Zweiter Supersamstag 2007 (DK, NO, RO)

Ein weiterer Supersamstag mit drei neuen Eurovisionsbeiträgen – und was für eine Ausbeute! Drei mal hoch amüsanter Trash: so macht Grand Prix richtig Spaß!


Schwuppendisco par excellence: DQ (DK)

Zunächst in der Vorrunde rausgeflogen, dann als Wildcard von den dänischen Radiohörern wieder reingewählt, konnte Peter Andersen alias DQ im Finale mit ‚Drama Queen‘ überzeugen. Endlich ist der Grand Prix Eurovision ganz bei sich angekommen: mit einer farbenprächtigen, flitterglitternden Dragqueen nebst dem dazugehörigen Trash-Disco-Schlager – alles wie frisch aus dem Bühnenprogramm jedes beliebigen Provinz-CSDs eingeflogen! Herrlich!

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Oomph! gewinnen BuViSoCo 2007

Gerade ging nach knapp vier Stunden Marathonsendung Stefan Raabs Miniatur-Eurovision zuende. Und ich könnte flennen. Nicht, weil mit Oomph! eine Band gewonnen hat, deren musikalischer Stil meinem persönlichen Geschmack nicht unbedingt entspricht und es meine Favoriten Mia. und D-Flame nur auf mittlere Plätze schafften. Sondern weil Oomph! DIE idealen Vertreter für Deutschland beim Eurovision Song Contest gewesen wären! Optisch wie akustisch würde diese Band im europäischen Ausland sofort und zweifelsfrei als deutsch wahrgenommen. Dazu noch war die Show gut und der Song eingängig. Mit ‚Träumst Du?‘ hätten wir in Helsinki wenigstens den Hauch einer Chance auf eine Top-Ten-Platzierung gehabt.


Von denen träum ich heut Nacht: Oomph!

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Erster Supersamstag 2007 (EE, MT, PL, SI)

War das ein Supersamstag? Gleich vier Entscheidungen fielen an diesem Wochenende, und aufrechtgehn.de hat natürlich probegehört und -gesehen.


Eine Frau sieht pink… (EE)

Schau her, Gracia (DE 2005): so präsentiert man Poprock! Okay, der Vergleich ist ein bisschen unfair: im Gegensatz zu unserer Münchener Ich-kauf-meine-Platten-selbst-Schnalle hat Tanel Padars Schwester Gerli nämlich Power in der Stimme! Und in der Performance! Dieses Mädel rockt! Freilich, das Ganze lässt den Verdacht aufkommen, dass die Esten beim „Genmanipulationklonen“ (Dragan & Alder) inzwischen sehr weit fortgeschritten sind und die gute Gerli im Labor aus einer Autogrammkarte von Pink rekonstruiert haben. Und natürlich ist ‚Partners in Crime‘ übler Radiorock, der mir Magenschmerzen macht. Dennoch Hut ab: wenn schon geklaut, dann wenigstens professionell!

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Marianne Rosenberg: Sie gehört zu uns

In ihrer außergewöhnlich lesenswerten Autobiografie ‚Kokolores‘ spricht die Schwulenikone und viermalige Vorentscheidungsteilnehmerin Marianne Rosenberg auch über ihre Beziehung zum Eurovision Song Contest.


Mariannes Kultschlager wurde beim Vorentscheid 1975 nur Zehnter

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Albanien 2007: Jeder Ton ist wie ein Stein

In Albanien entschied sich eine Jury für eine zähe Ethno-Ballade. Willkommen im Semifinale 2008! ‚Balada e Gurit‘ lautet der Titel des vom Ehepaar Aida und Frederik Ndoci gesungenen Beitrags. Auf Deutsch: ‚Die Steinballade‘. Und so klingt das Ganze auch: zum Steinerweichen. Unmelodische, winselnde Klagegesänge, die für das Ohr ungefähr so angenehm sind wie ein Ziegelstein auf den Kopf. Diese krasse Fehlentscheidung ist wohl ausschließlich einer Jury zu verdanken – das Publikum war beim dreitägigen Festivali i Kënges nicht gefragt. Diejenigen, die masochistisch genug veranlagt waren, sich durch die ungefährt siebenhundert Vorentscheidungstitel durchzuhören, berichten in den Fan-Foren von einer durchweg unterirdischen musikalischen Qualität. Diese fand nun ihre Entsprechung im Siegertitel. Nun gut, wir haben auch schon Stone & Stone geschickt – uns steht es also nicht an, den ersten Stein Richtung Albanien zu werfen!


Das Toupet als eigenironisches Statement: Frederik ist ganz weit vorne!

Moldawien 2007: (You gotta) fight for your Right

Das Rennen um den frühesten feststehenden Beitrag 2007 hat überraschend Moldawien gewonnen. Ob es Natalia Barbu aber auch bis Helsinki schaffen wird, ist noch offen. Der kulturell eng mit Rumänien verwandte Staat, der 2005 mit Zdob si Zdub (in der aktuellen Vorentscheidung knapp gescheitert) und ihrer trommelnden Großmutter einen Überraschungsstart hinlegte, um 2006 mit dem verrückten O-Zone-Prügelknaben Arsenium und seiner Sandprinzessin abzukacken, mogelte sich noch auf der Zielgeraden an dem bereits schon traditionell zu Weihnachten abstimmenden Albanien und der heute vorauswählenden Halbdiktatur Weißrussland vorbei und entschied sich per Jury für das rothaarige Disco-Flittchen Natalia Barbu. Hinweisgebend der Songtitel: ‚Fight‘ heißt die gräusliche Rockpop-Nummer, mit der sie in Helsinki um Punkte kämpfen will.


Survival of the Fittest: Natalia und die moldawische Handelskammer

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Fan-Abzocke: Für zwei Groschen Musik

Grand-Prix-Fans sind ein äußerst dankbares Publikum. Klaglos lassen sie die schlechtesten Musikdarbietungen über sich ergehen, bereitwillig spenden sie Beifall für jede noch so verunglückte Choreografie, jeden noch so schiefen Gesang und – Krönung des Ganzen – sie zahlen dafür auch noch freiwillig Geld. Viel Geld. Ob umgebaute Heuschober auf einer irischen Kuhweide, zugige TV-Studios oder Eissporthallen: mit den Fanclubs lässt sich jede Hütte voll machen. Und das zu Eintrittspreisen, bei denen jeder Popkonzertveranstalter schamrot anlaufen würde. Oder grün vor Neid. Doch jetzt überspannte der finnische Sender YLE den Bogen. Im Bemühen, aus den Eurovisionsfans auch noch den letzten Euro herauszupressen, verfiel man in Helsinki auf die grandiose Idee von Zwangsticketpaketen. Soll heißen: wer als Teil eines organisierten Fanclubs anreist, muss das Gesamtpaket nehmen, das auch die Eintrittskarten zu sämtlichen Kostümproben und dem Halbfinale am Donnerstag enthält. Preis: 425,– €! Doch, im Ernst. Vierhundertundfünfundzwanzig Euro. Wirklich!


Das Vorbild der EBU: Dream Express‘ Geldabgreifstrategie (BE 1977)

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Lou gets happy

‚Happy Birthday Party‘ und ‚Let’s get happy‘ waren die von Ralph Siegel verfassten Songs, mit denen die badische Festzeltsängerin Lou Hoffner 2001 und 2003 bei der deutschen Vorentscheidung bzw. beim Eurovision Song Contest antrat. Nahm die rothaarige Stimmungskanone das beiden Titeln innewohnende Motiv des fröhlichen Feierns möglicherweise etwas zu ernst? Dass sich mit kolumbianischen Nasenglück besser feiern lässt, wissen Clubbesucher auf der ganzen Welt. Dass die ehemalige Droge der Rechtsanwälte und TV-Moderatoren mittlerweile auch schon im Volksmusiksektor angekommen ist, wissen wir spätestens, seit ein TV-Klatschmagazin auf den Toiletten des Musikantenstadls Schneespuren gefunden haben will. Beruhte also auch die auffällige Fröhlichkeit des Grand-Prix-Pumuckls bei ihrem Auftritt in Riga auf der verbotenen Substanz?


Hier macht sich Lou mit bunten Pillen die Welt schön…

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Texas Lightning: Cover-Mania

Wenn Sie, wie ich, musikalisch mit der ZDF-Hitparade aufwuchsen, erinnern Sie sich vielleicht noch an das Phänomen der „Deutschen Originalversion“. In den Siebzigern wurde in Deutschland nämlich jeder noch so fragwürdige englischsprachige Hit gecovert und von einem der damals zahlreichen Schlagerstars in einer noch fragwürdigeren deutschen Fassung interpretiert. Die sich oftmals sehr viel besser verkaufte als das Original (auch bekannt als der ‚Mendocino‘-Effekt). Manchmal gab es sogar mehrere deutsche Versionen, so beispielsweise von Barbra Streisands ‚Woman in Love‘, das sowohl Gitte (‚Ich bin die Frau, die dich liebt‘) als auch Marianne Rosenberg (‚Ich hab auf Liebe gesetzt‘) mit unterschiedlichen Texten und unterschiedlichem kommerziellen Erfolg eindeutschten.


Zum Dahinschmelzen: Mariannes Einsatz ist hoch!

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Alla Pugatschowa: Wer hat die Hosen an?

Eine extrem bizarre Meldung hat Oikotimes im Angebot. Beteiligte: die russische ‚Primadonna‘ Alla Pugatschowa (1997), Estlands Ruffus-Leadsänger Vaiko Eplik (2003) und eine Damenhose. Wie die für Skandalmeldungen immer gute Seite unter Bezug auf Berichte in estnischen Tageszeitungen kolportiert, arbeitete Eplik angeblich vor etlichen Jahren als Wachmann in einer estnischen Konzerthalle, in der auch die russische Sängerin auftrat. Bizarrerweise sollen sich beide die selbe Garderobe geteilt haben. Wie der spätere Ruffus-Frontmann nach Dienstende feststellte, sei mit der Sängerin auch seine Seidenhose verschwunden. „Es war die Hose meiner Schwester“, habe Eplik der Presse anvertraut. Bleibt die Frage, was an dieser Meldung am meisten erschreckt: dass Vaiko Eplik die Hosen seiner Schwester trägt? Dass Alla Pugatschowa es nötig hat, Kleidungsstücke mitgehen zu lassen? Oder sollte das Interesse des russischen Wracks an den Beinkleidern der estnischen Hackfresse (Spitzname: Vaiko Eklig) gar über den reinen Materialwert hinaus gegangen sein? Die Vorstellung alleine – entschuldigt mich bitte, ich muss brechen gehen!


Klaut Hosen. Und ist mit Philip Kirkorow verheiratet. Angeblich.