Mehrfach war hier in den letzten Tagen die Rede vom schweizerischen Vorentscheid. Doch das betraf tatsächlich nur die Vor-Vor-Auswahl der Deutschschweiz. Der frankophone Teil der “Willensgemeinschaft” führt nämlich eine eigene, ganz ähnlich aufgebaute Vorrunde durch und präsentierte heute ganz stolz seine Bewerber/innen. Nur noch mal zum Vergleich: im deutschsprachigen Teil Helvetiens kamen 221 Einsendungen. In der französischen Schweiz: 29. Und davon sind mindestens vier Doubletten: SinPlus, Loïc Schumacher, die südafrikanische Boygroup Romanz und der Belgier Mael reichten ihre Songs bei beiden Sendern ein. Ansonsten findet sich in der frankoschweizer Auswahl melodiöser Singer-Songwriter-Pop, frankokanadische Popballaden sowie hochgradig fremdschämpeinliches, dreisprachiges Klimakteriumsgeschrabbel. Und die kleine Schwester von Angelica Aggrobitch: die 36jährige, mittlerweile in Genf lebende Lynda Craft. Ihr Künstlerportrait liest sich ähnlich märchenhaft hochtrabend wie die Prinzessinnenprosa-PR, welche die Agurbash 2005 verbreiten ließ. Und auch bei der etwas abgegrabbelt wirkenden Lynda legt die Art und Weise, wie sie sich zu ihrer Kylie-light-Discomucke im fadenscheinigen Leibchen auf dem Fauteuil und an der Clubstange räkelt und dazu mit nicht minder fadenscheinigem Stimmchen ‘Dance for me’ haucht, nahe, dass die Osteuropäerin in Wahrheit einfach nur mittlerweile zu alt fürs Animiergewerbe ist und sich deshalb gerade noch rechtzeitig einen reichen Schweizer angelte, der ihr nun die Musikkarriere finanziert. Meinen Glückwunsch!
Dürfte in der drögen Schweiz wohl keine Chance haben: Laura, äääh Lynda Craft
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