Fah­ren­haidt

Zu den eher unbe­kann­ten Teil­neh­mern beim deut­schen Vor­ent­scheid 2015 gehör­te das Duo Fah­ren­haidt. Dabei ver­füg­ten Andre­as John und Erik Macholl laut NDR bereits über reich­lich Erfah­rung im Musik­busi­ness: als Song­schrei­ber und Pro­du­zen­ten für ande­re, wie bei­spiels­wei­se Yvon­ne Schnat­ter­feld, den No Angels (DE 2008), Howard Car­pen­da­le, den Base­balls (DVE 2014) und – Ach­tung, jetzt wird’s häss­lich – dem sata­ni­schen Jam­ba-Klin­gel­ton-Hasen Schnuf­fel, der mit wei­tem Abstand übels­ten Aus­ge­burt der Mar­ke­ting-Höl­le, die jemals das Licht der Welt erblick­te. Ver­mut­lich als Buße für die­ses mehr als schänd­li­che Tun ver­schrie­ben sich die Bei­den auf ihrem am 6. Febru­ar 2015 erschie­ne­nen Debut­al­bum ‘The Book of Natu­re’ schwer eso­te­risch ange­hauch­ter New-Age-Musik. Damit war beim Euro­vi­si­on Song Con­test zuletzt 1995 – in der dun­kels­ten Peri­ode der Jury-Schre­ckens­herr­schaft – ein Sieg zu holen.

So still, dass die Gehirn­win­dun­gen ein­frie­ren: Fah­ren­haidt

Bei USFÖ des Jah­res 2015 reich­te es – wie von mir vor­her­ge­sagt (aller­dings pro­phe­zei­te ich auch Andre­as Küm­mert einen hin­te­ren Rang) und ent­ge­gen ihrer Markt­füh­rer­schaft in den Umfra­ge­polls auf Grand-Prix-Fan-Sei­ten – nicht zur Kro­ne: bereits im ers­ten Durch­gang fie­len die Pro­du­zen­ten und ihre däni­sche Gast­sän­ge­rin und Mit­kom­po­nis­tin Aman­da Peder­sen durch. Mit­samt der sie umtan­zen­den Leucht­qual­len auf der USFÖ-Büh­ne. Es zeigt sich mal wie­der, dass man dem schlech­ten Geschmack der Euro­vi­sio­nis­tas nicht zu viel Bedeu­tung bei­mes­sen darf und dass ent­kof­fein­ier­tes Enya-Gesäu­sel bei der Mas­se nicht zün­det. Bleibt abzu­war­ten, ob der mit dicke­ren Beats auf­ge­pepp­te Deep Snow Radio­mix von ‘Fro­zen Silence’, ihrem Wett­be­werbs­song, mög­li­cher­wei­se den­noch ein paar Käu­fer fin­det.

Ver­hin­dert die Frost­star­re: die Tief­schnee­beats des Remi­xes

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10 Gedanken zu “Fah­ren­haidt

  1. Die bei­den haben 2013 und 2014 ja auch schon Vor­ent­scheids­er­fah­rung gesammt – als Tex­ter und Kom­po­nis­ten von Bet­ty Dittrichs Lala­la und als Pro­du­zen­ten von Nica & Joes Ele­va­ted und The Base­balls Mo hot­ta mo bet­ta.

  2. Soso, mit New-Age-Zeug war also 1995 letzt­ma­lig was beim ESC zu holen. Urban Trad wer­den sich ganz schön wun­dern, das zu hören. 😉

  3. es ist nur die ueber­par­tei­li­che mei­nung eines redak­teurs. wild­fire wie fro­zen silence wae­ren favou­riten auf den gesamt­sieg. mrs green­bird und laing haben grot­ten­schlech­te songs.

  4. Ich tei­le mal gar­nicht die Mei­nung des Ver­fas­sers. Mei­ner Ansicht nach gehö­ren die Jungs (und auch Mädels) unbe­dingt zum Favo­ri­ten­kreis.
    Und ich bin mir sicher, dass Emi­lie de Forest auch sin­gen wird.

  5. Dan­ke für den tol­len wenn auch nega­tiv ein­ge­stel­len Bei­trag. Laut Wiki­pe­dia ist Aman­da Peder­sen aber nur 4te bei X-Fac­tor in Däne­mark gewor­den.

    Der zwei­te Song wird : Island Of White oder Mother Earth auch von Aman­da gesun­gen:

    Alle Songs des Albums zum rein­hö­ren: http://www.universal-music.de/fahrenhaidt/news/detail/article:231560/das-album-the-book-of-nature-von-fahrenhaidt-jetzt-anhoeren

    Hier ein Aus­schnitt von Island of White: http://www.universal-music.de/fahrenhaidt/videos/detail/video:356589/island-of-white

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