ESC 2014: Erstes Semi

2014sublogo2Verhältnismäßig gut standen die Chancen einer Qualifikation für das Finale in diesem Jahr – Folge der aus pekuniären wie politischen Gründen stark rückläufigen Beteiligung mit nur 37 Ländern insgesamt. Das 2014er Motto „Join us“ blieb damit nicht mehr als ein unerfüllter, frommer Wunsch. Gerade mal 16 Songs konkurrierten im ersten Semi um die zehn Plätze am Samstag, mehr als die Hälfte davon (zum Teil sehr starke) Balladen. Bei der Semifinalauslosung am 20. Januar entschied das Losglück, in welcher Hälfte welcher Qualifikationsrunde jedes Land startet. Den exakten Startplatz legten die Produzenten am 24. März manuell fest, nachdem alle Songs feststanden. Neben den unten genannten Teilnehmerländern durften in diesem Semi auch Spanien, Frankreich und Dänemark mit abstimmen. Mit Portugal und Montenegro sangen lediglich zwei Nationen in Landessprache, alle anderen entschieden sich für Englisch.

Vom Zorn einer Nacht über das Entfachen eines Feuers, einem Blick in die gnadenlos wilde Seele Moldawiens, dem Weglaufen vor häuslicher Gewalt und dem Ticken des Zeitzünders bis zur Ruhe nach dem Sturm: das erste Semi 2014 zeichnete ein Bild äußerst düsterer Zeiten 

> Bericht von den ersten Proben

> Bericht von den zweiten Proben

Als denkwürdig in diesem Semi muss im Zeichen der Krimkrise das Aufeinandertreffen der beiden beteiligten Nationen Ukraine und Russland in diesem Semifinale gelten. Die Beiträge der beiden Länder, die auch noch direkt hintereinander folgten, können durchaus im Subtext der gewaltsamen Annexion der geschichtsträchtigen Halbinsel durch die Föderation gelesen werden: imitierte Maria Jaremtschuk mit ‚Tick Tock‘ das Geräusch eines eingeschalteten Zeitzünders, um subtil auf die hochexplosive Lage in der von prorussischen (und von Moskau unterstützten) Separatisten bevölkerten Ost-Ukraine hinzuweisen, so gaben die eineiigen Tomalchevy-Schwestern mit der musikalisch generischen Ballade ‚Shine‘ das offizielle Okkupationslied zum Besten. Mit so anspielungsreichen Textzeilen wie „Closer to the Crime“ (lies: Krim), „cross the Line one Step at a Time“ oder „Maybe there’s a Day you’ll be mine“ und dem Herumhantieren mit zwei an Star-Wars-Lichtschwerter erinnernden Plexiglasstangen durch die Zwillinge konnte die Botschaft kaum deutlicher ausfallen: die Krim war erst der Auftakt, früher oder später wird sich Mütterchen Russland wieder die komplette ehemalige Sowjetrepublik (und nicht nur die!) einverleiben. Beide Songs kamen übrigens ins Finale weiter.

Für Springer: alle Live-Auftritte des ersten Semis 2014

> Und so war das erste Semifinale 2014

ESC 1. Semifinale 2014

Eurovision Song Contest 2014 - Erstes Semifinale. Dienstag, 6. Mai 2014, aus den B&W-Hallerne in Kopenhagen, Dänemark. 16 Teilnehmer, Moderation: Lise Rønne, Nikolaj Koppel und Pilou Asbæk.
#LKInterpretTitelPkt
gs
Pl
gs
Pkt
TV
Pl
TV
01AMAram MP3Not alone1210409604
02LVAarzemniekiCake to bake0331303810
03EETanjaAmazing0361201314
04SESanna NielsenUndo1310209803
05ISPollapönkNo Prejudice0610804309
06ALHerciana MatmujaOne Night's Anger0221500615
07RUTolmachevy TwinsShine0630605707
08AZDilarə KazimovaStart a Fire0570901513
09UAMaria YaremchukTick Tock1180509605
10BEAxel HirsouxMother0281403111
11MDChristina ScarlatWild Soul0131600416
12SMValentina MonettaMaybe0401004908
13PTSuzyQuero ser tua0391106506
14NLThe Common LinnetsCalm after the Storm1500113001
15MESergej ĆetkovićMoj Svijet0630702612
16HUAndrás Kállay-SaundersRunning1270310302

< Unser Song für Dänemark

> Zweites Semifinale 2014

> Finale 2014

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