Russ­land 2018: I won’t break

Schon im offi­zi­el­len Pro­mo­vi­deo wur­de aus der Roll­stuhl­fah­re­rin Mount Rus­sia­mo­re.

06. Julia Samo­yl­o­va – I won’t break (Ich wer­de nicht zer­bre­chen)

In zwei Sät­zen: Das arme Mädel kann einem schon wirk­lich leid tun. Nicht, weil es auf­grund einer fie­sen Krank­heit an den Roll­stuhl gefes­selt ist, son­dern weil die Rus­sen Julia so scham­los als Pro­pa­gan­da­waf­fe miss­brau­chen: zuerst mit ihrem bewusst ver­hin­der­ten Auf­tritt in Kiew, jetzt mit dem offen­sicht­li­chen Ver­such, das Aus­schei­den im Semi­fi­na­le her­bei­zu­füh­ren.

Euro­vi­si­on mit den Mit­teln einer Schul­thea­ter­auf­füh­rung.

Insze­nie­rung: Wenn ich eine kör­per­lich behin­der­te Inter­pre­tin habe und ihr einen Song gebe, in dem sie davon erzählt, sich nicht unter­krie­gen zu las­sen – wie viel Sinn macht es dann, ihren Roll­stuhl in einem halb­her­zig zusam­men­ge­zim­mer­ten Hügel aus Sty­ro­por und Tüll zu ver­ste­cken und die gan­ze opti­sche Auf­merk­sam­keit auf ein Tän­zer­pär­chen zu len­ken, dass dort unten eine völ­lig zusam­men­hangs­lo­se Show abzieht und die Sän­ge­rin auf ihrem Berg kei­nes Bli­ckes wür­digt?

aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punk­te. Mein Rang 17 in die­sem Semi.

Final­chan­cen: Wäre man zynisch, man könn­te den­ken, die Föde­ra­ti­on legt es in die­sem Jahr dar­auf an, im Semi aus­zu­schei­den, um sich selbst und der Welt zu bewei­sen, dass die Europäer/innen gemein sind. Und das könn­te auch auf­ge­hen. Ande­rer­seits: es leben zu vie­le eth­ni­sche Rus­sen in den (abstim­mungs­be­rech­tig­ten) ehe­ma­li­gen Sowjet- und Satel­li­ten­staa­ten, als dass die­ses Land ernst­haft schei­tern könn­te, selbst wenn es woll­te. Zur Not kommt halt die Jury zur Ret­tung. Ich tip­pe: Rang 10, gera­de noch eben so.

Ergeb­nis: nicht qua­li­fi­ziert.

< 05 Däne­mark

07 Mol­da­wi­en >