Xavier Dar­cy: Jonah

Der Künst­ler:

Ein wei­te­rer Sin­ger-Song­wri­ter run­de­te das Port­fo­lio des deut­schen Vor­ent­scheids 2018 ab: Xavier Dar­cy, ein 22jähriger Bay­er mit fran­zö­si­schen und bri­ti­schen Wur­zeln. Zwei EPs und ein Album brach­te der schmäch­ti­ge jun­ge Mann mit den cha­rak­te­risch lan­gen Haa­ren und der über­ra­schend ker­ni­gen Stim­me bis­lang her­aus. Sämt­li­che Nach­wuchs­büh­nen bespiel­te er bereits, inklu­si­ve eines Auf­tritts bei Inas Nacht im Jah­re 2015. Sein hand­ge­mach­ter Gitar­ren­rock­pop fällt zu hun­dert Pro­zent in die Kate­go­rie des main­streamtaug­li­chen, unauf­fäl­li­gen Radio­fut­ters, das man beim NDR so sehr liebt. Doch auch er konn­te das Fan-Panel und die inter­na­tio­na­le Aus­wahl­ju­ry über­zeu­gen, wobei sei­ne enga­gier­te Vor­trags­wei­se eine Rol­le gespielt haben könn­te: „Du soll­test mich mal bei einem Auf­tritt sehen. Danach bin ich kom­plett durch­ge­schwitzt“, sag­te er mal in einem Inter­view.

Sym­pa­thi­scher Typ, aber der Song­ti­tel beschreibt es ziem­lich genau (Reper­toire­bei­spiel).

Der Euro­vi­si­ons­bei­trag:

Xaviers Vor­ent­schei­dungs­bei­trag ent­stand eben­falls im NDR-Song­wri­ter­camp. Außer dem Inter­pre­ten schrie­ben auch die Kom­po­nis­ten Tho­mas Sten­gaard, Loren Nine Geerts und Axel Ehn­ström, bes­ser bekannt unter sei­nem Künst­ler­na­men Para­di­se Oskar (FI 2011), mit an ‘Jonah’. Das klingt im Song­ti­tel bereits nach Gitar­ren­folk, und das ist ja übli­cher­wei­se eher nicht so meins. Dar­cys Wett­be­werbs­bei­trag aber punk­tet vor allem mit zwei Eigen­schaf­ten: einem erstaun­lich flot­ten Tem­po und Xaviers rau­er Stim­me.

Das Lied:

Der ULfL-Auf­tritt:

Spieg­lein, Spieg­lein an der Wand, wer trank die meis­te Apfel­schor­le im gan­zen Land? Von einem hand­be­trie­be­nen Spie­gel­ka­bi­nett beglei­tet, ver­mit­tel­te Xavier mit schwin­gen­den X-Bei­nen vor allem den Ein­druck, er müs­se mal ganz, ganz drin­gend auf die Toi­let­te. Auch sein otto­wal­kes­kes Haupt­haar wir­bel­te er gele­gent­lich durch­ein­an­der, um die Anmu­tung von Dyna­mik und Tem­po zu unter­strei­chen, die er mit sei­nem Gitar­re-Rock­pop­lied­chen zu erzeu­gen gedach­te. Das wirk­te ins­ge­samt sym­pha­tisch, aber auch etwas ama­teur­haft.

Das Ergeb­nis:

Jury­lieb­ling Xavier konn­te sich dank reich­li­cher Punk­te­spen­den der bei­den Wer­tungs­gre­mi­en ins­ge­samt den zwei­ten Platz sichern. Beim Publi­kum reich­te es nur zu Rang 4 – ein deut­lich ange­mes­se­ne­res Ergeb­nis.

< VoXX­club

> Ivy Quai­noo

2 Gedanken zu “Xavier Dar­cy: Jonah

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