Hele­ne Nis­sen

End­lich! Die Gebe­te der Schla­ger­fans wur­den erhört: Hele­ne mach­te mit beim deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid 2017. Doch halt: es han­delt sich nicht um die Men­schen­fi­sche­rin, son­dern um eine zwan­zig­jäh­ri­ge Schü­le­rin aus Nord­deutsch­land mit dem Namen Hele­ne Nis­sen, die es in die End­run­de von Unser Song 2017 schaff­te. Erstaun­li­cher­wei­se, wo ihr doch vor allem der Soul im Blut steckt – und den will der NDR ja aus­drück­lich nicht für die Euro­vi­si­on. Das knuf­fi­ge Mädel mit dem juck­reiz­aus­lö­sen­den Nach­na­men (Nis­sen sind die Eier von Kopf­läu­sen) hat mei­ne beson­de­re Sym­pa­thie, weil sie sich im ansons­ten ziem­lich in die Hose gegan­ge­nen Blind-Date-Inter­view mit Bür­ger Lars Diet­rich als Lang­schlä­fe­rin und Win­ter­has­se­rin oute­te. Wie ihre Kon­kur­ren­tin Feli­cia Lu betreibt auch Bir­ne Hele­ne einen eige­nen You­tube-Kanal, der wirkt aller­dings im Ver­gleich zum pro­fes­sio­nel­len Ange­bot von Frau Kür­biß eher wie ein Krä­mer­la­den. Als aus­sichts­rei­che Kan­di­da­tin woll­te sie mir von Anfang an nicht erschei­nen.

In Hot­pants in der Kir­che? Mutig! (Reper­toire­bei­spiel)

Zumal ich mir beim bes­ten Wil­len nicht vor­stel­len konn­te, dass sie die Vor­stel­lungs­run­de von Unser Song 2017 über­le­ben wür­de, wo sie sich für das Coun­try-Stück ‘Fol­som Pri­son Blues’ von John­ny Cash ent­schied und das, offen gesagt, ziem­lich mas­sa­krier­te. Das aber auf eine der­ma­ßen nied­li­che, den Wel­pen­schutz­mo­dus akti­vie­ren­de Art und Wei­se, dass ihr die Her­zen nur so zuflo­gen. Und so konn­te sie sich tat­säch­lich eine Run­de wei­ter ret­ten.

Eine wie 12 aus­se­hen­de Zwan­zig­jäh­ri­ge bekennt sich zu Mord und Mis­se­ta­ten. Und alle so: “Awwww, wie süß”.

Nach­dem sie dann aber den ers­ten der bei­den mög­li­chen Euro­vi­si­ons­bei­trä­ge eben­falls als Coun­try­song inter­pre­tier­te, ihn auf wirk­lich haar­sträu­ben­de Art und Wei­se in den Sand setz­te und sich ein­fach kom­plett über­for­dert zeig­te, war mit der Geduld und Zunei­gung der Zuschauer/innen auch ganz schnell wie­der Schluss. Einen stein­al­ten Coun­try­song, den heu­te kei­ner mehr kennt, mit dem kann der Wel­pe ja ger­ne spie­len, das ist irgend­wie süß. Aber nicht den fun­kel­na­gel­neu­en, noch glän­zen­den Grand-Prix-Song besab­bern, da hört der Spaß auf! Und so flog Hele­ne nach Run­de 2 raus.

Hüp­fen allei­ne genügt nicht: Hele­ne mit ‘Wild­fire’

Der aufrechtgehn.de-Schnellcheck

Stim­me: Soulig. Manch­mal schreit sie ein biss­chen zu sehr. 6 von 12 Punk­ten.
Aus­se­hen: Guys don’t make pas­ses at Girls who wear Glas­ses: eher so der Kum­pel­typ. 6 von 12 Punk­ten.
Aus­strah­lung: Süß und sofort sym­pa­thisch. Das Küken. 7 von 12 Punk­ten.
Erfah­rung: R.SH Kin­der­tag, Offe­ner Kanal Kiel, Tra­ve­mün­der Woche… wo immer man sie halt auf die Büh­ne lässt. 5 von 12 Punk­ten.
bis­he­ri­ges Lied­gut: Souli­ges kann sie. Das ist aber ein Nischen­pro­dukt, das beim ESC nicht ankommt. 4 von 12 Punk­ten.
ESC-Chan­cen: ‘The Secret is Love’ (AT 2011, Platz 18).

< Levina Lueen

Sadi Rich­ter >