ESC 2016: zwei­tes Semi

esc2016logo3Mit dem unfrei­wil­li­gen Abgang des Rumä­nen Ovi­diu Anton wur­de von­sei­ten der EBU zumin­dest rech­ne­risch wie­der Chan­cen­gleich­heit her­ge­stellt: in bei­den 2016er Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den fan­den sich nun jeweils 18 Titel. Aller­dings zeig­te sich das zwei­te Semi, in dem nach der frei­wil­li­gen Selbst­ver­stüm­me­lung des alba­ni­schen und des israe­li­schen Bei­trags nur noch drei gou­tier­ba­re Songs ver­blie­ben, musi­ka­lisch deut­lich schwä­cher bestückt als das ers­te. Das gilt auch aus sta­tis­ti­scher Sicht: unter den Teil­neh­mern befan­den sich ledig­lich zwei Natio­nen mit einer bis­lang unge­schla­ge­nen Bilanz, näm­lich Rumä­ni­en und die Ukrai­ne. Aller­dings trat auch Neu­zu­gang Aus­tra­li­en in die­ser Run­de an: der 2015 im Wege einer “ein­ma­li­gen” Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung debü­tie­ren­de Kon­ti­nent muss­te woll­te als nun­mehr regu­lä­rer Teil­neh­mer heu­er eben­falls durch die Qua­li­fi­ka­ti­on, durf­te aber im Hin­blick auf sei­nen Talen­te­pool und die Begeis­te­rung und Invol­viert­heit der Insu­la­ner prak­tisch als gesetzt gel­ten. Maze­do­ni­en spiel­te erneut sei­nen größ­ten Trumpf aus, die fan­tas­ti­sche Kalio­pi (→ MK 2012). Hin­zu kamen sechs wei­te­re Natio­nen mit einer über­durch­schnitt­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­ons­ra­te: Däne­mark, Nor­we­gen, Geor­gi­en, Ser­bi­en, Alba­ni­en und Litau­en. Bul­ga­ri­en schick­te mit Poli Geno­va (→ 2011) eben­falls eine Rück­keh­re­rin und ließ sich mit sei­nem Bei­trag bis Tores­schluss Zeit. Dem Bal­kan­staat gelang es, end­lich die Schmach des seit 2008 durch­gän­gi­gen Schei­terns abzu­schüt­teln. Neben den 18 Semi­fi­na­lis­ten stimm­ten am Don­ners­tag auch Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en und Ita­li­en mit ab. Die musi­ka­li­sche Schwä­che die­ses Semis offen­bar­te sich ins­be­son­de­re in der ers­ten Hälf­te des Star­ter­felds, wo auf einen anfäng­li­chen Knal­ler­song fünf laue Nüm­mer­chen am Stück kamen. Eine Vor­la­ge, die der Ire Nicky Byr­ne, der den ers­ten zwar eben­falls unter­durch­schnitt­li­chen, aber zumin­dest ordent­li­chen Pop­song nach die­ser lan­gen Durst­stre­cke prä­sen­tier­te, den­noch nicht zu ver­wan­deln ver­moch­te: zu schau­der­haft sang er. Anders als die Bel­gie­rin Lau­ra Tesoro, deren fröh­li­ches Funk-Dis­co-Lied­chen nach dem dor­ti­gen Vor­ent­scheid nie­mand so rich­tig auf der Rech­nung hat­te, die aber mas­siv von ihrer Start­po­si­ti­on an letz­ter Stel­le pro­fi­tier­te, direkt nach einem wei­te­ren Vie­rer­block von Depri-Bal­la­den.

Die Play­list mit allen Bei­trä­gen des 2. Semis beim ESC 2016

Im ers­ten Pro­ben­durch­lauf zeig­ten sich dann ein paar Klei­der­fehl­grif­fe, ins­be­son­de­re der schwei­ze­ri­sche Müll­tü­ten­rock und die bul­ga­ri­sche Ver­kehrs­zei­chen­de­ko­ra­ti­on, sowie erneut ein mas­si­ver Ein­satz der Trick­tech­nik zur Erzeu­gung vir­tu­el­ler Büh­nen­ge­stal­ten.

Die Pro­ben­vi­de­os des zwei­ten Semi­fi­na­les 2016

Das zwei­te Semi ende­te mit deut­lich weni­ger Über­ra­schun­gen als noch das ers­te: ledig­lich für das Wei­ter­kom­men des pol­ni­schen Musi­cal-Pira­ten will mir beim bes­ten Wil­len kei­ne Erklä­rung ein­fal­len. Die geor­gi­schen Bri­tro­cker – ein Musik­stil, den ich übli­cher­wei­se has­se – waren ein­fach der­ma­ßen ver­dammt gut, dass sie ins Fina­le ein­zie­hen muss­ten. Umge­kehrt konn­te die gött­li­che Kalio­pi aus Maze­do­ni­en über die Schwä­che ihres Donut-Wer­be­ti­tels doch nicht im aus­rei­chen­den Maß hin­weg­täu­schen. Skan­da­le blie­ben dies­mal aus, dafür brach­te sich der Komo­de­ra­tor und Vor­jah­res­sie­ger Måns Zelmer­low durch Blank­zie­hen in ange­neh­me Erin­ne­rung.

Die Live­dar­bie­tun­gen des zwei­ten Semi­fi­na­les 2016

aufrechtgehn.de-Wertung und Vor­her­sa­ge für das 2. Semi­fi­na­le 2016

Euro­vi­si­on Song Con­test 2016 – Zwei­tes Semi­fi­na­le. Don­ners­tag, 12. Mai 2016, aus dem Glo­ben in Stock­holm, Schwe­den. 19 Teil­neh­mer, Mode­ra­ti­on: Petra Mede + Måns Zelmerlöw. (Stand der Vor­her­sa­ge: 06.05.2016)
#LandInter­pretTitela: Platza: TippErgeb­nis
01LVJusts Sir­maisHeart­beat040308
02PLMich­ał SzpakColor of your Love101206
03CHRyk­kaThe Last of our Kind181818
04ILHovi StarMade of Stars060907
05BYAlex­an­der Iva­novHelp you fly151712
06RSSan­ja VučićGood­bye (Shel­ter)111010
07IENicky Byr­neSun­light091515
08MKKalio­pi Buk­leDona030811
09LTDon­ny MontellI’ve been wai­ting for this Night080704
10AUDami ImSound of Silence130101
11SIManu­El­la Breč­koBlue and red161614
12BGPoli Geno­vaIf Love was a Crime020405
13DKLight­house XSol­di­ers of Love171317
14UAJama­la1944010202
15NOAgne­te John­senIce­brea­ker140513
16GENika Koch­arov + Young Geor­gi­an Loli­tazMid­ni­ght Gold071409
17ALEne­da TarifaFai­ry­ta­le121116
18BELau­ra TesoroWhat’s the Pres­su­re050603

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