ESC 1994: Sie zu berüh­ren ist Sün­de

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Das Jahr der betro­ge­nen Sie­ger

Ralph Sie­gel hält sich ger­ne zugu­te, dass er den euro­päi­schen Musik­ge­schmack ken­ne, oder viel­mehr den der Jurys. Und ganz kann man ihm da nicht wider­spre­chen: MeKa­Do, deren ‘Par­ty’-Ver­such sich als eines der weni­gen schnel­le­ren Stü­cke des Abends erwies und noch heu­te als garan­tier­ter Tanz­flä­chen­fül­ler bei jeder Euro­vi­si­ons­dis­co funk­tio­niert, erreich­ten in Dub­lin den drit­ten Platz. Der deut­sche Grand-Prix-Groß­va­ter dürf­te sich wohl als Ein­zi­ger rich­tig dar­über gefreut haben. Denn zu Hau­se rief das gute Abschnei­den Deutsch­lands nach lan­ger Durst­stre­cke nur noch Rat­lo­sig­keit, Ableh­nung und Des­in­ter­es­se her­vor. Ein pein­li­ches Pop­stück, das nie­mand kau­fen woll­te und für das auch kei­ner abge­stimmt hat­te, bescher­te uns einen vor­de­ren Platz bei einem Musik­ereig­nis, das kei­ner­lei rele­van­te Pop­mu­sik mehr bot und bei dem fast nie­mand mehr zuschau­en moch­te. Ähm: hur­ra?

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ESC 1981: Take you from behind

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Das Jahr des Trick­kleids

Die Deut­schen schäum­ten vor Zorn, waren auf­rich­tig erbost! Im Land wei­len­de Schwei­zer zeig­ten sich im April 1981 gut bera­ten, ihre Her­kunft zu ver­schwei­gen. Nach­dem wir schon im Vor­jahr nur knapp an der Euro­vi­si­ons­kro­ne vor­bei­schramm­ten, gin­gen wir dies­mal um so sie­ges­si­che­rer ins Ren­nen. Eine so wun­der­ba­re Rühr­schnul­ze mit Behin­der­ten­mit­leids­bo­nus hat­ten wir extra gewählt, und die mit unüber­hör­bar frän­kisch rol­len­dem “R” into­nie­ren­de (“Die Jun­gen dort drr­rau­ßen, die rrrie­fen nur hin­ter ihm her”) Lena Valai­tis sang sau­ber, wohl­tim­briert und vol­ler Lei­den­schaft und Anmut die bit­ter­sü­ße Bal­la­de vom blin­den Jun­gen ‘John­ny Blue’ direkt in alle Her­zen hin­ein. Selbst die Buch­ma­cher sahen uns ganz vor­ne.

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