Schlagwort: Albanien

Beim Fes­ti­va­li i Kën­gës, dem tra­di­ti­ons­rei­chen alba­ni­schen Lie­der-Fes­ti­val mit fest­li­chen Roben, üppi­gem Orches­ter und aus ver­dien­ten Künst­lern des Vol­kes zusam­men­ge­setz­ter Jury bestimmt das Land der Ski­pe­ta­ren stets schon Ende Dezem­ber sei­nen Euro­vi­si­ons­bei­trag, der anschlie­ßend fast immer musi­ka­lisch kom­plett umge­krem­pelt und angli­fi­ziert wird. Es domi­niert die dis­so­nant krei­schen­de ein­zel­ne Dame.
Dabei seit: 2004; ESC-Sie­ge: kei­ne; Rote Later­nen: kei­ne.

2015, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen, Unsere Lieblinge

Der Lum­pen­samm­ler nach Wien (NO, AZ, RU, SM 2015)

Eigentlich sollte heute Vormittag noch ein ausführlicher Bericht zum Melodi Grand Prix folgen, das ich am Samstag nicht mehr schaffte und Sonntag früh nachzuholen gedachte. Doch dann machte mir die Technik einen Strich durch die Rechnung - nie wieder PCs oder Laptops von Acer! Und zwischenzeitlich stapeln sich hier die noch in letzter Minute vor dem Einsendeschluss ausgewählten oder upgedateten Beiträge für Wien. Daher jetzt im Schnelldurchlauf alles Wichtige vom Wochenende. Die Norweger entschieden sich am Samstag sehenden Auges für noch eine Ballade - und sie trafen damit eine gute Wahl. 'Monster like me' von Mørland und Debrah Scarlett klingt nicht nur vom Namen her wie die Titelmelodie einer Teenager-Vampir-Drama-Serie, auch musikalisch und textlich überzeugt das düstere und dramatisch...
2015, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Elhai­da Dani pullt eine Elit­sa

Eigentlich gehört der unverhoffte Songtausch ja zu den weißrussischen oder ukrainischen Spezialitäten. Nun übt sich auch Albanien in dieser Kunst: wie die Gewinnerin des 53. Festivali i Kenges und diesjährige skipetarische Eurovisionsvertreterin Elhaida Dani gestern auf ihrer Facebook-Seite verkündete, steht ihr Siegertitel 'Diell' nicht mehr für Wien zur Verfügung. Nach ihren Angaben habe Aldo Shllaku, der Komponist des Liedes, sein Einverständnis für die Verwendung als Wettbewerbsbeitrag zurückgezogen. Ob dies im Zusammenhang mit der geplanten Transferierung in Englische und / oder der notwendigen Kürzung auf die regelkonformen drei Minuten steht, ist nicht bekannt. Denkbar scheint auch, dass Dani und / oder RTSH kalte Füße bekamen, zumal man überraschend schnell Ersatz fand: der neue Ti...
2015, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Alba­ni­en 2015: from Zero to Hero

Ein Herz für Randgruppen scheinen sie zu haben, die Skipetaren: als eindrücklichster Auftritt des 53. Festivali i Këngës (FiK), der seit 2004 zur Eurovisionsvorentscheidung genutzten albanischen Variante des feierlichen San-Remo-Festivals, bleibt eine zur Halbzeit eingeschobene, spielerisch-anrührende Vollplaybackperformance des jugendlichen Moderators Turjan Hyska in Begleitung eines aus Kindern aller Altersgruppen mit Down-Syndrom bestehenden Chores in Erinnerung. Aber auch für Ältere war viel Platz beim FiK: so berichtete der schätzungsweise achtzigjährige Enver Petrovci von seinem Besuch in der Oper letzten Sonntag und der darauffolgenden einwöchigen Sauftour durch die Spelunken Tiranas - jedenfalls ließen Outfit (ein fleckenstarrender, zerlumpter Frack und Zylinder), seine Knitterfalt...
Unsere Lieblinge

No Coke: Dr. Alba­ni­en ist tot

Heute morgen starb unter noch ungeklärten Ursachen der mehrfache Festival i Këngës-Teilnehmer und Komponist des albanischen Eurovisionsbeitrags von 2006, 'Zjarr e Ftohtë', dargeboten seinerzeit von Luiz Ejlli und den lustigen Kondomhütchenmännern. Wie die Balkan News Agency berichtet, wurde der 39jährige Rapper Florand Kondo alias Dr. Flori bereits leblos in der Notaufnahme des Mutter-Theresa-Krankenhauses in Tirana eingeliefert. Vermutliche Todesursache sei eine Drogen-Überdosis. Sängerin Juliana Pasha (AL 2010) zeigte sich schockiert: "Die Drogen haben ein weiteres Leben genommen, diesmal das eines albanischen Künstlers. Worte können den Schmerz nicht richtig fassen, den Schmerz über diesen unerwarteten Verlust. Möge Gott mit Deiner Seele sein, Flori." Dr. Flori nahm zuletzt 2013 an der ...
2014, Die Zwanzigzehner, Türkvizyon

Türk­vi­zyon 2014 ohne alba­ni­sches Feu­er?

Nur noch eine Woche bis zum Finale der Türkvizyon 2014 im tatarischen Kasan, und erneut regiert das völlige Chaos. Hieß es ursprünglich einmal, alle Teilnehmer sollten bis zum 30. September feststehen, so tauchte gestern wie aus dem Nichts die am kaspischen Meer gelegene Erdöldiktatur Turkmenistan auf der offiziellen Länderliste des osmanischen Gegen-Grand-Prixs auf. Heute reichte man sogar die Repräsentantin des nach seiner Abspaltung von der Sowjetunion vor allem durch einen bizarren Personenkult um den 2006 verstorbenen, selbsternannten "Türkmenbaşy" (den ehemaligen KP-Vorsitzenden und anschließenden Diktator Saparmyrat Nyýazow) bekannt gewordenen Staates nach: Züleyha Kakayeva heißt sie und verhüllt sich auf dem Pressefoto der Türkvizyonsseite unter einem farbenfrohen Kopftuch. Trotz d...
2014, Die Zwanzigzehner, Türkvizyon

Türk­vi­zyon 2014: da waren’s wie­der 24

Albanien, das dieser Tage erst verbindlich seine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2015 zusagte, ist zugleich das neueste Mitglied im Kreis der Türkvizyon-Länder. Somit bleibt - falls es nicht noch zu weiteren kurzfristigen Änderungen kommt - die Anzahl der Teilnehmerländer bei der zweiten Ausgabe des osmanischen Grand-Prix-Gegenentwurfs im tatarischen Kasan genau so hoch wie bei der Premiere im türkischen Eskişehir, nämlich bei 24. Anstelle der autonomen russischen Republiken Altai und Kemerowo sowie des Kosovos und Weißrusslands treten nach derzeitigem Stand Albanien, Deutschland, der Iran und Russland an. Die skipetarische Vertreterin in Kasan heißt Xhoana Bejko, auch unter Xhoi bekannt (diejenige für Wien entscheidet sich natürlich erst beim traditionellen Festivali i Këngës vom 26....
2014, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Wie ärger­lich: Alba­ni­en ver­saut sich den Song

Seit wenigen Minuten ist die von Anfang an fest eingeplante englischsprachige Fassung des albanischen Beitrags 'Zemërimi i një Nate' von Herciana Matmuja, akkurat in 'One Night's Anger' übersetzt, bekannt. Musikalisch gab es keine all zu großen Änderungen - bis auf eine, allerdings entscheidende: der dreißigsekündige, mit großer Streicherbesetzung und harten Rockgitarren live gespielte Prolog zum eigentlichen, dreiminütigen Lied fällt ersatzlos weg. Und damit leider auch der beste Part des Beitrags, der dem Zuhörer schon mal die Ohren öffnete und die Neugier auf den folgenden Titel weckte. Der plätschert nun anderthalb Minuten unentschieden und strukturlos vor sich hin; bis dann endlich wieder die Rockgitarren hinzukommen und der Song an Fahrt gewinnt, ist es schon zu spät und der Zuhörer ...
2014, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Alba­ni­en 2014: All Kinds of Every­thing

'Zemërimi i një Nate' ('Der Ärger einer Nacht') heißt der albanische Eurovisionsbeitrag 2014 und fasst das Geschehen beim 52. San Roma Festival Festivali i Këngës ganz gut zusammen. Es ist ein musikalischer Kessel Buntes, den Herciana Matmuja, auch bekannt als Hersi, hier präsentiert: auf ein dramatisches James-Bond-Intro mit Rockgitarren folgen überraschend Trompeten und Geigen, dann kippt der Song unvermittelt in eine relativ klassische Klavierballade um. Hersi, ganz in edlem Schwarz und mit, ahem, interessantem Pagenschnitt, singt mit Inbrunst und angemessen zornigem Gesicht. Bei den besonders intensiven Tönen könnte man eine komplette Wassermelone in ihrem Mund versenken. Das wäre alles ganz prima, hätte man nicht eine entscheidende Zutat vergessen: eine Hookline nämlich. Strophen und ...
2013, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

ESC 2. Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht aus­ge­schlos­sen

"Wie der Philosoph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden großen Mannes": schöner hätte Gastgeberin Petra Mede (ich bleibe dabei: ein Glücksgriff für den Grand Prix) den letzten Auftritt des heutigen Abends, Rumäniens Transsylvestie-Star Cezar, nicht abmoderien können. Ein wunderschön runder Eurovisionsabend liegt hinter uns, mit einem wunderschön runden Ergebnis: 90% verdiente Finalisten, das findet sich selten in einer Qualifikationsrunde. Ärgern dürften sich nur die Verschwörungstheoretiker: mit Mazedonien und Albanien schieden heute auch noch die letzten Balkanstaaten aus, der Balkanblock ist damit Geschichte und hat als Ausrede für schlechte Westergebnisse ausgedient. (mehr …)
2013, Die Zwanzigzehner, Proben

Sechs­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: zwei­tes Semi, die Chan­cen

Ein langer Tag liegt vor uns: in Malmö proben heute die 17 Semifinalisten der zweiten Qualifikationsrunde vom Donnerstag zum zweiten Mal. Wie die Blogger berichten und meine Facebook-Meldungen mir bestätigen, trudeln immer mehr Fans in Malmö ein, das EuroFanCafé und der EuroClub füllen sich und die ersten bizarren Musikwünsche werden gespielt. Auch die deutsche Delegation landete heute in Schweden. Wenden wir uns aber nun den Teilnehmern des zweiten Semis und ihren Finalchancen zu, basierend auf dem heutigen Probentag. EuroClub-Track des Tages: 'Hullu yö' (FI 1991) (mehr …)
2013, Die Zwanzigzehner, Proben

Vier­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: von Blut und Alko­hol

'Alcohol is free' ist nicht nur der Titel des griechischen Beitrags, es war auch das gelebte Motto der irischen Party am gestrigen Abend, was bei etlichen Malmö-Bloggern heute früh für personelle Ausfälle und dicke Schädel sorgte, wie zu lesen war. Glücklicherweise waren es auch die Griechen, die als erste heute früh probten und mit ihrem Energie- und Testosteronlevel die Sinne belebten. Leider verzichteten Koza Mostra an ihrem ersten Probentag - noch, wie ich hoffe! - auf die sexy Kilts, dafür brachten sie beleuchtbare Instrumente mit, die bei abgedunkelter Bühne während des Breaks für einen schönen visuellen Effekt sorgen. Natürlich dürfen auch ein paar Sirtakischritte nicht fehlen und am Ende streicht sich Rebetiko-Opa Aghatonos in Anleihe an den Videoclip noch mal über seinen Walroßbar...
2013, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Die fri­schen Euro­vi­si­ons-Remi­xe sind ein­ge­trof­fen!

Eine knappe Woche noch bis zur offiziellen Deadline der EBU für das Einreichen der Eurovisionsbeiträge, und so langsam trudeln immer mehr offizielle Videoclips beim Youtube-Kanal von eurovision.tv ein. Ihre aufpolierten Eurovisionsfassungen präsentierten heute sowohl Albanien als auch die Ukraine. Große Überraschung: gerade die Skipetaren, die ja für das heftige Herumschrauben an ihren Songs bekannt sind, schafften es erstaunlicherweise, trotz massiven Kürzens von über vier auf regelkonforme drei Minuten die 'Identitet' ihres Beitrags zu bewahren. Albanien, das Land des Plattenbaus: Adrian & Bledar (mehr …)
2013, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Alba­ner klau­en jetzt sogar schon ihre Iden­ti­tät! (AL 2013)

Überraschend für die meisten westlichen Zuschauer siegte gestern Abend beim 51. Festivali i Këngës das Duo Adrian Lulgjuraj und Bledar Sejko mit dem Ethnorockstampfer 'Identitet'. Sie setzten sich mit der druckvollen Rockballade im reinen Juryvoting gegen die Exvertreterinnen Anjeza Shahini (2004) und Kejsi Tola (2009) durch, die beide mit stimmlich sauberen Leistungen überzeugten, aber ebenso einschläfernde Lieder performten wie der Rest des albanischen Teilnehmerfeldes. Der Siegersong, obschon auch kein Meisterwerk der Komponierkunst und von sehr begrenzter Eingängigkeit, unterhielt hingegen mit seiner Mischung aus Ethnoklängen, großer Streicherinstrumentierung, nach vorne gehendem Rocksound und einem mit der Zunge gespielten, virtuosen Gitarrensolo. Dieses zentrale Songelement könnte al...
2012, Die Zwanzigzehner, ESC Semifinale

ESC 1. Semi 2012: Scham­lip­pen­lap­pen und Popos

Flammentürme. Immer und immer wieder diese Flammentürme! Der überdeutliche Wille der aserbaidschanischen Herrschersippe der Aliyews, ihren autokratisch regierten, postsowjetischen Kaukasusstaat anläßlich des in Baku auszutragenden Contests als modernes Land zu präsentieren, fand seinen ersten Niederschlag in den zwischen den Auftritten gezeigten Postkarten: wunderschön gemachte touristische Hochglanzbilder, die allerdings in ihrer starken Fokussierung auf die beeindruckenden Prachtbauten der Hauptstadt, darunter die besagten futuristischen - und noch nicht ganz fertiggestellten - gläsernen Drillingshochhäuser, auf Dauer doch ein wenig ermüdeten. (mehr …)
2012, Die Zwanzigzehner, Proben

Déjà vu: 2. Pro­ben AL, RO, CH, BE, FI

Wenig Neues erbrachten die zweiten Probendurchläufe für die nächsten fünf Starter. Rona Nishliu hängt sich nach wie vor stimmlich bei 'Suus' mit voller Hingabe rein - ich hoffe und bete, dass sie am Dienstagabend noch bei Stimme ist, so wie sie sich verausgabt! Dankenswerterweise legte sie das Haarnetz mit den bunten Billardkugeln heute nicht mehr an, und auch ihr aus Rastalocken geflochtener Dutt sah nicht mehr so aus, als wohnten Tiere in ihm. Selbst ihr heutiges Kleidchen stand ihr viel besser. Im Semi, das sagte sie bereits, wird sie aber etwas anderes tragen. Augenscheinlich suchte sie vor der heutigen Probe einen Stukkateur auf: von ihren Hautkratern war nichts mehr zu sein. Ihre sperrige Ballade teilt die Zuhörerschaft weiterhin strikt in ihr zu Füßen liegende Fans (wie mich) und Ha...
2012, Die Zwanzigzehner, Proben

My Baby Baby, bal­la bal­la: 1. Pro­be Alba­ni­en

Rona! Oh mein Gott! Was hat diese Traube aus bunten Tischtennisbällen da auf Deinem Kopf verloren? Bitte mach das weg, sofort! Hörst Du, auf der Stelle! Ja, das mag ein wenig oberflächlich klingen, aber wenn Du möchtest, dass sich die Menschen auf die ergreifende Schönheit Deines bewegenden Klagegesangs einlassen, dann entferne bitte das optische Störfeuer, das von diesem albernen Kugellager ausgeht. Ich verlasse mich außerdem darauf, dass Du im Semi in etwas Festlicherem erscheinst als in dieser umgearbeiteten Abendmahltischdecke - und die Beratung eines Visagisten in Anspruch nimmst. Der Contest wird in HD übertragen, und wenn schon im Internet-Probenvideo die Mondkraterlandschaft Deines Gesichtes so irritierend zur Geltung kommt, wie soll das dann erst auf dem Großbildschirm wirken? So,...
2012, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Fångad av en Betong (AL, EE, CY 2012)

Und die Videos trudeln weiterhin fleißig ein. So kommen wir heute erstmals in den Genuß der gekürzten Eurovisionsfassung von Rona Nishilus 'Suus'. Die Ärmste hat sich augenscheinlich des Präsentationsvideos mit der Albanermafia angelegt und wartet nun, bereits mit einem entsprechenden Beinkleid präpariert, in einer bis auf zwei retardierte Kinder leeren Lagerhalle auf ihren Abtransport in den nächstgelegenen Fluss. Ihr flehendes, ja verzweifeltes Rufen nach einem "Tschai" als Schierlingsbecher verhallt ungehört; noch nicht einmal die beiden imbezilen Schrazen, die Ronas Immobilität zum straffreien Beschmieren der Wände nutzen, machen irgendwelche Anstalten, sie mit dem begehrten Heißgetränk zu versorgen. Obwohl doch sogar schon ein improvisiertes Stövchen zum Erhitzen des Gewürztees parat ...
2012, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Wir trin­ken Tsc­hai (AL 2012)

Als erste Kosovarin wird die 24jährige Rona Nishliu Albanien beim Eurovision Song Contest in Baku vertreten. Mit einer hochdramatischen Ballade über die durch das Trinken von viel zu heißem Gewürztee ("Tschaaaaaaaaaaaaaaaiiiiiiiiii!") verursachten Schmerzen konnte sie beim soeben zuende gegangenen Festivali i Këngës die Juroren überzeugen. Zuschauerstimmen waren bei der 50. Ausgabe des traditionellen albanischen Songfestivals nicht zugelassen. Ronas Beitrag 'Suus' verfügt zwar nur in leisesten Spurenelementen über so etwas wie eine Melodie, von einem wahrnehmbaren Refrain erst gar nicht zu reden. Dafür beeindruckte die Fünftplatzierte von Albanien sucht den Superstar 2004 mit einer Vokalakrobatik, die an die besten Momente polnischer Eurovisionskunst der Neunziger heranreicht. Anscheinend ...
2012, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: Dr. Alban & die sata­ni­schen Murm­ler

Gestern und vorgestern fanden in Tirana die beiden Halbfinale des albanischen Festivali i Këngës (FiK) statt, in denen eine fünfköpfige Jury sich der harten Aufgabe stellte, jeweils ganze vier von jeweils 14 Beiträgen zu elimieren. Opfer dieses Verfahrens wurde im zweiten Semi ausgerechnet ein verschüchtert wirkendes, blutjunges Ding mit dem großartigen Namen Goldi Halili und einem halbgaren Discosong mit dem Titel 'Rroj për dashurinë', der an seinen besten Stellen ganz entfernt an das epochale Italo-Disco-Meisterwerk 'Like a Yo Yo' von Sabrina Salerno erinnerte. Schade drum! Die gestrige Sendung gab dann auch Aufschluß über eine drängende Frage, die sicherlich jeden meiner Leser schon langem beschäftigt: was wurde bloß aus Nu Pagadi? Die 2005 nach nur zwei Single-Veröffentlichungen aufgel...
2011, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Every Song is a Cry (AB 2011)

Albanien hält auf Tradition. Traditionell an Weihnachten fand das dreitägige Festivali i Kënges (FiK) statt. Traditionell stimmte eine Jury ab, und traditionell entschied sich sich für eine furchteinflößende Domina mit einem, wie es Tradition in Albanien ist, laut geschrieenen, dezent orientalisch anmutenden Klagelied mit 'Kënga' ('Lied') im Titel. Wie es die Tradition weiter erfordert, wurde auch dieses Lied bis zur Unkenntlichkeit neu abgemischt und mit einem englischen Text versehen, von dem man aufgrund der traditionell katastrophalen englischen Sprachfähigkeiten der Albaner wiederum kein Wort versteht. "I hold my Nipple in the open Sky"? Verrückte Frau! httpv://www.youtube.com/watch?v=3r5cWoZFIw0 Hier die albanische Originalfassung 'Kengä ime'. Die völlig verblödeten Albaner haben d...
2010, Die Zwanzigzehner, Internationale Vorentscheidungen

Alba­ni­en 2010: An einem Sonn­tag in Tira­na

Wie man Traditionen schafft und gleichzeitig mit ihnen bricht, bewies Albanien beim Festivali i Kenges. Schon traditionell wählte Albanien wieder über die Weihnachtsfeiertage seinen Eurovisionsbeitrag aus und ist damit erneut (und auch bereits traditionell) das erste Land, von dem sowohl Interpret als auch das Lied für Oslo feststehen. Weniger traditionell erscheint der Beitrag: begeisterte mich das Land seit seiner Erstteilnahme fast immer mit zunächst schwer zugänglichen, beim siebzehnten Hören aber um so schöneren Ethnoballaden oder mit grotesk kostümiertem, wunderbar eingängigen Eurotrash, so entschied sich die allein stimmberechtigte Jury diesmal für ein nichts sagendes Nullachtfünfzehn-Uptempostück namens 'Nuk mundem pa ty' (laut NDR auf deutsch etwa 'Ich kann nicht ohne Dich'). Gesu...
2009, Das Millenium, ESC Semifinale, Jurys sind Wichser, Schwules, Unsere Lieblinge

ESC 2. Semi 2009: Don’t be hap­py and don’t be gay

Schizophren: die unglaublich lustige Comedy-Techno-Nummer 'Tingaliin', mit denen die Schweden beim diesjährigen Melodifestivalen zur Einstimmung auf Moskau spaßeshalber sämtliche Russlandklischees auf den Arm nahmen, zog eine diplomatische Krise zwischen beiden Ländern und den offiziellen Protest des dortigen Botschafters nach sich. Als Eröffnungsact des zweiten Semis präsentierten die Russen dann selbst exakt die gleichen tanzenden Bären, Matroschkas und Kalinka-Chöre, über die sie sich zuvor beklagt hatten. Nur, dass der Moskauer Act anscheinend bierernst gemeint war. Womit sich erneut zeigte: wer nicht über sich selbst lachen kann, dem ist auch sonst nicht zu trauen. (mehr …)
2009, Das Millenium, Internationale Vorentscheidungen

Alba­ni­en 2009: This is her Life

So, nach all den Horrornachrichten der letzten Tage nun endlich der erste Lichtblick! Albanien ist mal wieder das erste Teilnehmerland, das seinen Beitrag für Moskau präsentieren kann: Siegerin des zweitägigen Festivali i Kenges am vergangenen Wochenende wurde die sechzehnjährige Kejsi Tola, diesjährige Gewinnerin der Castingshow Albanien sucht den Superstar. Ihren Siegersong mit den vielen lustigen "ë"s im Titel schrieb das selbe Team, das schon für den 2004er Beitrag 'The Image of you' von Anjeza Shahini verantwortlich zeichnete. Merkt man dem Refrain auch stellenweise an, macht aber nichts - im Gegenteil. Jedenfalls ist 'Më merr në ëndërr' bis dato mein offizieller Lieblingsbeitrag 2009. Die Show ist vielleicht etwas sparsam, aber der Song ist geil! (mehr …)
2008, Das Millenium, ESC Finale, Jurys sind Wichser, Trickkleid, Unsere Lieblinge

ESC Fina­le 2008: Lie­be schmeckt wie Kavi­ar

Zwölf Anläufe hatte der flächengrößte und einwohnerstärkste Teilnehmerstaat des Eurovision Song Contest für seinen ersten Grand-Prix-Sieg gebraucht. Seinen Führungsanspruch und seine kulturelle Zugehörigkeit zu Europa wollte Russland damit unterstreichen - und vertiefte doch nur die Gräben, denn kaum ein Siegertitel rief im Westen so eine starke Ablehnung hervor wie Dima Bilans musikalisch malades und überanstrengt dargebotenes 'Believe', welches der Sargnagel für das hundertprozentige Zuschauervoting sein sollte. Für den russischen Plattenmillionär, dem bei seinem Erstversuch 2006 mit dem deutlich besseren 'Never let you go' nur die finnischen Monsterrocker Lordi in die Quere kamen, reichte es lediglich für einen schwachen Rang 54 in den deutschen Verkaufscharts. (mehr …)...
2008, Das Millenium, Internationale Vorentscheidungen

Alba­ni­en 2008: Ich bin heut böse

Auch wenn es Albanien dieses Jahr nicht schaffte, den ersten bekannten Beitrag zum Eurovision Song Contest beizusteuern: die offizielle Eröffnung der Vorentscheidungssaison lässt man sich nicht abnehmen! Bereits traditionell endete mit dem Festivali i Kënges (FiK) das erste nationale Finale des laufenden Jahrganges schon vor Weihnachten. Siegerin ist die junge Olta Boka mit der schmerzensreichen Balkanballade 'Zemrën e lamë peng'. Was nicht etwa 'Wir schießen auf zerzauste Lahme' heißt, wie der Titel suggeriert, sondern 'Wir verspielten unser Herz'. Ein Dokument der Ernsthaftigkeit: Olta Boka beim FiK (mehr …)