Est­land 2018: La For­za

09. Eli­na Netša­je­va – La For­za (Die Kraft)

In zwei Sät­zen: Um es posi­tiv zu for­mu­lie­ren: sel­ten gab es beim Euro­vi­si­on Song Con­test einen Titel mit grö­ße­rem Spalt­po­ten­zi­al. Einen, der nie­man­den kalt lässt, son­dern den man ent­we­der fan­tas­tisch fin­det oder, wenn man über einen Fun­ken von Musik­ge­schmack ver­fügt, als voll­kom­men uner­träg­lich und eine kör­per­li­che wie see­li­sche Fol­ter.

Insze­nie­rung: Nach dem sehr durch­schau­ba­ren PR-Tam­tam um die angeb­lich feh­len­den finan­zi­el­len Mit­tel zur Anmie­tung der Pro­jek­to­ren für Ele­nas Lein­wand­kleid fan­den sich nun zu nie­man­des Über­ra­schung doch noch Spon­so­ren. Und so bleibt alles wie beim Eesti Laul, nur noch etwas opu­len­ter. Mein Tipp: Sen­de­ton abdre­hen und ‘Like Ice in the Sunshi­ne’ lau­fen las­sen, erhöht den Genuss deut­lich.

aufrechtgehn.de-Erstwertung: 0 Punk­te. Mein Rang 19 in die­sem Semi.

Final­chan­cen: Es ist zum Ver­zwei­feln, aber tat­säch­lich fin­det Pope­ra, die, wie ich Ihnen natür­lich nicht zu erklä­ren brau­che, nur dann zuläs­sig sein kann, wenn sie mit einem selbst­iro­ni­schen Trash-Augen­zwin­kern daher­kommt wie ‘Cvet z Juga’ (→ SI 2007) oder ‘La Voix’ (→ SE 2009), kei­nes­falls aber, wenn sie sich selbst ernst nimmt wie die­ser Titel hier, lei­der gera­de in letz­te­rem Fall immer wie­der ihr Ziel­pu­bli­kum. Und da man beim ESC nur für einen Song anru­fen kann, aber nicht dage­gen, wird Eis­prin­zes­sin Eli­na wohl ihren Weg ins Fina­le fin­den. Selbst auf die Juro­ren, die Pope­ra sonst stets geschlos­sen die rote Kar­te zei­gen, wür­de ich mich hier nicht ver­las­sen. Die ste­hen näm­lich auf so sau­ber exe­ku­tier­tes Vokal­ge­wich­se. Außer­dem gilt noch immer: je stär­ker ich einen Bei­trag has­se, des­to siche­rer qua­li­fi­ziert er sich.

Ergeb­nis: qua­li­fi­ziert.

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