Türk­vi­zyon

tuerkvizyon-logoEines der erfolg­reichs­ten Grand-Prix-Län­der der Tel­e­vo­ting-Ära, die Tür­kei, nimmt seit 2013 nicht mehr am Euro­vi­si­on Song Con­test teil. Offi­zi­ell dekla­rier­te Anka­ra das Fern­blei­ben bei den euro­päi­schen Fest­spie­len als (ver­ständ­li­chen) Pro­test gegen das Big-Five-Pri­vi­leg und die Wie­der­ein­füh­rung der Jury, die von der EBU nach bestän­di­gem Gequen­gel der West­eu­ro­pä­er über das Block­vo­ting als Gegen­maß­nah­me zum Dia­spo­ra­stim­men­ef­fekt re-instal­liert wur­de und seit­her aus­wan­de­rungs­star­ke Natio­nen wie eben die Tür­kei (aber auch Alba­ni­en, Grie­chen­land oder Polen) flei­ßig vor­sätz­lich her­un­ter­vo­tet. Außer­dem fühlt sich das an Ein­woh­nern rei­che Land inner­halb der EBU nicht aus­rei­chend reprä­sen­tiert: unter den 300 EBU-Mit­ar­bei­ter/in­nen befin­de sich kein ein­zi­ger Tür­ke, und auch in den dor­ti­gen Gre­mi­en sei man nicht ver­tre­ten, so das Lamen­to des Staats­sen­ders TRT. Also schuf man sich einen eige­nen Spiel­platz: Ende Dezem­ber 2013 fand erst­ma­lig ein eige­ner Song Con­test des osma­ni­schen Kul­tur­krei­ses statt, die Türk­vi­zyon, sei­ner­zeit offi­zi­ell kon­zi­piert als Ver­an­stal­tungs­rei­he der tür­ki­schen Kul­tur­haupt­städ­te. Wes­we­gen der ers­te Con­test aus dem ana­to­li­schen Eskişe­hir kam, lus­ti­ger­wei­se Part­ner­ge­mein­de mei­ner Hei­mat­stadt Frank­furt am Main.

1. Türk­vi­zyon, 19. und 21.12.2013, Eskişe­hir, Tür­kei

Türk­vi­zyon 2013

Song Con­test des tür­ki­schen Kul­tur­rau­mes. 19. und 21.12.2013 in Eskişe­hir, Tür­kei.
Land / Repu­blikTeil vonInter­pretSong
AltaiRUArtur Mar­lu­jo­kovAltay­ım Menin
Aser­bai­dschanAZFərid Həsə­novYaşa
Bal­ka­ri­enRUEldar Zha­ni­ka­evAdam­dı Biz­ni Atıbız
Basch­kor­to­st­anRUDia­na Ish­niya­zo­vaKuray Şar­kısı
Bos­ni­enBAEmir & the fro­zen CamelsTers Bosan­ka
Cha­kas­si­enRUVla­di­mir Dor­juTus çirin­de
Gag­au­si­enMDLud­mi­la TukanVer­nis Lub­ov
Geor­gi­enGEEynar Bala­kişiy­ev + Afik Novru­zovKal­bi­ni Saf Tut
Kasach­stanKZRin’GoBir­lik­pen Alğa
Keme­ro­woRUÇıl­dız Tanna­keşe­vaŞoriya’nın Unu
Kir­gi­si­enKGÇoroKay­gır­ba
Koso­voKO (RS)Ergin Karaha­sanŞu Pri­zen
KrimUAElvi­ra Sari­ha­lilDağların Elları
Maze­do­ni­enMKİlkay Yus­ufDüş­ler­de Yaşa­mak
Nord­zy­pernCYGom­m­a­larHavalanıyor
Rumä­ni­enROGeng­hiz Erhan Cut­ca­laiAy Ak Shatır
Sacha (Jaku­ti­en)RUOlga Spi­ri­do­no­vaSulus Uon­na Tuun
Tatar­stanRUAli­na Şarip­ja­no­vaÜpkelem­im
TuwaRUSai­lyk OmmunCavi­dak
Tür­keiTRMane­v­raSen, Ben, Biz
Türk­men­e­liIQAhmed Duz­luKerkük’ten yola Çıkak
Ukrai­neUAFazi­le Ibrai­mo­vaElmalım
Usbe­ki­stanUZNilüfer Usma­no­vaUnut­gin
Weiß­russ­landBYGunesh Aba­so­vaSon hati­ra­lar

Fesche Leder­maid: der Sie­ger von 2013, Fərid Həsə­nov (AZ).

Die Pre­miè­re des Turk­völ­ker-ESCs, bei dem alle Staa­ten, (Teil-)Republiken und Regio­nen mit­ma­chen dür­fen, in denen osma­nisch­stäm­mi­ge Men­schen leben, und sei es in noch so klei­ner Min­der­heit, unter­hielt mit einem herr­lich bizar­ren Mix aus ellen­lan­gen Funk­tio­närs­an­spra­chen, patrio­ti­schen Trou­ba­dou­ren, Kehl­ge­sang, asia­ti­schen Boy­bands und einer völ­lig undurch­schau­ba­ren Jury-Wer­tung, aus wel­cher Aser­bai­dschan als Sie­ger her­vor­ging. Was ange­sichts der äußerst brü­der­li­chen Bin­dun­gen der bei­den Län­der, des Invol­viert­seins aser­bai­dscha­ni­scher Eurovisionsteilnehmer/innen in die Orga­ni­sa­ti­on und Prä­sen­ta­ti­on der Sen­dung sowie des eher durch­schnitt­li­chen Songs von Fərid Həsə­nov ein, um es mal vor­sich­tig aus­zu­drü­cken, klei­nes Geschmäck­le hat­te. Den­noch ging es 2014 nicht nach Baku: anders als beim ESC ver­knüpft sich wegen der (mitt­ler­wei­le ent­fal­le­nen) Bin­dung an die Kul­tur­haupt­stadt­rei­he mit dem Sieg kei­ne Gast­ge­ber­pflicht im Fol­ge­jahr. Als Aus­tra­gungs­ort des zwei­ten Wett­be­werbs fun­gier­te die tata­ri­sche Metro­po­le Kasan. Vier der Erst­teil­neh­mer­län­der kehr­ten der Ver­an­stal­tung den Rücken, näm­lich die rus­si­schen Repu­bli­ken Altai (die angeb­lich kei­ne neu­er­li­che Ein­la­dung erhal­ten haben will) und Keme­ro­wo, das Koso­vo und Weiß­russ­land. Nord­zy­pern schei­ter­te an der Büro­kra­tie: Russ­land – und damit auch Tatar­stan – erkennt die de-fac­to-Repu­blik im tür­kisch besetz­ten Nord­teil der Mit­tel­meer­in­sel nicht an, daher durf­te die bereits aus­ge­wähl­te Ver­tre­te­rin İpek Amber nicht ein­rei­sen.

2. Türk­vi­zyon, 19. und 21.11.2014, Kasan, Tatar­stan

Türk­vi­zyon 2014

Song Con­test des tür­ki­schen Kul­tur­rau­mes. 19. und 21.11.2014 in Kasan, Tatar­stan (Auto­no­me rus­si­sche Repu­blik).
Land / Repu­blikTeil vonInter­pretSong
Alba­ni­enALXho­ana Bej­koZjarr dhe Ajër
Aser­bai­dschanAZElvin Ordubad­liDivlə­rin yal­qız­lığı
Bal­ka­ri­enRUEldar Zha­ni­ka­evBara­ma
Basch­kor­to­st­anRUZamanKubair
Bos­ni­enBAMen­sur Sal­kićŠutim
Bul­ga­ri­enBGİsmail MatevYol­la­ra, Taşla­ra
Cha­kas­si­enRUDmi­triy Saf’yanov + Saya­na Sobi­ro­vaOshik­ba
Deutsch­landDEFah­ret­tin GüneşSev­diğim
Gag­au­si­enMDMariya TopalAala­dım
Geor­gi­enGEAysel Məm­mədo­va + Ayla Şiriy­e­vaTen­ha­yam
IranIRBarışHeydar Baba
Kasach­stanKZZha­nar Dugal­o­vaІzіn kөrem
Kir­gi­si­enKGNon-StopSeze Bil
KrimUADar­i­na Sin­içki­naSuya gider
Maze­do­ni­enMKKaan Maz­harYolu­mu Bulurum
Rumä­ni­enROCen­giz Erhan + Gafar Alev SibelGen­clik basa bir gelir
Russ­landRUKazan WorldSon kөtəm
Sacha (Jaku­ti­en)RUVlad­le­na Iva­no­vaKyn
Tatar­stanRUAydar Suley­ma­novAtlar Cha­ba
Turk­me­ni­stanTMZüley­ha Kakay­e­vaShik­ga-Shik­ga biler­zik
TuwaRUAyas Kul­larSub­e­dei
Tür­keiTRFun­da KılıçHop­pa
Türk­men­e­liIQAhmet Duz­luCal Kal­bi­mi
Ukrai­neUANata­li DenizSän Benim
Usbe­ki­stanUZAzi­za Niz­amo­vaDun­yo bol­sin Omon

Feu­ri­ges Fun­ken­ma­rie­chen: die Sie­ge­rin von 2014, Zha­nar Dugal­o­va (KZ).

Dafür gin­gen in Kasan gleich sechs neue (Teil-)Nationen an den Start: Alba­ni­en, Bul­ga­ri­en, der Iran, der “Stadt­kreis Mos­kau” (was auch immer das sein soll), Turk­me­ni­stan – und, als größ­tes tür­ki­sches Sied­lungs­ge­biet außer­halb des Mut­ter­lan­des nur logisch, Deutsch­landWäh­rend unser eige­ner Ver­tre­ter Fah­ret­tin Güneş (aus­ge­wählt von einem Köl­ner Satel­li­ten­sen­der) im Semi­fi­na­le schei­ter­te, gewann dort der Inter­pret des Heim­bei­trags, Aydar Sue­ly­ma­nov, mit einer mit­rei­ßen­den, packend prä­sen­tier­ten Num­mer über ‘Ren­nen­de Pfer­de’. Über­ra­schen­der­wei­se – in bei­den Sen­dun­gen stimm­ten die sel­ben 25 Juro­ren ab – reich­te es für ihn im Fina­le aber nur für den zwei­ten Platz, es sieg­te Zha­nar Dugal­o­va aus Kasach­stan, die ihren nicht min­der fan­tas­ti­schen Titel ‘Izin kөrem’ eben­falls mit einer spek­ta­ku­lä­ren und hoch pro­fes­sio­nel­len Show unter­stütz­te. Über­haupt ließ sich in der zwei­ten Aus­ga­be des Wett­be­werbs eine deut­li­che Ver­bes­se­rung des musi­ka­li­schen und tech­ni­schen Niveaus fest­stel­len. Nur am Abstim­mungs­ver­fah­ren hak­te es deut­lich: nicht nur, dass man das voll­mun­dig ange­kün­dig­te Tel­e­vo­ting aus tech­ni­schen Grün­den kurz­fris­tig can­cel­te. Hin­zu kamen Addi­ti­ons­feh­ler und Unge­reimt­hei­ten bei der Juryab­stim­mung im Semi sowie offen­sicht­li­che Rache­wer­tun­gen im Fina­le, denen bei­spiels­wei­se der tür­ki­sche Bei­trag ‘Hop­pa’ von Fun­da Kılıç (Zwei­te im Semi, Letz­te im Fina­le) zum Opfer fiel.

Tra­di­ti­on ohne Moder­ne: der deut­sche Türk­vi­zyons-Bei­trag von 2014 unter­strich die kon­ser­va­ti­ve Grund­hal­tung der meis­ten hier­zu­lan­de leben­den tür­kisch­stäm­mi­gen Mitbürger/innen.

Die drit­te Aus­ga­be der Türk­vi­zyon zeig­te sich über­schat­tet von einem poli­ti­schen Kon­flikt zwi­schen Russ­land und der Tür­kei, der sich am Abschuss eines rus­si­schen Kampf­jets über tür­ki­schem Hoheits­ge­biet ent­zün­de­te. Der erbos­te Des­pot Putin ver­häng­te nicht nur Wirt­schafts­sank­tio­nen, son­dern wies auch sämt­li­che Teil­re­pu­bli­ken und Oblas­ten sei­nes Rei­ches an, der Ver­an­stal­tung im ver­fein­de­ten Istan­bul fern­zu­blei­ben. Elf Regio­nen und Völ­ker stor­nier­ten dar­auf­hin ihre Teil­nah­me. Ange­sichts der boy­kott­be­dingt redu­zier­ten Teil­neh­mer­zahl von nur noch 21 Län­dern kipp­te man sogar die Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de. Wobei das tat­säch­lich eher eine Aus­re­de gewe­sen sein dürf­te: wie Dr. Irving Wol­ther als Teil der deut­schen Dele­ga­ti­on berich­te­te, schraub­ten die Tür­ken an dem Don­ners­tag, an dem das Semi geplant war, noch immer flei­ßig an der Büh­ne. Das orga­ni­sa­to­ri­sche Cha­os folg­te einer kurz­fris­ti­gen Ver­le­gung: denn nach der ursprüng­li­chen Logik, dass die jewei­li­ge aktu­el­le Kul­tur­haupt­stadt der tür­ki­schen Welt die Türk­vi­zyon beher­bergt, wäre die­se Ehre eigent­lich dem turk­me­ni­schen Städt­chen Mary zuge­fal­len. Dort ließ sich aller­dings angeb­lich kei­ne geeig­ne­te Hal­le fin­den, so dass der Wett­be­werb zunächst in die Haupt­stadt Aşga­bat ver­legt wer­den soll­te. So jeden­falls der Wunsch der dor­ti­gen Macht­ha­ber. Turks­oy, den Aus­rich­tern der Ver­an­stal­tung, schmeck­te das nicht: flugs ent­schied man im August 2015, das Gan­ze nun in der tür­ki­schen Metro­po­le statt­fin­den zu las­sen, nicht ganz zufäl­lig offi­zi­el­le Part­ner­stadt von Mary.

3. Türk­vi­zyon, 19. Dezem­ber 2015, Istan­bul, Tür­kei

Türk­vi­zyon 2015

Song Con­test des tür­ki­schen Kul­tur­rau­mes. Sams­tag, 19.12.2015, 15:30 Uhr MEZ, in Istan­bul, Tür­kei.
Land / Repu­blikTeil vonInter­pretSong
Alba­ni­enALXho­ana Bej­ko (Xhoi) + Visar Rex­h­epiAdi Has­ret
Aser­bai­dschanAZMeh­man Tagiy­evIstan­bul
Bos­ni­enBAAdis Škal­joPa šta
Bul­ga­ri­enBGBig Star LifeIstan­bul­day­ız
Deutsch­landDEDerya Kap­tanSes­siz Çığlık
Gag­au­si­enMDValen­tin Orman­jiSev beni sev
Geor­gi­enGEAnar AskerovTen­ha yürek, ten­ha ürek
IrakIQOğuz Sır­malıSere­nat
IranIRReza Esbi­la­niMənim arzum
Kasach­stanKZOrdaOla­ya Eme­sa
Kir­gi­si­enKGJiidesh İdir­i­so­vaKim bilet
Koso­voRSTol­ga KazazSev­mek Gün­ah mıdır?
Maze­do­ni­enMKKaan Maz­harBöyle Olm­amalıy­dı
Nord­zy­pernCYİpek AmberSes­siz Gidiş
Rumä­ni­enROEdvin Rad­cifSeviyo­rum, Anlas­a­na
San­džakRSAlme­din Varoša­ninTrag
Syri­sche Turk­me­nenSYAdil ŞanGeliş
Tür­keiTRGör­kem DurmazHırcın Sular
Ukrai­neUAAnna Mitio­gloBaa­la bana
Usbe­ki­stanUZKaa­P­lya + Hur­do­naAzad­lıq
Weiß­russ­landBYAlek­san­dra Kazi­mo­vaAzad­lıq

Die deut­sche Ver­tre­te­rin Derya Kap­tan (Schwes­ter der tol­len Come­di­en­ne Mel­tem Kap­tan) erhielt für ihre außer­ge­wöhn­li­che Bal­la­de mit wenig Text und viel Aus­drucks­tanz, die sie den Opfern eines Bom­ben­an­schlags auf eine Demons­tra­ti­on in Anka­ra im Okto­ber 2015 wid­me­te, den Son­der­preis der Jury für den “anspruchs­volls­ten Bei­trag”. Die glei­che Jury wer­te­te sie jedoch nur auf Rang 11 im Wett­be­werb und demons­trier­te so, wel­chen Stel­len­wert der “Anspruch” bei der Türk­vi­zyon ein­nimmt: kei­nen all­zu gro­ßen offen­bar. Erneut sieg­te ein zen­tral­asia­ti­sches Land: nach den Vor­jah­res­sie­gern Kasach­stan, die mit per­fekt prä­sen­tier­tem Boy­band-Pop dies­mal die Sil­ber­me­dail­le hol­ten, ging die Kro­ne heu­er an die Nach­barn aus Kir­gi­si­en: Jiidesh İdir­i­so­va, eine der weni­gen Türk­vi­zyons-Teil­neh­me­rin­nen, die sich über einen Vor­ent­scheid qua­li­fi­zier­te, konn­te mit einem Rus­la­na-Gedächt­nis-Act die Trau­ben ern­ten. Ins­ge­samt lag durch das Feh­len der rus­si­schen Regio­nen das musi­ka­li­sche Niveau etwas nied­ri­ger als 2014, und die Gast­ge­ber­schaft der Tür­kei mach­te sich erneut durch über­lan­ge Anspra­chen zahl­lo­ser Funk­tio­nä­re bemerk­bar. Der Boy­kott Putins ermög­lich­te aller­dings auch die Teil­nah­me völ­ker­recht­lich umstrit­te­ner Gebie­te wie dem Koso­vo oder Nord­zy­pern.

Wild Dan­ces: die Sie­ge­rin 2015 (KG).

Im Anschluss ver­ab­schie­de­te man sich auch offi­zi­ell von der Ver­knüp­fung der Türk­vi­zyon mit dem jähr­lich ver­lie­he­nen Ehren­ti­tel der Kul­tur­haupt­stadt der tür­ki­schen Welt, der in die­sem Jahr an das aser­bai­dscha­ni­sche Städt­chen Şəki (64.000 Ein­woh­ner) ging. Trotz der engen Bin­dung der bei­den Län­der gab der nun­mehr wohl dau­er­haft ver­ant­wort­li­che Musik­sen­der TMB im April 2016 bekannt, dass die vier­te Aus­ga­be der Türk­vi­zyon im Dezem­ber des glei­chen Jah­res in der Tür­kei statt­fin­den sol­le. Anfang Juli 2016 mel­de­ten sich die rus­si­schen Teil­re­pu­bli­ken (von den Fans lie­be­voll “die -stans” genannt) zurück, nach dem sich der von meh­re­ren Anschlä­gen und dem Zusam­men­bruch des für das Bos­po­rus-Land wirt­schaft­lich wich­ti­gen Tou­ris­mus gebeu­tel­te Sul­tan Erdo­gan wider­wil­lig bei Putin für den Kampf­jet-Abschuss ent­schul­dig­te. Im Zei­chen der aktu­el­len innen­po­li­ti­schen Dau­er­kri­se gin­gen die Ver­an­stal­ter aller­dings auf Tauch­sta­ti­on und das Jahr ver­strich ohne jeg­li­ches Lebens­zei­chen von Türks­oy gegen­über der Öffent­lich­keit oder den Dele­ga­tio­nen, so dass die ers­ten Län­der ihre Teil­nah­me bereits wie­der stor­nier­ten. Lan­ge Zeit war vage vom “Früh­ling 2017” die Rede, im Febru­ar 2017 gab man dann aber bekannt, dass der Wett­be­werb nun­mehr nach Kasach­stan ver­legt wer­de, wo er als Begleit­pro­gramm der im Som­mer in der dor­ti­gen Reiß­brett-Haupt­stadt Asta­na statt­fin­den­den Welt­aus­stel­lung Expo 2017 über die Büh­ne gehen soll­te.

Fan­tas­ti­sche Kos­tü­mie­rung: der syri­sche Türk­vi­zyons-Bei­trag 2015.

Doch auch dar­aus wur­de nichts: ein bizar­rer Rechts­streit zwi­schen dem tür­ki­schen Fern­se­hen und einem obsku­ren Sän­ger, der behaup­tet, die Namens­rech­te an dem Wett­be­werb zu besit­zen und der offen­bar Geld dar­aus schla­gen woll­te, sorg­te seit­her für kom­plet­ten Still­stand. Der­zeit schei­nen die Fron­ten ver­här­tet, ob die Türk­vi­zyon über­haupt noch ein­mal statt­fin­det und wenn ja, unter wel­chem Namen, lässt sich augen­blick­lich nicht seri­ös vor­her­sa­gen, auch wenn mitt­ler­wei­le für 2018 die Wie­der­auf­nah­me der Rei­he ange­kün­digt wur­de. Wäre schön, wenn es tat­säch­lich dazu käme, denn in der Ver­gan­gen­heit bot die Show zumin­dest eine inter­es­san­te musi­ka­li­sche Hori­zont­er­wei­te­rung.

Teil­neh­mer der (gecan­cel­ten) Türk­vi­zyon 2017

Song Con­test des tür­ki­schen Kul­tur­rau­mes. Fina­le am Don­ners­tag, 31.08.2017, im Saryar­ka Velo­dro­me in Asta­na, Kasach­stan (ent­fal­len).
Land / Repu­blikTeil vonInterpret/inSong
AltaiRU
Aser­bai­dschanAZSevinç Beyaz
Bal­ka­ri­enRUAris (Islam) Appa­jevUnut­ma meni
Basch­kor­to­st­anRUZilia Bakhtie­vaDonya Mathur
Dage­stanRUDaniy­al Haru­now
Deutsch­landDESey­ran Ismay­ilkha­nov
Gag­au­si­enMDJulia ArnautKemençä
Kasach­stanKZ
Kir­gi­si­enKG
KrimUAAlse­da Sey­da­liy­e­vaFele­gim­sin
Lett­landLVOks­a­na Bile­raYakışıyor bize bu sev­gi
Mol­da­wi­enMDPoli­na Ste­fo­gloYal­lah yal­lah
Mos­kauRU
Nie­der­lan­deNLElcan Rzay­evAna vətən
Nord­zy­pernCY
PolenPLOlga Shi­m­ans­ka­yaMasal gibi bu dünya
Rumä­ni­enRUSun­ay Ses
Sacha (Jaku­ti­en)RUDalaa­na
San­džakRS
Schwe­denSEArg­ha­vanDir­çə­liş
Sta­w­ro­pol (Nogai­er)RUIslam Saty­rov
Tatar­stanRUYam­le Group
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