Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheim­ver­trag mit dem Kar­ma? Oder wie schafft Isra­el es sonst, sei­ne Euro­vi­si­ons­sie­ge mit einer der­ar­ti­gen mathe­ma­ti­schen Prä­zi­si­on in Abstän­den von jeweils exakt 20 Jah­ren über die Grand-Prix-Geschich­te zu ver­tei­len? Und das auch noch mit einem jeweils ziem­lich ähn­li­chen Kon­zept: 1978 schaff­te es Izhar Cohen auf dem Höhe­punkt der Dis­co­wel­le mit einem tanz­ba­ren, von der uni­ver­sa­len Lie­be unter den Men­schen han­deln­den Kin­der­lied namens ‘A Ba Ni Bi’ und einer sen­sa­tio­nel­len Mar­ge-Simp­son-Fri­sur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämp­fe­ri­schen Trans­se­xu­el­len Dana Inter­na­tio­nal mit dem Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Diva’ der bis heu­te wich­tigs­te, weil ein unüber­seh­ba­res, die gesell­schaft­li­che Libe­ra­li­tät beflü­geln­des Zei­chen für Tole­ranz und Respekt gegen­über dem Anders­sein set­zen­de Sieg in der Euro­vi­si­ons­his­to­rie. Und nun, wei­te­re 20 Jah­re spä­ter, führt die fan­tas­ti­sche, vor selbst­be­wuss­tem Charme nur so sprü­hen­de Wucht­brum­me Net­ta Bar­zi­lai die­se pro­gres­si­ve Tra­di­ti­on fort und gewinnt mit der unglaub­lich spa­ßi­gen, eben­falls extrem tanz­ba­ren Eman­zi­pa­ti­ons­hym­ne ‘Toy’, einem so unver­krampf­ten wie kraft­vol­len Bei­trag zur aktu­el­len Femi­nis­mus­de­bat­te, die euro­päi­schen Lie­der­wett­spie­le. Wie wun­der­bar!

Sie sei eine “schö­ne Krea­tur”, behaup­tet die hier vor ihren gol­de­nen “Bären” (Peter Urban) zu sehen­de Net­ta in ihrem Song über sich selbst. Völ­lig zu Recht. Und ein Vor­bild dazu (IL).

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Alba­ni­en: Prä­sen­ta­ti­on des ESC-Remi­xes

Noch im alten Jahr gewann der alba­ni­sche Sän­ger Eugent Bush­pe­pa das tra­di­ti­ons­rei­che hei­mi­sche Fes­ti­va­li i Kën­ges mit sei­nem Bei­trag ‘Mall’ (‘Sehn­sucht’). Der ist aller­dings mit vier­ein­halb Minu­ten deut­lich zu lang für den Euro­vi­si­on Song Con­test, eine mas­si­ve Ampu­ta­ti­on also erfor­der­lich. Heu­te Abend soll das grand-prix-kon­form gekürz­te Ergeb­nis im alba­ni­schen Fern­se­hen vor­ge­stellt wer­den. Eine Haupt­sor­ge der Fans zer­streu­te der Sän­ger bereits im Vor­feld: der Bei­trag soll in Lan­des­spra­che blei­ben.

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AL 2018: Sce­nes from a Mall

Recht früh in der Nacht zum Hei­li­gen Abend fiel in Alba­ni­en die Ent­schei­dung, und sie fiel pas­send: wie als Nach­we­he zum bis nur weni­ge Stun­den zuvor noch euro­pa­weit vor­herr­schen­den weih­nacht­li­chen Geschen­ke­be­schaf­fungs­stress han­delt der von einer Jury aus­ge­wähl­te Sie­ger­song des 56. Fes­ti­va­li i Kën­gës (FiK) von einer der typi­schen Ein­kaufs­stät­ten für die Gaben an die Lie­ben, der ‘Mall’ näm­lich. Ein dro­gen­dür­res Männ­chen mit dunk­len Knopf­au­gen und dem fan­tas­ti­schen Namen Eugent Bush­pe­pa singt das schon spek­ta­ku­lär unspek­ta­ku­lä­re Mid­tem­po-Soft­rock-Stück, das in Wahr­heit natür­lich kein schnö­des Shop­ping­cen­ter, son­dern die ‘Sehn­sucht’ the­ma­ti­siert und wel­ches auch bei den Zuschauer/innen im Kon­gress­pa­last zu Tira­na den lang­an­hal­tends­ten Saa­l­ap­plaus ern­ten konn­te. Nicht völ­lig unver­dient, denn obschon kei­ner der nach den bei­den vor­an­ge­gan­ge­nen Semis ver­blie­be­nen 14 FiK-Titel tat­säch­lich in irgend­ei­ner Form die Wurst von Tel­ler zu zie­hen ver­moch­te, ver­fügt ‘Mall’ wenigs­tens über eine nach­voll­zieh­ba­re Song­struk­tur und einen homöo­pa­thi­schen Schub. Sowie, als sein wuchernds­tes Pfund, einen cha­ris­ma­ti­schen Inter­pre­ten.

Der Herr Busch­pfef­fer mit sei­nem Vier­ein­halb-Minu­ten-Song, den er auch in Lis­sa­bon auf Alba­nisch sin­gen möch­te. Mal sehen, was nach der Ein­kür­zung und dem Remix davon übrig bleibt.

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Fes­ti­va­li i Kën­gës 56, Fina­le

Heu­te Abend ent­schei­den die Juro­ren (und allei­ne die Juro­ren!) im Fina­le des FiK 56, wer 2018 für Alba­ni­en zum Euro­vi­si­on Song Con­test antritt. Die 14 Lie­der des Abends ken­nen wir schon alle, sie wur­den in den bei­den Semis ges­tern und vor­ges­tern aus­ge­siebt. Ob wir den sieg­rei­chen Bei­trag aller­dings in Lis­sa­bon wie­der­erken­nen wer­den, ist die ande­re Fra­ge: zumeist bleibt nach dem tra­di­tio­nel­len Euro­vi­si­ons-Make­over des aus­ge­wähl­ten Titels und dem klas­si­schen Switch von der beim FiK zwin­gend vor­ge­schrie­be­nen Lan­des­spra­che ins Eng­li­sche nichts mehr übrig vom Charme der Ori­gi­nal­fas­sung.

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Vor­ent­scheid AL 2018 (Fina­le)

Fes­ti­va­li i Kën­gës 56. Sams­tag, 23. Dezem­ber 2017, aus dem Kon­gress­pa­last in Tira­na, Alba­ni­en. 14 Teilnehmer/innen. Mode­ra­ti­on: Adi Kras­ta.
#Inter­pretTitelPlatz
01Redon Maka­shiEkzis­toj02
02NA + Fes­ti­na Mezi­niTje­tër jetë
03Vol­tan Pro­da­niE pamun­dur
04Deni­sa Gje­zoZemër ku je
05Tiri Gjo­ciOrë e ndalur
06Orge­sa Zai­miNgri­je zërin
07Rezar­ta Sma­ja + Luiz Ejl­liRa nje yll
08Artemi­sa MithiE dua bot­ën
09Man­jo­la Nall­ba­niI nje­j­ti qiell
10Inis Nezi­riPie­des­tal03
11Bojken LakoSytë e Shpi­rit
12Mari­za Eko­no­miUnë
13Eugent Bush­pe­paMall01
14Elton DedaFjalët

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: The Histo­ry Book on the Shelf

Eine Schnei­se der Ver­wüs­tung, anders lässt es sich nicht bezeich­nen, schlug die allein ent­schei­dungs­be­rech­tig­te Jury ges­tern mit­ten in der Nacht in den alba­ni­schen Vor­ent­scheid zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2018. Seit Don­ners­tag lau­fen, wie wohl­in­for­mier­te Euro­vi­sio­nis­tas wis­sen, im Kon­gress­pa­last zu Tira­na die bei­den Vor­run­den des Fes­ti­va­li i Kën­gës, das tra­di­tio­nell die Sai­son eröff­net und heu­te Abend mit dem Fina­le sein Ende fin­det. 22 Acts tra­ten in den bei­den Semis an und stell­ten 22 Lie­der vor, von denen selbst der lei­dens­be­rei­tes­te Grand-Prix-Fan tat­säch­lich nicht ein ein­zi­ges zwin­gend ein zwei­tes Mal hören müss­te. Wahn­sin­nig zähe, schmerz­haft dis­so­nant gekri­sche­ne Bal­la­den und uner­träg­lich drö­ge Mid­tem­po-Sof­t­rock­stü­cke domi­nier­ten die bei­den Aben­de, nicht ein Stück fand sich dar­un­ter, das nach mensch­li­chen Maß­stä­ben als Pop durch­gin­ge. Mit viel­leicht, wenn man bei­de Ohren zudrückt, einer Aus­nah­me: ‘Bum bum’ von Ergi Bre­gu. Nun weck­te der laut­ma­le­ri­sche Song­ti­tel umge­hend Erin­ne­run­gen an einen sehr ähn­lich benann­ten arme­ni­schen ESC-Bei­trag von 2011, den sei­ne Inter­pre­tin, die pos­sier­li­che Emmi, live lei­der ziem­lich ver­kack­te. Und unse­re Ergi? Nun, hören Sie selbst:

Autschn!

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Fes­ti­va­li i Kën­gës 56, 2. Semi­fi­na­le

Auch am zwei­ten von drei auf­ein­an­der­fol­gen­den fest­li­chen Aben­den gibt es Live-Orches­ter, Juro­ren kurz vor dem Schein­tod, Star­gäs­te bis zum Abwin­ken und mas­sen­haft anstren­gen­des, unme­lo­di­sches Geschrei. Wei­te­re elf Songs tre­ten an, eine Jury ent­schei­det, wer wei­ter­kommt: heu­te wer­den alle Fina­lis­ten bekannt gege­ben.

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Vor­ent­scheid AL 2018 (2. Semi­fi­na­le)

Fes­ti­va­li i Kën­gës 56. Frei­tag, 22. Dezem­ber 2017, aus dem Kon­gress­pa­last in Tira­na, Alba­ni­en. 11 Teilnehmer/innen. Mode­ra­ti­on: Adi Kras­ta.
#Inter­pretTitelqualf.
01Orge­sa Zai­miNgri­je zërin–>
02Deni­sa Gje­zoZemër ku je–>
03Gru­pi Na + Fes­ti­na Mejzi­niTje­tër jetë–>
04Lore­la Sej­di­niPrit­ën edhe pakx
05Artemi­sa MithiE dua bot­ën–>
06Ergi Bre­guBum bumx
07Akull­t­hye­sitDivor­cix
08Xhe­si­ka PoloPër­je­tëx
09Inis Nezi­riPie­des­tal–>
10Tahir Tiri Gjo­ciOrë e nda­lu­ar–>
11LynxVonëx

Und das erwar­tet uns:

Fes­ti­va­li i Kën­gës 56, 1. Semi­fi­na­le

Hur­ra, es geht wie­der los: das alba­ni­sche FiK eröff­net jedes Jahr tra­di­tio­nell die Vor­ent­schei­dungs­sai­son. Der ers­te von drei auf­ein­an­der­fol­gen­den fest­li­chen Aben­den mit Live-Orches­ter, Juro­ren kurz vor dem Schein­tod, Star­gäs­ten bis zum Abwin­ken und mas­sen­haft anstren­gen­dem, unme­lo­di­schem Geschrei. Elf Songs tre­ten pro Semi­fi­na­le an, eine Jury ent­schei­det. Wer wei­ter­kommt, erfah­ren wir aber erst mor­gen Abend. Zu den Teil­neh­mern der heu­ti­gen Show gehört unter ande­rem der frü­he­re alba­ni­sche ESC-Ver­tre­ter Luiz Ejl­li (2006).

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Vor­ent­scheid AL 2018 (1. Semi­fi­na­le)

Fes­ti­va­li i Kën­gës 56. Don­ners­tag, 21. Dezem­ber 2017, aus dem Kon­gress­pa­last in Tira­na, Alba­ni­en. 11 Teilnehmer/innen. Mode­ra­ti­on: Adi Kras­ta.
#Inter­pretTitelqua­lif.
01Elton DedaFjalët–>
02Mari­za Eko­no­miUnë–>
03Endri + Ste­fi Prif­tiMesazhx
04Evans RamaGjur­mëtx
05Genc + David TukiçiTë pan­darëx
06Vol­tan Pro­da­niE pamun­dur–>
07Eugent Bush­pe­paMall–>
08Rezar­ta Sma­ja + Luiz Ejl­liRa nje yll–>
09Bojken LakoSytë e Shpi­rit–>
10Man­jo­la Nall­ba­niI nje­j­ti qiell–>
11Redon Maka­shiEkzis­toj–>

Und das erwar­tet uns:

Ers­tes Semi­fi­na­le 2017: no more Dra­ma

Je unsi­che­rer die Zei­ten, um so mehr suchen die Men­schen fröh­lich stim­men­de Ablen­kung und Zer­streu­ung, so jeden­falls sug­ge­riert es das Ergeb­nis der ers­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de des Euro­vi­si­on Song Con­tests 2017, das am gest­ri­gen Diens­tag­abend im Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­zen­trum zu Kiew über die Büh­ne ging. Bestimm­ten im Vor­feld die­ses Jahr­gangs noch die schänd­li­chen Rän­ke­spie­le um das vom Gast­ge­ber­land Ukrai­ne ver­häng­te Ein­rei­se­ver­bot gegen die rus­si­sche Reprä­sen­tan­tin Julia Samo­yl­o­va sowie die deut­lich ver­schärf­ten Sicher­heits­maß­nah­men rund um die Ver­an­stal­tung die öffent­li­che Wahr­neh­mung des Wett­be­werbs und schu­fen damit ein mul­mi­ges Kli­ma, so setz­ten sich im gest­ri­gen Semi größ­ten­teils die­je­ni­gen Bei­trä­ge durch, die sich an eher uptem­po­rä­ren, aktu­el­len Sounds ori­en­tier­ten und show­tech­nisch alten Wein in neue Schläu­che gos­sen. Also irgend­wie beru­hi­gend Ver­trau­tes und Bewähr­tes boten. Von fast aus­nahms­los allen Teilnehmer/innen ein­heit­lich befolg­te Trends ver­stärk­ten dabei den uni­for­men Ein­druck die­ses Abends: so das bedau­er­li­cher­wei­se fast durch­gän­gig prak­ti­zier­te Ver­ste­cken der Chorsänger/innen hin­ter der Büh­ne; die Domi­nanz der Unschuld und Rein­heit sug­ge­rie­ren­den Far­be Weiß für die Gar­de­ro­be; das ger­ne genom­me­ne Ein­blen­den von Aus­schnit­ten der pro­fes­sio­nel­len Musik­vi­de­os oder von über­le­bens­gro­ßen Por­trät­fo­tos der Künstler/innen auf der LED-Wand im Hin­ter­grund sowie der gera­de­zu skla­visch befolg­te Mode­trend des Flan­king (die Kom­bi­na­ti­on von unsicht­ba­ren Snea­ker­so­cken und Hoch­was­ser­ho­sen zum Zwe­cke des kecken Her­zei­gens eines Strei­fens Bein­flei­sches in Höhe der Fes­seln).

Zwei­ein­vier­tel Stun­den vol­ler hoch­pro­fes­sio­nel­ler TV-Unter­hal­tung: das kom­plet­te ers­te Semi­fi­na­le 2017

wei­ter­le­senErs­tes Semi­fi­na­le 2017: no more Dra­ma

Euro­vi­si­on Death­match #5: Cry me a River

Im fünf­ten Zwei­kampf unse­res Leser/in­nen-Spiels wid­men wir uns einer bei vie­len Fans äußerst belieb­ten Spe­zi­es: der schrei­en­den Frau. Laut­stär­ke und lang­ge­zo­ge­ne Töne brin­gen nicht nur vie­le Juro­ren­her­zen zum Schmel­zen, son­dern sor­gen auch bei etli­chen Euro­vi­sio­nis­tas für Ohr­gas­men. Eine Tech­nik, die gera­de die Alba­ne­rin­nen beson­ders gut beherr­schen, und so soll­te es nicht ver­wun­dern, dass unse­re ers­te heu­ti­ge Kämp­fe­rin für das Land der Ski­pe­ta­ren antritt. Die in den USA leben­de Koso­va­rin behaup­tet in ihrer eth­no-ange­hauch­ten, hoch­dra­ma­ti­schen Bal­la­de ‘World’ zwar, des Kamp­fes müde zu sein und stellt die nicht ganz neue und nicht ganz unbe­rech­tig­te Fra­ge: “What’s this fight all for”? Doch so ganz möch­te man der 28jährigen die­se Anti­kriegs-Atti­tü­de nicht abneh­men. Wür­de sie sonst mit­ten im Song zu einem über zwan­zigs­ekün­di­gen, tech­nisch ein­wand­frei abge­lie­fer­ten Schrei anset­zen, bei dem man im Geis­te förm­lich erspü­ren kann, wie sich im Hin­ter­grund die Jury-Punk­te auf­ad­die­ren? Und auch den Spa­gat zwi­schen ihren unbe­lehr­bar auf das ver­meint­lich wett­be­werbs­fä­hi­ge­re Eng­lisch fixier­ten Lands­leu­ten und den Jahr für Jahr um Lan­des­sprach­lich­keit bet­teln­den inter­na­tio­na­len Grand-Prix-Fans meis­tert sie gran­di­os, in dem sie den angli­fi­zier­ten Text ein­fach mit alba­ni­schem Zun­gen­schlag into­niert und so bei­den Sei­ten ent­ge­gen­kommt. Cle­ver!

Schwebt stets im Abend­kleid durch die koso­va­ri­schen Wäl­der: Lin­di­ta (AL)

wei­ter­le­senEuro­vi­si­on Death­match #5: Cry me a River

Namas­té oweh: die Euro­vi­si­ons­re­mi­xe 2017, Part 2

Nach­dem in den ver­gan­ge­nen Mona­ten inner­halb der nun­mehr abge­schlos­se­nen Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2017 nach und nach alle 43 Bei­trä­ge für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 in Kiew aus­ge­wählt wur­den, tra­fen in der ver­gan­ge­nen Woche, rund um die Dead­line für das Ein­rei­chen der Lie­der bei der EBU, diver­se Remi­xe der bereits fest­ste­hen­den Titel ein, die es hier noch zu bespre­chen gilt. Dazu zählt natür­lich in ers­ter Linie die unver­meid­li­che Über­ar­bei­tung des alba­ni­schen Songs. Der hieß, als er Ende Dezem­ber 2016 das hei­mi­sche Fes­ti­va­li i Kën­ges gewann, noch ‘Botë’: eine hoch­dra­ma­ti­sche, ver­schwen­de­risch orches­trier­te Grand-Prix-Bal­la­de in Lan­des­spra­che, die von dem stimm­si­cher, prä­zi­se und mit Hin­ga­be dar­ge­bo­te­nen Gekrei­sche sei­ner Inter­pre­tin lebt, sowie von den sehr prä­sen­ten und ein­drucks­vol­len Chor­sän­ge­rin­nen, die Lin­di­tas laut­star­kes Kla­gen mit einer Art schmerz­voll-dunk­lem Grund­brum­men aufs Wun­der­bars­te kom­bi­nie­ren. Der nun prä­sen­tier­te, unver­meid­li­cher­wei­se ent­täu­schen­de ESC-Remix mischt letz­te­res bis an die unte­re Gren­ze der Wahr­nehm­bar­keit her­un­ter, hallt und don­nert dafür die Lead­stim­me gigan­tisch auf, was dem Lied ein wenig die Balan­ce nimmt. Als viel schlim­mer erweist sich jedoch die Sprach­wahl: wäh­rend Instru­men­tie­rung und Län­ge prak­tisch unver­än­dert blei­ben (‘Botë’ beach­te­te, extrem unge­wöhn­lich für einen alba­ni­schen Song, bereits in der FiK-Fas­sung die magi­sche → Drei-Minu­ten-Gren­ze), singt Frau Hami­li den Bei­trag in Kiew, wie üblich und wie bereits ange­kün­digt, unter dem neu­en Titel ‘World’ auf Eng­lisch.

Gleicht ertrinkt sie in ihrem eige­nen Echo: Lin­di­ta (AL)

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