiK) aufgrund nicht näher spezifizierter "technischer Schwierigkeiten" mit einer satten dreiviertel Stunde Verspätung startete, die RTSH zur besonderen Freude der erwartungsfroh sich vor den Bildschirmen und Internetbrowsern Europas versammelt habenden Vorentscheidungsfans mit einer Dauerschleife der immergleichen fünf Programmtrailer überbrückte. Der animierte Tannenzapfen aus dem "Frohes Fest"-Spot wird nicht nur mich noch die nächsten Jahre in meinen Alpträumen verfolgen! Doch dem passionierten Eurovisionsenthusiasten ist keine Prüfung zu schwer,…
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ECG-Fan­tref­fen 2018: ein Abend der Überraschungen

ECG-Fan­tref­fen 2018: ein Abend der Überraschungen

Am gestrigen Samstag lud der Eurovision Club Germany mal wieder ins bis auf den letzten Platz ausverkaufte Gloria in Köln. Und auch, wenn es das bereits xundzwanzigste Event seiner Art war, entpuppte sich der hochvergnügliche Abend als einer voller Überraschungen. Doch bevor wir uns diesen zuwenden, gilt es zunächst, die brandheißen Neuigkeiten von der NDR-Roadshow abzuarbeiten, die dort gestern Nachmittag ebenfalls gastierte (und von der ich dank der allseits bekannten Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn leider nur einen Teil mitbekam). So ließ sich Thomas Schreiber zwar immer noch keinen amtlichen Termin für den deutschen Vorentscheid 2019 entlocken, gab aber den Hinweis,…
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Der Ting­ler sang für uns alle: Jür­gen Mar­cus ist tot

Der Ting­ler sang für uns alle: Jür­gen Mar­cus ist tot

Eine Schlagerlegende hat uns verlassen: wie verschiedene Medien gestern berichteten, verstarb der Sänger Jürgen Marcus bereits Mitte Mai 2018 im Alter von 69 Jahren an den Folgen seiner langjährigen chronischen Lungenerkrankung (COPD). Der als Jürgen Beumer in Herne geborene, gelernte Maschinenschlosser zählte zu seinen Glanzzeiten in den Siebzigern zu den umsatzstärksten deutschen Schlagersängern mit nicht weniger als 36 Auftritten in der ZDF-Hitparade. Erste größere Bekanntheit errang der Blondgelockte im Jahre 1969 mit einer Hauptrolle im Musical Hair, woraufhin ihn der Erfolgsproduzent Jack White unter Vertrag nahm und Marcus in den nächsten sieben Jahren einen Top-Hit nach dem anderen landete. Seine Teilnahme…
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ESC-Fina­le 2017: Gift im Instrument

ESC-Fina­le 2017: Gift im Instrument

Es war ein denkwürdiger Abend der Verzauberung am gestrigen Samstag in Kiew. Ein Mann schaffte es, einem ganzen Kontinent den Kopf zu verdrehen und Millionen von Menschen tief in ihren Herzen berühren. Und das mit einer extrem zurückgenommenen Inszenierung und einem völlig aus der Zeit gefallenen Lied, das klang, als sei es für eine romantische Filmschnulze aus den Fünfzigerjahren geschrieben worden, bei dem man im eigenen Kopfkino die junge Audrey Hepburn mit tränenvernebeltem Blick durch das schwarzweiß fotografierte Lissabon spazieren sehen konnte. Salvador Sobral, so der Name des koboldhaften jungen Portugiesen, verweigerte sich als Einziger der 26 Finalacts der Nutzung…
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