Geor­gi­en 2018: She­ni gulist­vis

10. Iri­ao – She­ni gulist­vis (Für Dich)

In zwei Sät­zen: Einen so *hüs­tel* gran­dio­sen Euro­vi­si­ons­er­folg fei­er­ten die Geor­gi­er bekannt­lich 2014 mit dem bekiff­ten Eth­no-Jazz-Genu­del ‘Three Minu­tes to Earth’ von The Shin, das sie nun auf die glo­rio­se Idee kamen, es erneut damit zu ver­su­chen. Dies­mal kreuz­ten sie das Jazz-Genu­del aller­dings mit pam­pi­gem sie­ge­les­kem Seich.

Insze­nie­rung: Tat­säch­lich liegt die geor­gi­sche Dar­bie­tung näher bei Il Volo (IT 2015) als bei The Shin: drei Her­ren in gut sit­zen­den Anzü­gen sin­gen cho­ra­le Har­mo­ni­en, die eher katho­li­scher Kir­chen­mu­sik ent­lehnt zu sein schei­nen als kau­ka­si­schem Eth­no-Jazz. Zwei wei­te­re Volos, Ver­zei­hung, Iri­a­os, umkrän­zen das Trio mit Instru­men­ten. Sehr klas­sisch, sehr puris­tisch, sehr zurück­ge­nom­men und sehr pas­send.

aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punk­te. Mein Rang 15 in die­sem Semi.

Final­chan­cen: Der geor­gi­sche Bei­trag 2018 ver­eint das Schlech­tes­te aus zwei Wel­ten: für die weni­gen noch leben­den Fans von sie­ge­les­kem Seich ist ‘She­ni gulist­vis’ nicht pom­pös genug; für die welt­weit an einer Hand abzähl­ba­ren Anhän­ger von Eth­no-Jazz-Genu­del klingt die Num­mer aller­dings zu grand­pri­x­esk und schla­ger­haft. Schafft Geor­gi­en damit erst­mals die Nul Points? Dach­te ich jeden­falls bis zu den Pro­ben, nach denen die ver­sam­mel­ten Blogger/innen plötz­lich wie aus dem Häus­chen waren vor Begeis­te­rung über den stil­vol­len, stim­mi­gen Auf­tritt. Es steht zu befürch­ten, dass die Jurys ähn­lich reagie­ren und die Ödnis ins Fina­le hebeln, wo sie nichts ver­lo­ren hat.

Ergeb­nis: nicht qua­lif­ziert. Man soll­te doch immer auf sei­nen ers­ten Ein­druck ver­trau­en.

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