Türk­vi­zyon 2014

Türkviyzon 2014Es ist ein stän­di­ges Kom­men und Gehen bei der Türk­vi­zyon: von den 24 Län­dern und Regio­nen mit tür­ki­schen Bevöl­ke­rungs­an­tei­len, die im Dezem­ber 2013 an der Pre­miè­re des osma­ni­schen Euro­vi­si­ons-Gegen­ent­wurfs im ana­to­li­schen Eskişe­hir teil­nah­men, gin­gen gleich vier bei der zwei­ten Aus­ga­be  in der tata­ri­schen Metro­po­le Kasan nicht mehr an den Start: Altai, Keme­ro­wo, das Koso­vo und Weiß­russ­land. Dafür war Deutsch­land, das bevöl­ke­rungs­reichs­te tür­ki­sche Sied­lungs­ge­biet außer­halb des Mut­ter­lan­des, erst­ma­lig bei der Türk­vi­zyon ver­tre­ten: der in Köln behei­ma­te­te Sen­der Türk­show orga­ni­sier­te unse­ren Bei­trag, den der 48jährige Sän­ger Fah­ret­tin Güneş zu Gehör brach­te. Und damit im Semi kle­ben blieb: anders als bei der Euro­vi­si­on gibt es hier nun­mal kei­nen Big-Five-Bonus.

Türk­vi­zyon 2014

Song Con­test des tür­ki­schen Kul­tur­rau­mes. 19. und 21.11.2014 in Kasan, Tatar­stan (Auto­no­me rus­si­sche Repu­blik).
Land / Repu­blikTeil vonInter­pretSong
Alba­ni­enALXho­ana Bej­koZjarr dhe Ajër
Aser­bai­dschanAZElvin Ordubad­liDivlə­rin yal­qız­lığı
Bal­ka­ri­enRUEldar Zha­ni­ka­evBara­ma
Basch­kor­to­st­anRUZamanKubair
Bos­ni­enBAMen­sur Sal­kićŠutim
Bul­ga­ri­enBGİsmail MatevYol­la­ra, Taşla­ra
Cha­kas­si­enRUDmi­triy Saf’yanov + Saya­na Sobi­ro­vaOshik­ba
Deutsch­landDEFah­ret­tin GüneşSev­diğim
Gag­au­si­enMDMariya TopalAala­dım
Geor­gi­enGEAysel Məm­mədo­va + Ayla Şiriy­e­vaTen­ha­yam
IranIRBarışHeydar Baba
Kasach­stanKZZha­nar Dugal­o­vaІzіn kөrem
Kir­gi­si­enKGNon-StopSeze Bil
KrimUADar­i­na Sin­içki­naSuya gider
Maze­do­ni­enMKKaan Maz­harYolu­mu Bulurum
Rumä­ni­enROCen­giz Erhan + Gafar Alev SibelGen­clik basa bir gelir
Russ­landRUKazan WorldSon kөtəm
Sacha (Jaku­ti­en)RUVlad­le­na Iva­no­vaKyn
Tatar­stanRUAydar Suley­ma­novAtlar Cha­ba
Turk­me­ni­stanTMZüley­ha Kakay­e­vaShik­ga-Shik­ga biler­zik
TuwaRUAyas Kul­larSub­e­dei
Tür­keiTRFun­da KılıçHop­pa
Türk­men­e­liIQAhmet Duz­luCal Kal­bi­mi
Ukrai­neUANata­li DenizSän Benim
Usbe­ki­stanUZAzi­za Niz­amo­vaDun­yo bol­sin Omon

Tra­di­ti­on ohne Moder­ne: der deut­sche Ver­tre­ter Fah­ret­tin Günes schei­ter­te im Semi­fi­na­le

Neben Almanya fei­er­ten auch Alba­ni­en, Bul­ga­ri­en, Turk­me­ni­stan, der Iran und die rus­si­sche Metro­pol­re­gi­on (!) Mos­kau in Kasan Pre­miè­re, letz­te­re bizar­rer­wei­se ver­tre­ten durch Kazan World, die Zweit­plat­zier­ten aus der Vor­ent­schei­dung des Gast­ge­ber­lan­des. Wes­we­gen man sich hier kaum des Ein­drucks erweh­ren konn­te, es sei ein­fach eine Fan­ta­sie­na­ti­on gesucht wor­den, um auch die­sen Bei­trag unter­zu­brin­gen. Der Wett­be­werb fand am 19. (Semi­fi­na­le) und 21. (Fina­le) Novem­ber 2014 in der gut 9.000 Zuschau­er fas­sen­den Taft­Net-Are­na statt. Wie schon 2013 hieß es ursprüng­lich, dass die Zuschau­er dies­mal mit­stim­men dürf­ten – und wie schon 2013 kam in letz­ter Minu­te die dür­re Mit­tei­lung, dass wie­der­um allei­ne eine Jury ent­schei­de, weil nicht alle Regio­nen über eige­ne Tele­fon­vor­wah­len ver­füg­ten. Dabei ist es im Übri­gen bis heu­te geblie­ben.

Klingt ver­traut? Kein Wun­der! (Tür­kei)

Ähn­lich wie beim ech­ten Euro­vi­si­on Song Con­test soll­ten die Län­der dies­mal garan­tie­ren, dass es sich bei den Songs um neue Kom­po­si­tio­nen han­del­te und nicht bloß einen Remix eines Folk­klas­si­kers, wie ihn die Ukrai­ne 2013 ein­reich­te. Alle Teilnehmer/innen muss­ten durch das Semi, ein­schließ­lich des Gast­ge­bers, der auto­no­men rus­si­schen Repu­blik Tatar­stan, deren Vor­ent­schei­dung ein in letz­ter Sekun­de hin­zu gesto­ße­ner Jüng­ling mit einem selbst geschrie­be­nen, fan­tas­ti­schen Song über “galop­pie­ren­de Pfer­de” gewann. Eben­so übri­gens wie dann das Semi. Im Fina­le (in dem die glei­chen Juro­ren abstimm­ten) reich­te es immer­hin noch für Platz 2. Wäre Tatar­stan ein Dop­pel­sieg zu pein­lich gewe­sen?

Ver­trat das aus­rich­ten­de Land: Aydar Suley­ma­nov (Tatar­stan)

Um das Cha­os von 2013 etwas ein­zu­däm­men, als prak­tisch bis zum Vor­abend der Show noch an der Teil­neh­mer­lis­te gezim­mert wur­de, soll­ten – so hieß es ursprüng­lich – alle Kom­bat­tan­ten ihren Song bis spä­tes­tens 30. Sep­tem­ber 2014 bestimmt haben. Ein so gut gemein­ter wie nutz­lo­ser Ver­such: noch zwei Tage vor dem Semi herrsch­te heil­lo­ses Durch­ein­an­der. Nicht nur, dass von neun der 25 Teilnehmer/innen noch immer der Song­ti­tel fehl­te. Es ver­schwan­den auch in letz­ter Sekun­de wie­der Län­der, dar­un­ter, sicher­lich zur beson­de­ren Freu­de der Tür­kei, der von ihr besetz­te Nord­teil Zyperns. Den erkennt Russ­land (wie – außer der Tür­kei – übri­gens alle Staa­ten die­ser Welt) näm­lich nicht als eige­nen Staat an, wes­we­gen die bereits ein einer quä­lend lan­gen Vor­ent­schei­dung aus­ge­wähl­te nord­zy­pri­sche Ver­tre­te­rin Ipek Amber nicht nach Kasan ein­rei­sen durf­te. Ver­zwickt! Frau Amber kehr­te dann 2015 zurück – mit dem bereits für 2014 aus­ge­wähl­ten Titel!

Schnit­tig: der bos­ni­sche Bäcker­bu­be (Vor­schau­vi­deo)

Die süd­si­bi­ri­sche Repu­blik Tuwa hin­ge­gen glänz­te bei der Start­platz­ver­ga­be am Mon­tag vor dem Semi­fi­na­le mit Abwe­sen­heit, wes­we­gen die zu Russ­land zäh­len­de Regi­on zunächst von der Teil­neh­mer­lis­te gestri­chen wur­de. Dann tauch­te die tuwa­ri­sche Dele­ga­ti­on aber über­ra­schend in der Nacht zu Mitt­woch, dem Tag des Semi­fi­na­les, doch noch in der tata­ri­schen Haupt­stadt auf (das Rei­sen scheint in die­sen Brei­ten­gra­den noch ein ech­tes Aben­teu­er mit unge­wis­sem Aus­gang zu sein) – und durf­te dar­auf­hin doch teil­neh­men! Als Beloh­nung für die Ver­spä­tung erhielt Tuwa gar den letz­ten Start­platz im nun also 25köpfigen Qua­li­fi­ka­ti­ons­feld zuge­wie­sen, wo es mit den Ande­ren um einen der Slots für das Fina­le am Frei­tag strei­ten durf­te. Erfolg­los übri­gens.

Das voll­stän­di­ge Semi­fi­na­le 2014

Semi­fi­na­le Türk­vi­zyon 2014

Song Con­test des tür­ki­schen Kul­tur­rau­mes. 19.11.2014 in Kasan, Tatar­stan (Auto­no­me rus­si­sche Repu­blik).
#Land / Repu­blikTeil vonInter­pretSongPkt.Pl.
01Kasach­stanKZZha­nar Dugal­o­vaІzіn kөrem19803
02Deutsch­landDEFah­ret­tin GüneşSev­diğim14921
03Turk­me­ni­stanTMZüley­ha Kakay­e­vaShik­ga-Shik­ga biler­zik16415
04Geor­gi­enGEAysel Məm­mədo­va + Ayla Şiriy­e­vaTen­ha­yam14125
05Usbe­ki­stanUZAzi­za Niz­amo­vaDun­yo bol­sin Omon17210
06Alba­ni­enALXho­ana Bej­koZjarr dhe Ajër15419
07Gag­au­si­enMDMariya TopalAala­dım16216
08Ukrai­neUANata­li DenizSän Benim14823
09IranIRBarışHeydar Baba17809
10Bal­ka­ri­enRUEldar Zha­ni­ka­evBara­ma14824
11Tatar­stanRUAydar Suley­ma­novAtlar cha­ba22301
12Mos­kauRUKazan WorldSon kөtəm19005
13Kir­gi­si­enKGNon-StopSeze Bil19006
14Sacha (Jaku­ti­en)RUVlad­le­na Iva­no­vaKyn16812
15Tür­keiTRFun­da KılıçHop­pa19902
16Bos­ni­enBAMen­sur Sal­kićŠutim16813
17Basch­kor­to­st­anRUZamanKubair19304
18Bul­ga­ri­enBGİsmail MatevYol­la­ra, Taşla­ra16811
19Türk­men­e­liIQAhmet Tuz­luCal Kal­bi­mi15518
20KrimUADar­i­na Sin­içki­naSuya gider17808
21Aser­bai­dschanAZElvin Ordubad­liDivlə­rin yal­qız­lığı16614
22Rumä­ni­enROCen­giz Erhan + Gafar Alev SibelGen­clik basa bir gelir15817
23Maze­do­ni­enMKKaan Maz­harYolu­mu Bulurum18107
24Cha­kas­si­enRUDmi­triy Saf’yanov + Saya­na Sobi­ro­vaOshik­ba14822
25TuwaRUAyas KuularSub­e­dei15420

Die Sie­ge­rin von 2014, Zha­nar Dugal­o­va (KZ, Prä­sen­ta­ti­ons­vi­deo)

Ver­wir­rung gab es auch um Neu­star­ter Alba­ni­en: deren Reprä­sen­tan­tin Xhoi ver­schwand zwi­schen­zeit­lich heim­lich, still und lei­se von der offi­zi­el­len Con­test-Sei­te, was die Sän­ge­rin in Erstau­nen ver­setz­te: sie sei “fest ent­schlos­sen”, an der Türk­vi­zyon teil­zu­neh­men, ließ sie das Nach­rich­ten­por­tal Euro­voix auf Nach­fra­ge wis­sen. Und auch, wenn ihr Kon­ter­fei auf turkvizyon.tv wei­ter­hin fehl­te, so stand sie schließ­lich doch auf der Lis­te der Semi­fi­na­lis­ten. Den ers­ten Link zwi­schen dem rich­ti­gen Song Con­test und der Türk­vi­zyon knüpf­te unter­des­sen die Tür­kei selbst: deren dies­jäh­ri­ger Bei­trag ‘Hop­pa’ von Fun­da Kılıç, ein klas­si­scher medi­ter­ra­ner Tanz­flä­chen­fül­ler, klang nicht nur wie Hadi­ses ‘Düm Tek Tek’ (→ TR 2009), son­dern stamm­te aus der Feder des­sel­ben Kom­po­nis­ten, Sinan Akçıl, der als Teil der tür­ki­schen Jury eben­falls nach Kasan reis­te.

Luf­tig-leicht: Xhoi (AL)

Und dort Erfah­run­gen mit den Tücken des Jury­sys­tems sam­mel­te: wie die Kol­le­gen aus den ande­ren 24 Län­dern hat­te auch er die Auf­ga­be, jeden Song mit einem bis maxi­mal zehn Punk­ten zu bewer­ten. Da sein Urteil ver­hält­nis­mä­ßig hart aus­fiel, räch­ten sich etli­che der ande­ren Juro­ren im Fina­le mit ent­spre­chend nied­ri­gen Wer­tun­gen, so dass Fundas wun­der­bar bil­li­ger Tanz­flä­cher­fül­ler von Rang 2 (Semi) auf den letz­ten Platz im Fina­le abschmier­te. Der Juror aus Turk­me­ni­stan schus­ter­te gar der eige­nen Ver­tre­te­rin Züley­ha Kakay­e­va fünf Punk­te zu, und Bos­ni­ens Men­sur Sal­kić erhielt auf wun­der­sa­me Wei­se im End­ergeb­nis drei Punk­te mehr, als die Addi­ti­on der Ein­zel­stim­men eigent­lich her­gab. So muss­te das Ergeb­nis des Semis nach­träg­lich kor­ri­giert wer­den, mit dem Ergeb­nis, dass nun 15 anstel­le der vor­ge­se­hen 12 Län­der ins Fina­le zogen.

Vom eige­nen Juror ins Fina­le gemo­gelt: Züley­ha (Turk­me­ni­stan)

Dort gewann über­ra­schend die im Semi­fi­na­le noch Dritt­plat­zier­te Zha­nar Dugal­o­va aus Kasach­stan. Sie bot eben­falls ein packen­des Lied und eine sen­sa­tio­nel­le Show mit Wind­ma­schi­nen und Tän­zern. Über­haupt war gegen­über der Erst­aus­ga­be eine erheb­li­che Pro­fes­sio­na­li­sie­rung der Show und der Bei­trä­ge fest­zu­stel­len. Und so nahm es wenig Wun­der, dass im Anschluss die Fort­füh­rung der Sen­de­rei­he bekannt gege­ben wur­de: die drit­te Aus­ga­be der Türk­vi­zyon soll­te Ende 2015 in Turk­me­ni­stan statt­fin­den. Klapp­te dann nicht ganz so wie gedacht, aber das ist eine ande­re Geschich­te.

Das voll­stän­di­ge Fina­le 2014

Fina­le Türk­vi­zyon 2014

Song Con­test des tür­ki­schen Kul­tur­rau­mes. 21.11.2014 in Kasan, Tatar­stan (Auto­no­me rus­si­sche Repu­blik).
#Land / Repu­blikTeil vonInter­pretSongPkt.Pl.
01Tür­keiTRFun­da KılıçHop­pa12815
02KrimUADar­i­na Sin­içki­naSuya gider18606
03Kasach­stanKZZha­nar Dugal­o­vaІzіn kөrem22501
04Usbe­ki­stanUZAzi­za Niz­amo­vaDun­yo bol­sin Omon18307
05IranIRBarışHeydar Baba16713
06Basch­kor­to­st­anRUZamanKubair19903
07Kir­gi­si­enKGNon-StopSeze Bil19604
08Turk­me­ni­stanTMZüley­ha Kakay­e­vaShik­ga-Shik­ga biler­zik19205
09Sacha (Jaku­ti­en)RUVlad­le­na Iva­no­vaKyn18208
10Bul­ga­ri­enBGİsmail MatevYol­la­ra, Taşla­ra17211
11Aser­bai­dschanAZElvin Ordubad­liDivlə­rin yal­qız­lığı17709
12Bos­ni­enBAMen­sur Sal­kićŠutim17610
13Maze­do­ni­enMKKaan Maz­harYolu­mu Bulurum16614
14Mos­kauRUKazan WorldSon kөtəm17013
15Tatar­stanRUAydar Suley­ma­novAtlar cha­ba20102

< 1. Türk­vi­zyon 2013

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2 Gedanken zu “Türk­vi­zyon 2014

  1. Der Song von Aydar ist echt gut 🙂 scha­de, dass er nicht teil­nimmt – beim Song Con­test soll­te man über­le­gen, dass auch mehr Men­schen auf die Büh­ne dür­fen

  2. Ich bin schon mal wie­der ganz gespannt auf den Song aus Tuwa…den vom letz­ten Jahr von Say­lik Ommun höre ich immer noch rauf und run­ter! Scha­de, dass Kemerowo/Schorien die­ses Jahr fehlt! Ich lie­be Vögel! 🙂

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