Fes­ti­va­li i Kën­gës 57, Fina­le

Revo­lu­ti­on beim alt­ehr­wür­di­gen Fes­ti­va­li i Kën­gës: um die jün­ge­ren Zuschauer/innen zurück­ge­win­nen, die in den letz­ten Jah­ren nicht mehr so begeis­tert ein­schal­te­ten, ertö­nen auch im FiK-Fina­le alle 22 vom Sen­der aus­ge­wähl­ten Bei­trä­ge im Halb­play­ver­fah­ren. Das tra­di­ti­ons­rei­che RTSH-Sym­pho­nie­or­ches­ter wur­de ins ers­te Halb­fi­na­le ver­bannt. Bei der heu­ti­gen Abstim­mung, wer zum Euro­vi­si­on Song Con­test nach Tel Aviv fah­ren darf, hat aber wei­ter­hin die Jury das Zep­ter fest in der Hand – eine Zuschau­er­ab­stim­mung wür­de das Land ver­mut­lich in sei­nen Grund­fes­ten erschüt­tern. Immer­hin soll die Stim­me der Jugend wenigs­tens ein biss­chen Berück­sich­ti­gung fin­den: die 15 Jahr­gangs­bes­ten der Hoch­schu­len zu Tira­na durf­ten in den Semis die 22 Songs eva­lu­ie­ren. Damit sol­le der “Enthu­si­as­mus” des Publi­kums, das sich zuletzt “aus ver­schie­de­nen Grün­den nicht mehr so ver­bun­den” fühl­te, wie­der “auf­ge­frischt” wer­den, so der künst­le­ri­sche Lei­ter des Fes­ti­va­li i Kën­gës 57, Inva Mula. Na dann!

Vor­ent­scheid AL 2019 (Fina­le)

Fes­ti­va­li i Kën­gës 57. Sams­tag, 22. Dezem­ber 2018, aus dem Kon­gress­pa­last in Tira­na, Alba­ni­en. 22 Teilnehmer/innen. Mode­ra­ti­on: .
#Interpret/inTitelPlatz
Aurel Thelli­miTë dua ty
Bojken LakoJete jeten
Bru­no Pol­lo­ga­tiBru­no Pol­lo­ga­ti
Dilan RekaKar­ma
Eli­za HoxhaPen­gu
Elo­na IslamajNë këtë botë kalim­t­arë
Elton DedaQetë­sisht
Eran­da Libo­ho­va100 pyet­je
Gje­rgj LekaBesoj
Alar BandDas­hu­ria nuk mjaft­on
Joni­da Mali­qiKthe­ju tokës
Kel­lyA më ndj­ën
Klint Coll­a­kuMe jete
Klo­dia­na VataMbrem­je e pafund
Kuj­tim Pro­da­niBabe­la
Lidia LufiRrëf­ehem
Lore­la Sej­di­niVet­mi
Mar­ko Stra­zi­mi­ri & ImbroLej­la
MirudNënë
Orge­sa Zai­miHije
Soni MalajDo vij
Vike­na Kameni­caNat­ën e mirë

Fes­ti­va­li i Kën­gës 57, Semi 2

Logo FiK 57 © RTSH

Pünkt­lich öff­net das alba­ni­sche Fes­ti­va­li i Kën­gës kurz vor dem Fest wie­der sei­ne Pfor­ten. 22 Konkurrent/innen wur­den vom Sen­der RTSH aus­ge­sucht, die ihre Songs an allen drei Aben­den des alt­ehr­wür­di­gen Lie­der­fes­ti­vals zum Vor­tra­ge brin­gen wer­den. Am gest­ri­gen Auf­takt­abend hör­ten wir die Songs mit tra­di­tio­nel­ler Orches­ter­be­glei­tung, nun wird es euro­vi­sio­nä­rer: alle 22 Bei­trä­ge kom­men heu­te in der Stu­dio­fas­sung zur Auf­füh­rung, also wie beim Euro­vi­si­on Song Con­test mit Halb­play­back und Live­ge­sang. Auch das Sta­ging soll bereits ESC-Stan­dards genü­gen. Damit will der Sen­der jün­ge­re Ziel­grup­pen anspre­chen. Auch heu­te fällt jedoch noch kei­ne Ent­schei­dung für Tel Aviv.

Natur­blond: FiK-Rück­keh­rer Bojken Lako

Die Teilnehmer/innen und Songs:

  • Aurel Thelli­mi – Të dua ty
  • Bojken Lako – Jete jeten
  • Bru­no Pol­lo­ga­ti – Nuk ka stop
  • Dilan Reka – Kar­ma
  • Eli­za Hoxha – Pen­gu
  • Elo­na Islamaj – Në këtë botë kalim­t­arë
  • Elton Deda – Qetë­sisht
  • Eran­da Libo­ho­va – 100 pyet­je
  • Gje­rgj Leka – Besoj
  • Alar Band – Das­hu­ria nuk mjaft­on
  • Joni­da Mali­qi – Kthe­ju tokës
  • Kel­ly – A më ndj­ën
  • Klint Coll­a­ku – Me jete
  • Klo­dia­na Vata – Mbrem­je e pafund
  • Kuj­tim Pro­da­ni – Babe­la
  • Lidia Lufi – Rrëf­ehem
  • Lore­la Sej­di­ni – Vet­mi
  • Mar­ko Stra­zi­mi­ri & Imbro – Lej­la
  • Mirud – Nënë
  • Orge­sa Zai­mi – Hije
  • Soni Malaj – Do vij
  • Vike­na Kameni­ca – Nat­ën e mirë

(Quel­le: Euro­vi­si­on Aus­tria)

Fes­ti­va­li i Kën­gës 57, Semi 1

Fes­ti­va­li 57 © RTSH

Pünkt­lich öff­net das alba­ni­sche Fes­ti­va­li i Kën­gës kurz vor dem Fest wie­der sei­ne Pfor­ten. 22 Konkurrent/innen wur­den vom Sen­der RTSH aus­ge­sucht, die ihre Songs an allen drei Aben­den des alt­ehr­wür­di­gen Lie­der­fes­ti­vals zum Vor­tra­ge brin­gen wer­den. Der Auf­takt­abend offe­riert einen Fest­schmaus für die Tra­di­tio­na­lis­ten: heu­te erklin­gen, so wie wir das bis­lang vom FiK ken­nen, die 22 Bei­trä­ge in Beglei­tung des RTSH-Sin­fo­nie­or­ches­ters, also im opu­len­ten Breit­wand­klang. Mor­gen hören wir alle Lie­der noch­mals, aber dann in einem zeit­ge­mä­ße­ren Gewand, um auch die jün­ge­ren Zuschauer/innen anzu­spre­chen.

Mehr­fach-FiKer: Dilan Reka.

Die Teilnehmer/innen und Songs:

  • Aurel Thelli­mi – Të dua ty
  • Bojken Lako – Jete jeten
  • Bru­no Pol­lo­ga­ti – Nuk ka stop
  • Dilan Reka – Kar­ma
  • Eli­za Hoxha – Pen­gu
  • Elo­na Islamaj – Në këtë botë kalim­t­arë
  • Elton Deda – Qetë­sisht
  • Eran­da Libo­ho­va – 100 pyet­je
  • Gje­rgj Leka – Besoj
  • Alar Band – Das­hu­ria nuk mjaft­on
  • Joni­da Mali­qi – Kthe­ju tokës
  • Kel­ly – A më ndj­ën
  • Klint Coll­a­ku – Me jete
  • Klo­dia­na Vata – Mbrem­je e pafund
  • Kuj­tim Pro­da­ni – Babe­la
  • Lidia Lufi – Rrëf­ehem
  • Lore­la Sej­di­ni – Vet­mi
  • Mar­ko Stra­zi­mi­ri & Imbro – Lej­la
  • Mirud – Nënë
  • Orge­sa Zai­mi – Hije
  • Soni Malaj – Do vij
  • Vike­na Kameni­ca – Nat­ën e mirë

(Quel­le: Euro­vi­si­on Aus­tria)

Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheim­ver­trag mit dem Kar­ma? Oder wie schafft Isra­el es sonst, sei­ne Euro­vi­si­ons­sie­ge mit einer der­ar­ti­gen mathe­ma­ti­schen Prä­zi­si­on in Abstän­den von jeweils exakt 20 Jah­ren über die Grand-Prix-Geschich­te zu ver­tei­len? Und das auch noch mit einem jeweils ziem­lich ähn­li­chen Kon­zept: 1978 schaff­te es Izhar Cohen auf dem Höhe­punkt der Dis­co­wel­le mit einem tanz­ba­ren, von der uni­ver­sa­len Lie­be unter den Men­schen han­deln­den Kin­der­lied namens ‘A Ba Ni Bi’ und einer sen­sa­tio­nel­len Mar­ge-Simp­son-Fri­sur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämp­fe­ri­schen Trans­se­xu­el­len Dana Inter­na­tio­nal mit dem Tanz­flä­chen­fül­ler ‘Diva’ der bis heu­te wich­tigs­te, weil ein unüber­seh­ba­res, die gesell­schaft­li­che Libe­ra­li­tät beflü­geln­des Zei­chen für Tole­ranz und Respekt gegen­über dem Anders­sein set­zen­de Sieg in der Euro­vi­si­ons­his­to­rie. Und nun, wei­te­re 20 Jah­re spä­ter, führt die fan­tas­ti­sche, vor selbst­be­wuss­tem Charme nur so sprü­hen­de Wucht­brum­me Net­ta Bar­zi­lai die­se pro­gres­si­ve Tra­di­ti­on fort und gewinnt mit der unglaub­lich spa­ßi­gen, eben­falls extrem tanz­ba­ren Eman­zi­pa­ti­ons­hym­ne ‘Toy’, einem so unver­krampf­ten wie kraft­vol­len Bei­trag zur aktu­el­len Femi­nis­mus­de­bat­te, die euro­päi­schen Lie­der­wett­spie­le. Wie wun­der­bar!

Sie sei eine “schö­ne Krea­tur”, behaup­tet die hier vor ihren gol­de­nen “Bären” (Peter Urban) zu sehen­de Net­ta in ihrem Song über sich selbst. Völ­lig zu Recht. Und ein Vor­bild dazu (IL).

wei­ter­le­senVon Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­­le 2018

AL 2018: Sce­nes from a Mall

Recht früh in der Nacht zum Hei­li­gen Abend fiel in Alba­ni­en die Ent­schei­dung, und sie fiel pas­send: wie als Nach­we­he zum bis nur weni­ge Stun­den zuvor noch euro­pa­weit vor­herr­schen­den weih­nacht­li­chen Geschen­ke­be­schaf­fungs­stress han­delt der von einer Jury aus­ge­wähl­te Sie­ger­song des 56. Fes­ti­va­li i Kën­gës (FiK) von einer der typi­schen Ein­kaufs­stät­ten für die Gaben an die Lie­ben, der ‘Mall’ näm­lich. Ein dro­gen­dür­res Männ­chen mit dunk­len Knopf­au­gen und dem fan­tas­ti­schen Namen Eugent Bush­pe­pa singt das schon spek­ta­ku­lär unspek­ta­ku­lä­re Mid­tem­po-Softrock-Stück, das in Wahr­heit natür­lich kein schnö­des Shop­ping­cen­ter, son­dern die ‘Sehn­sucht’ the­ma­ti­siert und wel­ches auch bei den Zuschauer/innen im Kon­gress­pa­last zu Tira­na den lang­an­hal­tends­ten Saa­l­ap­plaus ern­ten konn­te. Nicht völ­lig unver­dient, denn obschon kei­ner der nach den bei­den vor­an­ge­gan­ge­nen Semis ver­blie­be­nen 14 FiK-Titel tat­säch­lich in irgend­ei­ner Form die Wurst von Tel­ler zu zie­hen ver­moch­te, ver­fügt ‘Mall’ wenigs­tens über eine nach­voll­zieh­ba­re Song­struk­tur und einen homöo­pa­thi­schen Schub. Sowie, als sein wuchernds­tes Pfund, einen cha­ris­ma­ti­schen Inter­pre­ten.

Der Herr Busch­pfef­fer mit sei­nem Vier­ein­halb-Minu­ten-Song, den er auch in Lis­sa­bon auf Alba­nisch sin­gen möch­te. Mal sehen, was nach der Ein­kür­zung und dem Remix davon übrig bleibt.

wei­ter­le­senAL 2018: Sce­nes from a Mall

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: The Histo­ry Book on the Shelf

Eine Schnei­se der Ver­wüs­tung, anders lässt es sich nicht bezeich­nen, schlug die allein ent­schei­dungs­be­rech­tig­te Jury ges­tern mit­ten in der Nacht in den alba­ni­schen Vor­ent­scheid zum Euro­vi­si­on Song Con­test 2018. Seit Don­ners­tag lau­fen, wie wohl­in­for­mier­te Euro­vi­sio­nis­tas wis­sen, im Kon­gress­pa­last zu Tira­na die bei­den Vor­run­den des Fes­ti­va­li i Kën­gës, das tra­di­tio­nell die Sai­son eröff­net und heu­te Abend mit dem Fina­le sein Ende fin­det. 22 Acts tra­ten in den bei­den Semis an und stell­ten 22 Lie­der vor, von denen selbst der lei­dens­be­rei­tes­te Grand-Prix-Fan tat­säch­lich nicht ein ein­zi­ges zwin­gend ein zwei­tes Mal hören müss­te. Wahn­sin­nig zähe, schmerz­haft dis­so­nant gekri­sche­ne Bal­la­den und uner­träg­lich drö­ge Mid­tem­po-Sof­trock­stü­cke domi­nier­ten die bei­den Aben­de, nicht ein Stück fand sich dar­un­ter, das nach mensch­li­chen Maß­stä­ben als Pop durch­gin­ge. Mit viel­leicht, wenn man bei­de Ohren zudrückt, einer Aus­nah­me: ‘Bum bum’ von Ergi Bre­gu. Nun weck­te der laut­ma­le­ri­sche Song­ti­tel umge­hend Erin­ne­run­gen an einen sehr ähn­lich benann­ten arme­ni­schen ESC-Bei­trag von 2011, den sei­ne Inter­pre­tin, die pos­sier­li­che Emmi, live lei­der ziem­lich ver­kack­te. Und unse­re Ergi? Nun, hören Sie selbst:

Autschn!

wei­ter­le­senPer­len der Vor­ent­schei­dun­gen: The Histo­ry Book on the Shelf

Ers­tes Semi­fi­na­le 2017: no more Dra­ma

Je unsi­che­rer die Zei­ten, um so mehr suchen die Men­schen fröh­lich stim­men­de Ablen­kung und Zer­streu­ung, so jeden­falls sug­ge­riert es das Ergeb­nis der ers­ten Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de des Euro­vi­si­on Song Con­tests 2017, das am gest­ri­gen Diens­tag­abend im Inter­na­tio­na­len Aus­stel­lungs­zen­trum zu Kiew über die Büh­ne ging. Bestimm­ten im Vor­feld die­ses Jahr­gangs noch die schänd­li­chen Rän­ke­spie­le um das vom Gast­ge­ber­land Ukrai­ne ver­häng­te Ein­rei­se­ver­bot gegen die rus­si­sche Reprä­sen­tan­tin Julia Samo­yl­o­va sowie die deut­lich ver­schärf­ten Sicher­heits­maß­nah­men rund um die Ver­an­stal­tung die öffent­li­che Wahr­neh­mung des Wett­be­werbs und schu­fen damit ein mul­mi­ges Kli­ma, so setz­ten sich im gest­ri­gen Semi größ­ten­teils die­je­ni­gen Bei­trä­ge durch, die sich an eher uptem­po­rä­ren, aktu­el­len Sounds ori­en­tier­ten und show­tech­nisch alten Wein in neue Schläu­che gos­sen. Also irgend­wie beru­hi­gend Ver­trau­tes und Bewähr­tes boten. Von fast aus­nahms­los allen Teilnehmer/innen ein­heit­lich befolg­te Trends ver­stärk­ten dabei den uni­for­men Ein­druck die­ses Abends: so das bedau­er­li­cher­wei­se fast durch­gän­gig prak­ti­zier­te Ver­ste­cken der Chorsänger/innen hin­ter der Büh­ne; die Domi­nanz der Unschuld und Rein­heit sug­ge­rie­ren­den Far­be Weiß für die Gar­de­ro­be; das ger­ne genom­me­ne Ein­blen­den von Aus­schnit­ten der pro­fes­sio­nel­len Musik­vi­de­os oder von über­le­bens­gro­ßen Por­trät­fo­tos der Künstler/innen auf der LED-Wand im Hin­ter­grund sowie der gera­de­zu skla­visch befolg­te Mode­trend des Flan­king (die Kom­bi­na­ti­on von unsicht­ba­ren Snea­ker­so­cken und Hoch­was­ser­ho­sen zum Zwe­cke des kecken Her­zei­gens eines Strei­fens Bein­flei­sches in Höhe der Fes­seln).

Zwei­ein­vier­tel Stun­den vol­ler hoch­pro­fes­sio­nel­ler TV-Unter­hal­tung: das kom­plet­te ers­te Semi­fi­na­le 2017

wei­ter­le­senErs­tes Semi­fi­na­le 2017: no more Dra­ma

Euro­vi­si­on Death­match #5: Cry me a River

Im fünf­ten Zwei­kampf unse­res Leser/in­nen-Spiels wid­men wir uns einer bei vie­len Fans äußerst belieb­ten Spe­zi­es: der schrei­en­den Frau. Laut­stär­ke und lang­ge­zo­ge­ne Töne brin­gen nicht nur vie­le Juro­ren­her­zen zum Schmel­zen, son­dern sor­gen auch bei etli­chen Euro­vi­sio­nis­tas für Ohr­gas­men. Eine Tech­nik, die gera­de die Alba­ne­rin­nen beson­ders gut beherr­schen, und so soll­te es nicht ver­wun­dern, dass unse­re ers­te heu­ti­ge Kämp­fe­rin für das Land der Ski­pe­ta­ren antritt. Die in den USA leben­de Koso­va­rin behaup­tet in ihrer eth­no-ange­hauch­ten, hoch­dra­ma­ti­schen Bal­la­de ‘World’ zwar, des Kamp­fes müde zu sein und stellt die nicht ganz neue und nicht ganz unbe­rech­tig­te Fra­ge: “What’s this fight all for”? Doch so ganz möch­te man der 28jährigen die­se Anti­kriegs-Atti­tü­de nicht abneh­men. Wür­de sie sonst mit­ten im Song zu einem über zwan­zigs­ekün­di­gen, tech­nisch ein­wand­frei abge­lie­fer­ten Schrei anset­zen, bei dem man im Geis­te förm­lich erspü­ren kann, wie sich im Hin­ter­grund die Jury-Punk­te auf­ad­die­ren? Und auch den Spa­gat zwi­schen ihren unbe­lehr­bar auf das ver­meint­lich wett­be­werbs­fä­hi­ge­re Eng­lisch fixier­ten Lands­leu­ten und den Jahr für Jahr um Lan­des­sprach­lich­keit bet­teln­den inter­na­tio­na­len Grand-Prix-Fans meis­tert sie gran­di­os, in dem sie den angli­fi­zier­ten Text ein­fach mit alba­ni­schem Zun­gen­schlag into­niert und so bei­den Sei­ten ent­ge­gen­kommt. Cle­ver!

Schwebt stets im Abend­kleid durch die koso­va­ri­schen Wäl­der: Lin­di­ta (AL)

wei­ter­le­senEuro­vi­si­on Death­match #5: Cry me a River

Namas­té oweh: die Euro­vi­si­ons­re­mi­xe 2017, Part 2

Nach­dem in den ver­gan­ge­nen Mona­ten inner­halb der nun­mehr abge­schlos­se­nen Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2017 nach und nach alle 43 Bei­trä­ge für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2017 in Kiew aus­ge­wählt wur­den, tra­fen in der ver­gan­ge­nen Woche, rund um die Dead­line für das Ein­rei­chen der Lie­der bei der EBU, diver­se Remi­xe der bereits fest­ste­hen­den Titel ein, die es hier noch zu bespre­chen gilt. Dazu zählt natür­lich in ers­ter Linie die unver­meid­li­che Über­ar­bei­tung des alba­ni­schen Songs. Der hieß, als er Ende Dezem­ber 2016 das hei­mi­sche Fes­ti­va­li i Kën­ges gewann, noch ‘Botë’: eine hoch­dra­ma­ti­sche, ver­schwen­de­risch orches­trier­te Grand-Prix-Bal­la­de in Lan­des­spra­che, die von dem stimm­si­cher, prä­zi­se und mit Hin­ga­be dar­ge­bo­te­nen Gekrei­sche sei­ner Inter­pre­tin lebt, sowie von den sehr prä­sen­ten und ein­drucks­vol­len Chor­sän­ge­rin­nen, die Lin­di­tas laut­star­kes Kla­gen mit einer Art schmerz­voll-dunk­lem Grund­brum­men aufs Wun­der­bars­te kom­bi­nie­ren. Der nun prä­sen­tier­te, unver­meid­li­cher­wei­se ent­täu­schen­de ESC-Remix mischt letz­te­res bis an die unte­re Gren­ze der Wahr­nehm­bar­keit her­un­ter, hallt und don­nert dafür die Lead­stim­me gigan­tisch auf, was dem Lied ein wenig die Balan­ce nimmt. Als viel schlim­mer erweist sich jedoch die Sprach­wahl: wäh­rend Instru­men­tie­rung und Län­ge prak­tisch unver­än­dert blei­ben (‘Botë’ beach­te­te, extrem unge­wöhn­lich für einen alba­ni­schen Song, bereits in der FiK-Fas­sung die magi­sche → Drei-Minu­ten-Gren­ze), singt Frau Hami­li den Bei­trag in Kiew, wie üblich und wie bereits ange­kün­digt, unter dem neu­en Titel ‘World’ auf Eng­lisch.

Gleicht ertrinkt sie in ihrem eige­nen Echo: Lin­di­ta (AL)

wei­ter­le­senNamas­té oweh: die Euro­vi­si­ons­re­mi­xe 2017, Part 2

Alba­ni­ens Euro­vi­si­ons-Bote heißt Lin­di­ta

Knap­pe vier Stun­den Sen­de­zeit für 14 Wett­be­werbs­bei­trä­ge, unzäh­li­ge Pau­sen­acts, end­lo­ses Ges­ab­bel, gefühlt vier­hun­dert Wer­be­un­ter­bre­chun­gen und tech­ni­sche Pan­nen bis zum Abwin­ken: das alba­ni­sche Fern­se­hen RT.SH erin­ner­te uns heu­te Abend mit der 55. Aus­ga­be des Fes­ti­va­li i Kën­ges, der ski­pe­ta­ri­schen Vari­an­te des San Remo Fes­ti­val und ers­ten Grand-Prix-Vor­auswahl der lau­fen­den Sai­son mal wie­der dar­an, war­um die Vor­ent­schei­dun­gen von jen­seits des frü­he­ren Eiser­nen Vor­hangs einen der­art legen­dä­ren Ruf genie­ßen. Hier bil­de­ten Gedulds­pro­ben und unfrei­wil­li­ge Lacher, Freud und Leid ein untrenn­ba­res Kon­glo­me­rat, eine wun­der­ba­re Tor­tur, die ich um kei­nen Preis der Welt hät­te ver­mis­sen wol­len. Und am Ende gewann mal wie­der eine sich lei­den­schaft­lich ver­aus­ga­ben­de Sän­ge­rin mit einer star­ken (und stark hall­un­ter­füt­ter­ten) Stim­me und einer hoch­dra­ma­ti­schen Bal­la­de. Nicht zu Unrecht übri­gens! Lin­di­ta Hali­mi heißt die 27jährige gebür­ti­ge Koso­va­rin, die 2006 den alba­ni­schen Wett­be­werb Top Fest gewann und dadurch in der Hei­mat zum Star wur­de, 2013 in die USA aus­wan­der­te, vor zwei Jah­ren den drit­ten Platz beim FiK beleg­te und 2016 an der aktu­el­len Staf­fel von Ame­ri­can Idol teil­nahm. Ihr Song ‘Botë’ (‘Welt’) beginnt ver­hal­ten, stei­gert sich aber rasch zu einem gei­gen­ge­schwän­ger­ten, von mäch­ti­gen Drum­beats auf­ge­peitsch­ten und im Refrain haupt­säch­lich vom Chor getra­ge­nen Schmacht­fet­zen, zu dem sich die zier­li­che Lin­di­ta in einem kur­ven­be­to­nen­den Kleid die See­le aus dem zar­ten Leib schreit. Aber nicht so ohren­be­täu­bend schrill, wie vie­le ihrer Vor­gän­ge­rin­nen das taten, son­dern durch­aus hand­werk­lich fili­gran. Ein viel­ver­spre­chen­der Sai­son­auf­takt also, auch wenn nun zu befürch­ten steht sicher ist, dass die Alba­ner die­se Num­mer durch einen plas­tik­tal­mi­haf­ten Remix und einen see­len­lo­sen eng­li­schen Text gründ­lich rui­nie­ren. Wie sie das ja immer machen.

Ein­mal um die Welt: Lin­di­ta liegt da was auf der See­le

wei­ter­le­senAlba­ni­ens Euro­vi­­si­ons-Bote heißt Lin­di­ta