The Base­balls

Eine wei­te­re ästhe­ti­sche Prü­fung ereil­te uns in Form der Ber­li­ner Rocka­bil­ly-For­ma­ti­on The Base­balls, die durch Cover­ver­sio­nen von Hits wie Rihan­nas ‘Umbrel­la’ im Ace-Cats-Sound Bekannt­heit erlang­ten. Ähn­lich wie die Kon­kur­ren­tin Oceana genie­ßen sie außer­halb Deutsch­lands eine grö­ße­re Popu­la­ri­tät als zu Hau­se: mit näm­li­chem Titel und ihrem Debüt­al­bum ‘Strike’ beleg­ten sie 2009 in wei­ten Tei­len Skan­di­na­vi­ens die Charts-Spit­ze. Aber auch im Bene­lux, Öster­reich oder Polen kennt man sie. Und eine schö­ne Tra­di­ti­on vie­ler Grand-Prix-Künst­le­rin­nen wie z.B. Caro­la führ­ten sie eben­falls fort: mit dem Weih­nachts­al­bum ‘Good ol’ Christ­mas’ erreich­ten sie zuletzt 2012 Rang 25 der deut­schen Album­charts. Apro­pos Caro­la: auch beim Melo­di­fes­ti­va­len tauch­ten ja in letz­ter Zeit ver­mehrt Rock’n’Roll-Bands auf, blie­ben dort jedoch zu Recht chan­cen­los. So wie letzt­lich auch die Base­balls bei Unser Song für Däne­mark.

Wie heißt der Song noch mal? Die Base­balls sagen’s uns

Mo hot­ta mo bet­ta’ hieß der ers­te der bei­den geplan­ten Vor­ent­schei­dungs­bei­trä­ge, die Vor­ab­sin­gle aus dem im März 2014 erschie­ne­nen Album des Ber­li­ner Tri­os. Wie nicht anders zu erwar­ten, han­del­te es sich dabei um einen ein­gän­gi­gen Titel im typi­schen Rocka­bil­ly-Sound, den ich per­sön­lich nun mal auf den Tod nicht aus­ste­hen kann, weil sich in ihm für mei­nen Geschmack die sich selbst als fort­schritt­lich emp­fin­den­de, in Wahr­heit aber völ­lig ver­klemm­te bür­ger­li­che Spie­ßig­keit der Fünf­zi­ger­jah­re ästhe­tisch kris­tal­li­siert. Und im Gegen­satz zu den Cover­ver­sio­nen aktu­el­ler Chart­hits, mit denen die Band bis­lang Erfol­ge erziel­te und die sich wenigs­tens noch als iro­ni­sche State­ments rezi­pie­ren lie­ßen, füg­te ‘Mo hot­ta mo bet­ta’ dem sech­zig Jah­re alten Sound kaum wesent­lich Neu­es oder Eigen­stän­di­ges hin­zu, blieb also schlicht ver­zicht­bar.

Feu­er brennt nicht nur im Kamin: ‘Mo hot­ta mo bet­ta’

Das sahen wohl auch die ARD-Zuschau­er so, auf wel­che die vom Requi­si­teur aus Ablen­kungs­grün­den groß­zü­gig ein­ge­setz­te Flam­me nicht über­sprang. Was den prak­ti­schen Neben­ef­fekt hat­te, dass uns wenigs­tens das noch­mals kon­ven­tio­nel­le­re ‘Good­bye, Peg­gy Sue’ erspart blieb. Puh, noch mal Glück gehabt!

<– San­tia­no

Unhei­lig –>

1 Gedanke zu “The Base­balls

  1. Man kann auch nicht immer mit jedem Song musi­ka­li­sche Gat­tun­gen neu erfin­den. Den Refrain von ‘Mo hot­ta mo bet­ta’ emp­fin­de ich – aus­ge­hend von mei­nen wirk­lich nied­ri­gen Erwar­tun­gen – aller­dings als erstaun­lich pop­pig und mit­rei­ßend, so dass sich mei­ne Mei­nung mitt­ler­wei­le von “Oh Gott, bloß nicht die Base­balls” zu “Ja, war­um denn nicht die Base­balls?” gewan­delt hat. Wären mir mitt­ler­wei­le lie­ber als San­tia­no und Unhei­lig. Über den Rest habe ich mir noch kei­ne abschlie­ßen­de Mei­nung gebil­det.

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