Schwei­zer Fern­se­hen streicht die Ent­schei­dungs­show

Nach dem Aus­schei­den der schwei­ze­ri­schen ESC-Ver­tre­ter Zibbz im ers­ten Semi­fi­na­le 2018 schraubt der ver­ant­wort­li­che Sen­der SRF wei­ter am Vor­auswahl­ver­fah­ren für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2019. Wie das hel­ve­ti­sche Fern­se­hen heu­te bekannt gab, ori­en­tiert man sich am erfolg­rei­chen Kon­zept des NDR und bedient sich eines ein­hun­dert­köp­fi­gen Zuschau­er­pa­nels sowie einer inter­na­tio­na­len Fach­ju­ry aus 20 ehe­ma­li­gen ESC-Teil­neh­mer/in­nen oder -Juror/innen. Die­se wäh­len – wie in Deutsch­land – in einem mehr­stu­fi­gen Ver­fah­ren aus den vor­se­lek­tier­ten Bewer­bun­gen den eid­ge­nös­si­schen Reprä­sen­tan­ten für Isra­el. Der SRF behält sich inner­halb des Ver­fah­rens die Ver­ga­be zusätz­li­cher Wild­cards vor, die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung liegt aller­dings aus­schließ­lich bei den bei­den Panels, für deren Zusam­men­stel­lung der Sen­der mit dem deut­schen Unter­neh­men diga­me zusam­men­ar­bei­tet, das auch die deut­schen Jurys orga­ni­siert. Bewer­bun­gen für das Fan-Panel sind ab Ende August 2018 mög­lich, poten­ti­el­le Songs kön­nen im Sep­tem­ber 2018 ein­ge­reicht wer­den.

Schon deut­lich bes­ser als der Schwei­zer Durch­schnitt, aber nicht stark genug fürs Fina­le: für die Zibbz war in Lis­sa­bon im Semi Schluss.

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GE 2018: Neu­es aus Pora­da Nin­fu

Lie­bes geor­gi­sches Fern­se­hen, nur so als Tipp: wenn man schon mit vol­ler Absicht als Letz­ter auf der Par­ty ein­läuft, so für das stan­des­ge­mäß gro­ße Entrée, dann soll­te der Auf­tritt auch über­zeu­gen. Gespannt waren die Erwar­tun­gen, nach­dem Ihr, mit schon sei­ner­zeit wirk­lich unnach­ahm­li­chem Gefühl fürs Timing, am ver­gan­ge­nen Sil­ves­ter­abend, nur weni­ge Stun­den vor Mit­ter­nacht, Eure intern aus­ge­wähl­te Ver­tre­ter ver­kün­de­tet: Iri­ao, eine sie­ben­köp­fi­ge Eth­no-Jazz-Band rund um den um den auch in Deutsch­land täti­gen Kom­po­nis­ten David Mala­zo­nia, wel­che laut Eigen­be­schrei­bung die von der UNESCO zum imma­te­ri­el­len Welt­kul­tur­er­be gezähl­te, nur im Kau­ka­sus prak­ti­zier­te poly­pho­ne Gesangs­tech­nik des Cha­kru­lo, eines „drei­tei­li­gen Trink­lie­des zur Vor­be­rei­tung auf die Schlacht, mit zwei reich ver­zier­ten indi­vi­du­el­len Parts gegen einen sich lang­sam bewe­gen­den Dro­hen-Chor“ (Wiki­pe­dia) pflegt und sie mit tra­di­tio­nel­ler Folk­lo­re, per­si­schen Ein­flüs­sen und west­li­chem Jazz ver­schmilzt. Von all dem fehlt aller­dings in dem heu­te end­lich ver­öf­fent­lich­ten Lied für Lis­sa­bon jeg­li­che Spur.

Als habe Herr Mala­zo­nia ein Prak­ti­kum bei Jupi­ter Records absol­viert: der geor­gi­sche Bei­trag 2018.

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BG 2018: Es lebe der Zen­tral­fried­hof

Als “düs­ter”, “mys­tisch” und “spi­ri­tu­ell” kün­dig­te das bul­ga­ri­sche Fern­se­hen den als stren­ge Ver­schluss­sa­che gehand­hab­ten und mas­siv gehyp­ten Bei­trag des Lan­des für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 an, den es heu­te Mor­gen ent­hüll­te. Um 7:30 Uhr in der Frü­he, an einem Mon­tag­mor­gen, dem denk­bar unspi­ri­tu­ells­ten und nüch­terns­ten Punkt der Woche. Gutes Timing, BNT! Dem­entspre­chend ernüch­tert fie­len die meis­ten Reak­tio­nen auf den Titel ‘Bones’ aus. Eine etwas glibb­ri­ge Vari­an­te von Dihajs ‘Ske­le­tons’ (→ AZ 2017), so könn­te man es viel­leicht zusam­men­fas­sen, dar­ge­bo­ten von einem Quin­tett mit dem Namen Equinox (Son­nen­wen­de), deren Mit­glie­der – eine bul­ga­ri­sche X-Fac­tor-Sie­ge­rin, ein rumä­ni­scher X-Fac­tor-Teil­neh­mer, einer der Chor­sän­ger des Vor­jah­res­ver­tre­ters Kris­ti­an Kostov und zwei Ame­ri­ka­ner – man im mit­ge­lie­fer­ten Lyric-Video nur sche­men­haft zu sehen bekommt. Soll wohl Inter­na­tio­na­li­tät demons­trie­ren, erin­nert als Kon­zept aber ein wenig an Ralph Sie­gels Retor­ten­kap­pel­le Six4One (→ CH 2006). Mit dem Unter­schied, dass zumin­dest einer der Fünf, Trey Camp­bell näm­lich, dem Kom­po­nis­ten­kol­lek­tiv Sym­pho­nix ange­hört, das auch für Kostovs Sil­ber­me­dail­len­song ver­ant­wort­lich zeich­ne­te. Sowie für den aktu­el­len öster­rei­chi­schen Bei­trag.

Könn­ten auch im namens­ge­ben­den US-Kri­mi Bones mit­spie­len, ob als Medi­zin­stu­den­ten, Kri­mi­nel­le oder Opfer: Equinox.

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LT 2018: Der Berg kraist… und gebiert eine Zasim­aus­kaitė

Über zehn Wochen erstreck­te sich das noto­risch über­lan­ge litaui­sche Vor­ent­schei­dungs­ver­fah­ren, die Euro­vi­zi­ja, auch 2018 wie­der. 50 Songs (!) nah­men ursprüng­lich dar­an teil, die man für das gest­ri­ge Fina­le, übri­gens das letz­te die­ser Sai­son (fühlt Ihr bereits den Ent­zugs­schmerz?), in einem epi­schen, hoch­kom­pli­zier­ten Ver­fah­ren auf sechs redu­zier­te, mit denen der Sen­der LRT dann, anders als die in die­ser Bezie­hung die Ner­ven ihrer Zuschauer/innen nicht über Gebühr stra­pa­zie­ren­de ARD, noch­mals gute drei Stun­den in der Prime­time füll­te. Es sieg­te, nach­dem die Litauer/innen in den Vor­run­den bereits sämt­li­che guten Bei­trä­ge bis auf einen her­ausge­wählt hat­ten, lei­der nicht die­ser, son­dern wie erwar­tet die kla­re Favo­ri­tin Ieva Zasim­aus­kaitė mit der stimm­lich aus­ge­spro­chen zart dahin­ge­hauch­ten Lie­bes­bal­la­de ‘When we’re old’, mit wel­cher der Euro­vi­zi­ja-Dau­er­gast es im fünf­ten Anlauf schaff­te. Und zwar mit dem Segen und der Unter­stüt­zung ihres eige­nen Ehe­man­nes, der beim Final­auf­tritt mit auf die Büh­ne hin­zu­trat, um sie ver­liebt anzu­schmach­ten, was die Authen­ti­zi­tät des Crowd-Plea­sers unge­mein erhöh­te. Denn mer­ke: das Hetero­pär­chen siegt immer!

Kon­kur­renz für das spa­ni­sche Pär­chen in Sachen Gefühls­kitsch: die Ieva.

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MK 2018: So many Songs, so litt­le Time

Nicht einen, son­dern gleich vier Songs prä­sen­tier­te uns das maze­do­ni­sche Fern­se­hen am heu­ti­gen Abend der Bei­trags-Ent­hül­lun­gen. ‘Lost and found’, so heißt das Stück des bereits vor gerau­mer Zeit intern bestimm­ten Duos Eye Cue. Und es klingt auch ein biss­chen so, als habe man sich die Zuta­ten für das maze­do­ni­sche Lied im städ­ti­schen Fund­bü­ro zusam­men­ge­sam­melt. Es beginnt als nicht wei­ter auf­fäl­li­ge Mid­tem­po-Bal­la­de – für die ers­ten 20 Sekun­den. Dann klopft es auf ein­mal an der Tür. Wer da drau­ßen wohl steht? Oh, es ist ein ver­spiel­ter Reg­gae-Track! Wol­len wir ihn her­ein­las­sen? Eigent­lich nicht, denn nur wenig ist (mit weni­gen Aus­nah­men) nach dem Emp­fin­den des Blog­be­trei­bers nerv­tö­ten­der als ein aus zwei unter­schied­li­chen musi­ka­li­schen Sti­len zusam­men­ge­lö­te­ter Song. Doch zu spät: für die nächs­te hal­be Minu­te wabern die vir­tu­el­len Haschischwol­ken durch die Gegend, dann legt Lead­sän­ge­rin Mari­ja Iva­novs­ka einen schar­fen U-Turn hin und kehrt zur Bal­la­de zurück, die nun zusätz­lich noch den Refrain beinhal­tet.

Un peu du Poiv­re / un peu du Sel / un peu d’Amour / un peu du Miel: Eye Cue neh­men von allem ein biss­chen.

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RU 2018: Sticks and Stones won’t break your Bones

Und auch im Fal­le der rus­si­schen Reprä­sen­tan­tin für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018, Julia Samo­yl­o­va, und ihrem Grand-Prix-Bei­trag hiel­ten die Däm­me nicht: bereits vor der offi­zi­el­len Vor­stel­lung in den heu­ti­gen Haupt­abend­nach­rich­ten des Sen­ders leak­te der Song. Der heißt ‘I won’t break’, stammt vom sel­ben Kom­po­nis­ten­trio, das bereits Dina Gari­po­vas (→ RU 2013) gru­se­li­ge Gehirn­wä­sche-Hym­ne ‘What if we’ ver­brach und ent­puppt sich musi­ka­lisch als belang­lo­ses­ter Radio­pop ohne den gerings­ten Fun­ken von Authen­ti­zi­tät. Zumin­dest in der Stu­dio­fas­sung stellt er den­noch eine leich­te Ver­bes­se­rung zu Juli­as letzt­jäh­ri­gem Lied ‘Fla­me is bur­ning’ dar, was vor allem dar­an liegt, dass ein mehr­stim­mi­ger Frau­en­chor ihr den Refrain wei­test­ge­hend abnimmt, wäh­rend­des­sen sie ledig­lich das titel­ge­ben­de Ver­spre­chen ihres immer­wäh­ren­den Wider­stands dahin­mur­melt. Und selbst­ver­ständ­lich nutz­ten die Tex­ter die nahe­lie­gen­de Gele­gen­heit, die Inter­pre­tin in ihren leicht düs­te­ren Lyrics zu einer Art wie Phö­nix aus der Asche stei­gen­den Mär­ty­re­rin zu sti­li­sie­ren.

Die Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne rollt wie­der: die hel­den­haf­te Frei­heits­kämp­fe­rin Julia Samo­yl­o­va.

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IL 2018: Kuku­ri­ku

Schon des Näch­tens sup­p­te er durch, der eigent­lich bis zur offi­zi­el­len Prä­sen­ta­ti­on heu­te Abend unter Ver­schluss zu hal­ten­de israe­li­sche Euro­vi­si­ons­bei­trag 2018. Wor­auf­hin das Land in den Wett­bü­ros sofort auf den Spit­zen­platz schoss. Kein Wun­der: Net­ta Bar­zi­lais femi­nis­ti­sche Hym­ne ‘Toy’ ver­eint einen außer­ge­wöhn­li­chen, authen­ti­schen Gesangs­stil mit einem aktu­el­len gesell­schafts­po­li­ti­schen Anlie­gen – der in Hol­ly­wood gestar­te­ten, aber mitt­ler­wei­le glo­ba­len #metoo-Bewe­gung – und, am Wich­tigs­ten, einem star­ken, Spaß machen­den Pop-Track. Zusam­men­ge­hal­ten wird das von Doron Meda­lie (‘Gol­den Boy’, IL 2015) kom­po­nier­te und aus 140 Ein­sen­dun­gen aus­ge­wähl­te ‘Toy’ von der natur­ge­wal­ti­gen Per­sön­lich­keit der Wucht­brum­me Net­ta, einer Art israe­li­scher Beth Dit­to: dick, laut, talen­tiert und abso­lut fabel­haft! Die berech­tig­te Sie­ge­rin der vom Sen­der rein zur Ermitt­lung der Reprä­sen­tan­tin genutz­ten Euro­vi­si­ons-Cas­ting­show HaKok­hav Haba scheut weder vor dem Ein­satz eines Loo­pers noch vor iro­nisch ein­ge­setz­tem Gackern zurück. Und unter­streicht damit nur die läs­si­ge Ernst­haf­tig­keit ihrer Messa­ge, dass Frau­en kei­ne Spiel­zeu­ge für Jungs sind.

Eine Hen Night der ande­ren Art: Net­ta gackert für mehr Frei­heit.

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SE 2018: Lass die Neon-Son­ne in Dein Herz

Mit dem erwar­te­ten Sieg des Favo­ri­ten Ben­ja­min Ingros­so ging am gest­ri­gen Sams­tag­abend das Fina­le des schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len zuen­de. So über­ra­schungs­arm das Ergeb­nis, so unspan­nend sein Song ‘Dance you off’: ein gemäch­lich vor sich hin plu­ckern­des, dampf­strahl­ge­bü­gel­tes Musik­bett, über dem eine infan­til hoch­ge­pitch­te, kom­plett emo­ti­ons­lo­se Stim­me schwebt. Mit ande­ren Wor­ten: die Art von Track, die ein DJ am frü­hen Abend auf­legt, wenn das Per­so­nal die Über­zahl der Men­schen im Club stellt und die zah­len­den Gäs­te erst tröpf­chen­wei­se ein­tru­deln; wenn es also Ver­schwen­dung wäre, bereits jetzt einen ech­ten Tanz­flä­chen­fül­ler auf­zu­le­gen. Dazu bewegt sich ein cha­ris­ma­frei­es Milch­büb­chen halb­her­zig vor einem Hin­ter­grund aus bun­ten, leuch­ten­den Neon­röh­ren: was womög­lich als Reve­renz an den Acht­zi­ger­jah­re-Trash-Film Tron gedacht war, erin­nert aller­dings mehr an das Innen­le­ben eines Assi-Toas­ters oder UV-Lichts­ar­ges. Und so unecht wie Sola­ri­ums­bräu­ne wirkt auch der dies­jäh­ri­ge schwe­di­sche Euro­vi­si­ons­bei­trag.

So ste­ril, man könn­te glau­ben, er käme aus Däne­mark: der schwe­di­sche Kauf­haus­mu­sik-Track von Ben­ja­min Inkas­so.

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NO 2018: Alex­an­der ist Ry-back!

Zum Schluss muss­te man wirk­lich fürch­ten, er wür­de vor lau­ter Auf­re­gung auf der Büh­ne des Oslo­er Spek­trum gleich einen Schlag­an­fall erlei­den. Vier Abstim­mun­gen brauch­te es, bis der Euro­vi­si­ons­sie­ger von 2009, Alex­an­der Rybak, heu­te Abend beim MGP als neu­er­li­cher Ver­tre­ter Nor­we­gens beim Grand Prix 2018 in Lis­sa­bon fest­stand. ‘That’s how you wri­te a Song’ hieß sein selbst­kom­po­nier­ter Titel, und dass der Gei­gen­t­roll wahr­lich noch immer weiß, wie das geht, stell­te er mit sei­nem erfri­schend alt­mo­di­schen, aber hoch­gra­dig anste­cken­den Gute-Lau­ne-Song und einer per­fekt dar­auf abge­stimm­ten Cho­reo­gra­fie unter Beweis, die auf spie­le­risch-läs­si­ge Wei­se Zei­chen­tri­ck­ele­men­te ein­band. Rybak, der den erneu­ten Sieg sehr, sehr erkenn­bar sehr, sehr stark woll­te und dann, als er sich bestä­tig­te, sein Glück kaum fas­sen woll­te, führ­te bereits in der ers­ten Abstim­mungs­run­de bei den elf inter­na­tio­na­len Jurys, von denen ihm vier ihre Höchst­wer­tung gaben. Und auch das in den bei­den letz­ten Voting-Run­den des Super- und Super-Super-Fina­les (mit jeweils vier bzw. zwei Titeln) allei­ne abstim­mungs­be­rech­tig­te Publi­kum konn­te er über­zeu­gen.

Macht klei­ne Noten groß: der put­zi­ge Alex­an­der.

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PT 2018: Dans les Jard­ins du Lis­boa

Bevor heu­te Abend mit dem nor­we­gi­schen Melo­di Grand Prix und dem Fina­le des schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len zwei der drei letz­ten natio­na­len Vor­ent­schei­de der Euro­vi­si­ons­sai­son 2018 über die Büh­ne gehen, gilt es noch ein Ergeb­nis des zurück­lie­gen­den Wochen­en­des nach­zu­rei­chen, das mir bis­lang durch­ge­rutscht ist. Näm­lich das des Gast­ge­ber­lan­des Por­tu­gal. Dort setz­te sich ver­gan­ge­nen Sonn­tag im Fina­le des tra­di­ti­ons­rei­chen Fes­ti­val da Canção die 23jährige, bereits über man­nig­fa­che Cas­ting-Show-Erfah­rung ver­fü­gen­de Cláu­dia Pas­co­al durch. Und zwar mit dem Titel ‘O Jar­dim’ (‘Der Gar­ten’), einer fra­gi­len Trau­er­bal­la­de, von der pink­haa­ri­gen Inter­pre­tin mit pass­ge­nau­er, zurück­hal­ten­der Hin­ga­be und zum Schluss hin fast brü­chi­ger Stim­me gesun­gen. Dabei erfuhr die in einem schwar­zen Negli­gé auf­tre­ten­de Cláu­dia Unter­stüt­zung durch die Kom­po­nis­tin ihres Titels, die tom­boy­haf­te Isau­ra, die anfäng­lich mit dem Rücken zum Publi­kum auf einem Hocker saß und dabei aus­sah wie das Miche­lin-Männ­chen. Was der gesam­ten Dar­bie­tung einen sub­ti­len les­bi­schen Unter­ton ver­lieh.

Ich gie­ße Dei­nen Gar­ten”: singt Cláu­dia hier von der Grab­pfle­ge oder ist das ein les­bi­scher Code für bestimm­te Sti­mu­la­ti­ons­tech­ni­ken?

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