Öster­reich und Frank­reich 2007: Stran­ge­love

Neun Jah­re nach Deutsch­land hat sich nun auch Frank­reich ent­schie­den, den Wett­be­werb von der locke­ren Sei­te zu neh­men. Öster­reich dage­gen geht auf Num­mer Sicher.


Schön selbst­iro­nisch! (FR)

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Sechs­ter Super­sams­tag: Eine Bloo­dy Mary, bit­te! (HR, LT)

So lang­sam geht’s auf die Ziel­ge­ra­den: das frü­her ein­mal glanz­vol­le Euro­vi­si­ons­land Kroa­ti­en hat sich für schlim­men Soft­rock ent­schei­den, Litau­en folgt dem spa­ni­schen Pfad des Easy Lis­ten­ing.


Die Zeit­an­sa­ge ist span­nen­der als das… (HR)

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Geor­gi­en 2007: Köni­gin Sopho die Ers­te

Einen bom­bas­ti­schen Erst­auf­tritt legt das New­co­mer­land Geor­gi­en hin: es ent­sen­det einen sin­gen­den Eis­be­cher! Sopho Khal­va­shi heißt die Gute, und sie bringt zum Euro­vi­si­ons­de­büt des ehe­ma­li­gen Sowjet­staa­tes nicht nur ein bizar­res Eth­no­stück mit hart an der Gren­ze zum schmerz­haf­ten lie­gen­den Gesangs(dis-)harmonien und einer vagen Remi­nes­zenz an frü­he­re Björk-Num­mern mit, son­dern auch das bis­lang wohl unglaub­lichs­te Trick­kleid in der an Trick­klei­dern nicht gera­de armen Grand-Prix-Geschich­te.


Lei­der ist nur das offi­zi­el­le Video (ohne Eis­be­cher­kleid) zu fin­den, da singt sie schon “My Sor­ry”

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Andor­ra 2007: A Green Day for Euro­vi­si­on

Nach dem Sieg der fin­ni­schen Gru­sel­ro­cker Lor­di war es nur eine Fra­ge der Zeit: aus­ge­rech­net Andor­ra ent­sen­det ein paar jugend­li­che Punk­ro­cker zum ehe­ma­li­gen Schla­ger-Grand-Prix! Anony­mous hei­ßen die Jungs, sie sin­gen auf Kata­l­an und ihr Stück ist klas­si­scher Punk­rock im Stil von Green Day – drei Minu­ten schnel­les, unun­ter­bro­che­nes Gitar­ren­ge­brat­ze und schnö­se­li­ger Gesang. Immer­hin etwas kom­plett Neu­es und somit Ori­gi­nel­les beim Song Con­test (Athe­na mach­ten ja Ska) und der bis­lang bes­te andor­ra­ni­sche Bei­trag, denn zumin­dest ist er nicht lang­wei­lig. Bei eher kon­ser­va­ti­ven, auf Schwe­den­schla­ger abon­nier­ten Hard­core-Grand-Prix- Fans dürf­te das weni­ger ankom­men. Für die mitt­ler­wei­le doch über­ra­schend vie­len hete­ro­se­xu­el­len männ­li­chen Zuschau­er, die letz­tes Jahr Lor­di den Sieg bescher­ten, aber immer­hin inter­es­sant sein. Bleibt zum Trost: wenigs­tens der Song­ti­tel ist klas­si­sches Euro­vi­si­ongut: ‘Sal­vem el Món’ heißt nichts ande­res als ‘Ret­tet die Welt’.


Ano­t­her Brick in the Wall (AD)

Isra­el 2007: Kaputt kaboom

Isra­el hat sich für einen Song mit poli­ti­schem Inhalt ent­schie­den. Die EBU wird ihn – ent­ge­gen ers­ter ent­spre­chen­der Pres­se­mel­dun­gen – vor­aus­sicht­lich den­noch nicht dis­qua­li­fi­zie­ren. ‘Push the But­ton’ heißt der Bei­trag, und das klingt ja erst mal nach einer lus­ti­gen Girl­group-Pop­num­mer. Doch weit gefehlt. Weder musi­ka­lisch (die Teapacks machen eine sehr eige­ne Form der Pop­mu­sik, die sich sämt­li­chen gän­gi­gen Ele­men­ten wie wahr­nehm­ba­rem Refrain, Melo­die oder erkenn­ba­rer Song­struk­tur ver­wei­gert; dafür arbei­ten sie mit der Quetsch­kom­mo­de) noch inhalt­lich könn­te das wei­ter ent­fernt sein. Der auf eng­lisch, fran­zö­sisch und hebrä­isch gesun­ge­ne (bzw. gespro­che­ne) Text ist eine kla­re und unmiss­ver­ständ­li­che Ansa­ge gegen den “Ter­ror von Fana­ti­kern”, im spe­zi­el­len gegen die jüngs­ten ira­ni­schen Dro­hun­gen eines Nukle­ar­kriegs gegen das Land.


But never­theless: schön geht anders (IL)

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Take me to your Hea­ven: Schwe­den über­nimmt den ESC

Schwe­di­sche Kom­po­nis­ten machen sich breit beim Euro­vi­si­on Song Con­test: bereits in vier Län­dern sind ihre Songs am Start. Schon seit jeher gehört das skan­di­na­vi­sche Land zu den füh­ren­den Euro­vi­si­ons­na­tio­nen, deren Bei­trä­ge meist her­vor­ra­gend abschnei­den. Kaum ein ande­res Land ist so euro­vi­si­ons­be­geis­tert. Die dor­ti­ge Vor­ent­schei­dung, das Melo­di­fes­ti­va­len, erzielt regel­mä­ßig sen­sa­tio­nel­le Ein­schalt­quo­ten, sei­ne Teil­neh­mer domi­nie­ren mona­te­lang die schwe­di­schen Charts. Unter Grand-Prix-Fans gilt das MF als die wich­tigs­te Vor­ent­schei­dung von allen, regel­mä­ßig wer­den dort Acts und Songs für die hin­te­ren Plät­ze geop­fert, für die ande­re Natio­nen (unter ande­rem die deut­sche) töten wür­den. Die schwe­di­sche Musik­in­dus­trie pro­fi­tiert jedoch auch wie kaum in einem zwei­ten Land vom Euro­vi­si­on Song Con­test. Mit dem Sieg von Abba 1974 begann eine bei­spiel­lo­se inter­na­tio­na­le Kar­rie­re für die Band. Seit­her fin­den auch ande­re Pro­duk­tio­nen aus dem Land der Herings­häpp­chen brei­te Beach­tung, sei­en es Roxet­te, Red­nex (die­ses Jahr in der rumä­ni­schen Vor­ent­schei­dung dis­qua­li­fi­ziert), Ace of Base oder aktu­ell The Ark.


Der Cot­ton Eye Joe, sieb­zehn­ter Auf­guss: Red­nex & Ro-Mania, Well-o-Wee

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Grie­chen­land 2007: Un, dos, tres

Grie­chen­land ent­schied sich für Sar­bel Micha­el, den “Ricky Mar­tin mit Bouz­ou­ki” (dot­eu­ro­vi­si­on). Eine treff­li­che Wahl, auch wenn man sei­nem Bei­trag ‘Yas­sou Maria’ nun sicher kei­ne Ori­gi­na­li­tät vor­wer­fen kann. Zu sehr erin­nert der extrem ein­gän­gi­ge Uptem­po-Song an erfolg­rei­che grie­chi­sche Bei­trä­ge der letz­ten Jah­re. Von Sakis Rou­vas (2004) über­nahm er das “Shake it”, von Hele­na Papa­riz­ou (2005) das Kom­po­nis­ten­team und den Tanz­stil. Und an Ricky Mar­tins Smash­hit ‘Maria’ erin­nert sein Song nun nicht nur vom Titel her. Sar­bel fügt dem Gan­zen noch ein paar dezent ein­ge­streu­te Bouz­ou­ki­klän­ge und ein paar lus­ti­ge Tanz­be­we­gun­gen, die an ori­en­ta­li­sche Schlei­er­tän­ze erin­nern, hin­zu. Genau das könn­te sich aller­dings auch als Bume­rang erwei­sen: in die Fuß­stap­fen von Sakis Rou­vas passt der 24jährige nicht ganz her­ein – und dass die besun­ge­ne “Maria” wirk­lich “she is mine” sei, nimmt man ihm nicht ganz ab. Egal – unter­halt­sam ist das alle­mal, und von mir aus darf Grie­chen­land ger­ne die nächs­ten 15 Jah­re sol­che Songs ein­rei­chen!


Der Hüft­le­g­asthe­ni­ker: Sar­bel

Mon­te­ne­gro 2007: Kat­ze­klo

War dafür wirk­lich die Abspal­tung Mon­te­ne­gros von Ser­bi­en erfor­der­lich? Damit sie Stevan Fad­dy schi­cken kön­nen? Wir erin­nern uns: letz­tes Jahr war es wegen offen­sicht­li­cher Schie­bung durch die mon­te­ne­gri­ni­sche Jury zu tumult­ar­ti­gen Aus­schrei­tun­gen bei der gemein­sa­men Vor­ent­schei­dung Ser­bi­en-Mon­te­ne­gros gekom­men. Anschlie­ßend ging das Hau­en und Ste­chen auf offi­zi­el­ler Ebe­ne wei­ter, mit dem Ergeb­nis, dass das bis­lang sehr erfolg­rei­che Land nicht am Euro­vi­si­on Song Con­test teil­nahm. Bei einer Volks­ab­stim­mung im Mai 2006 ent­schie­den sich die rund 650.000 Mon­te­ne­gri­ner dann mit knap­per Mehr­heit für eine Abspal­tung von Ser­bi­en. Wes­we­gen bei­de Län­der dies­mal getrennt teil­neh­men und natür­lich auch getrennt abstim­men. Was das Poten­ti­al für Punk­te­schie­be­rei­en nach Bal­kan-Art nicht gera­de redu­ziert.


Schö­ne Land­schafts­auf­nah­men, schlim­me Musik (ME)

wei­ter­le­senMon­te­ne­gro 2007: Kat­ze­klo

Fünf­ter Super­sams­tag 2007: Insie­me! (LV, ES, CY)

Super: natio­na­le Eigen­hei­ten ver­mi­schen sich beim Euro­vi­si­on Song zu einem gesamt­eu­ro­päi­schen Kunst­werk. Let­ti­sche Ita­lie­ni­er, insel­grie­chi­sche Fran­zo­sen und schwe­di­sche Spa­ni­er: so klingt der pan­eu­ro­päi­sche Sound. Die Bal­ten gehen dies­mal als “Friends of the Ita­li­an Ope­ra” und ent­sen­den ihre Jun­gen Tenö­re (vgl. DVE 1998). Um die Lächer­lich­keit auf die Spit­ze zu trei­ben, nen­nen die Sechs sich auch noch – ganz inter­net­tig – bonaparti.lv. Ernst­haft. Und knö­deln in schlimmst mög­li­cher Seicht­heit von ‘Die­ser Nacht’ (‘Ques­ta Not­te’). Ob sie damit – zusätz­lich zu den abstim­men­den Omis – auf die Stim­men der­je­ni­gen Hard­core-Grand-Prix-Fans spe­ku­lie­ren, die auch in fünf­zig Jah­ren noch grei­nen wer­den, dass Ita­li­en nicht mehr mit­macht beim Gesangs­wett­be­werb? Wenn man die­se Bil­lig­lohnsän­ger erlebt hat, weiß man, war­um. Schickt ihnen die Mafia auf den Hals, pron­to!


Die let­ti­schen Bier­kut­scher

wei­ter­le­senFünf­ter Super­sams­tag 2007: Insie­me! (LV, ES, CY)

Vier­ter Super­sams­tag 2007 (AM, BE, BG, MK)

Mas­sig neue Euro­vi­si­ons­bei­trä­ge lie­fen die­ses Wochen­en­de auf. Kön­nen natür­lich nicht alles Knal­ler sein. Hier also die Sek­ti­on “Fer­ner lie­fen”. Es beginnt mit einer opti­schen Kreu­zung aus David Has­sel­hoff und Tom Jones für Arme­ni­en. Akus­tisch ein Mix aus Hari Mata Hari (BA 2006) und Nuno Resen­de (BE 2005), ist ‘Any­ti­me you need’ von Hay­ko (lei­der ohne May­ko, harr harr) Hako­by­an nichts ande­res als drei Minu­ten gepfleg­te Lan­ge­wei­le. Hay­ko hat noch nicht mal eine unan­ge­neh­me Stim­me und er singt mit Lei­den­schaft, den­noch bleibt das Stück fade. Viel­leicht klän­ge es in Lan­des­spra­che etwas weni­ger drö­ge als in dem hör­bar schlech­ten Eng­lisch, mit dem er sich abmüht. Sor­ry, das war’n Griff ins Klo!


Das ist doch eine Duduk, die da dezent flö­tet? (AM)

wei­ter­le­senVier­ter Super­sams­tag 2007 (AM, BE, BG, MK)