ESC 2015 Wien

2015semi1Wo sonst als in der selbst­er­nann­ten “euro­päi­schen Musik­haupt­stadt” Wien soll­te er nach dem ruhm­rei­chen Sieg von Con­chi­ta Wurst statt­fin­den, der 60. Euro­vi­si­on Song Con­test? Nir­gends, wer­den Sie zu Recht sagen – und auch beim aus­rich­ten­den Sen­der ORF, der mit dem Wett­be­werb der leich­ten Muse über die Jahr­zehn­te immer mal etwas frem­del­te, setz­te sich die­se Ein­sicht sehr schnell durch, gegen alle Ein­wän­de von Spar­füch­sen, wel­che die kos­ten­güns­ti­ge­ren Alter­na­ti­ven Graz oder Inns­bruck vor­ge­zo­gen hät­ten. Am Pfingst­sams­tag, dem 23. Mai 2015, stieg das Fina­le des Jubi­lä­ums­jahr­gangs in der zen­tral in Nähe des West­bahn­hofs gele­ge­nen und über einen eige­nen U-Bahn-Anschluss ver­fü­gen­den Wie­ner Stadt­hal­le. Stun­den­lan­ge Bus­fahr­ten durch abge­le­ge­ne Indus­trie­vier­tel wie in Kopen­ha­gen blie­ben den ange­reis­ten Fans (dar­un­ter dem Blog­be­trei­ber) somit erspart. Hur­ra!


Beschwingt mit Pep­si-Cola: das offi­zi­el­le Logo des ESC 2015

40 Län­der gin­gen in Wien an den Start (und damit drei mehr als in → Kopen­ha­gen), dar­un­ter Rück­keh­rer wie Ser­bi­en, Zypern und Tsche­chi­en sowie – als Akti­on zum fei­er­li­chen Anlass – “ein­ma­lig” die ehe­ma­li­ge bri­ti­sche Sträf­lings­ko­lo­nie Aus­tra­li­en. So jeden­falls behaup­te­te es die EBU, und schon damals glaub­te das nie­mand. Zu Recht: auch 2016 war das Land dabei. Und das ist auch gut so! Schmerz­li­che Lücken klaff­ten den­noch durch das erneu­te Fern­blei­ben der nach wie vor belei­dig­ten Tür­ken sowie der klam­men Bos­ni­er und Bul­ga­ren. Es fehl­te zudem die Ukrai­ne, die ande­re Sor­gen hat­te als eine Euro­vi­si­ons­teil­nah­me. Kriegs­geg­ner Russ­land war hin­ge­gen dabei und führ­te mit einer zyni­schen Welt­frie­dens­schnul­ze sogar zeit­wei­lig die Wer­tung an, was für unschö­ne und unan­ge­mes­se­ne Buh­ru­fe in der Hal­le sorg­te. Als Mode­ra­to­rin­nen des Jub­liäums­con­tests schick­te der ORF ein Tri­um­vi­rat (war­um müs­sen das eigent­lich immer so vie­le sein?) aus Mir­jam Weich­sel­braun, Ali­ce Tum­ler und der auch hier­zu­lan­de aus dem Nach­mit­tags-Trash-TV bekann­ten Ara­bel­la Kies­bau­er. Die Vor­jah­res­sie­ge­rin und Grand-Prix-Kai­se­rin Con­chi­ta Wurst durf­te die Green-Room-Inter­views füh­ren (und die russ­land­feind­li­chen Fans in der Live-Show erfolg­reich zur Ord­nung rufen).


Upge­da­ted: die Euro­vi­si­ons­vi­gnet­te

Am 26. Janu­ar 2015 fand die offi­zi­el­le Schlüs­sel­über­ga­be zwi­schen dem Kopen­ha­ge­ner und dem Wie­ner Bür­ger­meis­ter sowie die anschlie­ßen­de Aus­lo­sung der 33 Semi­fi­na­lis­ten auf eine der bei­den Semis statt (fix im → Fina­le fan­den sich wie immer die → Big Five plus Gast­ge­ber Öster­reich). Die ers­ten Pro­ben in der Stadt­hal­le star­te­ten am 11. Mai, die Euro­vi­si­ons­wo­che begann aller­dings erst am dar­auf­fol­gen­den Sonn­tag, dem 17. Mai 2015: da fand die offi­zi­el­le Eröff­nungs­ze­re­mo­nie mit dem fei­er­li­chen Ein­zug der Dele­ga­tio­nen im Wie­ner Rat­haus statt, zugleich eröff­ne­te auf dem Rat­haus­platz davor das Euro­vi­si­on Vil­la­ge für die Volks­be­lus­ti­gung am Tage und der Euro­club in der schi­cken Event­lo­ca­ti­on der Otta­krin­ger Braue­rei. Erst­ma­lig in Zei­ten des Jury-/Te­l­e­vo­ting-Splits mogel­ten die orga­ni­sier­ten Mani­pu­la­to­ren ihren Favo­ri­ten an den in Mas­sen anru­fen­den Haus­frau­en Euro­pas vor­bei. Die hat­ten sich in die ita­lie­ni­schen jun­gen Tumo­re Tenö­re Il Volo und ihr kit­schi­ges ‘Gran­de Amo­re’ ver­guckt – für die Juro­ren im Hin­blick auf die erwünsch­te Kre­di­bi­li­tät des Wett­be­werbs auch beim jün­ge­ren Publi­kum eine kom­plett inak­zep­ta­ble Wahl, wes­halb sie in einer kon­zer­tier­ten Akti­on den eigent­lich dritt­plat­zier­ten schwe­di­schen Jus­tin-Tim­ber­la­ke-Klon Måns Zelmerlöw zum Statt­des­sen-Sie­ger kür­ten. Der Auf­schrei der Fans ob die­ser Bevor­mun­dung blieb dies­mal aus – die waren heil­froh, dass nicht die zeit­wei­lig füh­ren­de Rus­sin Poli­na Gaga­ri­na gewann und es ihnen auch 2016 erspart blieb, ins Reich des Bösen zu rei­sen.

Ein paar Wien-Tipps von der regie­ren­den Kai­se­rin

LandInter­pretTitel
ALElhai­da DaniI’m ali­ve
AMGenea­lo­gyFace the Shadow
ATMak­e­makesI am yours
AUGuy Sebas­ti­anTon­ight again
AZElnur Husey­n­ovHour of the Wolf
BELoïc Not­tetRhythm insi­de
BYUza­ri + Mai­mu­naTime
CHMéla­nie RenéTime to shi­ne
CYGian­nis Kara­gi­an­nisOne Thing I should have done
CZMar­ta Jan­do­vá + Václav ‘Noid’ Bár­taHope never dies
DEAnn Sophie Dür­mey­erBlack Smo­ke
DKAnti Soci­al MediaThe Way you are
EEEli­na Born + Stig Räs­taGood­bye to Yes­ter­day
ESEdur­ne Gar­cía Alma­groAma­n­e­cer
FIPert­ti Kuri­kan Nimi­päiv­ätAina mun pit­ää
FRLisa AngellN’oubliez pas
GENina Sub­lat­tiWar­ri­or
GRMaría-Ele­na Kyriá­k­ouOne last Bre­ath
HUBog­lár­ka ‘Bog­gi’ Cse­merWars for Not­hing
IEMol­ly Ster­lingPlay­ing with Num­bers
ILNadav GuedjGol­den Boy
ISMaría Ólafs­dót­tirUnbro­ken
ITIl VoloGran­de Amo­re
LTMoni­ka Lin­ky­tė + Vai­das Baumi­laThis Time
LVAmi­na­ta Sava­do­goLove injec­ted
MDEdu­ard Romanyu­taI want your Love
MENen­ad ‘Knez’ Kneže­vićAdio
MKDani­el Kaj­ma­koskiAutumn Lea­ves
MTAmber Bon­dinWar­ri­or
NLTri­jnt­je Oos­ter­huisWalk along
NOMør­land & Debrah Scar­lettA Mons­ter like me
PLMoni­ka Kuszyńs­kaIn the Name of Love
PTLeo­nor And­ra­deHá um Mar que nos sepa­ra
ROVol­tajDe la capat (All over again)
RSBoja­na Sta­men­ovBeau­ty never lies
RUPoli­na Gaga­ri­naA Mil­li­on Voices
SEMåns ZelmerlöwHeroes
SIMar­aa­yaHere for you
SMAni­ta Simon­ci­ni + Miche­le Per­ni­o­laChain of Light
UKElec­tro Vel­vetStill in Love

Viel Mit­tel­maß, wenig Wage­mu­ti­ges: 2015 war das Jahr der Jurys

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