Frank­reich 2018: Mer­cy

Zwei schwar­ze Roll­kra­gen­pul­lis und eine bewe­gen­de, weil wah­re Geschich­te: Madame Mon­sieur bei der Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on.

13. Madame Mon­sieur – Mer­cy (Gna­de)

In zwei Sät­zen: Das Duo erzählt in poe­ti­schen, nie­mals ankla­gen­den und damit ihre emo­tio­na­le Wucht um so stär­ker ent­fal­ten­den Wor­ten die Geschich­te eines bei der Flucht nach Euro­pa auf dem Mit­tel­meer gebo­re­nen und von einem Ret­tungs­schiff gebor­ge­nen Mäd­chens namens Mer­cy, wel­ches das Glück hat­te, nicht vor unse­ren gleich­gül­ti­gen Augen zu ertrin­ken wie so vie­le ande­re. Das Mäd­chen gibt es übri­gens wirk­lich, die Geschich­te ist wahr – und das macht die­ses wun­der­ba­re Lied um so bewe­gen­der.

Wem es bei die­ser Num­mer nicht das Herz zer­reißt, der hat keins: der offi­zi­el­le Video­clip.

Insze­nie­rung: Mutig: Madame und Mon­sieur ver­zich­ten auf die beim fran­zö­si­schen Vor­ent­scheid Desti­na­ti­on Euro­vi­si­on noch im Hin­ter­grund ein­ge­blen­de­ten Fotos geret­te­ter Flüch­ten­der und set­zen in ihrer visu­ell sehr simp­len, durch das Bespie­len der kom­plet­ten Büh­ne aber etwas dyna­mi­sche­ren Prä­sen­ta­ti­on rein auf die emo­tio­na­le Kraft ihrer Bot­schaft. Cha­peau!

aufrechtgehn.de-Erstwertung: ♥♥♥♥♥ 5 von 5 Her­zen.

Vor­her­sa­ge: Platz 14. Nichts wür­de ich mir so sehr wün­schen, als dass die­ses bewe­gen­de Lied gewinnt und sei­ne huma­nis­ti­sche Bot­schaft rund um den Glo­bus geht. Rea­lis­tisch gese­hen wird das lei­der am supe­r­un­glück­li­chen Start­platz genau in der auf­merk­sam­keits­schwa­chen Mit­te sowie an der Sprach­bar­rie­re schei­tern: die wenigs­ten Europäer/innen ver­ste­hen Fran­zö­sisch, und ob die kur­zen Ein­füh­run­gen der Kom­men­ta­to­ren rei­chen, die­ses Defi­zit aus­zu­glei­chen? Ande­rer­seits konn­te ein Sal­va­dor Sobral die Her­zen auch in Por­tu­gie­sisch errei­chen. Die Hoff­nung stirbt zuletzt…

Ergeb­nis: Platz 13.

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