Marie­Ma­rie

Die künst­le­risch inter­es­san­tes­te Teil­neh­me­rin des Vor­ent­scheids 2014 dürf­te ohne Fra­ge Marie­Ma­rie gewe­sen sein. Die als Maria Schei­blhu­ber in Augs­burg gebo­re­ne (und fol­ge­rich­tig vom Baye­ri­schen Rund­funk unter­stütz­te) 29jährige macht nach eige­ner Dar­stel­lung “Folk­tro­nic-Pop”: luf­tig-melo­di­schen Elek­tro­pop unter Ver­wen­dung folk­lo­ris­ti­scher Instru­men­te, nament­lich der Zither und der Har­fe. Die spielt sie näm­lich schon seit Kin­der­ta­gen (und beglei­te­te auf die­sem auch aus einem deut­schen Grand-Prix-Sie­ger­ti­tel nicht ganz unbe­kann­ten Instru­ment bereits Deutsch­lands aktu­el­le Schla­ger­göt­tin Hele­ne Fischer). Mari­as Musik geht aber dan­kens­wer­ter­wei­se in eine ande­re Rich­tung und über­zeugt durch die per­fek­te Mischung aus Hip­ness und Zugäng­lich­keit. Und so wim­melt es auf ihrem Debüt­al­bum ‘Dream Machi­ne’ nur so von feins­ten Pop­per­len wie dem rot­zi­gen Elek­tro­st­amp­fer ‘Under the Neon Sky’ oder dem düs­ter-bedroh­li­chen ’20 Steps’.

Cot­ton Can­dy Hur­ri­ca­ne’

Für den deut­schen Vor­ent­scheid öff­ne­te Maria ihr Nasch­schränk­chen und ver­führ­te Deutsch­land zunächst mit dem zucker­wat­tes­anf­ten ‘Cot­ton Can­dy Hur­ri­ca­ne’, der ob sei­ner über­zeu­gen­den musi­ka­li­schen Qua­li­tät die Zuschau­er so umfeg­te, dass sie die Gute trotz der etwas unvor­teil­haf­ten, trans­pa­ren­ten PVC-Dusch­hau­be, die sie beim Auf­tritt als Rock trug, und trotz ihrer erkenn­ba­ren Ner­vo­si­tät ins Halb­fi­na­le wähl­ten. Gestärkt von die­ser Ent­schei­dung und dem fre­ne­ti­schen Hal­len­ap­plaus, setz­te die rot­haa­ri­ge Baye­rin auch im zwei­ten Durch­gang auf Süßes: ‘Can­dy Jar’, nun deut­lich gelös­ter (und in schwar­zer Leder­ho­se auch optisch anspre­chen­der) per­formt und von den Zuschau­ern in der Köln­are­na mit noch grö­ße­rer Begeis­te­rung auf­ge­nom­men, stand ihrem ers­ten Titel in kei­ner Wei­se nach, so dass man gar nicht wuss­te, für wel­chen der zwei Songs man sich ent­schei­den soll­te.

Can­dy Jar’

Genau das wur­de Marie­Ma­rie dann kurio­ser­wei­se wohl auch zum Ver­häng­nis: ohne die genau­en Zah­len zu ken­nen (die der NDR lei­der nicht im Detail ver­öf­fent­lich­te), ver­mu­te ich stark, dass sich die Anru­fe rela­tiv gleich­mä­ßig auf die bei­den musi­ka­li­schen Zucker­stü­cke ver­teil­ten, wes­we­gen die stär­ker pola­ri­sie­ren­den Kon­kur­ren­ten von Elai­za und Unhei­lig an ihr vor­bei­zo­gen. Scha­de, denn ich bin über­zeugt, dass wir mit die­sem Sound auf inter­na­tio­na­ler Büh­ne für (posi­ti­ves) Auf­se­hen gesorgt hät­ten. Den­noch hat die USFD-Teil­nah­me der tol­len Augs­bur­ge­rin ganz sicher nicht gescha­det. Und ich (der ich eigent­lich kein Album­hö­rer bin) kann an die­ser Stel­le mei­nen Lesern nur noch mal ihr Debüt­al­bum ‘Dream Machi­ne’ ans Herz legen und auf eine erneu­te Teil­nah­me 2015 hof­fen. Oder 2016. Oder…

Als klei­nes Zuckerl: das wun­der­schön düs­te­re ’20 Steps’. Gän­se­haut!

<– Made­li­ne Juno

Oceana –>

4 Gedanken zu “Marie­Ma­rie

  1. Ich den­ke, sie wird das Schick­sal der Blitz­kids tei­len: Mutigs­te und damit bes­te Wahl, aber lei­der chan­cen­los. Noch dazu, wo es die­ses Mal kei­ne Jury geben wird.

  2. ich hab Marie­Ma­rie schon mehr­fach live gese­hen – live noch­mal deut­lich bes­ser als von der super-CD!!!
    da geht alles von reduziert&unplugged bis total rockig&tanzbar!

  3. eigent­lich soll­te der link auf “under the neon ski­es” gehn!
    play­list aus­klap­pen! – das sind 3 titel von Marie­Ma­rie drin in super qua­li optisch wie akus­tisch!!

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