Make­da Mich­al­ke

Im drit­ten Anlauf schaff­te es die Bon­ne­rin Make­da Mich­al­ke in die End­run­de des deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheids. Schon 2017 fand sie sich in der enge­ren Aus­wahl, stieg nach dem Speed-Dating mit Bür­ger Lars Diet­rich aber frei­wil­lig aus. Letz­tes Jahr nahm sie mit ihrer Band Ste­al a Taxi an den Kan­di­da­ten­work­shops teil und wur­de von der Bild auch bereits als Fina­lis­tin gemel­det, zog in letz­ter Sekun­de aber gegen Xavier Dar­cy den Kür­ze­ren. Nun ist die Namens­vet­te­rin der Köni­gin von Saba solo im Ren­nen um das Ticket nach Tel Aviv. Die 27jährige ehe­ma­li­ge BWL-Stu­den­tin mit der sanf­ten Soul­stim­me stand bereits im Köl­ner Musi­cal Body­guard auf der Büh­ne. Sanft­heit scheint Make­das zen­tra­les Wesens­ele­ment zu sein, und das ist so schön wie beim Wett­be­werb pro­ble­ma­tisch: sieht und hört man ihr zu, fühlt man sich unwei­ger­lich in eine Star­bucks-Filia­le ver­setzt, mit einem aro­ma­tisch damp­fen­den Milch­kaf­fee – Ver­zei­hung: Tall Lat­te – vor sich und säu­seln­den Klän­gen im Hin­ter­grund. Das mag zwar ein ent­spann­tes Wohl­fühl-Ambi­en­te kre­ieren, einen mit­rei­ßen­den Knal­ler­song darf man von Make­ba aber ver­mut­lich eher nicht erwar­ten. Oder soll­te ich mich da täu­schen?

Der Kaf­fee ist fer­tig, bei Make­da zuhau­se (Reper­toire­bei­spiel).

Der Vor­ent­schei­dungs­bei­trag:

Nein, natür­lich nicht. Make­da prä­sen­tiert mit dem wohl­mei­nend-melan­cho­li­schen Abschieds­song ‘The Day I loved you most’ eine wohl­tem­pe­rier­te Kla­vier­bal­la­de, mit der sie die Dyna­mik ihrer Stim­me voll aus­spie­len kann. Make­das lan­ge Musi­cal-Erfah­rung merkt man dem von ihr mit­ver­fass­ten Song an: wie als Prä­sen­ta­ti­ons­bei­spiel für die Bewer­bungs­map­pe für das nächs­te Vor­sin­gen scheint er gemacht, kein Pflicht­teil wur­de ver­ges­sen, und gan­ze Genera­tio­nen künf­ti­ger Cas­ting­show-Teil­neh­me­rin­nen könn­te er als Vor­la­ge die­nen. Und damit hat sie alles rich­tig gemacht, denn mit Musik sol­len heut­zu­ta­ge ja nur noch Wett­be­wer­be gefüllt und kei­ne Her­zen mehr berührt wer­den.

Der ULfI-Auf­tritt:

Allei­ne wie fest­ge­wur­zelt auf der Büh­ne ste­hen­de Sän­ge­rin: check. Fest­li­ches Gold­kleid und hin­rei­ßend schö­ne Haa­re: check. Sta­ti­scher Licht­ke­gel wäh­rend der Ver­se, der zum Refrain hin auf­schwenkt: check. Schlich­ter, tief­blau­er Büh­nen­hin­ter­grund ohne jeg­li­chen Ani­ma­ti­ons­schnick­schnack: check. Gold­re­gen­fon­tä­nen zum Song­hö­he­punkt: check. Alles in allem eine vor­schrifts­mä­ßi­ge Prä­sen­ta­ti­on aus dem Lehr­buch für Euro­vi­si­ons­bal­la­den also, die jedes Regis­ter zog. Scha­de nur, dass Make­da in dem unbe­ding­ten Wunsch, sich zu bewei­sen, so arg über­per­form­te und dabei ihre Stim­me über­an­streng­te.

Das Ergeb­nis:

Ein zwei­ter Rang bei den bei­den Jurys: kein Wun­der, die lie­ben bekannt­lich Bal­la­den. Im Gegen­satz zum Publi­kum, wo es nur für den fünf­ten Rang reich­te.

Make­das You­tube-Kanal

Make­das Web­site

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< Linus Bruhn

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