So. Nun habe ich extra 12 Stunden mit dem Schreiben dieses Artikels über das maltesische Semifinale vom Freitag abgewartet, um zu sehen, ob mein heiliger Zorn über die geschmackliche Unzurechnungsfähigkeit der Mittelmeerinsulaner vielleicht verraucht. Tut er aber nicht. Sechs von 24 Titeln schmissen die Malteser gestern Abend aus dem Rennen, darunter selbstverständlich die beiden einzigen guten Beiträge. Also, “gut” im Sinne von: wunderbar trashig. Werfen wir daher einen letzten, tränenumflorten Abschiedsblick auf die Contestperlen ‘I want to run away’ von Eleanor Cassar und ‘Whoop it up’ von Annalise Ellul. Auch das natürlich ebenfalls ausgeschiedene, lustige ‘DNA’ von Romina Mamo, so etwas wie das Ahnungslos-und-Spaß-dabei-Update zu ‘Surfen – Mulitmedia’ (DE 1996), verdient eine Erwähnung ehrenhalber. Und um derer Vernichtung beizuwohnen, quäle ich mich dreieinhalb Stunden lang mit einem unglaublich miesen, ruckeligen und quäkigen Internetstream, für den selbst ein Land wie Burkina Faso sich schämen müsste? Nie wieder, Malta!
‘I want to run away’: bei dieser Frisur kein Wunder!
Wenigstens steht damit fest, dass ich mich am heutigen Supersamstag anderen Vorentscheidungen zuwenden und das maltesische Finale links liegen lassen kann. Denn das besteht nunmehr ausschließlich aus im DNA-Labor geklonten, komplett gleich aussehenden Sängerinnen (den sogenannten Borgs) und der immergleichen Abfolge saccharingeschwängerter Seichtsongs. Von mildestem Interesse dürfte hier allenfalls noch der ewige, fast jährlich neu zelebrierte Geschwisterkampf zwischen Fabrizio und Claudia Faniello sein, die es beide in die Endrunde schafften. Wobei ich diesmal dem männlichen Monchichi von 2001 die Daumen halte. Denn ‘Papa’s Song’ ist zwar einfacher, also unkultiger Trash, aber wenigstens professionell performt. Im Gegensatz zum restlichen Feld, das eher für die Bordunterhaltung auf der MS Costa Cordalis geeignet gewesen wäre…
Just say Girlie Party! Die maltesischen MeKaDo
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