ESC 2017: zweites Semi

Deutlich härter als in der ersten Qualifikationsrunde am Dienstag geht es am Donnerstag, dem 11. Mai 2017, zu: hier ballen sich alle guten Semi-Beiträge und kämpfen gleich 19 Länder um einen Finalplatz. Neben dem zugelosten → Big-Five-Land Frankreich votiert auf ausdrücklichem Verlangen des NDR auch Deutschland in diesem Semi (Ausstrahlung der Liveübertragung ab 21 Uhr auf dem ARD-Digitalkanal One) und könnte so für die österreichischen Nachbarn stimmen. Oder für die Schweizer, die auf Wunsch des eidgenössischen Senders ebenfalls in dieser Runde starten. Theoretisch gesprochen natürlich, denn wer will ernsthaft für das seichte Gejaller von Timebelle anrufen? Dann doch lieber die jodelnden Rumänen! Mit Ungarn und Weißrussland finden sich immerhin zwei landessprachliche Beiträge im Rennen, beide folkig-flockig und verhältnismäßig eingängig. Die sollten sich also mit Leichtigkeit aus dem diesjährigen Balladensee herausheben und problemlos ins Finale einziehen. Mit der Estin Laura Põldvere verfügt auch die donnerstägliche Qualifikationsrunde über eine Wiederkehrerin, die bereits 2005, ebenfalls in Kiew, Eurovisionsluft schnupperte und nun gemeinsam mit ihrem slowenischen Kollegen Omar Naber (erstes Semi) ihren Mitbewerber/innen Stadtführungen anbieten kann.

Für Eilige: alle 19 Titel im Schnelldurchlauf

ESC 2017, 2. Semi

Zweites Semifinale des Eurovision Song Contest 2017, Donnerstag, der 11. Mai 2017, 21 Uhr, aus dem International Exhibition Center in Kiew, Ukraine. Moderation: Oleksandr Skichko, Volodymyr Ostapchuk und Timur Miroshnychenko, 19 Teilnehmer.
#LandInterpret/inTitelPkt. TVPl. TVPkt. ges.Pl. ges.
1MKJana BurčeskaDance alone
1MTClaudia FanielloBreathlessly
1NLO'geneLights and Shadows
1RSTijana BogićevićIn too Deep
1DKAnja NissenWhere I am
1RUJulia SamoilovaFlame is burning
1ROIlinca + Alex FloreaYodel it!
1HUJoci PápaiOrigo
1ATNathan TrentRunning on Air
1IEBrendan MurrayDying to try
2CHTimebelleApollo
2EEKoit Toome + Laura PõldvereVerona
2ILImri ZivI feel alive
2BGKristian KostovBeautiful Mess
2SMValentina Monetta + Jimmie WilsonSpirit of the Night
2LTFusedmarcRain of Revolution
2HRJacques HoudekMy Friend
2NOJowstGrab the Moment
2BYNaviHistoryja majho žyccia

Die Songs des zweiten Semis im aufrechtgehn.de-Voting:

Bulgarien (BG):

Kristian KostovBeautiful Mess (Schönes Durcheinander)

Erstwertung: 0/12 Punkten. Rang 13 in diesem Semi.

Finalchancen: Kinder ziehen immer, die Jurys werden auch ihr Scherflein beisteuern. Könnte knapp klappen. 50%. (10/19)

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Dänemark (DK):

Anja NissenWhere I am (Wo ich bin)

In einem Satz: Unbeschreiblich öder Midtempo-Driss – die Quintessenz dessen, was ich am allermeisten hasse.

Erstwertung: 0/12 Punkten. Rang 18 in diesem Semi.

Finalchancen: Die dritte Nichtqualifikation in Folge für die Dänen. Falls es Gerechtigkeit gibt. 40%. (12/19)

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Estland (EE):

Koit Toome + Laura PõldvereVerona

In einem Satz: Moderntalkingesker Schlager für die Ü-50-Disco.

Erstwertung: 5/12 Punkten. Rang 6 in diesem Semi.

Finalchancen: Altmodischer Spaß, wird also von den Jurys getötet. 45%. (11/19)

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Irland (IE):

Brendan MurrayDying to try (Unbedingt versuchen)

In einem Satz: Die männliche Dana National (→ IE 1970) mit einer klassisch dramatischen Eurovisionsballade, die sich durch seine elfenhafte Stimme unterscheidet.

Erstwertung: 0/12 Punkten. Rang 12 in diesem Semi.

Finalchancen: Jurystimmenschwamm, aber reicht das aus? 35%. (13/19)

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Israel (IL):

Imri ZivI feel alive (Ich fühle mich lebendig)

In einem Satz: Der Hintergrundtänzer des Golden Boy singt einen zweitklassigen Aufguss dieses ikonischen Titels – und liefert damit immer noch einen der besten Beiträge dieses Semis ab.

Erstwertung: 3/12 Punkten. Rang 8 in diesem Semi.

Finalchancen: Geht im Schatten Kroatiens unter. 25%. (15/19)

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Kroatien (HR):

Jacques HoudekMy Friend (Mein Freund)

In einem Satz: Eine musikalische Monstrosität, die einen mit vor Fassungslosigkeit offen stehendem Mund zurücklässt.

Erstwertung: 8 Punkte. Rang 3 in diesem Semi.

Finalchancen: Maximales Kitsch-, Spalt- und Car-Crash-Potential. Die Jurys werden es schlachten, die Fans dafür in Massen anrufen. 75%. (5/19)

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Litauen (LT):

FusedmarcRain of Revolution (Revolutionsregen)

In einem Satz: Eine zierliche Frau mit strengem Kugelzopf schreit zu einem zäh vor sich hinpuckernden Elektrotrack disharmonisches Zeug ins Mikrofon.

Erstwertung: 0/12 Punkten. Rang 17 in diesem Finale.

Finalchancen: Sicherer Letzter in diesem Semi. 5%. (19/19)

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Malta (MT):

Claudia FanielloBreathlessly (Atemlos)

In einem Satz: Die Meisterin des Camp-Disco-Schlagers muss sich mit verzweifeltem Gesicht durch eine zähe Schicksalsballade kämpfen und gewann damit in einer Art von bitterem ironischen Twist im hundertsten Versuch den maltesischen Vorentscheid.

Erstwertung: 0/12 Punkten. Rang 15 in diesem Semi.

Finalchancen: Klassischer Jurystimmen-Schwamm. 70%. (6/19)

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Mazedonien (MK):

Jana BurčeskaDance alone (Tanz allein)

In einem Satz: Die etwas flottere Schwester des serbischen Beitrags, mit einem süffigeren Refrain.

Erstwertung: 1/12 Punkten. Rang 10 in diesem Semi.

Finalchancen: Es ist vom Balkan, und es ist okay. Sollte fürs Finale reichen. 55% (9/19)

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Niederlande (NL):

O’geneLights and Shadows (Lichter und Schatten)

In einem Satz: Die dritte oder vierte Single-Auskoppelung aus einem Wilson-Phillips-Album, da, wo das richtig gute Material schon verschossen ist.

Erstwertung: 2/12 Punkten. Rang 9 in diesem Semi.

Finalchancen: Harmonisch genug, um ins Finale zu segeln. 65% (7/19)

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Norwegen (NO):

JowstGrab the Moment (Greif Dir den Augenblick)

In einem Satz: Upliftender Elektropop mit einer spirituellen Botschaft – danke, Norwegen!

Erstwertung: 12/12 Punkten. Rang 1 in diesem Semi.

Finalchancen: Aber ja doch. 85% (3/19)

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Österreich (AT):

Nathan TrentRunning on Air (Auf der Luft laufen)

In einem Satz: Nein, das ist nicht der dänische Eurovisionsbeitrag – die Österreicher können es genau so seicht.

Erstwertung: 0/12 Punkten. Rang 11 in diesem Finale.

Finalchancen: Zu unauffällig, geht unter. 20%. (16/19)

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Rumänien (RO):

Ilinca + Alex FloreaYodel it! (Jodle es!)

In einem Satz: Liebe Schweizer, aufgemerkt: man kann beim ESC auch jodeln, und das sogar in zeitgemäßer, seriöser Verpackung.

Erstwertung: 10/12 Punkten. Rang 2 in diesem Semi. Ist ausdrücklich kein Comedy-Beitrag, macht aber dennoch richtig Spaß.

Finalchancen: Aber natürlich! 90%. (2/19)

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Russland (RU):

Julia SamoilovaFlame is burning (Eine Flamme brennt)

In einem Satz: Ein zynischer, kalkulierter und hervorragend geplanter Versuch, (schändliche) Buhrufe in der Halle in Kiew zu unterbinden.

Erstwertung: 0/12 Punkten. Rang 19 in diesem Semi.

Finalchancen: Das trauen die Juroren sich nicht, das zu schlachten. 95% (1/19)

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San Marino (SM):

Valentina Monetta + Jimmie WilsonSpirit of the Night (Der Geist der Nacht)

In einem Satz: Hurra, Onkel Ralph ist zurück, und er hat seine Lieblingsmuse Valentina ausgegraben!

Erstwertung: 7/12 Punkten. Rang 4 in diesem Semi.

Finalchancen: Natürlich null, aber ohne Onkel Ralph wäre es kein Grand Prix. 10%. (18/19)

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Schweiz (CH):

TimebelleApollo

In einem Satz: I’m running upstairs tonight, der siebenunddreißigste Aufguss.

Erstwertung: 0/12 Punkten, Rang 16 in diesem Semi.

Finalchancen: Seit wann platziert sich ein Aufguss? 15%. (17/19)

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Serbien (RS):

Tijana BogićevićIn too deep (Zu tief drin)

In einem Satz: Nett und belanglos vor sich hin plätschernder Uptempo-Albumtrack ohne jeglichen Höhepunkt.

Erstwertung: 0/12 Punkten. Rang 14 in diesem Semi.

Finalchancen: Wenn das ins Finale kommt, dann aufgrund der Diaspora. 60%. (8/19)

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Ungarn (HU):

Joci PápaiOrigo

In einem Satz: Ein rappender Roma, das sieht man beim Contest eher selten – warum eigentlich?

Erstwertung: 4/12 Punkten. Rang 7 in diesem Semi.

Finalchancen: Ein rappender Roma? Sie erinnern sich noch an Gipsy.cz? 10%. (18/19)

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Weißrussland (BY):

Navi – Historyja majho Zyccia (Geschichte meines Lebens)

In einem Satz: Quirliger Folkschlager von einem quirlig-niedlichen Folkpärchen – das kann ja nur gut gehen.

Erster Eindruck: 6/12 Punkten. Rang 5 in diesem Semi.

Finalchancen: Harmlos, fröhlich, authentisch. Kommt bei Jury wie Publikum gleichermaßen an. 80% (4/12)

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