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Unser Lied für Lissabon

22. Februar von 20:15 bis 22:00 CET

EUR49,00

Fleißig schraubte der NDR an der Vorauswahl der sechs Teilnehmer/innen des deutschen Vorentscheids 2018, der heute in Berlin-Adlershof stattfindet und natürlich im Ersten übertragen wird. Eine aus jungen Fans plus eine aus internationalen ESC-Juroren und -Teilnehmer/innen wie z.B. Margaret Berger (NO 2013) zusammengesetzte Jury waren an der Auswahl beteiligt und dürften auch beide in der heutigen Sendung zu jeweils einem Drittel mitstimmen. Ausdrücklich suchte Thomas Schreiber diesmal „kantige“ Acts, um den in den letzten Jahren unweigerlichen letzten Plätzen mit miserabler Mainstream-Mucke endlich zu entkommen. Daneben veranstaltete der NDR ein Songwriting-Camp, bei dem international erfolgreiche Komponisten (unter ihnen der finnische ESC-Teilnehmer von 2011, Paradise Oskar) und Produzenten den ausgewählten Super Sechs zur Seite standen. Bei der Hälfte der Titel schrieben sie letztlich mit. Und es scheint was gebracht zu haben. Das sind unsere Lieder für Lissabon in der aufrechtgehn.de-Wertung:

Rang 6: Ryk – You and I

Jurthe hatte die superdepressive Schnarchballade schon Ende 2017 in einer etwas längeren, etwas fragileren Fassung veröffentlicht. Die orchestrale Neubearbeitung macht es nicht besser.

Rang 5: Ivy Quainoo – House on Fire

Von der charismatischen Ivy hätte ich mir, offen gestanden, ein bisschen mehr erhofft. Dem ersten Eindruck nach präsentiert sich ‚House on Fire‘ als ein nettes Stück Radiopop, das sich wunderbar weghören lässt und bei dem die Berlinerin auch ihre versatile Stimme bestens präsentieren kann. Was mir allerdings ziemlich fehlt, ist die Leidenschaft: davon, dass das „Haus in Flammen“ stehen soll, lässt sich in Ivys Gesang leider nicht wirklich etwas vernehmen. Das kann natürlich live ganz anders aussehen, schließlich gilt bei Ivy: sie sehen und lieben ist eins.

Rang 4: Natia Todua – My own Way

Von der ehemaligen The-Voice-Siegerin zur aktuellen: Natias Beitrag ‚My own Way‘, ebenfalls klassischer Radiopop, gewinnt vor allem durch ihre besondere Stimme an Format. Im Vergleich zu ‚House on Fire‘ hat es den stärkeren Refrain, deutlich mehr Schub und kommt insgesamt etwas euphorischer daher. Rein von der Studiofassung her scheint Natia an ihren Song zu glauben, mal sehen, ob sie ihn live mit noch mehr Leben füllen kann. Besser als alles, was wir die letzten Jahre geschickt haben, ist es jedenfalls jetzt schon.

Rang 3: Xavier Darcy – Jonah

Handgemachter Singer-Songwriter-Poprock, wie ihn der Bayer Xavier Darcy präsentiert, ist ja üblicherweise eher nicht so meins. Sein Wettbewerbsbeitrag ‚Jonah‘ aber punktet vor allem mit zwei Eigenschaften: einem erstaunlich flotten Tempo und Xaviers rauer Stimme. Zumindest in den neunzig Sekunden des Ausschnitts schafft er es damit, meine Aufmerksamkeit zu fesseln. Hübsch anzuschauen ist ja bekanntlich auch: wenn es jetzt also dazu noch ein stimmige Präsentation gibt und der Drive des Titels über drei Minuten trägt, könnte das was taugen.

Rang 2: voXXclub – I mog Di so

Ich gebe zu: seit ihrer Nominierung durch das Eurovisionspanel bin ich Fan der Idee, eine bajuwarisierte Skihütten-Schlager-Boyband für Deutschland zum Song Contest zu schicken, aus offensichtlichen Gründen. Mit ‚I mog Di so‘ enttäuschen die kernigen Buam nicht: der Song fetzt, der Refrain bleibt im Ohr und der Text kommt sogar recht grandprixesk daher, mit einer schönen Inklusionsbotschaft und globalem Anspruch. Vielleicht sogar einen Ticken zu global: die Erwähnung des „Karneval in Rio“ (Heino lässt grüßen!) und die englischsprachigen Einsprengsel schrappen hart an der Grenze zur Berechnung. Andererseits kann ich die Choreografie jetzt schon vor meinem geistigen Auge sehen. Und bin nach wie vor Feuer und Flamme für die Vorstellung, uns international mit einem augenzwinkernd präsentierten Klischee zu präsentieren.

Rang 1: Michael Schulte – You let me walk alone

Ganz ehrlich: niemand überrascht mein erster Platz so sehr wie mich selbst. Eine Klavierballade, gesungen von einem jungen Mann mit einer ganz entfernt an das liedgewordene Grauen James Blunt erinnernden Stimme: normalerweise sieht man mich bei so etwas schreiend davonrennen. Schulte aber kriegt mich über die Lyrics: sein Lied ist eine Liebeserklärung an seinen Vater, und ich kann es nicht anhören, ohne in Tränen der Rührung auszubrechen, ganz so wie letztes Jahr bei Salvador Sobral. Denn, das ist Michaels großes Plus: er klingt echt und zutiefst persönlich. Der Hamburger Liedermacher kündigte zudem bereits an, das Sujet passend zu bebildern, mit von Fans gesammelten Fotos von und mit ihren Vätern. Und bei der Vorstellung davon sehe ich jetzt schon am kommenden Donnerstag Berlin-Adlershorst in einem kollektiven Tränenmeer wegschwimmen.

Es moderieren die Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis und der Quizshow-Dauerpanelist Elton. Als Pausenprogramm stellt das The-Voice-Kids-Sternchen Mike Singer seine neue Single ‚Deja vu‘ vor. Die Abstimmung erfolgt dreigeteilt: Televoting, das deutsche Eurovisionspanel und die internationale Jury geben immer abwechselnd ihre Punkte von 5 von 12 durch, die jeweils zu einem Drittel für das Endergebnis zählen.

Livestream Das Erste

Youtube-Kanal eurovision.de

Vorentscheid DE 2018

Unser Lied für Lissabon. Donnerstag, 22. Februar 2018, aus dem Studio Adlershof in Berlin, Deutschland. Sechs Teilnehmer/innen. Moderation: Linda Zervakis und Elton.
#Interpret/inTitelTVPanelJurySummePlatz
01Natia ToduaMy own Way0605061706
02RykYou and I0510082303
03voXXclubI mog Di so1006052105
04Xavier DarcyJonah0708102502
05Ivy QuainooHouse on Fire0807072204
06Michael SchulteYou let me walk alone1212123601

Details

Datum:
22. Februar
Zeit:
20:15 bis 22:00
Eintritt:
EUR49,00
Veranstaltungkategorien:
,
Veranstaltung-Tags:
Website:
http://eurovision.de

Veranstaltungsort

Studio Berlin Adlershof
Am Studio 20
Berlin, 12489 Deutschland
Telefon:
+49 30 6704 5300
Website:
www.studio-berlin.de

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