
Das schwedische Jahr
Europa macht mir Angst. Erst verwies es, natürlich unter tatkräftiger Mithilfe der gerontischen Jurys, in den Semis meine beiden jeweiligen Lieblingsbeiträge, das wunderbar optimistische ‘Haba haba’ (NO) und das exzellent dramatische ‘San Angelos s’agapisa’ (CY), auf die vorletzten Plätze. Und dann bestimmte es im Finale einen musikalisch glattgebügelten, beliebigen Seichtkram zum Sieger, in dem sehr offensichtlich die Zwangsheterosexualisierung eines bedauernswerten, sehr offensichtlich nicht interessierten Jünglings durch eine an Jahren und Erfahrung reiche Frau zelebriert wird. Bei evangelikalen Fundamentalisten mit ihren absurden Homo-Heilungs-Programmen dürften die Sektkorken geknallt haben. Für mich wurde ein beträchtliches Stück der schwulen Identität des Grand Prix Eurovision gestern Abend zu Grabe getragen. Ein trauriger Tag für meine Lieblingsveranstaltung.
Fast noch schockierender als der Siegertitel empfand ich jedoch den zweiten Platz für das entsetzlich öde Bar-Jazz-Geklimper aus Italien. Bin ich doch der festen Überzeugung, dass im europäischen Bevölkerungdurchschnitt einem bekennenden Jazz-Fan grob geschätzt 15.463 entschiedene Jazz-Hasser gegenüber stehen. Dumm nur, dass diese marginalste aller europäischen Minderheiten sich geschlossen in den Eurovisionsjurys versammelte. Denn diese krönten das nervtötende Gewinsel des Junior-San-Remo-Siegers Raffael Gualazzi, das beim geschmackssichereren Publikum auf einem deutlich angemesseneren elften Rang landete, mit der zweieinhalbfachen (!) Punkteanzahl zu ihrem eindeutigen Sieger. Was natürlich auch die Spekulation nährt, dass die ehrenwerten Mitglieder dieses Manipulationsgremiums von Seiten der EBU, nachdem diese den Italienern jahrelang immer wieder aufs Neue den Culo küsste, auf dass diese doch per favore endlich, endlich wieder mitmachen mögen beim europäischen Liederwettbewerb, den so nachdrücklichen wie unmißverständlichen Auftrag erhielten, den erkennbar chancenlosen römischen Beitrag mit aller Gewalt soweit wie möglich nach oben zu schieben. Capisce? Auf dass die Ragazzi nicht gleich wieder beleidigt von dannen ziehen. Und irgendwie hat es ja auch etwas sehr, sehr Passendes, dass ein solch schlechtes Canzona Italiana von einem per se mafiösen Gremium protegiert werden muss…
Günstling der Geronten: Jurysieger Raffael fiel beim Publikum durch. Zu Recht! (IT)
Beinahe schade, dass es die Geschmackscamorra nicht schaffte, ihren von Europa so wenig goutierten Günstling am Publikumssieger Aserbaidschan vorbeizudrücken. Denn auf die dann folgende Diskussion hätte ich mich händereibend gefreut! Ell & Nikki, das sowohl in der Gesangsleistung wie in der englischen Aussprache gegenüber den ersten Proben emsig glanzpolierte Zwangspärchen, siegte im Televoting übrigens arschknapp mit lediglich zwei Pünktchen Vorsprung zum Schweden Eric Saade, den ich im Vorfeld als Publikumssieger vermutete. Was mich zu der irgendwie bizarren Tatsache bringt, dass das Land der Elche nur ein Jahr nach dem seinerzeit schockierenden Ausscheiden von Anna Bergendahl im Semi heuer den Contest regierte und gleich drei Beiträge entsandte, von denen zwei praktisch gewannen. Denn ‘Running scared’, der aserbaidschane Siegertitel, stammt vom schwedischen Autorenteam Sandra Bjurman und Stefan Örn, die auch bereits im Vorjahr Safuras ‘Drip Drop’ verbrachen. Und bei den Backings von Ell & Nikki, die so schön “Oh-oh, oooho, oh-oh” sangen und vermutlich auch Nikkis Vokalparts ins Hörbare veredelten, handelt es sich um zwei Drittel von Shirley’s Angels (minus Shirley Clamp), die es im schwedischen Melodifestivalen 2011 mit ‘I thought it was forever’ bis in die Andra Chansen brachten.
Bei 2:30 Min.: Il pleut de l’or, chaque fois que tu me parles d’amour… (AZ)
Hinter dem russischen Beitrag ‘Get you’ von Alexey Vorobyov steckt ebenfalls ein schwedisches Team: der marokkanischstämmige Produzent RedOne alias Nadir Khayat, Haus- und Hofschreiber von Lady Gaga, schaffte seinen kommerziellen Durchbruch 2005 in Schweden, wohin er mit 19 Jahren auswanderte. Und auch die russischen Backings stammen aus IKEA-Land. Kein Wunder, dass es im Vorfeld des Contests zu medienwirksam ausgetragenen Zickereien zwischen Alexey und Eric Saade kam, die mit ihren heftig choreografierten, platten Dancenummern zudem im selben Punkteteich fischten. Zwei mal mehr oder weniger gut aussehende, heftigst von jungen Mädchen und Schwulen umschwärmte Herren in Lederjacken, zwei mal schweißtreibende Hochleistungstänze, zwei mal massive Gimmicks (ob die LED-beleuchteten Schuhe und Jacken der Russen oder der zerberstende Glaskäfig des Schweden): es war wie in den guten alten Bravo-Zeiten, wo sich die eigene Identität über die Zugehörigkeit zu einem von zwei untereinander bis auf den Tod verfeindeten Fan-Lagern definierte. Und so lautete auch hier die Frage: bist Du ein Glee (Team Saade, sehr schön thematisiert durch das Leitmotiv der Generation Castingshow: “I will be popular”) oder ein Cheerio (Team Vorobyov, dem anderen Lager Schläge androhend: “I’m gonna get you”)? Abba vs. Beatles, Disco vs. Rock, Denver-Clan vs. Dallas, Golden Girls vs. Hör mal wer da hämmert, Take That vs. East 17, Xanadu vs. Grease, Saade vs. Vorobyov: es läuft stets auf dasselbe hinaus. Dass nun wenigstens in diesem Duell das Gute gewann und der schmierige Russe auf Rang 16 abschmierte, bietet allerdings nur eingeschränkt Trost. Ist das Ergebnis doch auch wieder den Jurys geschuldet, die Mister Grease Lightnin’ ganz nach unten durchreichten.
Stop, don’t smash the Glass in Cubicle: Eric Saade (SE)
“Ab Montag kann sie was ganz anderes machen” fasste der deutsche Kommentator Peter Urban in einer fabelhaften freudschen Fehlleistung die weiteren Popmusikkarriereaussichten Lena Meyer-Landruts nach dem enttäuschenden zehnten Platz für das grandiose ‘Taken by a Stranger’ zusammen. Auch Lena selbst war im Interview nach der Sendung die Erleichterung, der Eurovisionstretmühle nun für immer entronnen zu sein, deutlich anzumerken. Zuvor lieferte sie jedoch noch eine wirklich atemberaubende, hinreißende Inszenierung ihres düster-bedrohlichen, spannungsgeladenen Elektrokrachers ab, unterstützt von ihren tanzenden Silberfischchen (so einen Anzug will ich auch!) und einer sensationellen Licht- und Videoregie. Und nachdem sie sich Europa als gereifte, vielseitige Sängerin und Vamp präsentiert hatte, erinnerte sie uns mit ihrem abschließenden, strahlend-ironischen Lächeln noch mal daran, warum wir uns vor über einem Jahr kollektiv in sie verliebten. Sie kann hoch erhobenen Hauptes von der Grand-Prix-Bühne abtreten und sich nun weiteren Optionen wie der Schauspielerei oder Moderation widmen. Danke, Lena!
Mussten wohl ganz dringend mal aufs Klo (bei 0:30 Min.): Lenas Silberfischchen (DE)
Und danke, Anke! Nicht zuletzt dank ihrer mühelosen Vielsprachigkeit und grandiosen Comedy-Einlagen zeigte sich Deutschland auf der europäischen Bühne von seiner Schokoladenseite. Sie schaffte es sogar, den verbissenen Unsympathen Stefan Raab locker und selbstironisch wirken zu lassen. Und das trotz seines schlecht sitzenden Anzugs von der Stange (pfeift ProSieben dermaßen auf dem letzten Loch?). Mit einer grandiosen Bühne, fantastischen LED-Wänden, Pyrotechnik vom Feinsten und den besten Postkarten aller Zeiten, in denen sich Deutschland so urban wie multikulturell präsentierte, gelang es der ARD, die Scharte von 1983 (Marlene Charell, Toaster als Bühnenbild, Eröffnungsfilm mit bayerischen Trachtengrantlern) wieder auszuwetzen. Maßstäbe setzend auch die Eröffnungsnummer: dass der Moderator den Siegertitel des Vorjahres singt, ist ein Novum. Zum Niederknien lustig auch die Idee mit den 42 fahnenschwingenden Lena-Doubles. Das war alles ganz, ganz großes Kino! Schade nur, dass man diesen Imagegewinn mit dem Interval Act wieder zunichte machte. Jan Delay, der näselnde Rapper aus Hamburg, stößt ja selbst innerhalb Deutschlands auf geteilte Meinungen. Und auch wenn ich ihn gut finde: dass er außerhalb der Landesgrenzen wohl bestenfalls auf Schulterzucken, eher aber auf aggressives Unverständnis stoßen dürfte, müsste doch selbst dem wenig popkompetenten NDR klar sein. Warum konnte man nicht, wie von vielen internationalen Blogs im Vorfeld erhofft, europaweit renommierte deutsche Acts wie Kraftwerk oder Rammstein engagieren? Hier wurde eine Chance verspielt.
Did you buy something? Der legendäre Eröffnungsact
Was lernten wir noch an diesem Abend? Zum Beispiel, dass eine spektakuläre Show wie die der ukrainischen Sandkünstlerin Kseniya Simonova so erfolgreich von einem Nichts von Song (Mika Newton, ‘Angel’, falls es jemanden interessiert) abzulenken vermag, dass die Zuschauer sogar in Scharen dafür anrufen. Oder dass die Jurys, wenn sie zwischen gleich drei auf ihren verstauben Geschmack zugeschnittenen, unglaublich kitschigen Weltrettungsschlagern von Meinungerscher Textqualität wählen können, sich für den seichtesten von ihnen entscheiden; den mit den bereits tausendmal gehörten, zusammengeklauten Melodien. Nämlich ‘New Tomorrow’ von der dänischen Pseudorockband A Friend in London mit dem Pseudo-Irokenhaarschnitt und dem Pseudo-Bondagehemd: #3 bei den Geschmacksgeronten, aber Platz 18 (!!!) bei den Zuschauern. Der finnische Junge mit der Gitarre (aka Paradise Oskar mit dem ironisch-verspielten ‘Da da dam’) sowie der britisch-rumänische Knackarsch in den Kellnerhosen mit dem sehr treffenden Bandnamen Hotel FM (für Hotelfahrstühle wurde ‘Change’ wohl komponiert) landeten hingegen unisono irgendwo im Mittelfeld. Wir lernten auch, dass der Fluch des Startplatzes 2 nach wie vor besteht und die Chancen des anbetungswürdig charmanten Balkan-Magiers Dino Merlin und seines im besten Sinne bezaubernden Gute-Laune-Ohrwurms ‘Love in Rewind’ auf den verdienten Sieg nachhaltig vernichtete.
Peter waits for an Apple to fall: der will doch nur ‘nen iPad! (FI)
Oder dass selbst ein aus zwei überhaupt nicht zusammenpassenden Musikstücken zusammengetackerter, zäh folkloristischer, anstrengender Song ohne einen auch nur ansatzweise mitsingbaren Refrain in einer völlig unverständlichen Sprache beim Grand Prix etwas stemmen kann. Wenn er nur von einem atemberaubend gutaussehenden Mann (Loukas Yiorkas: der griechische Ricky Martin, nur wesentlich maskuliner und vieltausendfach sexier) mit Inbrunst vorgetragen wird. Auch ohne Textkenntnis (und den erläuternden, englischen Rap-Part von Stereo Mike konnte man ja nur schwer verstehen) dürfte selbst der unbedarfteste Zuschauer instinktiv gespürt haben: dem Mann ist das ernst, verdammt ernst! Hier geht es um Leben und Tod, um ganz existenzielle Weisheiten. Nämlich der, dass es die eine entscheidende Lebensaufgabe ist, die Angst zu besiegen, die einen straucheln lässt, und aufrecht zu gehen. Was ja auch schon Mary Roos anno 1984 zu besingen wusste, wenn auch auf etwas weniger dramatische Art und Weise. Rang 3 im Zuschauervoting, aber nur #14 bei den Jurys. Hallo, ihr Schwachmaten, solltet ihr Euch nicht angeblich um die Qualitätssicherung kümmern? Guckt mal, selbst das können die Zuschauer besser als ihr!
Zu was wirbelten die Tänzer hinter Stereo Mike? Jedenfalls nicht zu ‘Watch my Dance’ (GR)
Spektakuläre Fehleinschätzungen lieferten die sonst in der Vorhersage des Siegers so zuverlässigen Buchmacher in diesem Jahr. Der überall als sicherer Gewinner getippte korsische Tenor Amaury Vassily: Platz 15. Popera fuktioniert beim Eurovision Song Contest eben doch nicht! Zumal, wenn der jugendliche Knödelist mit verfilztem Haar und schweißnasser Oberlippe antritt. So viel zu dem Gerücht, die Franzosen hätten einen angeborenen Sinn für Stil und gutes Aussehen! Die britische Boyband Blue, die hier ihren internationalen Comeback-Versuch in den Sand setzte, hatte auch ich auf dem Tippzettel stehen. Doch es nützte ihnen wenig, dass die in der Blüte ihrer Mannespracht stehenden Augenweiden sich im Vorfeld für ein Schwulenmagazin auszogen und auch sonst nicht mit ihren Reizen geizten. Auch die ausgefeilte Bühnenshow mit zusätzlichen LED-Monitoren (europaweit fragten sich verdutzte Apple-Fans, was denn nach dem iPod und dem iPad nun schon wieder der iCan sei - vor allem aber, ab wann und wo man ihn beziehen kann) vermochte das stimmliche Totalversagen des Blue-Tenores Lee Ryan nicht verdecken, auf dessen mädchenhaft hohe Gesangsparts die ganze Nummer aber hin komponiert war. Autsch. Zwar zeigten sich die Zuschauer/innen mit Rang 5 gnädig. Doch die mißgünstigen Juroren (wohl abgeblitzt bei Duncan?) machten ihnen mit #22 im Juryranking und #11 im Gesamtklassement einen fetten Strich durch die Rechnung.
Stop, don’t say it sounds impossible (UK)
Die estnische Getter Jaani, ebenfalls unter den Favoriten, sang zwar nicht schmerzhaft schief wie Lee Ryan, sondern sehr gut und lieferte eine so exaltierte wie bezaubernde Bühnenshow mit Pappmaché-Hochhäusern, magischen Tüchern und unterhaltsamem Gehopse ab. Dass ihr extrem eingängiges ‘Rockefeller Street’ dermaßen spektakulär floppte, lag an der unglücklichen Startplatzauslosung. Als Letzte in einer unterbrechungsfreien Reihe von vier ähnlich strukturierten, stark choreografierten Uptempo-Nummern hatte sie schlicht die Arschkarte gezogen. Auch Kati Wolfs Retro-Discohymne ‘What about my Dreams?’ landete sehr weit hinten, was angesichts ihres furchtbaren Bühnenoutfits (frühe Céline Dion) und des optisch wie stimmlich schwachen Tanz- und Gesangschors (beleuchtete Eskimokapuzen? tanzende Röntgenbilder? war das Euer Ernst?) aber auch gerecht erscheint. Besser erging es den irischen Jedward-Zwillingen, die mit überdimensionierten Schulterpolstern, für die Joan Collins sicher getötet hätte, eregierten Haartollen, einem hauptsächlich von den Backings gesungenen Achtzigerjahre-Klopfer über die Freuden des One-Night-Stands und einem hyperaktiven Herumgezappel und -gehüpfe, für das hierzulande Kinder mit ADHS diagnostiziert und mit Drogen vollgepumpt werden, einen überzeugenden achten Platz kassierten.
Eine besonders Drag-Queen-freundliche Performance: Kati “the Horse” Wolf (HU)
Die moldawischen Red Hot Chili Peppers Zdob si Zdub landeten trotz gigantischer Zipfel und MC-Hammer-Hosen (gab es da einen Zusammenhang?) sowie einradfahrender Elfe noch hinter Lena und Blue, die georgischen Linkin Park Eldrine davor. Und das trotz eines furchtbaren Rocks der Sängerin Sopho (das ist wohl kein Vorname, sondern die georgische Bezeichnung für “Frau”) mit aufgenähter Zielscheibe für ungeübte Heteromänner. Spanien landete mal wieder ziemlich hinten, obwohl Lucía Peréz ein hübsches Sommerliedchen ablieferte. Mit einer Choreografie, die man selbst nach einem Eimer Sangria noch problemlos mitzutanzen vermag. Wäre ich Spanier, ich würde mittlerweile an eine kollektive Verschwörung glauben – die Iberer können einfach machen, was sie wollen, sie werden immer abgewatscht. Kein Wunder, dass TVE mittlerweile lieber Tennisspiele überträgt als den Eurovision Song Contest.
Arm – Arm – Arm – Arm – Schultershuffle – Tuntenhändchen. Und von vorn! (ES)
Bleibt als letzte Erkenntnis des Abends, dass – ganz im Gegensatz zu den Semis, wo seit Neuestem gilt: je harmloser, um so weiter – die alte Eurovisionsregel “nett = langweilig = null Punkte” zumindest im Finale weiterhin festen Bestand hat. Sowohl die österreichische Mariah Carey mit der Mireille-Mathieu-Perücke, Nadine Beiler, als auch die isländischen Grabschänder Sjonnis Friends und die finnische Nicole, Paradise Oskar, bekamen das zu spüren. Vor allem aber die schweizerische Lenaistin Anna Rossinelli mit ihrem “malvenfarbenen” (Jan Feddersen) Glitzerkostüm aus der Helga-Beimer-Kollektion und ihrer plinkernd plätschernden Einschlafhilfe ‘Na na na na na’, Verzeihung, ‘In Love for a While’. Verdienter letzter Platz mit beeindruckenden zwei Pünktchen im Televoting: danke, Europa, ich bin fast wieder versöhnt!
Eurovision Song Contest 2011
Eurovision Song Contest 2011 - Finale. Samstag, 14. Mai 2010, aus der Düsseldorf-Arena in Düsseldorf, Deutschland. 25 Teilnehmer, Moderation: Anke Engelke, Judtih Raakers und Stefan Raab.| # | Land | Interpret | Songtitel | Punkte gesamt | Platz | Punkte Televoting | Platz |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | FI | Paradise Oskar | Da da dam | 057 | 21 | 047 | 21 |
| 02 | BA | Dino Merlin | Love in Rewind | 125 | 06 | 151 | 06 |
| 03 | DK | A Friend in London | New Tomorrow | 134 | 05 | 051 | 18 |
| 04 | LT | Evelina Sašenko | C'est ma Vie | 063 | 19 | 055 | 20 |
| 05 | HU | Kati Wolf | What about my Dreams? | 053 | 22 | 054 | 17 |
| 06 | IE | Jedward | Lipstick | 119 | 08 | 101 | 10 |
| 07 | SE | Eric Saade | Popular | 185 | 03 | 221 | 02 |
| 08 | EE | Getter Jaani | Rockefeller Street | 044 | 24 | 032 | 23 |
| 09 | GR | Loukas Yiorkas + Stereo Mike | Watch my Dance | 120 | 07 | 176 | 03 |
| 10 | RU | Alexey Vorobyov | Get you | 077 | 16 | 138 | 07 |
| 11 | FR | Amaury Vassily | Sognu | 082 | 15 | 076 | 15 |
| 12 | IT | Raphael Gualazzi | Madness of Love | 182 | 02 | 099 | 11 |
| 13 | CH | Anna Rossinelli | In Love for a While | 019 | 25 | 002 | 25 |
| 14 | UK | Blue | I can | 100 | 11 | 166 | 05 |
| 15 | MD | Zdob si Zdub | So lucky | 097 | 12 | 098 | 12 |
| 16 | DE | Lena Meyer-Landrut | Taken by a Stranger | 107 | 10 | 113 | 09 |
| 17 | RO | Hotel FM | Change | 077 | 17 | 079 | 14 |
| 18 | AT | Nadine Beiler | The Secret is Love | 064 | 18 | 025 | 24 |
| 19 | AZ | Ell & Nikki | Running scared | 221 | 01 | 223 | 01 |
| 20 | SI | Maja Keuc | No one | 096 | 13 | 039 | 22 |
| 21 | IS | Sjonni's Friends | Coming Home | 061 | 20 | 060 | 19 |
| 22 | ES | Lucía Peréz | Que me quiten lo balaio | 050 | 23 | 073 | 16 |
| 23 | UA | Mika Newton | Angel | 159 | 04 | 168 | 04 |
| 24 | RS | Nina | Caroban | 085 | 14 | 089 | 13 |
| 25 | GE | Eldrine | One more Day | 110 | 09 | 138 | 08 |
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