Saint Lu: Craving

Eine rauchige Bluesstimme: über die würde die Österreicherin Luise Gruber alias Saint Lu gerne verfügen. Tatsächlich klingt sie eher ein bisschen wie Macy Gray im Stimmbruch: quäkig, gepresst, mit organischem Ziegentimbre. Jedenfalls auf ihrer Debütsingle ‚Don’t miss your own Life‘, mit dem die ehemalige Starmania-Teilnehmerin (die Austriavariante von DSDS) 2009 einen kleineren Hit landete. Einen Eurovisionsbezug konnte sie auch vorweisen: sie tourte als Aufwärmerin für unseren Vertreter von 2004, Max Mutzke.

Auch durch Zigaretten klingt die Stimme nicht rauchig!

Bei ihrem Vorentscheidungsbeitrag ‚Craving‘ lag die Betonung dankenswerter weise eher auf Rhythm als auf Blues. Der Song klingt, als könne er auch aus dem Repertoire von Amy Whinehouse oder Duffy stammen. Bei ihrem Acapella-Auftritt im ARD-Morgenmagazin überraschte die auf einem Bauernhof Aufgewachsene dann durch eine natürlich sympathische Ausstrahlung. Und plötzlich klang die Stimme dann gar nicht mehr so nervig, was vielleicht auch daran lag, dass sie nicht gegen das Arrangement anschreien musste. Ihre Performance bei USFM lag dann irgendwo dazwischen: ganz charming und entspannt, aber eben auch nichts, für das man zwingend zum Telefonhörer greift.

Nicht schlecht (aber halt auch nicht gut): Saint Lu in Hannover

Und weil solche vom Publikum (und den Plattenkäufern) zu Recht ignorierte Songs die perfekte Gelegenheit für die Jury abgeben, sich durch ein Abstimmen gegen den Trend als vermeintliche Musiksachverständige zu profilieren, gab es von dort zehn Punkte. Aber auch nur von dort. Glückwunsch.

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