ESC 1958: Risot­to am Lago Mag­gio­re

Logo des Eurovision Song Contest 1958
1958: Das Jahr des Déjà vu

Drei­mal dabei: bit­te nicht wie­der­wäh­len!” hieß es, die Älte­ren erin­nern sich, in der ZDF-Hit­pa­ra­de immer dann, wenn sich ein Schla­ger zum drit­ten Mal in Fol­ge “pla­ciert” hat­te, wie Die­ter Tho­mas Heck es so schön pseu­do­po­ly­glott aus­sprach. Dann durf­te man als Zuschauer:in für sel­bi­gen kei­ne Post­kar­te mehr schi­cken bzw. nicht mehr anru­fen. Eine sol­che Regel exis­tiert beim Euro­vi­si­on Song Con­test zwar logi­scher­wei­se nicht, den­noch ende­te im drit­ten Jahr sei­nes Bestehens die Dau­er­teil­nah­me von gleich zwei Künst­le­rin­nen, die ihn bei­de bereits seit dem Start in Luga­no beglei­te­ten. Näm­lich zum einen die Nie­der­län­de­rin und Vor­jah­res­sie­ge­rin Cor­ry Brok­ken, die auch dies­mal die Tabel­le anführ­te – aller­dings vom ande­ren Ende aus gese­hen. Das nen­ne ich mal einen har­ten Absturz! Wenn auch einen ver­dien­ten: zwar zeich­ne­te sich kei­ner von Cor­rys Euro­vi­si­ons­bei­trä­gen durch beson­de­ren Pepp aus, aller­dings erwies sich ihre dies­jäh­ri­ge Bal­la­de ‘Heel de Wereld’ (‘Die gan­ze Welt’) als von gera­de­zu exzep­tio­nel­ler Lan­ge­wei­le.

Die sin­nen­freu­di­ge Lys Assia rat­ter­te in rasen­der Geschwin­dig­keit die Spei­sen- und Geträn­ke­kar­te ihres Lieb­lings­ita­lie­ners her­un­ter. Dar­auf einen Ramaz­zot­ti! (CH)

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Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1958: Schla­fes Bru­der

Nach dem auf­wän­di­gen und chao­ti­schen Vor­ent­schei­dungs­ver­fah­ren von 1957 mit sei­nen zahl­rei­chen Vor­run­den und sei­nem Inter­pre­tin­nen­wech­sel in letz­ter Minu­te stand in die­sem Jahr der gal­li­sche Ver­tre­ter bereits von vor­ne­her­ein fest: der sei­ner­zeit bereits 42jährige André Cla­veau, ein schon seit den Vier­zi­gern im Lan­de sehr erfolg­rei­cher und tech­nisch ver­sier­ter Pari­ser Schnul­zensän­ger und Schla­ger­film-Mit­wir­ken­der, der sich durch sei­ne sam­te­ne Stim­me und sei­nen Hang zu schmal­zi­gen Lie­dern beson­de­rer Beliebt­heit bei der weib­li­chen Zuhö­re­rin­nen­schaft erfreu­te, wenn­gleich er selbst einer finn­schwe­di­schen Euro­vi­si­ons­sei­te zufol­ge wohl dem eige­nen Geschlecht zuge­neigt gewe­sen sei. Was er, so der Jour­na­list Tob­son, im tole­ran­ten “gay” Paris bis zur Besat­zung durch die Deut­schen rela­tiv offen aus­le­ben konn­te. Um nicht im KZ zu lan­den, habe er ab dann sei­ne Prä­gung not­ge­drun­gen ver­steckt. Dabei sei es auch geblie­ben, als im Nach­kriegs­frank­reich sei­ne Kar­rie­re Fahrt auf­nahm. So sang er bei­spiels­wei­se 1950 die ziem­lich behä­bi­ge Ori­gi­nal­ver­si­on des Titels ‘Ceri­sier rose et Pom­mier blanc’, die fünf Jah­re spä­ter in einer deut­lich sprit­zi­ge­ren Instru­men­tal­fas­sung des Orches­ters Pérez Pra­do als ‘Cher­ry Pink and Apple Blossom White’ die Spit­ze der US-Charts erklomm und umge­hend zum Welt­hit avan­cier­te (Num­mer 1 auch in Deutsch­land).

Erken­nen Sie die Melo­die? André Cla­veau mit dem Ori­gi­nal des Welt­hits (Reper­toire­bei­spiel).

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