Ale­xa Feser

Unter allen acht Vorentscheidungskandidat/innen des Jahr­gangs 2015 dürf­te Ale­xa Feser wohl eine der Unbe­kann­tes­ten gewe­sen sein. Dabei hat­te die Wies­ba­de­ne­rin bereits 2008 ein Album mit selbst geschrie­be­nen Lie­dern am Start, von dem jedoch nie­mand Notiz nahm. 2014 erschien dann ihr zwei­ter Long­play­er ‘Gold von mor­gen’, der laut NDR immer­hin Platz 44 der Charts erreich­te. Dass er an mir vor­über­ging, hing wohl auch damit zusam­men, dass Frau Feser “nach­denk­li­chen Deutsch-Pop” macht, mit Kom­po­si­tio­nen, die das “Spie­gel­bild ihrer See­le” sei­en. Mit ande­ren Wor­ten: schwer­mü­ti­ges deut­sches Befind­lich­keits­ge­susel – das zuneh­mend uner­träg­li­cher wer­den­de Zeug, mit dem uns sämt­li­che Radio­sen­der die Ohren ver­stop­fen. Ale­xa füg­te der Neu­en Deut­schen Weh­lei­dig­keit® nichts Essen­ti­el­les hin­zu, son­dern nur noch wei­te­re Schat­tie­run­gen von Beige.

Kann mal jemand einen Dance-Remix davon machen, bit­te? Text und Melo­die sind näm­lich toll, nur am nöti­gen Pepp man­gelt es ein biss­chen!

Ihre Bei­trä­ge zu USFÖ, vom NDR im Künst­ler­por­trait als “lieb­li­che Bal­la­den am Kla­vier” mali­zi­ös umschrie­ben, hie­ßen ‘Glück’ und ‘Gold von mor­gen’. Und zwar in die­ser Rei­hen­fol­ge: die Hybris, den titel­ge­ben­den Album­track für die Zweit­run­de auf­zu­spa­ren, funk­tio­nier­te bei Ale­xa, anders als 2014 bei Made­li­ne Juno (was wur­de eigent­lich aus der?). Das hing damit zusam­men, dass sich ‘Glück’ trotz des nach­denk­lich-tief­grün­di­gen Tex­tes, in den ich mich zuge­ge­be­ner­ma­ßen nach dem drei­ßigs­ten Anhö­ren auch ver­lieb­te, musi­ka­lisch als die etwas schwung­vol­le­re, für die tran­su­si­gen Ver­hält­nis­se Ale­xas gera­de­zu pop­pi­ge Num­mer her­aus­stell­te, wäh­rend einem ‘Gold von mor­gen’ schlicht­weg den Lebens­wil­len raub­te.

Mit sel­bi­gem Titel war Ale­xa übri­gens schon zu Gast in Inas Nacht. Und so sehr mir die selbst­ver­lieb­te Dampf­plau­der­schnat­ter­lie­se Ina Mül­ler ja mitt­ler­wei­le auf die Nüs­se geht (auch wenn mich die­ses Geständ­nis ver­mut­lich 10% Leser­schaft kos­tet), so muss ich doch zuge­ben: mit ihr als Zweit­stim­me gewinnt der Song deut­lich. Viel­leicht hät­te der NDR für Han­no­ver ein Duett in Betracht zie­hen sol­len! Tat er aber nicht, und letz­ten Endes schied Frau Feser in der zwei­ten Run­de aus. Wie zu hören war, sehr deut­lich gegen­über der End­run­den­paa­rung Lena und Max. Ein paar Fans dürf­te sie bei USFÖ den­noch hin­zu­ge­won­nen haben, und so könn­te es für das nächs­te Album even­tu­ell gar für Platz 38 rei­chen.

Andre­as Küm­mert →

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