Gre­go­ri­an: Mas­ters of Chant

Kom­mer­zi­ell sicher der größ­te Name im dies­jäh­ri­gen Line-Up,” wie die stets gut infor­mier­ten Prin­zen wis­sen, mit mehr als zehn Mil­lio­nen ver­kauf­ter Ton­trä­ger – und mir war der Act bis zu sei­ner Nomi­nie­rung unbe­kannt, wie ich zer­knirscht geste­hen muss. Was natür­lich auch dar­an liegt, dass sie, wie der Name es ver­mu­ten lässt, mit gre­go­ria­nisch klin­gen­den Gesän­gen ihr Geschäft machen: eine Musik­rich­tung, die für mich ähn­lich attrak­tiv klingt wie die Idee, Dome­stos als Früh­stücks­ge­tränk zu ver­wen­den. Mit einer Aus­nah­me: Enig­mas ‘Sade­ness’ (die Sin­gle) kauf­te auch ich 1990. Und das Stück stammt vom sel­ben Pro­du­zen­ten, der auch hin­ter dem Pro­jekt Gre­go­ri­an steckt: Frank Peter­son. Der ließ von wech­seln­den bri­ti­schen Sän­gern Pop-Hits im kir­chen­cho­ra­len mit­tel­al­ter­li­chen Stil inter­pre­tie­ren und mach­te erschüt­tern­der­wei­se rich­tig Kas­se damit. Nun ist Gott sei Dank Schluss: 2015 erschien das Abschluss­al­bum ‘Mas­ters of Chant X – The final Chap­ter’. Mit einer Euro­vi­si­ons­teil­nah­me woll­te Peter­son wohl der zu Ende gehen­de Kar­rie­re die Kro­ne auf­set­zen. Was trotz mas­si­ver Pyro­tech­nik und Flam­men­show Gott sei Dank nicht gelang.

Für ihren Vor­ent­schei­dungs­bei­trag ‘Mas­ters of Chant’, not­wen­di­ger­wei­se kei­ne Cover­ver­si­on, son­dern so eine Art selbst­re­fe­ren­zi­el­les Jing­le, arbei­te­ten Gre­go­ri­an mit dem rumä­ni­schen Tenor Nar­cis Ius­tin Ianău zusam­men, den abge­här­te­te Euro­vi­si­ons­fans noch von sei­nem fuß­nä­ge­lauf­rol­len­den Ver­such beim natio­na­len Vor­ent­scheid von 2013 mit dem Titel ‘Seven’ ken­nen (sofern sie die scheuß­li­che Erin­ne­rung nicht bis eben erfolg­reich ver­drängt hat­ten). Er über­nahm auf­grund der Sechs-Per­so­nen-Beschrän­kung (in Ori­gi­nal­be­set­zung brin­gen die Gre­go­ria­ner meist zehn Men­schen oder mehr auf die Büh­ne, was aber beim Song Con­test ver­bo­ten ist) den in der Stu­dio­fas­sung des Lie­des noch von einer Frau gesun­ge­nen Part. Wie im Vor­feld von mir erhofft und erwar­tet, ging der Kelch an uns vor­über. Denn selbst, wenn die Ver­kaufs­zah­len der Pseu­do­mön­che (und knapp 70.000 Anru­fe) bele­gen, dass es in Deutsch­land genü­gend Geschmacks­ver­irr­te gibt: bereits einem ähn­li­chen Ver­such im Jah­re 2013 blieb der Erfolg ver­sagt – und dabei han­del­te es sich sei­ner­zeit sogar um ech­te Pries­ter und nicht nur belie­big zusam­men­ge­wür­fel­te Bil­lig­lohnsän­ger im glit­zern­den Faschings­kos­tüm. Bes­ser so: bei einem Wett­be­werb aktu­el­ler euro­päi­scher Pop­mu­sik hät­ten die Gre­go­ria­ner natur­ge­mäß kei­ner­lei Chan­ce beses­sen.

(Hier war ursprüng­lich mal das Video vom Live­auf­tritt von Greo­gri­an bei ULFS zu sehen. Das haben die elen­den Brain­pool-Scher­gen unfass­ba­rer­wei­se sper­ren las­sen. Als Gebüh­ren­zah­ler, der den deut­schen Vor­ent­scheid mit­fi­nan­ziert, emp­fin­de ich das als Raub an mei­nem Eigen­tum. Ich habe das bereits bezahlt, das ist Gemein­schafts­ei­gen­tum, jetzt will ich es auch nut­zen! Pein­lich ist das für den NDR ohne­hin – ande­re Sen­der schaf­fen es pro­blem­los, alle Vor­ent­schei­dungs­auf­trit­te in ihrem You­tube-Kanal zur Ver­fü­gung zu stel­len. Nur das deut­sche Fern­se­hen lebt noch tief in der digi­ta­len Stein­zeit. Lie­ber NDR, ich bit­te Euch: falls ihr wei­ter mit Brain­pool zusam­men­ar­bei­tet (war­um eigent­lich?), schreibt es künf­tig in den Ver­trag, dass die Vide­os aller Live-Auf­trit­te vom Vor­ent­scheid von Euch zeit­lich unbe­grenzt in You­tube zur Ver­fü­gung gestellt wer­den dür­fen. Kann doch nicht so schwer sein!)

 

Gre­go­ri­an Mas­ters of Chant
Ein einem Satz: Mönch, was ist das denn?
aufrechtgehn.de-Wertung 2/12 Punk­ten
Pro­gno­se: Sie­ges­chan­cen bei ULFS? 30%
Ergeb­nis bei ULFS 5. Platz mit 9,6%

Ist ‘Mas­ters of Chant’ die rich­ti­ge Wahl für Deutsch­land?

  • Nein. Wer will solch einen Ranz schon hören? (71%, 25 Votes)
  • Ja. Gre­go­ria­ni­sche Gesän­ge kom­men über­all an, und sie sind die Bes­ten. (29%, 10 Votes)

Total Voters: 35

Loading ... Loa­ding …

<– Ella End­lich

Joco –>

3 Gedanken zu “Gre­go­ri­an: Mas­ters of Chant

  1. Mit Künst­lern, die pri­mär mit Cover­ver­sio­nen Kas­se gemacht haben, haben wir doch schon vor drei Jah­ren einen ziem­li­chen Rein­fall erlebt. Bin aber mal gespannt, was die Herr­schaf­ten da aus dem Hut zau­bern wol­len – gre­go­ria­ni­sche Klän­ge, die an “Heroes” oder “Gran­de amo­re” ange­lehnt sind?

  2. Na das da, was da oben als You­tube-Video ver­linkt ist. Das ist ihr Vor­ent­schei­dungs­bei­trag.

Oder was denkst Du?