Ita­li­en 2018: Non mi ave­te fat­to nien­te

Ein Alba­ner & Römi­sche Power beim San-Remo-Fes­ti­val.

26. Ermal Meta + Fabri­zio Moro – Non mi ave­ta fat­ta nien­te (Das macht mir gar nichts)

In zwei Sät­zen: Wie die fran­zö­si­schen Kol­le­gen nimmt auch das ita­lie­ni­sche Duo sich eines aktu­el­len gesell­schafts­po­li­ti­schen The­mas an, näm­lich dem welt­wei­ten Ter­ror, den sie in einem eben­falls recht poe­ti­schen Strom der Wor­te skiz­zie­ren, um ihm – als ein­zig rich­ti­ge Mög­lich­keit, damit umzu­ge­hen – eine trot­zi­ge Gelas­sen­heit ent­ge­gen­zu­stel­len: “Du triffst mich nicht”, sin­gen sie sinn­ge­mäß, ich wer­de mein Leben ein­fach wei­ter­le­ben. Und wenn wir das nicht tun, wenn wir, wie es lei­der gera­de über­all (und auch bei uns) geschieht, unse­re Frei­heit zuguns­ten einer schein­ba­ren Sicher­heit auf­ge­ben und rigi­de Über­wa­chungs­staa­ten mit selbst­schuß­an­la­gen­um­kränz­ten Außen­gren­zen zulas­sen, dann haben die Ter­ro­ris­ten gewon­nen.

Schreck­li­che Bil­der von Leid und Zer­stö­rung und eine Bot­schaft der Hoff­nung im offi­zi­el­len ita­lie­ni­schen Video­clip: Micha­el Jack­sons ‘Heal the World’ lässt grü­ßen.

Insze­nie­rung: Ach, seufz. Das ita­lie­ni­sche Team kom­bi­niert für Lis­sa­bon die Nach­tei­le des Live-Auf­tritts beim ita­lie­ni­schen San-Remo-Fes­ti­val und des Video­clips: sie ste­hen die meis­te Zeit intro­ver­tiert und grim­mig guckend auf der Büh­ne her­um und inter­agie­ren null mit den Kame­ras, wäh­rend auf dem Bild­schirm Über­set­zun­gen ihrer Lyrics in allen Spra­chen (und Schrift­ar­ten) der Welt ein­ge­blen­det wer­den. Letz­te­res ist gut gemeint, lenkt in sei­ner Wuse­lig­keit aber eher ab und ver­wirrt mehr, als zum Text­ver­ständ­nis bei­zu­tra­gen. Und ers­te­res funk­tio­niert viel­leicht bei der San-Remo-Jury, wo man Ver­schlos­sen­heit für künst­le­ri­sche Ernst­haf­tig­keit hält, nicht aber beim Euro­vi­si­on Song Con­test.

aufrechtgehn.de-Erstwertung: ♥♥♥♥ 4 von 5 Her­zen.

Vor­her­sa­ge: Platz 4. Das Schick­sal scheint Ita­li­en und ihrem ehren­wer­ten Anlie­gen hold zu sein: als ein­zi­ges Big-Five-Land zogen sie einen Start­platz in der zwei­ten Hälf­te und dür­fen den Abend fest­lich beschlie­ßen. Ein ihnen eben­falls von Her­zen zu gön­nen­der Sieg wird den­noch an der Sprach­gren­ze und dem Sta­ging schei­tern.

Ergeb­nis: Platz 5.

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