Andor­ra ist drau­ßen

Nach staat­li­chen Mit­tel­kür­zun­gen will das andor­ra­ni­sche Fern­se­hen aus der EBU aus­tre­ten, wie es heu­te ver­laut­bar­te. Und kann daher nicht mehr am Euro­vi­si­on Song Con­test teil­neh­men, dem das Land aller­dings die bei­den letz­ten Jah­re auf­grund fort­ge­setz­ter Erfolg­lo­sig­keit ohne­hin fern­blieb. Es schien der brief­mar­ken­gro­ßen Steu­er­oa­se aber auch ein­fach nicht ver­gönnt. 2004 nahm das 85.000 Ein­woh­ner star­ke Fürs­ten­tum erst­mals am Euro­vi­si­on Song Con­test teil. Dem Jahr also, in dem die EBU die Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den (oder Semis) ein­führ­te, in eben wel­chen der Pyre­nä­en­staat dann bei allen sei­nen sechs Teil­nah­men kon­se­quent schei­ter­te, Jahr um Jahr.

httpv://youtu.be/HNOAZL3wM2I
Sehe­risch: Tama­ra Fabi­an fasst die andor­ra­ni­sche Malai­se zusam­men

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Tama­ras fabel­haf­te Grand-Prix-Per­si­fla­gen

Beim Auf­räu­men mei­nes Post­fachs fand ich gera­de den erst sechs Mona­te alten Hin­weis (jawohl, ich bin ein schlam­pi­ger, ver­gess­li­cher alter Sack und es wird böse enden mit mir) auf die fabel­haf­ten pho­ne­ti­schen Cover­ver­sio­nen von Tama­ra Fabi­an, die aus­weis­lich ihrer Song­aus­wahl auch über einen sehr guten Musik­ge­schmack ver­fügt. Mei­ne per­sön­li­che Lieb­lings­be­ar­bei­tung ist natür­lich die­se hier:


Tama­ra Fabi­an: Frag nach Sah­ne

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Andor­ra 2009: You’ll never be Maria Magada­le­na

Mein Gott, ist San­dra aber pum­me­lig gewor­den” war mein ers­ter Gedan­ke, als ich den Video­clip des andor­ra­ni­schen Bei­trags zum ers­ten Mal sah. Dabei han­delt es sich gar nicht um die schwä­bi­sche Haus­frau San­dra Cretu (‘Maria Mag­da­le­na’), die den Zwerg­staat in Mos­kau ver­tritt, son­dern um die däni­sche Dis­co­fee Susan­ne Geor­gi, die als Teil des Duos Me & My bereits 2006 erfolg­los beim dor­ti­gen Melo­di Grand Prix teil­nahm. In Andor­ra schaff­te sie es nun die­ses Jahr und fügt sich mit ‘La teva Decis­ió’ (‘Dei­ne Ent­schei­dung’) naht­los in eine Rei­he belang­lo­ser Träl­ler­lied­chen ohne jeden ech­ten Pop-Appeal ein.


Ei-ei-ei-Ver­po­or­ten

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ESC 1. Semi 2008: Frag nach Samen

Logo des Eurovision Song Contest 2008 (Finale)
Das Eis­kunst­lauf­jahr

The more, the mer­ri­er: wegen der wei­ter­hin anschwel­len­den Zahl der mit­mach­wil­li­gen Län­der – in die­sem Jahr war man bei der Rekord­zahl von 43 Anmel­dun­gen ange­langt! – teil­te die EBU die Qua­li­fi­ka­ti­on nun­mehr auf zwei Halb­fi­na­le auf. Durch die müs­sen seit­her alle, mit Aus­nah­me der gro­ßen Fünf (DE, ES, FR, IT, UK) und des jewei­li­gen aus­rich­ten­den Lan­des, sprich der Vor­jah­res­sie­ger. Mit der Auf­tei­lung der Halb­fi­na­lis­ten auf meh­re­re, am bis­he­ri­gen Abstim­mungs­ver­hal­ten ori­en­tier­ten Län­der­töp­fe ver­such­te man außer­dem, dem all­seits beklag­ten Block­vo­ting ent­ge­gen­zu­wir­ken.

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Andor­ra 2008: I want you in my Room

2002 sang sie noch im Back­ground­chor von Rosa López, jetzt will die eben­falls durch ihre Teil­nah­me an der aller­ers­ten Ope­ra­ción Tri­unfo bekannt gewor­de­ne Gise­la es solo ver­su­chen: in Bel­grad wird die in Bar­ce­lo­na gebo­re­ne Sän­ge­rin für das befreun­de­te Andor­ra an den Start gehen, wie der Sen­der RTVA offi­zi­ell bestä­tig­te. Auch ihr Song steht bereits fest. Er heißt ‘Casa­no­va’ und klingt wie ein Schwe­den­schla­ger.


Boom Boom Boom – you want her in your Room?

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ESC Semi 2007: Wo ist Andor­ra?

Logo des Eurovision Song Contest 2007 (Finale)
Das Jahr der Damen­dar­stel­ler

Natür­lich hät­te ich auf die Ent­täu­schung vor­be­rei­tet sein müs­sen. Schließ­lich bin ich lan­ge genug Fan, um zu wis­sen, dass die fie­sen, geschmacks­ge­stör­ten Tele­vo­ter im Semi­fi­na­le immer die bes­ten Songs aus­sor­tie­ren. Gan­ze 28 Län­der tra­ten in die­sem Jahr in der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­de gegen­ein­an­der an, so vie­le wie noch nie seit der Ein­füh­rung der Semis. Ledig­lich zehn Slots für das Fina­le am Sams­tag gab es, aber 16 von mir favo­ri­sier­te Titel, die unbe­dingt hät­ten wei­ter­kom­men müs­sen! Selbst unter Zuhil­fe­nah­me der Fin­ger konn­te ich mir also aus­rech­nen, dass ein Gut­teil mei­ner Lieb­lin­ge auf der Stre­cke blei­ben wer­den.

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Andor­ra 2007: A Green Day for Euro­vi­si­on

Nach dem Sieg der fin­ni­schen Gru­sel­ro­cker Lor­di war es nur eine Fra­ge der Zeit: aus­ge­rech­net Andor­ra ent­sen­det ein paar jugend­li­che Punk­ro­cker zum ehe­ma­li­gen Schla­ger-Grand-Prix! Anony­mous hei­ßen die Jungs, sie sin­gen auf Kata­lan und ihr Stück ist klas­si­scher Punk­rock im Stil von Green Day – drei Minu­ten schnel­les, unun­ter­bro­che­nes Gitar­ren­ge­brat­ze und schnö­se­li­ger Gesang. Immer­hin etwas kom­plett Neu­es und somit Ori­gi­nel­les beim Song Con­test (Athena mach­ten ja Ska) und der bis­lang bes­te andor­ra­ni­sche Bei­trag, denn zumin­dest ist er nicht lang­wei­lig. Bei eher kon­ser­va­ti­ven, auf Schwe­den­schla­ger abon­nier­ten Hard­core-Grand-Prix- Fans dürf­te das weni­ger ankom­men. Für die mitt­ler­wei­le doch über­ra­schend vie­len hete­ro­se­xu­el­len männ­li­chen Zuschau­er, die letz­tes Jahr Lor­di den Sieg bescher­ten, aber immer­hin inter­es­sant sein. Bleibt zum Trost: wenigs­tens der Song­ti­tel ist klas­si­sches Euro­vi­si­ongut: ‘Sal­vem el Món’ heißt nichts ande­res als ‘Ret­tet die Welt’.


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ESC Semi 2005: La Musi­ca Alpi­na

Logo des Eurovision Song Contest 2005 (Semifinale)
Das Jahr des Trom­mel­tan­zes

Bedenkt man, wie spät die Ukrai­ner auf­grund der poli­ti­schen Ereig­nis­se im Land mit den Vor­be­rei­tun­gen anfin­gen, erstaunt, wie rei­bungs­los und pro­fes­sio­nell der Abend im Sport­pa­last zu Kiew über die Büh­ne ging. Zwi­schen dem Euro­vi­si­ons­sieg in Istan­bul und der Orga­ni­sa­ti­on die­ses Con­tests lag eine mani­pu­lier­te Prä­si­dent­schafts­wahl und eine voll­kom­men fried­li­che, aber kraft­vol­le Revo­lu­ti­on, ange­führt unter ande­rem von der Vor­jah­res­sie­ge­rin Rus­la­na. Dem Gejau­le besorg­ter Fans zufol­ge stand schon zu befürch­ten, dass die Kom­bat­tan­ten auf einem eilig mit Teer zuge­kleis­ter­ten Kar­tof­fel­feld wür­den sin­gen müs­sen. Bis auf klei­ne­re tech­ni­sche Pan­nen lief aber alles glatt. Mal abge­se­hen von der gro­ßen Pan­ne: dem Ergeb­nis des Tele­vo­tings.

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