Linus Bruhn

Der Künst­ler:

Ein wei­te­res The-Voice-Gewächs erwar­tet uns beim deut­schen Vor­ent­scheid 2019 in der Form des zwan­zig­jäh­ri­gen Ham­bur­gers Linus Bruhn. Der ver­brach­te bereits sein hal­bes Leben im Show­ge­schäft: mit zehn stand er in sei­ner Hei­mat­stadt an der Sei­te des ers­ten DSDS-Sie­gers Alex­an­der Klaws im Musi­cal Tar­zan auf der Büh­ne – jener als der erwach­se­ne Titel­held, Linus als die jun­ge Inkar­na­ti­on Tar­zans. Mit 12 gewann er als Jus­tin-Bie­ber-Dou­ble eine Cas­ting­show auf RTL2, und 2015 folg­te die prak­tisch unver­meid­li­che Teil­nah­me an The Voice. Selbst­re­dend betreibt Linus einen eige­nen You­tube-Kanal, auf dem er sich durch die Welt­ge­schich­te covert. Mit sei­nem Mit­be­wer­ber Gre­gor Häge­le teilt er das milch­büb­chen­haf­te Aus­se­hen und den Hang zur Akus­tik­gi­tar­re sowie die Vor­lie­be für eds­heera­nes­kes Gewin­sel. Mei­ne Hoff­nung geht daher dahin, dass die bei­den jugend­li­chen Jam­mer­lap­pen sich bei ULfI gegen­sei­tig die Stim­men weg­neh­men und etwas Kan­ti­ge­res gewinnt. Bit­te bit­te!

Ich wür­de ja ger­ne einen bis­si­gen Kom­men­tar zu Linus’ Song ver­fas­sen, aber bevor ich auch nur einen Gedan­ken for­mu­lie­ren kann, hat mich sein auto­ge­tun­tes Geflen­ne ein­ge­schlä­fert (Reper­toire­bei­spiel).

Der Vor­ent­schei­dungs­bei­trag:

Immer­hin: die Akus­tik­gi­tar­re lässt Linus Bruhn für ‘Our City’ drau­ßen. Passt auch nicht zum Elek­tro­sound sei­nes for­ma­t­ra­dio­freund­li­chen Mid­tem­po-Poprocks­eichs, in dem er eine der gro­ßen Gei­ßeln unse­rer Zeit beklagt, näm­lich die nicht nur in sei­ner Genera­ti­on in beängs­ti­gen­dem Maße aus­ge­präg­te Han­dy-Sucht. Im dazu­ge­hö­ri­gen Video­clip tän­zelt er leicht ver­schwitzt durchs som­mer­lich-hei­ße Rio de Janei­ro, ohne dass es ihm jedoch gelingt, die Son­ne in mei­nem Her­zen zu ent­fa­chen. Zu belie­big plät­schert das Gan­ze musi­ka­lisch vor sich hin, fließt ohne anzu­ecken in die Ohr­mu­schel hin­ein und ohne sich in den Gehirn­win­dun­gen zu ver­kan­ten aus der ande­ren wie­der hin­aus.

Der ULfI-Auf­tritt:

Live konn­te Linus dank sei­nes Charmes und sei­ner per­fo­ma­to­ri­schen Fähig­kei­ten durch­aus punk­ten und ver­kauf­te sich aus­ge­spro­chen gut. Da stör­te noch nicht mal die Hin­ter­grund-Ani­ma­ti­on all zu sehr, die zuerst Guy Sebas­ti­ans Road to Nowhe­re kopier­te und dann im Sekun­den­takt wahl­lo­se eng­li­sche Schlag­wor­te in Groß­buch­sta­ben aus­spuck­te wie ein heiß­ge­lau­fe­ner Word-Zufalls­ge­ne­ra­tor. Ein­schließ­lich eines lei­der falsch geschrie­be­nen “CON­FI­DENT”, das ein N zuviel ent­hielt. Ups!

Das Ergeb­nis:

Vie­le Fans hat­ten auf Linus’ Appell, das Han­dy weg­zu­le­gen, wohl nicht gehört, sonst hät­ten sie nicht für ihn anru­fen kön­nen: Rang drei im Tele­vo­ting und bei den inter­na­tio­na­len Juro­ren, Rang vier beim deut­schen Fan-Panel. Das reich­te – Wun­der der Mathe­ma­tik – ins­ge­samt für den fünf­ten Platz. Ups!

Linus’ You­tube-Kanal

Linus’ Face­book-Sei­te

Linus’ Insta­gram-Account

< lil­ly among clouds

Make­da Mich­al­ke >