Noi­ze Genera­ti­on

Jew­ge­ni Grisch­bow­ski, so der bür­ger­li­che Name des in der Ukrai­ne gebo­re­nen Cobur­gers, führ­te bei der deut­schen Vor­auswahl 2015 zumin­dest in einer Kate­go­rie sehr klar: er war das männ­li­che Eye-Can­dy von USFÖ. Auch musi­ka­lisch sorg­te er für eine erhöh­te Herz­schlag­ra­te, war er unter sei­nem Künst­ler­na­men Noi­ze Genera­ti­on bis­lang doch vor allem als DJ und Remi­xer bekannt, hat aber auch schon eige­ne Tracks mit elek­tro­ni­scher Tanz­mu­sik her­aus­ge­bracht. Sei­ne Erst­lings­sin­gle ‘A Song for you’ – gleich­zei­tig sein USFÖ-Bei­trag – fiel aller­dings etwas sanf­ter und melo­diö­ser aus als sein bis­he­ri­ges Œuvre. Und auch ein biss­chen repe­ti­tiv im Refrain, aber das sah man ihm ger­ne nach. Nicht jedoch das Sta­ging: zwar gab sich Jew­ge­ni, der sich lei­der wäh­rend der gesam­ten drei Minu­ten hin­ter sei­nen Turn­ta­bles ver­kroch, mit zwei beleuch­te­ten, tan­zen­den Robocops gro­ße Mühe, eine ordent­li­che Show hin­zu­le­gen, doch erin­ner­ten die eher an Mis­ter Fis­to (Vor­ent­scheid 1986) als an Daft Punk, wie es wohl beab­sich­tigt war.

Ein Song? Für mich? Wie lieb!

Schlim­mer jedoch wog, dass sein Gast­sän­ger, der Schwe­de Patrik Jean, so lin­kisch und unbe­hol­fen wirk­te und auch stel­len­wei­se schief sang. Auch, dass Jeweg­ni in der Vor­stel­lungs-MAZ ver­riet, dass er für sei­ne DJ-Ein­sät­ze bis vor kur­zem noch stets einen “Mut­ti-Schein” brauch­te, ver­stärk­te den Ein­druck, dass die bei­den Hüb­schen viel­leicht noch eins, zwei Jähr­chen zu früh dran waren. So schie­den Noi­ze Genera­ti­on im ers­ten Durch­gang aus, was sehr scha­de für die Uptem­po­num­mer ‘A Song for you’ war, denn im Bal­la­den­see zu Wien hät­te ich für alles, was mehr als 100 BPM vor­wei­sen kann, mei­ne See­le ver­kauft. Immer­hin: auf den ein­schlä­gi­gen Radio­sta­tio­nen lief der Titel, und so hof­fe ich, dass der USFÖ-Auf­tritt der Kar­rie­re von Jeweg­ni kei­nen Abbruch tut und er dem­nächst mit einem etwas ner­ven­stär­ke­ren Gast­sän­ger wie­der zum Vor­ent­scheid zurück kehrt. Ich würd’ mich freu­en!

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