Ben Ivory: The righteous Ones

Der Berliner Fashionista aus dem Berghain-Umfeld macht laut NDR-Prosa „kühlen Elektropop im 80er-Jahre-Retro-Stil“. Seinen Vorentscheidungsbeitrag ‚The righteous Ones‘ vom Album ‚Neon Cathedral‘ beschrieb er als „Hymne, die sich an Außenseiter und Andersdenkende richten soll“. Selbige Hymne erntete zwar außerhalb Deutschlands fulminantes Lob, dennoch beschlichen mich im Vorfeld Zweifel, ob sie denn im Heimatland mehrheitsfähig sei. Der Zwanzigjährige ließ denn auch durchblicken, dass er den Vorentscheid wohl nicht in erster Linie als Chance auf die Fahrkarte nach Malmö betrachtete, sondern vor allem als Gelegenheit, seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen und für sein Album zu werben.

Düster und stylish: das Video zu ‚The Righteous Ones‘

Keinen Gefallen tat sich Ben mit seinem Auftritt im ARD-Morgenmagazin, wo er, ob der unsagbar frühen Stunde noch völlig lethargisch, eine entkoffeinierte Unplugged-Fassung von ‚The Righteous Ones‘ zum Besten gab. Und dabei glänzte wie eine Speckschwarte. Ist die Finanznot bei den Öffentlich-Rechtlichen schon so groß, dass es für den Maskenbildner nicht mehr reicht? Diese Scharte versuchte der Künstler mit einem besonders pompösen Präsentationsvideo am Vorentscheidungsabend wieder auszuwetzen: „Selbst ein einziges Lied kann Mauern einreißen, Berge versetzen“: so hochtrabend salbaderte sich Ben um Kopf und Kragen, um seiner ohnehin marginalen Chance anschließend mit einer mäßigen Gesangsleistung und einem katastrophalen Auftritt, der in jeder Sekunde den brennenden Wunsch des Künstlers ausstrahlte, überall anders zu sein als jetzt und hier auf dieser Bühne, endgültig den Garaus zu machen. Da konnte auch die fulminante Lasershow nichts mehr retten.

Satz mit X – war wohl nix: Bens Liveauftritt

Immerhin: für Rang 60 in den Verkaufscharts reichte es dennoch, und auch Monate später lief die Single noch auf meinem Lieblingskirmestechnosender Sunshine live in Rotation. Und zu Recht, denn in der Studiofassung ist und bleibt ‚The Righteous Ones‘ eine geile Nummer!

Betty Dittrich: Lalala ->

1 Gedanke zu “Ben Ivory: The righteous Ones

  1. Gefällt mir, erinnert an Polarkreis 18 (die hätte ich damals schon mit „The Colour of Snow“ zum ESC geschickt) Bin gespannt auf die Live-Performance.

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