Som­mer­loch-News: “DJ Bobo ist die här­tes­te Sau”

Don’t mess with the Bobo!

Wäh­rend das unter Spar­zwang ste­hen­de Schwei­zer Fern­se­hen gera­de die TV-Ent­schei­dungs­show streicht, erfährt einer der glück­lo­ses­ten hel­ve­ti­schen Euro­vi­si­ons­ver­tre­ter ein über­ra­schen­des sub­kul­tu­rel­les Come­back: in den Stra­ßen mei­ner Hei­mat­stadt Frank­furt am Main ver­zie­ren seit eini­ger Zeit Auf­kle­ber der vir­tu­el­len DJ Bobo Ultras Later­nen­pfäh­le, Strom­käs­ten und U-Bahn-Abgän­ge. In einem Inter­view mit der Frank­fur­ter Neu­en Pres­se erläu­ter­te der hin­ter der Akti­on ste­cken­den Street-Art-Künst­ler Mine heu­te sei­ne Beweg­grün­de: “Bobo ist der letz­te Über­le­ben­de, die här­tes­te Sau der gan­zen Euro­dance-Trash-Musi­ker von damals”. Und tat­säch­lich tourt der Schwei­zer Künst­ler, der beim ESC 2007 in Hel­sin­ki mit ‘Vam­pi­res are ali­ve’ und sei­nem Aus­schei­den im Semi­fi­na­le den viel­leicht spek­ta­ku­lärs­ten Favo­ri­ten­sturz aller Zei­ten hin­leg­te, aber den­noch erst kürz­lich sein 25jähriges Büh­nen­ju­bi­lä­um fei­er­te, noch immer flei­ßig durch die Lan­de.

In der Stu­dio­ver­si­on ein süf­fi­ger Euro­dance-Schla­ger: DJ Bobos Grand-Prix-Bei­trag litt live unter der atem­be­rau­ben­den Cho­reo­gra­fie und der ver­ma­le­dei­ten → Sechs-Per­so­nen-Regel.

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Som­mer­loch-News: Sha­la­lie, sha­la­la, MDMA

Lan­ge Wochen herrsch­te Funk­stil­le hier im Blog, denn bis auf das ermü­den­de Ping-Pong-Spiel, wel­che israe­li­sche Stadt nun gera­de im Ren­nen um die Aus­tra­gung des Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 vor­ne liegt (aktu­el­ler Stand: Tel Aviv), tat sich nicht viel Berich­tens­wer­tes. Ver­gan­ge­ne Woche nun unter­nahm die Dreh­or­gel-Elfe Sien­e­ke Pee­ters (NL 2010) einen amü­san­ten Ver­such, sich aus dem Orkus des Ver­ges­sens wie­der zurück in die Schlag­zei­len zu brin­gen. Oder, genau­er gesagt, ihre Fami­lie: wie escx­tra rap­por­tier­te, wur­den Sien­e­kes Groß­va­ter (der laut Pres­se­be­rich­ten bereits wegen Mor­des meh­re­re Jah­re ein­saß), ihr Onkel und ihr Bru­der fest­ge­nom­men, nach­dem ein mut­maß­lich von ihnen in Nim­we­gen betrie­be­nes Dro­gen­la­bor aus­brann­te und die Poli­zei in den Über­res­ten des als LKW-Fir­ma getarn­ten Gebäu­des ver­rä­te­ri­sches Equip­ment und ent­spre­chen­de Che­mi­ka­li­en fand. Sien­e­ke, die in die­sem Jahr zum zwei­ten Mal Mut­ter wur­de, zeig­te sich “scho­ckiert”. Wer hät­te gedacht, dass aus­ge­rech­net die so pie­fig wir­ken­de Schla­ger­trul­la einem hol­län­di­schen Brea­king-Bad-Clan ange­hört? Ande­rer­seits braucht es natür­lich jede Men­ge har­ter Dro­gen, um ‘Sha­la­lie, sha­la­la’ zu ertra­gen, inso­fern macht die Mel­dung Sinn.

Hor­ror­trip oder exis­ten­ti­el­le Erfah­rung: wie Sien­e­kes Euro­vi­si­ons­lied wohl unter Psy­che­de­li­ka knallt?

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Der Ting­ler sang für uns alle: Jür­gen Mar­cus ist tot

Eine Schla­ger­le­gen­de hat uns ver­las­sen: wie ver­schie­de­ne Medi­en ges­tern berich­te­ten, ver­starb der Sän­ger Jür­gen Mar­cus bereits Mit­te Mai 2018 im Alter von 69 Jah­ren an den Fol­gen sei­ner lang­jäh­ri­gen chro­ni­schen Lun­gen­er­kran­kung (COPD). Der als Jür­gen Beu­mer in Her­ne gebo­re­ne, gelern­te Maschi­nen­schlos­ser zähl­te zu sei­nen Glanz­zei­ten in den Sieb­zi­gern zu den umsatz­stärks­ten deut­schen Schla­ger­sän­gern mit nicht weni­ger als 36 Auf­trit­ten in der ZDF-Hit­pa­ra­de. Ers­te grö­ße­re Bekannt­heit errang der Blond­ge­lock­te im Jah­re 1969 mit einer Haupt­rol­le im Musi­cal Hair, wor­auf­hin ihn der Erfolgs­pro­du­zent Jack White unter Ver­trag nahm und Mar­cus in den nächs­ten sie­ben Jah­ren einen Top-Hit nach dem ande­ren lan­de­te. Sei­ne Teil­nah­me am Euro­vi­si­on Song Con­test, für den (erst spä­ter) beken­nen­den Schwu­len eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit, soll­te aller­dings unter kei­nem all zu glück­li­chen Stern ste­hen: 1974 zog er in der haus­in­ter­nen Aus­wahl­run­de des Hes­si­schen Rund­funks den Kür­ze­ren gegen das Schla­ger­duo Cin­dy & Bert, und das, obwohl er mit ‘Der Grand Prix d’Amour’ sogar einen the­ma­tisch pas­sen­den Bei­trag vor­be­rei­tet hat­te. Mit dem ihm, im Gegen­satz zur drö­gen ‘Som­mer­me­lo­die’ der Saar­län­der, anschlie­ßend ein Top-20-Hit gelang.

Wenn das Deo ver­sagt, hel­fen viel­leicht fri­sche Blu­men: Jür­gen Mar­cus mit sei­nem Vor­ent­schei­dungs­bei­trag beim Auf­tritt in der ZDF-Hit­pa­ra­de.

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Con­chi­ta Wurst: “Ich bin HIV-posi­tiv”

In einem Insta­gram-Pos­ting oute­te sich die Sie­ge­rin des Euro­vi­si­on Song Con­test 2014, Con­chi­ta Wurst, heu­te als posi­tiv. Wurst erläu­tert: “Heu­te ist der Tag gekom­men, mich für den Rest mei­nes Lebens von einem Damo­kles­schwert zu befrei­en: ich bin seit vie­len Jah­ren HIV-posi­tiv. Das ist für die Öffent­lich­keit eigent­lich irrele­vant, aber ein Ex-Freund droht mir, mit die­ser pri­va­ten Infor­ma­ti­on an die Öffent­lich­keit zu gehen, und ich gebe auch in Zukunft nie­man­dem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben der­art zu beein­flus­sen”. Sie habe ihren Sta­tus bis­lang auch mit Rück­sicht auf ihre Fami­lie nicht kom­mu­ni­ziert, die sie aber jeder­zeit “bedin­gungs­los unter­stützt” habe. Nach eige­ner Aus­sa­ge befin­det sie sich seit der Dia­gno­se in medi­zi­ni­scher Behand­lung und liegt “seit vie­len Jah­ren unter­bre­chungs­frei unter der Nach­weis­gren­ze”, ist “damit also nicht in der Lage, den Virus wei­ter zu geben”. Die öster­rei­chi­sche Grand-Prix-Kai­se­rin hof­fe nach eige­nen Wor­ten, mit ihrem Com­ing Out “Mut zu machen und einen wei­te­ren Schritt zu set­zen gegen die Stig­ma­ti­sie­rung von Men­schen, die sich durch ihr eige­nes Ver­hal­ten oder aber unver­schul­det mit HIV infi­ziert haben”. Und auch, wenn ich immer dach­te, dass ich die vor­bild­li­che Wurst nicht noch stär­ker lie­ben und respek­tie­ren könn­te als nach ihrem Euro­vi­si­ons­sieg: heu­te hat sie mir bewie­sen, dass das geht!

Unbeug­sam und nicht klein­zu­krie­gen: die tol­le ♥ Con­chi­ta.

Eine Ära endet: Lys Assia ist tot

Für alt­ge­dien­te Euro­vi­si­ons­fans kam die Nach­richt wie ein Schock: am gest­ri­gen Sams­tag ver­starb Medi­en­be­rich­ten zufol­ge die drei­fa­che schwei­ze­ri­sche Grand-Prix-Teil­neh­me­rin und Sie­ge­rin der Pre­mie­ren­aus­ga­be des Wett­be­werbs von 1956, Lys Assia, im Alter von 94 Jah­ren in einem Kran­ken­haus in Zol­li­kon bei Zürich. Damit geht eine Ära unwie­der­bring­lich zu Ende, denn Assia hat­te unter ein­ge­schwo­re­nen Anhän­gern des euro­päi­schen Lie­der­fes­ti­vals den Sta­tus einer Gali­ons­fi­gur inne, die den sel­ben Rang ein­nahm wie Cher im Bereich der Pop­mu­sik oder Keith Richards im Rock: dass die unver­wüst­li­che “Grand Dame des Chan­son” (Blick) selbst einen Atom­krieg unbe­scha­det über­le­ben wür­de, auf jeden Fall aber uns gewöhn­li­che Sterb­li­che, galt als uner­schüt­ter­li­che Gewiss­heit. Und so trau­ert die Grand-Prix-Gemein­de nicht nur um ein euro­vi­sio­nä­res Aus­hän­ge­schild, das auf kei­ner Fest­ver­an­stal­tung rund um den Euro­vi­si­on Song Con­test feh­len durf­te, son­dern auch um eine Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur. Wenn selbst Lys Assia das Zeit­li­che seg­nen muss, so die ban­ge Fra­ge, ist es dann auch vor­stell­bar, dass es den Euro­vi­si­on Song Con­test womög­lich nicht ewig geben wird?

Lys Assia mit ‘Gior­gio’, dem bes­ten ihrer vier Grand-Prix-Bei­trä­ge und einem ech­ten Kult­hit.

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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Kei­ne Lie­be für Sasha Bogni­bov

Nein, sie wer­den wohl kei­ne Freun­de mehr, die mol­da­wi­sche Gothic-Legen­de Sasha Bogni­bov und sein Hei­mat­sen­der TRM. Seit über einer Deka­de reicht der nach sei­ner Eigen­be­schrei­bung für “Güte und Gerech­tig­keit” ein­tre­ten­de Künst­ler Jahr für Jahr Bei­trag um Bei­trag zur Melo­die pen­tru Euro­pa, dem Vor­ent­scheid des rumä­ni­schen Bru­der­lan­des, ein. Und nicht ein ein­zi­ges Mal über­leb­te er die Vor­stel­lungs­run­de. So auch 2018: am ver­gan­ge­nen Mitt­woch ver­sam­mel­te der Sen­der alle (!) 27 Bewerber/innen um das mol­da­wi­sche Euro­vi­si­onsti­cket zu den Audițiile, dem öffent­li­chen Vor­sin­gen, in einer Karao­ke­bar (!) in der Haupt­stadt Chi­si­nau. Und obschon Sasha den Lie­der­nach­mit­tag mit sei­nem aktu­el­len Song ‘Love’ eröff­nen durf­te und eben die­ser Bei­trag, ein so effek­ti­ves wie ein­gän­gi­ges Stück musi­ka­li­schen Welt­schmer­zes, zu des­sem weh­lei­dig-kämp­fe­ri­schen Text Sashas fas­zi­nie­ren­de Wim­mer­stim­me per­fekt passt, nicht nur zu den bes­ten sei­nes bis­he­ri­gen Œuvres gehört, son­dern auch zu den inter­es­san­tes­ten des OMpE-Line-ups, sor­tier­ten ihn die anwe­sen­den Juro­ren unter dem Vor­sitz von Nel­ly Cio­ba­nu (→ MD 2009) gna­den­los aus. Wie gemein!

Viel­leicht hät­te Sasha sich, wie bei sei­nem Voll­play­back-Auf­tritt im mol­da­wi­schen Früh­stücks­fern­se­hen, auch bei der Audițiile das herz­för­mi­ge Nadel­kis­sen auf die Hand schnal­len sol­len?

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Mada­le­na Iglé­si­as ist tot

Wie der Blog Euro­Vi­sio­na­ry berich­tet, ver­starb die por­tu­gie­si­sche Euro­vi­si­ons­ver­tre­te­rin von 1966, die fabel­haf­te Mada­le­na Iglé­si­as, heu­te Mor­gen im Alter von 78 in einer Kli­nik in Bar­ce­lo­na. Die Sän­ge­rin mit dem cha­rak­te­ris­tisch kan­ti­gen Gesicht nahm in den Sech­zi­gern mehr­fach am hei­mi­schen Fes­ti­val da Cançāo teil, das sie 1966 mit gleich drei Bei­trä­gen deut­lich domi­nier­te und mit dem Schla­ger ‚Ele e ela‘ (‚Er und sie‘), heu­te ein immer wie­der ger­ne gehör­ter Ever­green, sehr klar gewann. Dabei wag­te ihr Titel für por­tu­gie­si­sche Ver­hält­nis­se gera­de­zu Uner­hör­tes, han­del­te es sich doch – man mag es ange­sichts des Hangs ihrer Lands­leu­te zu fadem Fado kaum glau­ben – um einen Uptem­po­song! Beim Wett­be­werb in Luxem­burg erziel­te die Halb­in­sel damit lei­der nur den völ­lig unter­be­wer­te­ten 13. Rang, was eine nach­hal­ti­ge Hin­wen­dung der Por­tu­gie­sen zum fröh­li­chem Lied­gut nicht gera­de beför­der­te.

Hat­te gut lachen: die nun lei­der ver­stor­be­ne Mada­le­na Iglé­si­as beim FdC 1966.

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Open your Heart: war­um Alex­an­der Rybak eine fai­re Chan­ce ver­dient

Es war eine klei­ne Bom­be, die heu­te mor­gen platz­te, als der nor­we­gi­sche Sen­der NRK das (beein­dru­ckend hoch­klas­si­ge) Line-up des Melo­di Grand Prix 2018 bekannt­gab: neben eini­gen ande­ren gro­ßen Namen ver­sucht sich auch der Erd­rutsch­sie­ger des Euro­vi­si­on Song Con­test 2009, Alex­an­der Rybak, an einem Grand-Prix-Come­back. Und er tut dies mit Stil: sein Wett­be­werbs­bei­trag heißt ‘That’s how you wri­te a Song’, was sich zwar mit einem sym­pa­thisch-selbst­iro­ni­schen Augen­zwin­kern ver­ste­hen lässt, zugleich jedoch eine ziem­li­che Ansa­ge ist und von einem nicht gera­de gerin­gen Selbst­ver­trau­en kün­det. Und das ist berech­tigt: die hoch infek­tiö­se, groo­ven­de Pop­num­mer bleibt schon beim ers­ten Anhö­ren sofort in den Ohren kle­ben, hebt unmit­tel­bar die Lau­ne, ver­führt zum Fin­ger­schnip­pen, Hüf­ten­schwin­gen und Mit­sin­gen und lie­fert zudem noch eine rund­weg posi­ti­ve Bot­schaft, wie sie die gro­ße Su Kra­mer schon 1972 beim deut­schen Vor­ent­scheid ver­brei­te­te, näm­lich: “Glaub an Dich selbst und es wird gelin­gen”. Und ja, das tut es! Im Hin­blick auf die Ohr­wurm­qua­li­tät und den Gute-Lau­ne-Fak­tor kann es der Rybak-Rei­ßer näm­lich durch­aus mit Pha­rell Wil­liams’ ‘Hap­py’ oder Jus­tin Tim­ber­lakes ‘Can’t stop this Fee­ling’ auf­neh­men. Vor­aus­ge­setzt, man gibt ihm eine fai­re Chan­ce und hört ihn mit offe­nen Ohren an.

Nicht zwei­feln, machen: der nor­we­gi­sche Euro­vi­si­ons­troll gibt guten Rat.

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Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on: Frank­reich hat sei­ne Lena gefun­den!

Du hast Star-Appeal. Men­schen wer­den Dich lie­ben”! Die­sen denk­wür­di­gen Satz sag­te Mari­us Mül­ler-Wes­tern­ha­gen, einer der Juro­ren von Unser Star für Oslo (USFO), dem deut­schen Vor­ent­scheid von 2010, nach dem aller­ers­ten Auf­tritt der spä­te­ren Euro­vi­si­ons­sie­ge­rin in der Sen­dung zu Lena Mey­er-Land­rut. Der Rest ist, wie wir wis­sen, Geschich­te… Einen ähn­li­chen Gän­se­h­aut­mo­ment konn­te man am gest­ri­gen Abend im fran­zö­si­schen Vor­auswahl­for­mat Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on erle­ben, aus­ge­löst durch den erst acht­zehn­jäh­ri­gen Lisan­dro Cuxi, Sie­ger der aktu­el­len gal­li­schen Aus­ga­be der Cas­ting­show The Voice. Wie schon bei USFO stimm­ten auch bei der Desti­na­ti­on alle neun Semi­fi­nal-Teil­neh­mer/in­nen zunächst eine selbst gewähl­te Cover­ver­si­on an, und Cuxi ent­schied sich für ‘Bil­lie Jean’ von Micha­el Jack­son. Um sich an einen der­ar­tig iko­ni­schen Song der Pop-Geschich­te her­an­zu­trau­en, braucht es ohne­hin Eier aus Stahl; dies gilt umso mehr, wenn man den druck­vol­len Funk-Song statt­des­sen als lang­sa­me, fra­gi­le Bal­la­de inter­pre­tiert. Lisan­dro nutz­te zudem die Gele­gen­heit, den vol­len Umfang sei­ner stimm­li­chen Ran­ge zu prä­sen­tie­ren: was sehr leicht als prä­ten­tiö­ses Gejo­del in einem blas­phe­mi­schen Mas­sa­ker hät­te enden kön­nen, gelang dem jun­gen Sän­ger in beein­dru­cken­der Wei­se.

So ein Jäck­chen könn­te weiß Gott nicht jeder tra­gen. An Lisan­dro Cuxi sah es gut aus.

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Die Hit­ze der Jungs: Fran­ce Gall ist tot

Im Alter von 70 Jah­ren starb heu­te in Paris die Sie­ge­rin des Euro­vi­si­on Song Con­tests von 1965, Fran­ce Gall, infol­ge eines Krebs­lei­dens. Die als Isa­bel­le Gene­viè­ve Marie Anne Gall gebür­ti­ge Fran­zö­sin, die den patrio­ti­schen Künst­le­rin­nen­na­men Fran­ce wähl­te, um nicht mit ihrer Grand-Prix-Kol­le­gin Isa­bel­le Aubret (→ FR 1962, 1968) ver­wech­selt zu wer­den, brach laut Wiki­pe­dia mit Unter­stüt­zung ihrer Eltern bereits mit 15 Jah­ren die Schu­le ab, um als Sän­ge­rin Kar­rie­re zu machen. Schon ihre ers­te Sin­gle von 1963, das von ihrem Vater geschrie­be­ne ‘Ne sois pas si bête’ (Sei nicht so dumm), war im Hei­mat­land ein kom­mer­zi­el­ler Erfolg. Ihre Teil­nah­me als luxem­bur­gi­sche Ver­tre­te­rin beim Euro­vi­si­on Song Con­test 1965 mit dem von Ser­ge Gains­bourg, ihrem sei­ner­zei­ti­gen Stamm­kom­po­nis­ten, ver­fass­ten ‘Pou­pée de Cire, Pou­pée de Son’ öff­ne­te ihr die Türen zu einer inter­na­tio­na­len Kar­rie­re und mar­kier­te beim euro­päi­schen Gesangs­wett­be­werb zugleich eine Art von Demar­ka­ti­ons­li­nie auf dem Über­gang vom ver­schnarcht-staats­tra­gen­den Chan­son-Abend sei­ner ers­ten Deka­de zur musi­ka­lisch rele­van­ten Pop-Ver­an­stal­tung.

Sei doch nicht blöd und brich die unnüt­ze Schu­le ab: die jun­ge Fran­ce Gall mit ihrem ers­ten Hit.

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